Der Name „Reptilien“ kommt aus dem Lateinischen „reptilis“, was so viel wie „kriechend“ bedeutet. Das ist der Grund, warum Reptilien auch Kriechtiere genannt werden. Mit aktuell ca. 10.000 unterschiedlichen (Reptilien-)Arten weltweit, bilden sie damit in Bezug auf die fünf verschiedenen Wirbeltierklassen nach den Fischen die zweitgrößte Gruppe. Im Vergleich: Die Gruppe der Säugetiere ist mit ca. 5.500 Arten die kleinste.
Ebenfalls beeindruckend ist, dass Forscher davon ausgehen, dass die ersten Reptilien schon vor über 300 Mio. Jahren im Erdzeitalter Perm die Erde bevölkerten. Zumindest stammen von damals die ältesten, gefundenen Fossilien von Reptilien. Dinosaurier gehören stammesgeschichtlich ebenfalls zu den Reptilien.
So haben sich die heutigen Reptilien wie auch die Vögel beide aus Amphibien entwickelt und sind daher eng miteinander verwandt. Auch der Archaeopteryx, ein Brückentier zwischen Vogel und Reptil, der vor 150 Mio. Jahren lebte, deutet daraufhin, dass Reptilien und Vögel eng verwandt sind. Er hatte ein Federkleid, aber auch die Merkmale eines Reptils, wie zum Beispiel einen langen Schwanz. Zu den weiteren Merkmalen des Archaeopteryx zählen seine drei Fingerklauen, die Zähne, Bauchrippen, eine geringe Zahl unverschmolzener Beckenwirbel und das Fehlen eines Brustbeins. Eindeutig vogeltypisch sind die schon vorhandene asymmetrische Schwungfeder und die rückwärtsgerichtete erste Zehe.
Heutige Gemeinsamkeiten zwischen Vögeln und Reptilien sind die aus Keratin bestehenden Schuppen, die die Körper der meisten Reptilien bedecken und an den Beinen von Vögeln zu finden sind. Des Weiteren gibt es auch im Skelet einige Ähnlichkeiten, z. B. ist der Schädel von Vögeln und Reptilien nur an einem einzigen Punkt an der Halswirbelsäule befestigt. Das ermöglicht ihnen ihren Kopf weiter als Säugetiere zu drehen. Auch haben Reptilien und Vögeln nur einen Mittelohrknochen anstatt des Satzes von drei Mittelohrknochen bei den Säugetieren.
Heute werden jedoch Reptilien und Amphibien oft verwechselt, was vielleicht daran liegt, dass sie ebenfalls einige Ähnlichkeiten aufweisen. Beide Klassen sind zum Beispiel poikilotherm, das bedeutet, die Umgebungstemperatur bestimmt die Körpertemperatur der Tiere. Einer der größten Unterschiede zwischen Reptilien und Amphibien ist, dass Reptilien Eier legen und Amphibien Larven.
Ein anderer großer und ebenso wichtiger Unterschied ist die Metamorphose, welche lediglich die Amphibien durchlaufen. So ändern diese ihr Äußeres im Laufe der Metamorphose, die als Begriff die Entwicklung vom Ei zum geschlechtsreifen Körper beschreibt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Frosch: Nachdem er aus dem gallertartigen Laich geschlüpft ist, lebt er erst einmal unter Wasser als Kaulquappe und atmet über Kiemen. Während der Metamorphose entwickelt er sich weiter, bekommt schlussendlich die typische Froschform und atmet über die Lunge. Die Reptilien hingegen schlüpfen bereits in ihrer endgültigen „Form“ aus hartschaligen Eiern. Sie verändern sich in ihrer äußerlichen Erscheinung während ihres Wachstums nicht. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Schildkröten. Nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, haben die kleinen Schildkröten dieselbe Form, wie die erwachsenen Schildkröten. Sie sind lediglich um einiges kleiner.
Nun ist es schwierig, dem erwachsenen Tier anzusehen, ob es eine Metamorphose durchlaufen hat. Es gibt aber noch zwei weitere Hinweise, an denen ihr deutlich leichter ein Reptil von einer Amphibie unterscheiden könnt. Zählt die Finger und betrachtet euch die Haut. Amphibien haben wie wir Menschen an ihren Vorderläufen „Händen“ mit fünf Fingern, Reptilien tatsächlich nur vier. Die Haut von Amphibien ist drüsenreich und schleimig. Die von Reptilien dagegen schuppig und trocken. So kannst du die beiden unterschiedlichen Wirbeltierklassen auch unterwegs im Wald oder am Straßenrand voneinander unterscheiden.
