Viele junge Menschen beenden ihre Berufsausbildung vorzeitig, obwohl formale Abschlüsse in Deutschland oftmals als Voraussetzung für stabile und gut entlohnte Beschäftigungsverhältnisse gelten. Tatsächlich sind die langfristigen Folgen eines Ausbildungsabbruchs je nach sozialer Herkunft höchst unterschiedlich: Während das Einkommen von Jugendlichen aus sozial besser gestellten Familien im Schnitt stabil bleibt, bricht es für solche aus sozial benachteiligten Familien um 45 Prozent ein.
Die regionale Diskrepanz ist enorm: Der Anteil der Auszubildenden, die im Jahr 2020 ihre Ausbildung abgebrochen haben, war beispielsweise in Pirmasens mit 42,5 Prozent fast viermal so hoch wie in Eichstätt mit 11,3 Prozent. Dies hängt nicht nur mit der unterschiedlichen Wirtschaftskraft, sondern auch mit Unterschieden in der Branchenstruktur zusammen.
Georeferenzierte Daten erlauben es erstmalig, das Ausmaß und die Entwicklung von Lohnungleichheiten innerhalb deutscher Städte systematisch zu dokumentieren und zu analysieren. Die kleinräumige Lohnungleichheit innerhalb von Großstädten ist in Ostdeutschland systematisch niedriger und nimmt im Zeitverlauf auch stärker ab als in Westdeutschland. Beide Befunde lassen sich zu einem großen Teil durch unterschiedliche Erwerbsmuster sowie durch die Einführung des Mindestlohns erklären.
Immer mehr junge Menschen in Deutschland entscheiden sich für ein duales Studium und kombinieren so berufliche Lehrausbildungen oder intensive betriebliche Praxisphasen mit einem Studium. Eine eindeutige Definition des Begriffs „duales Studium“ gibt es jedoch bislang nicht. Ebenso ist noch unklar, wie gut Absolventinnen und Absolventen dieser immer bedeutender werdenden Bildungsform im Arbeitsmarkt integriert sind.