2020 - Bier brauen, ein neues Hobby
19.04.2020 - Spätestens seit der Bottlecap-Wall dürfte bekannt sein, dass ich Bier mag. Das tun ja viele und bis vor vier Jahren war es mir eigentlich auch relativ egal, welches Bier da vor mir stand, solange es halbwegs schmeckte. Dabei handelte es sich in den allermeisten Fällen um Industriebiere und die üblichen heimischen Sorten wie Kölsch, Pils, oder Export. Manchmal im Biergarten noch ein Weizen, aber das war es dann auch schon. Aber irgendwann Anfang Mai 2016 änderte sich das grundlegend mit einem Besuch in der neuen Bierabteilung des örtlichen "Trinkgut".
Ich weiß bis heute nicht was mich da geritten hat, aber irgendwie war ich wohl neugierig, wollte mal was Neues ausprobieren und habe eine Flasche Maisel & Friends Marc's Chocolate Bock für 4,99 € eingepackt. Für diesen Betrag hatte ich bislang immer eine ganze Kiste Oscar Maxxum Export mitgenommen. Wäre dieses 4,99 € Bier "normal" gewesen, hätte ich es vermutlich dabei belassen. Aber schon beim ersten Schluck merkte ich, dass DAS mit Bier wie es bisher kannte nur entfernt etwas zu tun hatte. Da waren jede Menge Aromen im Spiel, die ich bei Bier bis dato nicht kannte.
Man kann also sagen, dass mich dieses Bier angefixt hat noch mehr mir unbekannte Sorten zu probieren. Und was es da nicht alles zu entdecken gab: nie hätte ich gedacht, dass es so viele verschiedene Bierstile gibt! Vieles davon probierte ich zum ersten Mal und war immer wieder überrascht, wie groß die geschmackliche Bandbreite war: Altbier, Amber Ale, Barley Wine, Belgian Strong Ale, Berliner Weisse, Bitter, Black Ale, Blonde, Bockbier, Brown Ale, Dubbel, Gose, India Pale Ale, Lambic, Porter, Quadrupel, Rauchbier, Red Ale, Saison, Stout, Tripel, Witbier... und das ist nur ein kleiner Auszug!
Ich machte mir also einen Spaß daraus, immer neue Stile und Sorten zu finden und diese für mich zu bewerten. Natürlich ohne jegliche Ahnung, wie man so etwas "richtig" macht, sondern nur auf einer Skala von 1 bis 10. Wie beschreibt man eigentlich den Geschmack eines Bieres? Eine gute Übung war das Lesen solcher Beschreibungen auf Biertestseiten im Internet während der Verkostung um nachzuempfinden, was der Autor geschmeckt und wie er es beschrieben hat. Vieles konnte man dann tatsächlich nachvollziehen. So waren bald die Kategorien "malzig" und "hopfig" klar, später auch Begriffe wie Antrunk, Rezenz und Abgang und auf einmal schmeckt man nicht nur die Banane beim Weizen, sondern auch viele andere Nuancen z.B. Ananas, Litschi, Koriander, Kaffee und sogar Eisbonbons... Mit jeden neuen Bier lernt man dazu und der Geschmacksinn wird geschult.
2019 legte meine Liebste mir dann ein originelles Geschenk unter den Weihnachtsbaum: eine Braubox von Besserbrauer. Darin war alles enthalten, um ca. vier Liter "Pale Ale" selbst zu brauen: ein Paket Malz, Hopfenpellets, Hefe, ein Thermometer, eine Gärflasche mit Gärspund, ein Bierheber, Reinigungsmittel und eine Brauanleitung. Ich gebe zu, dass dieses Brau-Set erst mal vier Monate im Regal lag, bevor ich mich rantraute. Kochen war noch nie mein Ding und ich war mir nicht sicher, ob es sich beim Brauen nicht genauso verhalten würde. Was dabei wohl rauskommt...?