Wogende Einladung zum freien Spiel im öffentlichen Raum
Spielen endet nicht mit dem Erwachsenwerden. Während Kinder durch Spiel lernen, nährt es bei Erwachsenen vor allem Wohlbefinden, Körperwahrnehmung und soziale Verbindung. Dennoch verschwindet freies körperliches Spiel zunehmend aus dem Alltag. In westlich geprägten Gesellschaften ist Spiel zudem häufig an Wettbewerb, Leistung und Kontrolle gebunden – zweckoffene, spielerische Momente im öffentlichen Raum verlieren an Selbstverständlichkeit.
Gerade generationenübergreifendes Spiel birgt das Potenzial, festgefahrene Rollenbilder aufzubrechen und neue Formen von Begegnung zu ermöglichen. Bewegung wird dabei nicht als Mittel zum Zweck begriffen, sondern als selbstverständlicher Teil von Begegnung und Spiel. Der Spielplatz bildet hierfür einen bewussten Kontext: Er gehört zu den wenigen öffentlichen Orten, an denen Spiel nicht kommerzialisiert ist und spielerisches Verhalten gesellschaftlich legitimiert bleibt.
Mit UNDA wird dieser Raum gezielt für Erwachsene geöffnet. Die fünf Meter lange Wippe tritt als skulpturales Objekt in Erscheinung und weckt durch ihre wellenförmige Gestalt Neugier und Annäherung. Ein bewusst schlicht und zurückhaltend gestalteter Fuß rückt die Wellenanmutung in den Vordergrund und lässt die wogende Form als eigenständige Spiellandschaft wirken. Die erwachsenengerechte Dimensionierung erlaubt neben dem typischen Wippen vielfältige Körperhaltungen und Interaktionsformen – vom Sitzen an den Enden bis zum Laufen, Rutschen, Liegen, Lehnen und gemeinsamen Verweilen im breiteren Mittelbereich.
Konstruktiv sorgen Bodendämpfer und eine federnde Lagerung im Zentrum für eine kontrollierte Wippbewegung und reduzieren die Geschwindigkeit bei Richtungswechseln. So entsteht ein Gefühl von Sicherheit, das insbesondere Erwachsenen den Zugang erleichtert, ohne andere Nutzergruppen auszuschließen. Kinder müssen nicht überzeugt werden – sie finden intuitiv Zugang zum Spiel.
Indem UNDA gezielt Erwachsene adressiert, erweitert sich der Spielplatz von einer primär kindlichen Zone zu einer gemeinschaftlich genutzten Fläche für unterschiedliche Altersgruppen. Gestalterisch fungiert UNDA dabei als vermittelndes Objekt zwischen Skulptur, Spielgerät und sozialem Möbel und eröffnet neue Formen alltäglicher Aneignung des öffentlichen Raums durch Spiel.
Betreut von: Prof. Carola Zwick & Prof. Dr. Martin Beck
kunsthochschule berlin weißensee, BA ProduktDesign
Bachelor-Abschluss, WinterSemester 2025|26
Farb- und Materialvariation
Wippe in Ruheposition
Antirutsch-Noppen aus Kork
1:10 Dimensionierungs-Prototypen
1:10 Formprotoypen