Die NS-Außenpolitik der 1930er Jahre hatte offiziell das Ziel der internationalen Gleichberechtigung und der Revision des Versailler Vertrags. Inoffiziell bereitete Hitler jedoch einen Krieg um "Lebensraum im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung" vor. Das NS-Regime erhielt bereits im Juli 1933 eine erste internationale Anerkennung durch ein Konkordat mit dem Vatikan. Hitler feierte eine Serie von außenpolitischen Erfolgen, wie die Wiedereingliederung des Saarlandes, die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Besetzung Österreichs. Die Tschechoslowakei musste auf der "Münchner Konferenz" das überwiegend deutsch besiedelte Sudetenland an Deutschland abtreten.
Die Besetzung der Rest-Tschechei veranlasste England und Frankreich zu einer Garantieerklärung für Polen. Hitler konnte jedoch im August 1939 durch den Hitler-Stalin-Pakt die Gefahr eines Zweifrontenkrieges abwenden. Ein geheimes Zusatzprotokoll sah die Teilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion vor. Der Vierjahresplan zur Selbstversorgung der deutschen Wirtschaft war nur teilweise verwirklicht und die deutsche Industrie war einem längeren Krieg nicht gewachsen.
Der Überfall auf Polen am 1. September 1939 führte zu einem sechsjährigen Weltkrieg, in dem die deutsche Wehrmacht von September 1939 bis Juni 1941 in "Blitzkriegen" zahlreiche Länder überrollte. Nach der Kapitulation Frankreichs erreichte Hitler einen neuen Popularitätsgipfel, scheiterte aber im Herbst 1940 beim Versuch, Großbritannien anzugreifen.
Hitler überfiel die Sowjetunion und eroberte weite Gebiete, scheiterte jedoch im Winter. Deutschland erklärte den USA nach dem Angriff auf Pearl Harbor den Krieg. Millionen von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen mussten in Industrie und Landwirtschaft arbeiten, um den Krieg zu führen. Trotzdem konnte Deutschland den Rüstungswettlauf mit den Alliierten nicht gewinnen.
Die deutsche Kriegsführung unterschied sich im Norden und Westen von der im Osten. Während in West- und Nordeuropa Länder aus militärstrategischen Gründen besetzt wurden, führten die Nationalsozialisten in Osteuropa einen brutalen Rassen- und Lebensraumkrieg. Die Wehrmacht war daran beteiligt, und es gab Befehle, politische Kommissare und Partisanen zu töten und Übergriffe auf Zivilisten zu begehen. In Kriegsgefangenenlagern starben mehr als drei Millionen Rotarmisten.
Der Bombenkrieg, die Niederlage in Stalingrad und die alliierten Offensiven führten zu einer totalen Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Hitler beging Selbstmord und die Wehrmacht kapitulierte am 7./8. Mai 1945 bedingungslos. Japan kapitulierte erst am 2. September.
Der Massenmord an Juden gehörte bis Ende der 1930er-Jahre nicht zum Programm der Nationalsozialisten. Doch die auf Auswanderung gerichteten antisemitischen Maßnahmen führten zur Armut vieler Juden. Seit Kriegsbeginn stellte sich für das NS-Regime das Problem, dass Millionen europäischer Juden in seinen Herrschaftsbereich gerieten. Dies veranlasste das RSHA und den Leiter des "Judenreferats" zu Planungen für eine "Lösung der Judenfrage". Es lassen sich drei Entwicklungsstufen unterscheiden: Die "Einsatzgruppen" begingen ab September 1939 in Polen Massenmorde an Juden und Intellektuellen. Ab Sommer 1940 drängten die Unterbringungs-, Bewachungs- und Versorgungsprobleme in den Ghettos und Lagern auf eine Lösung. Bürokraten im RSHA sowie SS-Führer suchten nach effektiven Mordtechniken, die das Tötungspersonal weniger belasteten. Dabei knüpften sie an Erfahrungen mit stationären Gaskammern und mobilen Gaswagen an.
