Warum die Welt zerbarst, weiß heute niemand mehr. Sicher ist nur, dass das Leben zuvor viel einfacher gewesen sein muss: Mächtige Magie, angetrieben von Askorn, dem Pulver gemahlener Götterknochen, bildete einen Garant für Wohlstand und Annehmlichkeit, sorgte für Schutz, sicherte die Versorgung mit Lebensmitteln und Wärme, brachte mago-technische Wunder in die Städte.

Doch diese Zeiten sind vorbei, seit die Welt zerbrach.

Die Menschen leben auf den Weltentrümmern in Sichtweite voneinander, aber auf diesseitigem Wege bis auf die eine oder andere Leiter oder Hängebrücke unerreichbar voneinander entfernt. Einige Trümmersiedlungen bestehen im Schatten alten Glanzes fort, gaukeln sich selbst städtisches Leben und langweiligen Alltag vor, nutzen alte Mago-Technik, ohne sie zu begreifen, spinnen Intrigen um Macht und Einfluss. Besonders die kleineren Siedlungen jedoch kämpfen jeden Tag ums Überleben gegen Missernten und einfallende Bestien.

Letztlich fehlt es allen Trümmern an irgendetwas, sei es Nahrung oder Holz oder Bodenschätzen, und die Siedlungen auf ihnen wären auf sich allein gestellt zum Untergang verdammt, gäbe es nicht letzte Verbindungen zwischen ihnen: die Feyenpfade. Betritt man durch Übergänge – wie etwa überwucherte Steintore, Treppen ins Nichts oder Hexenringe – die Welt der Feyen, kann man über den Weg in die Feyenwelt zu anderen Trümmern reisen. Aber dies ist nicht ohne Gefahr, denn abseits der wenigen etablierten Wege lauern andersweltliche Gefahren, und die Politik der Feyenhöfe sowie ihre Magie, die auf magischen Handel, Bedingungen und Pakten beruht, ist unberechenbar.

Nur noch wenige Zauberkundige wissen, wie man Askorn-bestäubte Fäden zu Magie spinnt oder wie man das Pulver besingt, sodass es seine Kraft entfaltet. Sie sind geschätzte Berater*innen der Regierenden oder haben sich gleich selbst zu Herrschenden aufgeschwungen.

Der Ritterorden vom Dorn im Fleisch der Götter ist zu einer pseudokriminellen Bande verkommen, die sich für ihren Schutz bezahlen lässt. Einst waren sie die einzigen, die sich gegen göttliche Willkür stellten, nachdem vor allem Menschen zwischen die Fronten gerieten, als die Gottheiten Bestien erschufen und sie aufeinanderhetzten. Die Ritter schlossen Pakte mit den Feyen und erschlugen schlussendlich die letzten Gottheiten, die den Krieg gegeneinander überlebt hatten. Nach dem Krieg jagten sie die herrenlos entfesselten göttlichen Bestien. Der Feyenpakt verleiht den Rittern heute noch übernatürliche Gaben, bindet sie an ihren Eid, aber nur einzelne legen ihn noch so aus, dass er ihnen Güte, Heldenmut und Opferbereitschaft abverlangt.

Jede Siedlung hat Bedarf an Trümmerbot*innen, Abenteurer*innen, die im Auftrag ihrer Siedlung Post und Kunde zu anderen Weltentrümmern bringen. Des Weiteren sind sie für die Sicherung der Pfade zuständig, was bedeutet, die Feyenhöfe bei Laune zu halten. Sie stöbern nach knappen Ressourcen, pflegen gute Beziehungen zu anderen Siedlungen, überbringen Minnegedichte für Liebende, weisen den Ritterorden auf Bedrohungen durch Bestien hin (und müssen sich derer oft selbst erwehren) und scheuen nicht vor Spionage oder militärische Spähdiensten im Kriegsfall zurück.