Wo: Im Spritzenhaus in Schwanenkirchen
Am 20. September herrschten in Schwanenkirchen heiße Bedingungen: Der mobile Brandübungscontainer der Firma Flash-Over.Team GmbH war zu Gast und bot Atemschutzgeräteträgern aus der Region eine realitätsnahe und intensive Schulung.
Die ganztägige und anspruchsvolle Fortbildung gehört zu den wichtigsten Ausbildungsmodulen im Atemschutz. Zahlreiche Kameradinnen und Kameraden nahmen teil und festigten ihr Können im Innenangriff:
Vertreten waren die Feuerwehren aus:
Schwanenkirchen
Die Schulung im mobilen Container bildet Hitze, Rauch und die dynamischen Vorgänge eines Feuers hautnah ab. Sie ist somit unverzichtbar, um die Einsatzkräfte ohne unkontrollierbares Risiko auf den Ernstfall vorzubereiten.
Ein besonderer Fokus der Ausbildung lag auf der Brandraum- und Rauchanalyse. Die Atemschutzgeräteträger wurden intensiv in der Erkennung und Interpretation unterschiedlicher Rauchbilder unterwiesen. Theoretisch und praktisch wurden dabei die gefährlichsten Phänomene erklärt und demonstriert, die bei einer Innenbrandbekämpfung lauern können:
Flashover (Rauchgasdurchzündung): Die plötzliche, vollständige Zündung aller brennbaren Materialien und Gase im Raum.
Backdraft (Rauchgasexplosion): Die explosionsartige Entzündung von Rauchgasen bei plötzlicher Sauerstoffzufuhr (z.B. durch das Öffnen einer Tür).
Rollover (Flammenüberschlag): Das Entzünden der heißen Rauchgase unter der Decke, das sich wellenartig fortbewegt.
Das Verständnis dieser Anzeichen ist wichtig, um Einsatztaktiken rechtzeitig anpassen und die eigene Sicherheit sowie die der Kollegen gewährleisten zu können.
Der durch Flüssiggas befeuerte Brandcontainer ermöglicht eine detailgetreue Simulation verschiedener Brandphasen. Der große Vorteil der gasbefeuerten Anlage liegt in der präzisen Steuerbarkeit der Flammen und Temperaturen, was eine gezielte und sichere Ausbildung ermöglicht, ohne Abstriche bei der Realitätsnähe machen zu müssen.
Die Ausbildung im Container erfolgte in zwei wichtigen Schritten:
Hitzegewöhnung: Zuerst wurden die Atemschutzträger langsam an die enorme thermische Belastung gewöhnt, die bei einem echten Brand herrscht. Dies ist entscheidend, um die Reaktion des Körpers und der Ausrüstung unter realen Bedingungen kennenzulernen.
Simulierte Brandbekämpfung: Im Anschluss musste jeder Trupp unter realistischem Rauch und extremer Hitze einen simulierten Brand im Container ablöschen. Hierbei wurden das richtige Vorgehen, die effektive und sparsame Nutzung des Wassers sowie die taktische Kommunikation unter Atemschutz gefestigt.
Neben dem Training im Brandraum vermittelten die Ausbilder auch essenzielle Kenntnisse außerhalb des Containers. So wurde die effektive Strahlrohrführung für einen zielgerichteten Löschangriff geübt. Darüber hinaus stand das Löschen eines Brandes an einer ausströmenden Gasflasche auf dem Programm – ein taktisch anspruchsvolles Szenario, das höchste Präzision erfordert.
Die mobile Heißausbildung mithilfe eines Brandcontainers ist ein wichtiger Bestandteil der fortlaufenden Qualifikation unserer Atemschutzgeräteträger. Sie stellt sicher, dass unsere Einsatzkräfte auch unter extremsten Bedingungen sicher und effektiv handeln können.
Wir danken allen teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden für ihren vorbildlichen Einsatzwillen und ihr Engagement. Ebenfalls bedanken wir uns bei der Flash-Over.Team GmbH und ihren beiden Ausbildern, die unseren Einsatzkräften dieses wertvolle Wissen vermittelt haben.