06.04.2008 - Challenge Wanted
Um die Motivation zu dieser Band zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Anfang der 90er erwarb ich meinen ersten KORG-Synthesizer, eine so genannte "Workstation", in deren Sequenzer man komplette Arrangements programmieren konnte. Das war neu und hat mich fasziniert. Schon damals fand ich die Musik der Chick Corea Electric Band klasse. Im Sequenzer erstellte ich von vielen Stücken Playbacks, über die ich die Keyboardparts spielen konnte. Die Musik ist sehr komplex und virtuos gespielt. Ich musste nicht nur viel üben, auch die Programmierung war verdammt aufwendig! Alleine am Schlagzeugpart von Dave Weckl hab ich oft unzählige Stunden gesessen, denn der Kerl spielt ja keinen Takt zweimal gleich...
Beim Raushören und Programmieren hab ich viel gelernt und als die Nummern dann liefen, machte es riesigen Spaß, sie zu spielen. Jetzt, fast 20 Jahre später, besinne ich mich wieder auf diese "Wurzeln". Mitte der 90er Jahre gründete Dave Weckl seine eigene Gruppe. Diese "Dave Weckl Band" hat mich vom ersten Album an umgehauen! Die gleiche Virtuosität wie bei der Electric Band, aber dieses Mal auch noch "voll auf die 12!" wie man so sagt. DAS müsste man mal live spielen...
Die Umsetzung eines solchen Projektes verlangt viel Idealismus. Auch wenn man selbst diesen Idealismus aus Begeisterung für diese Musik aufbringt: man muss außerdem Leute finden, die ihn teilen und bereit sind viel Arbeit zu investieren. Zudem ist diese Musik so schwierig, dass nur echte Könner in der Lage sind, sie zu spielen. Das sind jedoch in aller Regel Profis, die vom Musik machen leben und es sich meist nicht leisten können, ihre Zeit in ein solch probenaufwändiges Projekt zu investieren. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich im Laufe der Jahre mit sehr guten Musikern spielen durfte, die nun bereit sind mitzuwirken. Da die Band meine Idee war, hab ich mir zunächst die Arbeit gemacht, detaillierte Noten zu schreiben, denn diese Stücke spielt keiner vom Blatt. Das müssen auch Profis vorher üben.
Dave Weckl ist ein absoluter Ausnahme-Schlagzeuger. Deshalb war Marcel der erste, den ich fragte. Als er hörte, welche Stücke anstanden und wer ihm seine Vorlage gab, sagte er sofort zu. Der nächste auf meiner Liste war Roland Büttgen, Gitarrist der Bundeswehr-Bigband. Auch er sagte spontan zu, aber aufgrund der vielen Auftritte mit der Bigband gestaltete sich die Terminfindung problematisch und so empfahl er mir Martin Schulte. Mit George Tjong-Ayong und Fritz Roppel hatte ich schon in der "Groove Connection" gespielt. Es war George, der mich 2007 fragte, ob ich mal wieder "was eigenes" am Start hätte. Damals musste ich das verneinen, aber als ich ihn nun fragte, ob er mitspielt, konnte er natürlich nicht ablehnen ;-). Gute Bassisten sind ziemlich rar. Mit Fritz, Ex-Bassdozent der Musikhochschule Köln, ist die Truppe auch dort erstklassig besetzt. Ich bin sehr gespannt auf die erste Probe!