Im Frühjahr 1941 begannen Vorbereitungen für den Umgang mit Juden in der Sowjetunion. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion begannen Einsatzgruppen mit der Massenerschießung von Juden. Im Sommer und Herbst 1941 wurde die physische Vernichtung aller Juden im deutschen Herrschaftsbereich beschlossen, und im Januar 1942 wurde bei der Wannsee-Konferenz die organisatorische Planung für die Deportationen und Vernichtung der Juden beschlossen.
Auschwitz war das Symbol für den bürokratisch geplanten und industriell durchgeführten Judenmord im Zweiten Weltkrieg. Das Vernichtungslager bestand aus drei Lagern, darunter das Todeslager Auschwitz II (Birkenau), in dem zwischen 1 und 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden. Neuankömmlinge wurden an der Rampe selektiert und entweder sofort in die Gaskammern geschickt oder zur Zwangsarbeit eingesetzt. Jüdische Sonderkommandos mussten die Toten herausholen und die Gaskammern reinigen. Die Ermordung von mehr als 5 Millionen Juden und bis zu 500.000 Sinti und Roma wurde durch eine rassistische Ideologie begründet.
Es wird geschätzt, dass 200.000 bis 500.000 Personen mittelbar oder unmittelbar an der Organisation der "Endlösung" beteiligt waren. Neben zahlreichen Behörden und Betrieben waren etwa 3.000 Männer der mobilen Einsatzgruppen und bis zu 40.000 freiwillige SS-Wachmannschaften in den Vernichtungslagern am Töten beteiligt. Die meisten Täter waren relativ jung und gut ausgebildet, und die meisten waren Karrieristen der Gestapo, Kripo oder SD. Ein bekanntes Beispiel für Täter ist das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101, bei dem fast alle Mitglieder aufgrund des Gruppendrucks an der Ermordung von Juden beteiligt waren. Dies wirft die Frage auf, ob dies ein universelles Phänomen unter autoritären Bedingungen ist.
Deutsche während des Holocausts standen gleichgültig gegenüber der schrittweisen Entrechtung und Deportation von Juden waren und sogar von der Enteignung jüdischer Geschäfte und Wohnungen profitierten. Obwohl die Vernichtungslager im Osten eingerichtet wurden, wussten viele Deutsche zumindest teilweise über die tatsächlichen Geschehnisse Bescheid. Jedoch waren nach Kriegsende nur wenige bereit, ihr Wissen zuzugeben.
-Quellen-
Bilder:
Bild 1: DW News (13.03.2013) https://www.dw.com/de/österreichs-rolle-in-der-ns-zeit/a-16662912 (28.02.23)
Bild 2: Bundeszentrale für politische Bildung (30.08.2013) https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/168072/1-september-1939-beginn-des-zweiten-weltkriegs/ (28.02.23)
Bild 3: Lebendiges Museum Online (19.05.2015) https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/westoffensive-1940.html (28.02.23)
Bild 4: History Chanel (06.12.22) https://www.history.com/topics/world-war-ii/pearl-harbor (28.02.23)
Bild 5: Lebendiges Museum Online (19.05.2015) https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/ostfront.html (28.02.23)
Bild 6: SZ Nachrichten (09.05.2020) https://www.sueddeutsche.de/politik/zweiter-weltkrieg-kriegsende-hitler-1945-1.4889944 (28.02.23)
Bild 7: Wikipedia (10.02.23) https://en.wikipedia.org/wiki/Gas_van (28.02.23)
Bild 8: Bundeszentrale für politische Bildung (30.04.2015) https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/der-zweite-weltkrieg/199409/krieg-und-holocaust/ (28.02.23)
Bild 9: gettyimages (27.01.1945) https://www.gettyimages.de/detail/nachrichtenfoto/group-of-child-survivors-behind-a-barbed-wire-fence-at-nachrichtenfoto/89277106?adppopup=true (28.02.23)
Bild 10: MOPO (06.02.2020) https://www.mopo.de/hamburg/hamburger-polizei-bataillon-101-ns-diktatur-das-fotoalbum-der-massenmoerder-33816014/ (28.02.23)
Bild 11: Bundeszentrale für politische Bildung (2023) https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320675/konzentrationslager-kz/ (28.02.23)
Textliche Informationen:
Bage, Claudia: Anstöße Gesellschaftslehre mit Geschichte, Stuttgart 2012, S.312-319.