Solnhofener Platten zählen zu den bekanntesten Plattenkalken. Auf bruchrauen Oberflächen zeigen sich häufig dunkle, sogenannte Dentriden. Dies sind baumartige Gebilde, die auf Ablagerung von Metalloxiden zurückzuführen sind. Häufig werden diese Dentriden für Versteinerungen gehalten.
Dieser Stein ist auch sehr reich an Versteinerungen, sehr bekannt dürfte der Fund des Archäopterix sein. Daneben hat dieser Stein weltweiten Bekanntheitsgrad als Lithografiestein entwickelt. Auch heute noch werden von einer Firma im Raum Solnhofen, Lithografiesteine für künstlerische Zwecke gefertigt.
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Die Entstehungszeit liegt etwa 150 Mio. Jahre zurück, erdgeschichtlich zählt diese Epoche zur Zeit des Jura. Zu dieser Zeit war Europa weitgehend Meeresgrund, so dass sich in den Senken und Wannen insbesondere in der Gegend des heutigen Solnhofens ungezählte Schichten feinster Kalksedimente ablagerten. Zwischen die einzelnen Schichten gerieten verschiedene Tierarten wie Krebse, Ammoniten oder Fische, die jedoch in der sauerstoffarmen und salzreichen Umgebung nicht überlegen konnten. Daher finden sich heute im Solnhofer Plattenkalk zahlreiche Fossilien, darunter auch der Urvogel Archaeopteryx.
Kalkstein findet man fast überall auf der Welt und in vielen verschiedenen Farben. Das Farbspektrum reicht von schwarz über rot bis braun und gelb. Die grosse Masse der auf der Erde vorhandenen Kalksteine ist auf dem Meeresboden abgelagert worden und im Laufe der Zeit erst durch gebirgsbildende Vorgänge an die Oberfläche gelangt. Zwei sehr bekannte heimische Kalksteinarten sind der Solnhofer Plattenkalk und Jura-Marmor. Beide Kalkarten finden sich im Altmühltal.
Bereits seit der Antike werden Solnhofer Platten als Baumaterial verwendet, hier insbesondere bei den Römern, die Solnhofer Platten zum Auskleiden der Badebecken eingesetzt haben. Durch die hohe Dichte des Kalksteins war und ist keine weitere Behandlung der Platten mehr erforderlich. Nach dem Bruch im Steinbruch werden die Solnhofer Platten quasi direkt zum Endverbraucher geliefert, da die sehr ebene, aber bruchraue Oberfläche keiner weiteren Behandlung mehr bedarf. Dadurch sind solche Platten auch als rutschhemmend eingestuft, sie eignen sich daher auch zum Einsatz in Feuchträumen wie z.B. im Bad. Aufgrund ihrer guten Wärmeleitfähigkeit können Solnhofer Platten auch problemlos in Verbindung mit einer Fußbodenheizung verwendet werden. Aber nicht nur als Wand- oder Bodenbelag können Solnhofer Platten verwendet werden, sondern auch zur Verkleidung von Kaminen, von Treppenstufen oder -sockeln und für Fensterbänke. Zur Veredlung der Oberfläche können Solnhofer Platten auch angeschliffen, feingeschliffen oder poliert werden.
Der Solnhofer Plattenkalk gilt als der härteste Kalkstein der Erde. Der cremefarbene bis blassockergelbe Kalkstein ist extrem dicht und weist eine sehr feinkörnige sowie homogene Struktur auf, aufgrund der Ablagerungsvorgänge bei der Entstehung sind diese plattenartig geschichtet. Daraus resultiert auch die ausgezeichnete Spaltbarkeit des Materials, es lassen sich relativ einfach ebene Platten herstellen, woraus auch der Begriff „Solnhofer Schiefer“ resultiert. Die abgelagerten Schichtdicken betragen zwischen 7 und 27 mm, diese Schichten werden auch als „Flinze“ bezeichnet. Diese Flinze können in Handarbeit mit Meißel und Brechwerkzeug abgehoben werden. Die dabei entstehenden Platten sind sehr gleichmäßig dick und können dadurch einfach weiterverarbeitet werden.
Hier wurden die Kanten nicht mit Schienen eingefasst, sondern die Ecken der Fliesen auf Gährung geschnitten
Als Bodenbelag und für Wandverkleidungen ist der Solnhofer Plattenkalk, meist einfach als Solnhofer Platten bezeichnet, sehr bekannt. Fälschlicherweise wird auch der Begriff Solnhofer Schiefer verwendet, dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Schiefermaterial, wie man es vom Naturschiefer her kennt, vielmehr um ein gelbliches, eng geschichtetes Sedimentgestein ähnlich dem Sandstein.
Wegen seiner gleichmäßig feinkörnigen Struktur wurden einzelne, ausgesuchte Platten für den Steindruck verwendet, woher sich auch die gelegentlich verwendete Bezeichnung Lithografieschiefer ableitet.
Häufig tragen die Plattenkalke farnartige Verzierungen, so genannte Dendriten. Das sind keine Pflanzenreste oder Pflanzenabdrucke, sondern Eisen-Mangan-Ausscheidungen. Sie haben mit dem Pflanzenreich genauso wenig zu tun wie die Eisblumen am Fenster. Sie entstehen unter Einwirkung von Sickerwasser und bilden sich vorwiegend auf Schicht- und Kluftflächen von feinkörnigem Kalkstein durch bevorzugtes Ecken- und Kantenwachstum. In den Solnhofer Plattenkalken findet sich eine Menge von Fossilien, so dass diese Platten auch für viele Forscher ein wertvolles Material darstellen.
Der im bayerischen Altmühltal gelegene Fundort bei Solnhofen ist der Namensgeber für den Solnhofer Plattenkalk. Eine weitere gängige Bezeichnung lautet „Kehlheimer Stein“, wobei diese auf die Stadt Kehlheim zurückzuführen ist; von dort aus wurden die Solnhofer Platten zu großen Teilen auf der Donau verschifft. Die weitere Bezeichnung „Stechstein“ für den Solnhofer Plattenkalk weist darauf hin, dass die Platten leicht zu „stechen“, d.h. zu bearbeiten sind. Auf die oft gelbliche Färbung des Plattenkalks geht die Bezeichnung „Strohstein“ zurück. Und zu guter Letzt ist auch noch die Bezeichnung „Münchner Stein“ bekannt, der dadurch entstand, dass der Solnhofer Plattenkalk in München gelagert und dann von dort aus nach Frankreich transportiert wurde.