Der XSL-Angriff ist eine Weiterentwicklung von XL (eXtended Linearization), einer heuristischen Technik, mit der es manchmal gelingt ist, große nichtlineare Gleichungssysteme effizient zu lösen. XL wurde ursprünglich zur Analyse von Public-Key Kryptosystemen entwickelt.
Grob kann die Technik und ihre Anwendung auf Secret-Key Kryptosysteme wie folgt beschrieben werden:
Die Addition entspricht dem logischen eXklusiv-OdeR (XOR), die Multiplikation dem logischen UND.
Der XSL-Angriff könnte - wenn er denn durchführbar ist - die Rekonstruktion des Schlüssels aus kleinen Mengen Geheimtext ermöglichen, denn anders als die bisher üblichen statistischen Methoden “berechnet” er den Schlüssel direkt. Das ist der Wunschtraum aller Kryptanalytiker! Es überrascht auch, daß die Sicherheit eines Blockalgorithmus gegen diesen Angriff offenbar nicht mehr exponentiell mit der Rundenzahl steigt. Weitere Informationen zur Krypto-Analyse finden Sie hier.
Das generelle Problem mit diesem Angriff besteht darin, daß man bisher nicht angeben kann, unter welchen Umständen er zum Erfolg führt. Leider ist nicht klar, ob die bekannten notwendigen Bedingungen auch hinreichend sind; darauf weisen auch Courtois und Pieprzyk hin.