Wir pflanzen heute in den Städten Granatapfel, Orangenblüte, Feigenbaum und Wollmispel, säen Blumengärten zwischen wilden Zistrosen, Maulbeerbäumen, Mönchspfeffer und Weiden. Ein fortlaufender Prozess, aber auch ein kreatives Experiment findet statt. Ja, wir müssen uns mit der Vegetation der südlichen Länder befassen, um einen nachhaltigen Umgang mit der Klimaerwärmung zu finden. Heimische Vogelbeere und Kornelkirsche können im Schatten der Häuser noch wachsen, aber an Südfassaden und in den schmalen Vorgärten zwischen Haus und Straße fühlen sich Steineiche, Olive, Oleander und Rosmarin richtig wohl. Das Taubenschwänzchen, ein Kolibri-ähnlicher Schmetterling, ist mit eingewandert und holt sich den Nektar an Abelie und Erdbeerbaum.
Man kann einen Garten überall nachhaltig und mit kleinem ökologischen Rucksack bauen. Aber wie kann die Entwicklung und Pflege einer Grünanlage sorgfältig, ressourcenschonend, ja sogar liebevoll sein? Üppige grüne und blühende Gärten für Menschen, Pflanzen, Insekten und Vögel? Hier in der Stadt ist der Klimawandel schon seit langem spürbar, Pflanzungen müssen angepasst werden. Ich habe mich in den letzten 10 Jahren intensiv damit befasst, Verantwortung für grosse Projekte übernommen und subtile Pflegemethoden entwickelt. Erstaunlich ist, wie ökonomisch interessant das ist.
Das ist keine neue Erkenntnis: In der Stadt gibt es mittlerweile mehr Artenvielfalt als auf dem Land, denn durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten 50-60 Jahren wurde dort einen großer Teil des Biodiversität fördernden Strukturreichtums vernichtet. Auch wegen den klimatischen Herausforderungen wie z.B. Hitzeinseln, wo sich Asphalt und Beton den ganzen Tag aufheizen und dem größeren Engagement der Bewohner -Stichwort Urban Gardening- findet man neue Landschaftsbilder in der Stadt: Stadtlandschaften, wie es Dieter Kienast formulierte.
Stadtgarten aus der Sicht einer Hummel.....