Wir wurden im Jahr 2011 von einem Freund gefragt, ob wir Interesse an rollendem Material vom verstorbenen Ehemann seiner Schwiegermutter hätten.
Kurz darauf haben wir das Angebot angenommen und sind das erste Mal in den Eisenbahnkeller gegangen, um uns die "Sache" mal anzusehen.
Wir, die alle ein Platzproblem zu Hause haben, waren von den Dimensionen der Anlage erst einmal beeindruckt.
Seit diesem Tag arbeiteten wir zwei- bis viermal im Monat an der Anlage. Und damit wir nicht nur in's Blaue darauf los bauen, haben wir uns auch auf ein Thema und eine Zeit geeinigt.
Thema unserer Anlage ist eine Nebenbahn in Niederösterreich/Wiener Becken/Moosbrunn-Mitterndorf. So heißt ja auch "unser" Bahnhof "Mitterndorf - Moosbrunn", der seit Beginn dieses Jahrhunderts seine Funktion als solcher leider verloren hat. Reduziert auf zwei Gleise dient er heute der Zugkreuzung auf der eingleisigen Strecke zwischen Gramatneusiedl und Wampersdorf.
Zeitmäßig orientieren wir uns an der Epoche III. Genauer gesagt am Sommer des Jahres 1963.
Ein 40 m2 großer Raum, lange Strecken, Schattenbahnhof, Gleiswendel, zwei Bahnhöfe in einem relativen rudimentären Zustand, dazu ein ähnlich großer Raum, der als Werkstatt dient. Modellbahnerherz, was willst du mehr?
Im Laufe einer netten Plauderei bot uns Irene (die Schwiegermutter) an, wir können jederzeit "spielen" kommen, wenn wir wollen. Sie wolle die Anlage auf jeden Fall in Andenken an ihren Heinz stehen lassen. In diesem Moment ist jedem von uns das Gleiche durch den Kopf geschossen: "Zu Hause kein Platz - hier steht schon alles."
Unser Vorschlag an Irene: "Spielen interessiert uns weniger. Aber wenn du willst, bauen wir die Anlage fertig."
Wir müssen aus "unserem" Keller raus.
Uns bliebe nichts anderes übrig als den fast 7m langen Mittelteil der Anlage in drei "handliche" Teile zu zersägen um diese überhaupt aus dem Keller zu bekommen.
Dazu wurden von unserem Tischler-Mitglied dem "Holz-Michl" drei stabile Rahmen gefertigt, die dann auf die etwas wackelige ursprüngliche Konstruktion geschraubt wurde.
Die Übersiedlung der drei "Zementwerk-Rahmen" hat, dank der ordentlichen Konstruktion beim Bau, ohne Probleme funktioniert.
Der Rest der Anlage fiehl leider der Stichsäge zum Opfer, wobei wir natürlich versucht haben so viel Material wie möglich zu retten.
Nachdem der Raum komplett leer war haben wir begonnen darin an unserer neuen Modul- und Segmentanlage zu werken. So arbeiteten wir wechselweise montags einmal am Wiederaufbau der fixen Anlage in der Lagerstraße und einmal an der neuen mobilen Anlage am alten Standort.
Leider mussten wir uns im September 2024 von unserer "Eisenbahn-Mama" Irene für immer verabschieden.
Liebe Irene,
danke für alles was du für uns getan hast. Ohne dich würde es weder die Anlage in dieser Form, noch den Verein geben.
Bau mit dem Heinzi da oben weiter. Wir kommen das dann irgendwann mal kontrollieren und drehen eine Runde.
Im Rahmen des Mitterndorfer Advents Ende November konnten wir unsere neue mobile Anlage erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Zur Zeit besteht sie aus einem Kreis mit ungefähr vier Meter Durchmesser und wird aus einem Schattenbahnhof mit sieben Gleisen bedient. Gefahren wird "digital" mit einer ESU Ecos, und somit gibt es auch die Möglichkeit Züge mit dem Mobiltelefon zu steuern.
Die Züge gewegen sich durch die zwei Themen "Carnuntum" mit dem markanten Heidentor an der Pressburgerbahn sowie auf der Gutensteinerbahn durch das Piestingtal über den sogenannten "Waldegger Hals".
Bereits zum zweiten Mal brachte Franz Steiner in seiner MBW einen Artikel über unsere Anlage.
Auf 12 Seiten wird unsere Modul- und Segmentanlage mit unzähligen Fotos vorgestellt.
Bereits im Jahr 2016 präsentierte der rührige Vorarlberger damals unsere fixe Anlage, die in dieser Form ja leider nicht mehr besteht.
Bei der Generalversammlung am 26. Jänner 2026 wurde Martin Matzinger zum neuen Obmann des MBC Mitterndorf - Moosbrunn e.V. gewählt, nachdem der bisherige Obmann sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Funktionen bestätigt.
Es hat doch länger gedauert als erwartet, aber wir fahren auf der fixen Anlage wieder im Kreis.
Ein dreigleisiger Schattenbahnhof mit einer Abstellgruppe für Triebwagen, sowie ein Programmiergleis befinden sich jetzt hinter der provisorischen Kulisse des Wiener Beckens.
Gefahren wir wieder mit Lenz LH100 bzw. Lokmaus und der LZV100.
Fehlen nur noch die Weichenstellpulte für den Bhf Mitterndorf - Moosbrunn und den Schattenbahnhof.