Es gibt vier Ordnungen der Reptilien: Schuppenkriechtiere (sämtliche Schlangen, deren wissenschaftlicher Name „Serpentes“ ist), Brückenechsen (der wissenschaftliche Name ist „Spenodontidae“. Außerdem kommen sie von Neuseeland und die Art ist 135 Mio. Jahre alt), Schildkröten (der wissenschaftliche Name ist „Testudines“) und Krokodile (also Alligatoren, Kaimane und Krokodile, deren wissenschaftlicher Name „Crocodylia“ ist).
Reptilien gehören – wie bereits erwähnt – zu der Gruppe der Wirbeltiere. Das sind Tiere, die eine Wirbelsäule besitzen. Abgesehen von den Reptilien gehören auch Vögel, Säugetiere, Amphibien und Knochen-, sowie Knorpelfische zu den Wirbeltieren. Außerdem atmen alle Reptilien durch eine gekammerte Lunge. Im Tierreich besitzen Vögel, Amphibien und wenige Säugetiere ebenfalls eine gekammerte Lunge als Atmungsorgan.
Alle Reptilien besitzen außerdem eine Kloake. Das bedeutet, dass sie nur einen einzigen Ausgang für Harnröhre und Anus besitzen.
Ihr Körper wird in Kopf, Rumpf und Schwanz gegliedert. Am Rumpf sieht man die vier Gliedmaßen, jedoch sind diese zum Beispiel bei den Schlangen sowie manchen Echsen zurückgebildet. Auch der Schwanz ist bei manchen Reptilien nur durch ein Rudiment eines ehemaligen Schwanzes erkennbar.
Reptilien können außerdem nicht gut hören. Dies ist aber kein großes Problem für die Tiere, da sie ein sogenanntes Jacobson-Organ besitzen. Es hilft ihnen sehr feine Gerüche wahrzunehmen, die beispielsweise einem Menschen verborgen bleiben. Außerdem können die meisten Reptilien schwimmen oder klettern.
Trockene, somit eine schleimlose Haut mit Hornschuppen (bzw. Hornplatten) zeichnen die Reptilien ebenfalls aus. Eine feste und wasserundurchlässige Schicht als Körperbedeckung schützt die Tiere vor Verletzungen und Verdunstung. Diese Haut ist sehr wichtig für die Reptilien, da sie zu den wechselwarmen Tieren mit einem starkem Wärmebedürfnis gehören und sich deswegen sonnige und schattige Plätze suchen, um ihre Körpertemperatur zu regeln. Denn die Umgebungstemperatur bestimmt die Körpertemperatur der Reptilien (dies nennt man auch poikilotherm à siehe oben). Ihre Haut hilft ihnen in trockenen und heißen Gebieten gut überleben zu können ohne auszutrocknen. Wenn es kalt wird, bleiben Reptilen fast regungslos an einem Ort. Deswegen fallen sie auch im Winter in eine Kältestarre, nachdem sie sich ein geschütztes Plätzen gesucht haben und Reserven für den Winter gebildet haben. Durch die Kältestarre verbrauchen sie weniger Energie und überleben auf diese Weise den kalten Winter.
Auch der Nachwuchs der Reptilien muss vor der Austrocknung geschützt werden. Den Schutz bieten die Eier mit pergamentartiger Kalkschale. Diese werden vom Muttertier in der Erde abgelegt, was nur durch die besondere Schale möglich ist, und durch die Wärme der Sonne ausgebrütet. Diese Fortpflanzungsart zeichnet den überwiegenden Teil der Reptilien aus, doch es gibt hierzu auch eine Ausnahme: Manche Reptilien gebären ihre Nachkommen lebendig. Dies ist eine besondere Form des „lebendig gebärend“ à im Gegensatz zu Säugetieren handelt es sich um die sog. Ovoviviparie à „ei-lebend-gebärend“, d.h. die Nachkommen befinden sich IN EIERN im Körper des Muttertieres, schlüpfen dort aber bereits vor dem Gebären. Ein Beispiel wäre die Kreuzotter, die Blindschleiche oder Seeschlangen.
