2017 - "Vize"-Meister im Schwergewicht
20.12.2017 - Seit über 20 Jahren fahre ich nun Kart. Das ein oder andere Rennen habe ich dieser Zeit auch gewonnen, allerdings hatte ich dabei immer ein entscheidendes Handicap: ein Gewicht von satten 100 kg inkl. Ausrüstung. Die meisten meiner Kontrahenten brachten in alle den Jahren locker 20 kg weniger auf die Waage.
Wer sich denkt „Was sind schon 20 kg?“ sollte sich fragen, warum man in der Formel 1 bei über 900 PS Leistung um jedes Gramm kämpft! Schwerer macht langsamer, und zwar überall: beim Beschleunigen, beim Bremsen, in den Kurven. Und 20 kg bei 9 PS sind mehr als eine Welt.
Vor einiger Zeit wollte ich es mal genau wissen und bin im MS Kartcenter in Kerpen in einem Kart ein paar Runden gefahren. Anschließend habe ich mir in genau dieses Kart 10 kg Zusatzgewicht eingeladen und war pro Runde 0,3 Sekunden langsamer. Im anschließenden Turn (natürlich wieder im gleichen Kart) war ich ohne dieses Gewicht wieder exakt 0,3 Sekunden schneller.
10 kg mehr machen also 0,3 Sekunden langsamer. Das macht bei 20 kg also 0,6 Sekunden. Pro Runde. Klingt nicht viel? Nun, nach einem halbstündigen 40-Runden-Rennen beträgt der Zeitverlust allein aufgrund dieses höheren Gewichtes satte 24 Sekunden, in Kerpen also eine halbe Runde! Das kann man auch durch allen fahrerischen Einsatz nicht wieder reinholen.
2017 hatte ich die Gelegenheit, ein paar Rennen in einer Meisterschaft mitzufahren, wo das Mindestgewicht auf 100kg festgelegt war. Und, oh Wunder: 4 von 5 Rennen konnte ich gewinnen. Dass es trotzdem nur zum „Vize“-Meister gereicht hat liegt daran, dass ich nur die Hälfte der Rennen mitgefahren bin... ;-)