Gruppenstruktur und Räume
Die Verbundpflegestelle besteht aus 10 Kindern. Die Kinder sind im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt.
Wir haben drei Wohnräume, eine Küche, ein Bad und eine Terrasse zur Verfügung. Der größte Raum ist unser Bewegungsraum. Hier findet man sportliche Elemente wie das "Kletterdreieck", eine Kletterwand und Schaukeln/Hängematten. Alles ist mit Turnmatten unterlegt, für das weiche Landen und abrollen. Gleichzeitig bieten die Matten die Möglichkeit für spontane Bodenturnübungen und bequeme Ausruhzeiten nach dem Mittagessen.
Im rechten Nebenraum kann die Gruppe ihre Mahlzeiten einnehmen, Mal- und Bastelarbeiten nachgehen, sowie Vorschularbeit und Gesellschaftsspiele. Alle Materialien dazu befinden sich in den nahegelegenen Schränken.
Im dritten Raum können die Kinder nach dem Mittagessen schlafen und sich allgemein über den Tag zurückziehen und ausruhen. Gleichzeitig sind dort unsere diversen Instrumente und Musikbücher zu finden.
In der Küche ist viel Platz und Stauraum für alle Koch- und Essutensilien. Wir haben das Glück einen Kühlschrank, eine Spülmaschine und eine Waschmaschine in der Küche zu haben.
Im Badezimmer haben wir die Möglichkeit, die Windelkinder zu wickeln, bei Bedarf die Kinder abzuwaschen und beim Toilettengang zu begleiten.
Die als Wintergarten gebaute Terrasse bietet Möglichkeiten für Sand- und Hopsespiele und ist gleichzeitig auch unsere Garderobe.
Angrenzend findet man den Hauswirtschaftsraum.
Neben kompetenten, einfühlsamen, selbstbewussten Erzieher/innen betrachten wir
die Räume drinnen und draußen als den „dritten“ Erzieher.
Jeder Gruppenbereich und die Freifläche bieten:
• Sicherheit und Geborgenheit
• Anregungen aus allen Bildungsbereichen
• Anreize und Möglichkeiten zum gemeinsamen Tun
• Vielfältige Bewegungs Herausforderungen
• Möglichkeiten zu Ruhe und Rückzug
Räume sind:
• Strukturiert
• Bieten Orientierung
• Fordern Eigenaktivität, forschendes und entdeckendes Lernen heraus
• Ermutigen zum Mitgestalten und Verändern
Die musische Erziehung verstehen wir als ganzheitlichen Prozess. Das Erlangen von Musikalität steht dabei nicht im Mittelpunkt. Musik ist für uns eine Sprache, die mit allen Sinnen erlebbar ist und so facettenreich in ihrer Ausdrucksform. Mit ganzheitlichem Ansatz integrieren wir die Musik in unseren Alltag. Über das Singen hinaus, rhythmisieren und strukturieren wir unseren Tag mit musikalischen Elementen, wie Singspiele, Tischlieder, Aufräummusik, Entspannungsmusik, akustischen Signalen und begleiten pflegerische Abläufe (z.B. Windeln wechseln) musikalisch. In unseren Kreisen gehen wir spielerisch auf musikalische Grundlagen ein wie Rhythmusempfinden, Lautstärken, Körper als Instrument, Einführung in die orffschen Instrumente etc. Dies vertiefen wir in unserem wöchentlichen Rhythmikangebot. Rhythmik verbindet die Musik mit Bewegung und Sprache. Mit den Kindern tauchen wir in die musikalische Früherziehung ein. Über musikalische Mittel, wie Tempi, Dynamik, Tonhöhen etc. hinaus, lernen sie hier die ersten Grundlagen der Notation spielerisch kennen und anzuwenden. Wichtiger Bestandteil dabei ist die Motivation des Kindes. Als Pädagogen verstehen wir uns als Begleiter und gehen mit ihnen so lange den Weg des Erlernens und Erforschens, wie es das Kind von sich aus uns vorgibt und wünscht.