Ihr wisst bestimmt, dass Schlangen sich häuten. Das machen nicht nur Schlangen, sondern auch Echsen, da die Hornschuppenhaut nicht bei allen Reptilien mitwächst. Diese müssen ihre Haut immer wieder „wechseln“, d. h. sie häuten sich, wenn ihre Hornschicht zu klein geworden ist.
Für die meisten Reptilien ist das Land ihr Lebensraum. Manche, wie zum Beispiel die Wasserschildkröte oder die Anakonda verbringen jedoch ihr Leben fast ausschließlich im Wasser. An beiden Orten finden die Tiere ihre Nahrung, die aus Insekten, Würmern, Fischen, Säugern und vielem mehr besteht.
Fun Facts:
1) Die, meist in Madagaskar vorkommenden, Chamäleons haben, wenn sie entspannt sind, eine grüne Hautfarbe. Denn das Talent ihre Farbe ändern zu können, ist für die Tiere eine Art Ersatz für eine Sprache. Aber nicht jede Chamäleon-Art kann jede Farbe annehmen.
2) Der Kiefer einer Schlange wird nur mit Bändern gehalten, wodurch er auch ausgehängt werden kann. Dies erlaubt ein Verschlingen deutlich größerer Tiere. Wofür die Schlangen bekannt sind. Die Zähne der Schlange hingegen sind nur zum Festhalten der Beute oder zum Gift verabreichen da.
Fab
Quellen
90 verschiedene Autoren: Wirbeltiere
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirbeltiere
Firma: Schubu Systems GmbH Geschäftsführung: Hagen Wieshofer, Ulrich Müller-Uri: Merkmale der Wirbeltiere
https://www.schubu.at/p408/merkmale-reptilien
70 verschiedene Autoren: Reptilien
https://de.wikipedia.org/wiki/Reptilien
Dr. Christian Kubb (Biologie-Schule.de): Reptilien
https://www.biologie-schule.de/reptilien.php
Duden: Metamorphosen
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/metamorphose
Studienkreis GmbH: Der Frosch und seine Merkmale
https://www.studienkreis.de/biologie/frosch-merkmale/
Tesslof Verlag Was-Ist-Was: Der Archaeopteryx: vom Dino zum Urvogel
Wolfgang Ruppert: Farbwechsel beim Chamäleon – Von wegen Tarnung
https://www.friedrich-verlag.de/biologie/zoologie/farbwechsel-des-chamaeleons/
Svenska: Reptil, Eichechse, Grün, Exotisch
https://pixabay.com/de/photos/reptil-eidechse-gr%c3%bcn-exotisch-zoo-2042906/
Enrique Lorca/Espana: Chamäleon Tier Tierwelt Reptil Tarnung Exotisch
https://pixabay.com/de/photos/chamäleon-tier-tierwelt-reptil-6159370/
HOS70: Kaulquappe Frosch
https://pixabay.com/de/photos/kaulquappe-frosch-1328874/
Marc Pascual La Vilella Catalunya: Schlange Drohung Brown Berg Acht
https://pixabay.com/de/photos/schlange-drohung-brown-berg-acht-1010085/
Silvia Moormerland Deutschland:Schlange Lampropeltis Häuting
https://pixabay.com/de/photos/schlange-lampropeltis-häutung-500060/
Zdenek Chalusky Ledenice Ceska republika: Frosch Amphibie, Tier Laubfrosch
https://pixabay.com/de/photos/frosch-amphibie-tier-laubfrosch-111179/
Clker Free Vector Images: Kaulquappe Frosch Kröte Baby
https://pixabay.com/de/vectors/kaulquappe-frosch-kr%c3%b6te-baby-41639/
Monika NRW/Deutschland: Nil Krokodil Tier Zoo
https://pixabay.com/de/photos/nil-krokodil-tier-zoo-krokodil-245013/
Biologie-seite.de: Archaeopteryx
https://www.biologie-seite.de/Biologie/Archaeopteryx
Beastsassociated: Wie gleich sind Vögel und Reptilien?
https://beastsassociated.com/68571-birds-reptiles-alike-68