Inflation - Hyperinflation - Währungsreform
Während die Hyperinflation und die Weltwirtschaftskrise allgemein bekannt sind, ist die Währungsreform von 1948 weitgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Aber es ist interessant zu lesen, wie man damals in Deutschland mit dem Geld der Bürger umgegangen ist, die noch nicht alles verloren hatten und Parallelen zu heute zu ziehen.
Ein Blick in die deutsche Vergangenheit !
Nach nach dem Unterliegen im ersten Weltkrieg, kamen gigantische Forderungen auf das Deutsche Reich zu. Man forderte Schadenersatz und Reparationszahlungen. Das führte zunächst in eine steigende Inflation, dann zur Besetzung des Ruhrgebietes und letztlich in die entsetzliche Hyperinflation. Darauf folgte eine wirtschaftliche Not, die dann, in der Weltwirtschaftskrise ab 1929, zu Hungersnot und Elend für weite Teile der deutschen Bevölkerung führte. Die damalige Regierung hatte absolut keine Lösungen. Im "Babylon Berlin" debattierte man nur endlos. Aber was für die Armen schrecklich mit anzusehen war, einige Bevölkerungsteile, führten ein dekadent ausschweifendes Luxusleben.
Im Grunde genommen wurde dadurch die totale Machtergreifung der Nationalsozialisten immer wahrscheinlicher und wurde bekanntlich ja Wirklichkeit. Aber schon 12 Jahre danach stürzte Deutschland, nach dem zweiten verlorenen Krieg, zunächst vollständig in das wirtschaftliche Nichts, wie wir alle wissen.
Währungsreform von 1948, wie war das eigentlich?
Nach der bedingungslosen Kapitulation 1945 hatte Deutschland wieder gigantische Schulden. (übrigens genau wie heute) Deutschlands Städte lagen in Trümmern. Das Inkrafttreten des Währungs- und Emissionsgesetzes am 20. Juni 1948 markierte dann den Beginn der Währungsreform.
Das Emissionsgesetz übertrug der Bank deutscher Länder (BdL), der Vorläuferin der Deutschen Bundesbank, zunächst das Recht, neue Banknoten und Münzen auszugeben. Nur für die laufenden Zahlungen, wie Löhne, Gehälter, Steuern, Mieten, Renten und Pensionen wurde die alte Reichsmark, dann im Verhältnis 1:1 in die neue D-Mark umgestellt. Für die Sparer, sah das aber völlig anders aus:
Nach dem Umstellungsgesetz vom 27. Juni 1948 wurden private Bankguthaben zunächst im Verhältnis 10:1 in neue D-Mark umgetauscht. Die "Kopfbeträge" von 40 DM wurden darauf angerechnet. Kontenbesitzer durften aber nur über die Hälfte des umgewandelten Betrages frei verfügen. Die andere Hälfte wurde auf einem sogenannten Festkonto blockiert. Die Bürger trauten der neuen Regierung und den Alliierten erstmal nicht. (ehem. Feinde) Das Festkontengesetz vom Oktober 1948 legte dann ein Umstellungsverhältnis von 100 : 6,5 fest: Das heißt, für 100 Reichsmark erhielt man also nur noch 6,50 DM.
Die völlig schockierten Bürger wurden enteignet. Angeblich hatten deutsche Sachverständige auf diese knappe Geldausstattung der Bürger gedrängt. In Wahrheit steckten wohl eher anglo/amerikanische Interessen hinter diesem beispiellosen Vorgehen. Die Militärregierung ordnete schließlich sogar die ersatzlose Streichung der restlichen Guthaben an und setzte damit einen schmerzhaften Schlussstrich, für alle die noch lebten und ein Guthaben hatten! Was lernen wir daraus? Papiergeld kommt - Papiergeld geht!
Aber der "innere Wert" von Papiergeld ist leider Null.
Ausblick in die Zukunft:
Für Deutschland ging es damals, entgegen aller Erwartungen, wieder bergauf. Kluge Wirtschaftspolitiker gingen richtige Schritte und das Land wurde wieder erfolgreich. Aber das damalige Wirtschaftswunder lässt heute nicht wiederholen, denn Kohle, Stahl , Schiffbau, die erfolgreiche Industrie, "Made in Germany" existiert nicht mehr. Bodenschätze, bezahlbare eigene Energie und die Ressource das wichtige "know how" gibt es nicht mehr. Die wunderbaren Tugenden die Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg wieder erfolgreich gemacht haben, wie Fleiß, Einsatzfreude, Innovation, absolute Zuverlässigkeit, Bescheidenheit und Pünktlichkeit, wurden ja immer mehr verunglimpft und nach und nach, regelrecht abgeschafft.