Wir möchten Musik für die Kinder den ganzen Tag über präsent halten. Daher sind unterschiedlichste Musikinstrumente fester Bestandteil unseres Materials und stehen den Kindern frei zur Verfügung. Wir Pädagogen treten in die Vorbildfunktion, indem wir Lieder und Singspiele instrumental begleiten bzw. Instrumente einbauen oder einfach im Tagesgeschehen mit den Instrumenten (auch der Stimme) improvisieren. Dabei ist uns nicht die Vermittlung von Perfektion wichtig, sondern der kreative, natürliche Umgang mit Musik und vor allem der Spaß daran. Wir möchten gern noch mehr musikalische Elemente in den Tag integrieren und Musik mit anderen Bildungsbereichen intensiver verbinden, sowie die Musik zur Vertiefung des Inklusionsansatzes nutzen. Für die Umsetzung nutzen wir das BBP, Fortbildungen und den Austausch untereinander. Zudem möchten wir gern die Unterstützung der Eltern nutzen. Mit ihrer Mitwirkung haben wir die Möglichkeit mehr über Musik aus anderen Kulturen zu erfahren bzw. zu erleben. Musikbetonte Hobbys und Berufe der Eltern, wie z.B. ein Instrument spielen, tanzen, etc. bereichern unsere Verbundpflege ebenfalls, wenn sie mit unseren Kindern geteilt werden.
„Bewegung ist eine elementare Form des Denkens“ Gerd E. Schäfer
Kinder brauchen Bewegung,
• Um sich gesund zu Entwickeln, sich körperlich und seelisch wohl zu fühlen,
• Um die eigenen körperlichen Fähigkeiten kennenzulernen und weiterentwickeln zu können,
• Um eine Balance zwischen Ruhe und Bewegung zu finden,
• Um die Umwelt sinnlich wahrzunehmen und zu begreifen,
• Um mit den anderen Kindern Kontakt aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam spielen zu können.
Unsere Verbundpflegestelle "Mutig" legt großen Wert darauf, dass die Kinder regelmäßig an die frische Luft kommen. Bewegungserziehung findet täglich im pädagogischen Alltag statt.
Vielfältige Bewegungserfahrungen bieten neben dem Bewegungsraum, unsere Terrasse, nahe gelegene Spielplätze/Parks, sowie beim Freispiel und Rollenspiel der Kinder.
Wir bieten dem Kind die Möglichkeit verschiedene Bewegungsabläufe kennen zu lernen:
• Springen
• Hüpfen
• Laufen
• Tanzen
• Bewegungsspiele
• Fantasiereisen
• Rhythmusgefühl
Mit Yoga und Tanzen bieten wir wöchentlich eine bewusste eigene Erfahrung von ganzheitlicher Körperarbeit an.
Das Recht aller Menschen auf Individualität, Toleranz und Akzeptanz halten wir für selbstverständlich. Wir möchten das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen fördern, Akzeptanz und Interesse an unterschiedlichen Kulturen und die Vielfalt von Lebensauffassungen und Gestaltungen schaffen. Unser Anspruch ist es allen Kindern, ausgehend von ihren Lebenslagen und der Unterschiedlichkeit ihrer Entwicklungsbedürfnisse, mit unseren Angeboten und Möglichkeiten zu unterstützen.
Grundsätzlich gilt dieses gleichwohl für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf aufgrund körperlicher/geistiger/seelischer Behinderung (oder Bedrohung von Behinderung) als auch für Kinder, die nicht deutscher Herkunftssprache sind oder in sozial benachteiligten Familien leben. Entsprechende Rahmenbedingungen wie qualifiziertes Fachpersonal, individuell erforderliche Gruppenstrukturen, räumliche und materielle Erfordernisse werden vor der Aufnahme des Kindes oder kurzfristig nach Feststellung eines besonderen Förderbedarfs in Verantwortung der Integrationserzieherin realisiert.(VfO Nr. 4)
Eine vielfältig zusammengesetzte Gruppe ermöglicht den Kindern in der Verbundpflege "Mutig", bereits in der frühen Kindheit Andersartigkeit als selbstverständlich zu empfinden. Dies ist eine entscheidende soziale Kompetenz in der heutigen multikulturellen und globalisierten Welt.Den Alltag bei uns verbringen alle Kinder mit und ohne besondere Bedürfnisse in einer gemeinsamen inklusiven Gruppe. Die Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind ein gleichwertiger Teil der Gruppe. Der Facherzieher für Integration steht jederzeit bereit einzugreifen, wenn eine Situation dies erfordert. Eine enge Zusammenarbeit mit Eltern, Therapeuten, zuständigen amtlichen Stellen und Behörden findet regelmäßig statt.