Ich saß mit einer Tasse Tee am Küchentisch, umgeben von Papierschnipseln, Bastelkleber und einem Haufen unfertiger DIY-Projekte. Für Außenstehende sah es vermutlich nach purem Chaos aus, aber für mich war es mein kleines kreatives Universum. Schon seit Jahren liebte ich es, Dinge selbst zu machen – von handgefertigten Kerzen über Makramee-Wandbehänge bis hin zu individuellen Grußkarten. Was als Ausgleich zum stressigen Büroalltag begann, war längst zu meiner wahren Leidenschaft geworden. Doch genau an diesem grauen Sonntag fragte ich mich zum ersten Mal: Könnte ich mit dieser Leidenschaft vielleicht auch Geld verdienen?
Ich hatte schon öfter auf Pinterest nach neuen Bastelideen gesucht und war jedes Mal fasziniert davon, wie professionell und inspirierend viele der Pins waren. Immer wieder entdeckte ich einfache DIY-Projekte, die hunderttausende Male gespeichert wurden. Und dann fiel mir auf: Viele dieser Pins führten auf Etsy-Shops, Blogs oder Affiliate-Links. Plötzlich sah ich Pinterest nicht mehr nur als Inspirationsquelle, sondern als mögliche Plattform, um meine eigenen Projekte zu teilen – und im besten Fall damit ein kleines Nebeneinkommen zu erzielen.
Zunächst hatte ich keine Ahnung, wie ich anfangen sollte. Ich erstellte mir ein kostenloses Business-Konto auf Pinterest und fing einfach an, Fotos meiner DIY-Projekte hochzuladen. Die ersten Wochen waren ehrlich gesagt ernüchternd. Kaum jemand klickte auf meine Pins, geschweige denn speicherte sie. Doch ich blieb dran. Ich begann, mich intensiver mit Pinterest-Marketing auseinanderzusetzen, las Blogartikel, schaute YouTube-Tutorials und optimierte meine Pins Stück für Stück. Ich lernte, dass es nicht nur auf schöne Bilder ankommt, sondern auch auf die richtigen Keywords, gute Beschreibungen und regelmäßiges Posten.
Einer meiner Pins – eine Anleitung für selbstgemachte Duftkerzen in recycelten Marmeladengläsern – ging viral. Innerhalb weniger Tage wurde er über 10.000 Mal gespeichert, und der Traffic auf meinen kleinen Etsy-Shop explodierte. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als ich die ersten 100€ an einem einzigen Tag verdiente. Es war ein Mix aus Staunen, Euphorie und der Erkenntnis, dass ich vielleicht wirklich auf dem richtigen Weg war.
Ab diesem Moment begann ich, mein Vorgehen zu systematisieren. Ich plante meine Inhalte im Voraus, erstellte saisonale Pins passend zu Weihnachten, Valentinstag oder Muttertag und achtete darauf, dass meine Fotos hell, klar und ansprechend wirkten. Ich entwickelte eine Art Content-Kalender und nutzte Tools wie Canva, um meine Pin-Grafiken professionell zu gestalten. Dabei blieb ich aber immer mir selbst treu – meine Projekte waren handgemacht, authentisch und mit Liebe zum Detail umgesetzt.
Ein besonders entscheidender Schritt war die Integration von Affiliate-Links. Bei vielen meiner Anleitungen verwendete ich Materialien, die ich ohnehin online kaufte – zum Beispiel bestimmte Wachsarten, Farbpigmente oder Werkzeuge. Indem ich über Pinterest direkt zu diesen Produkten verlinkte, konnte ich zusätzlich Provisionen verdienen. Das war für mich der Moment, in dem Pinterest sich tatsächlich als Geldmaschine entpuppte. Ich verdiente nicht mehr nur durch Verkäufe in meinem Shop, sondern auch passiv durch Affiliate-Marketing – ein echtes Aha-Erlebnis.
Der Schlüssel zum Erfolg lag letztlich in der Kombination aus Kreativität und Strategie. Pinterest belohnt langfristiges Denken, kontinuierliche Aktivität und visuell ansprechende Inhalte. Ich versuchte, jede Woche mindestens fünf neue Pins hochzuladen, analysierte regelmäßig meine Statistiken und lernte daraus, was gut funktionierte – und was nicht. Besonders hilfreich war dabei auch das Community-Feature: Ich bekam wertvolles Feedback von anderen Creators, fand Gleichgesinnte und konnte mich inspirieren lassen.
Nach etwa einem halben Jahr stabilisierte sich mein monatliches Einkommen durch Pinterest auf etwa 1.200 bis 1.500€. Und das, obwohl ich nach wie vor in Teilzeit in meinem alten Job arbeitete. Es war nicht über Nacht passiert, aber es war passiert – ich hatte meine Leidenschaft monetarisiert, ohne dabei den Spaß an der Sache zu verlieren. Es gab Tage, an denen ich unendlich viele Pins bastelte, Fotos schoss und an Beschreibungen feilte – aber es fühlte sich nie wie Arbeit an. Es war mein kreatives Ventil, mein kleines Business, das aus meiner Küche heraus gewachsen war.
Natürlich lief nicht alles immer glatt. Es gab Phasen, in denen der Traffic einbrach, Pinterest seinen Algorithmus änderte oder bestimmte Trends plötzlich nicht mehr gefragt waren. Doch ich lernte, damit umzugehen. Ich passte mich an, testete neue Formate wie Idea Pins, experimentierte mit kleinen Video-Tutorials und blieb offen für Neues. Gerade in der Welt von Social Media ist Wandel der Normalzustand – und wer flexibel bleibt, hat die besten Chancen, langfristig erfolgreich zu sein.
Heute, wenn ich durch mein Pinterest-Board scrolle, sehe ich nicht nur hübsche Bilder. Ich sehe kleine Meilensteine, Lernerfahrungen und ein Stück meines Weges. Es ist für mich mehr als nur eine Plattform – es ist ein digitales Tagebuch meiner kreativen Entwicklung und gleichzeitig ein smartes Werkzeug, das mir finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht hat. Ich hätte nie gedacht, dass meine DIY-Pins so viel bewegen könnten. Und doch sitze ich jetzt hier, mit einem Lächeln im Gesicht, einem stabilen monatlichen Einkommen und dem Wissen, dass aus einer einfachen Idee etwas Großes entstehen kann – wenn man nur den Mut hat, es zu versuchen.