Historie des Hauses

Geschichte des Hauses „Sonnenschein“

1732 wurde in Ebersdorf, an der jetzigen Lobensteiner Straße – Ecke Poligweg, ein Waisenhaus gegründet. Dieses Haus wurde in den folgenden Jahren auch zum geistigen Zentrum der sich in Ebersdorf entwickelnden Brüdergemeine. Die Gemeinde wuchs rasch, und so wurde 1738 eine Erweiterung des Waisenhauses (A) gebaut. Beide Häuser wurden seit 1748 als Brüderhaus genutzt. 1784 wurde ein weiterer Flügel (B) angebaut und 1796 das alte Waisenhaus abgerissen und an diese Stelle das jetzige große Eckhaus (C) eingefügt. 1782 wurde ein Hinterhaus (D) gebaut und 1793 (E) erweitert – das jetzige Rüstzeitenheim „Sonnenschein“.

Gründung des Kinderheims Sonnenschein 1919
Im 18. und 19. Jahrhundert wohnten und arbeiteten im Brüderhaus-Komplex die etwa 80 bis 120 ledigen Männer der Gemeine. Etwa 6 bis 8 Brüder bildeten jeweils eine Stuben-Gemeinschaft. Geschlafen wurde in einem großen Schlafsaal. Die ledigen Brüder waren in verschiedenen Handwerken tätig, so z.B. als Strumpfstricker, Leineweber, Knopfmacher, Sattler, Beutler, Goldschmied, Uhrmacher und Buchbinder. In den Gelassen des Hinterhauses gab es zeitweise eine Kupferschmiede, Seifensiederei, Färberei und eine Bäckerei. In diesem Hinterhaus wurde 1919 das Kinderheim „Sonnenschein“ eingerichtet, zunächst nur in einigen Zimmern im Obergeschoss. Die anderen Räume wurden anderweitig genutzt, u.a. als Wohnungen, Werkstätten, Pferdestall, Schuppen und Arrestzelle der Dorfpolizei. Nach und nach wurde dann auch das Obergeschoss weiter ausgebaut, so dass letztlich fast alle Räume vom Kinderheim genutzt wurden. Waren die Kinderheim-Bewohner in den ersten Jahrzehnten des Bestehens vorwiegend Waisen, Halbwaisen oder Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen, so waren es in den 60er und 70er Jahren dann hauptsächlich Kinder von Schaustellern. Nachdem es im DDR-Sozialismus immer schwieriger wurde, Schulkinder in einem christlichen Heim zu erziehen, verließen 1978 die letzten Heimkinder das Haus. Dafür kamen nun mehr und mehr Gruppen zu christlichen Freizeiten in das Rüstzeitenheim "Sonnenschein". Im Lauf der Zeit wurden zudem einige Räume als separate Ferienwohnungen eingerichtet. So hat das Haus "Sonnenschein" im Laufe der letzten Jahrzehnte seine Bedeutung behalten, vielen Menschen ein gutes „Rüstzeug“ für ihr Leben zu geben. Die Leiterinnen des Hauses waren bzw. sind:
  • von 1919 bis 1920 Margarete Gontard und Frieda Steinberg
  • von 1920 bis 1924 Toni Möschler
  • von 1924 bis 1942 Gertrud Wünsche
  • von 1942 bis 1943 Frieda Hussack
  • von 1943 bis 1945 Frieda Bruchmann
  • von 1945 bis 1957 Clara Schneider
  • von 1957 bis 1984 Heliante Schnabel
  • von 1984 bis 2008 Magdalena Fiedler
  • von 2008 bis 2018 Irene Pöhlmann
  • von 2018 bis 2020 Carmen Kleinert
  • ab 2020 Renate Stammler