Die Themenbereiche " Krebs " sowie " Sexualität " sind in besonderer Weise in unserer Gesellschaft tabuisiert und mit Ängsten und Schamgefühlen besetzt. Über beide Themenbereiche wird somit schon für sich allein genommen nicht gern gesprochen und erst recht fällt es schwer, über sexuelles Erleben und Verhalten (und mögliche Störungen) im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung zu sprechen.
Sexualität - kann das denn überhaupt für krebskranke Menschen ein Thema sein?
Ist es nicht vielmehr so, daß die psychischen und körperlichen Belastungen die Patienten so in Anspruch nehmen, daß das Thema " Sexualität in der Partnerschaft" völlig unwichtig wird? Sicherlich ist dieses Thema in bestimmten Krankheitsphasen und bei bestimmten Krankheitsverläufen ohne Bedeutung, da bei wirklicher Bedrohung des Lebens ganz andere Themen und Ängste die Gedanken bestimmen. Für viele Krebspatienten gilt jedoch, daß nach den anstrengenden medizinischen Behandlungen und mit dem Wiedererlangen der physischen Kräfte sich auch irgendwann wieder die Frage nach dem Umgang mit dem Thema " Sexualität " stellt. Mit der Rückkehr in die " Normalität " werden viele Patienten somit auch mit diesem Themenkomplex konfrontiert, sei es durch eigene sexuelle Wünsche und Phantasien, sei es durch die Erwartungen des Partners. Wollen Sie mehr über Sexualität wissen? Besuchen Sie diesen Link.
Untersuchungen zeigen, daß ein großer Teil der befragten Frauen und Männer mit den unterschiedlichsten Diagnosen unter sexuellen Störungen verschiedenster Art nach einer Krebserkrankung leidet. Viele trauen sich jedoch aus Schamgefühl nicht, das Thema mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. So weisen Untersuchungen darauf hin, daß über 75 Prozent der befragten Krebspatienten ihren Arzt nicht selbst auf bestehende sexuelle Probleme ansprechen würde. Die Mehrzahl der Patienten wartet also darauf, daß der Arzt dieses Thema anspricht. Auf der anderen Seite zeigen Untersuchungen, daß auch Ärzte häufig auf diesbezügliche Fragen von Seiten der Patienten warten und nicht selbst das Thema ansprechen. Fragen von Seiten des Arztes wie " Hat sich in Ihrer Sexualität etwas verändert? " könnten hier sicherlich oft eine Brücke bilden.