Das Wort Adblocker setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Ad ist die englische Abkürzung für advertising (Werbung) und block meint das Blockieren.. Ein Adblocker ist also ein Programm, das Werbung blockiert, bevor diese angezeigt wird. Die meisten Werbeblocker können als Browsererweiterungen oder Add-Ons installiert werden und laufen in der Regel unauffällig im Hintergrund.
Das erste Tool, welches Werbung gezielt aus Medien entfernen konnte, war die "Fernsehfee", ein Programm, das Werbung live aus Videoaufzeichnungen entfernen konnte. Es folgte ein langer Rechtsstreit mit dem Verband der privaten TV- und Radiosender, den die Fernsehfee 2004 für sich entschieden hat. Der erste Werbeblocker für das Internet erschien 1998 und hieß Webwasher. Das war ein Programm, das als Proxy-Server fungierte und so den kompletten Internetverkehr analysieren und unerwünschte Werbung herausfiltern konnte. Hierfür existierten allerdings keinerlei Standards oder Richtlinien, nach welchen Kriterien die Werbung herausgefiltert wird.
Adblock Plus ermöglichte 2006 erstmals das abonnieren von vorgefertigten Filterlisten und das Hinzufügen von Ausnahmen. Dennoch versuchen Werbetreibende immer wieder, die Nutzung von Adblockern gesetzlich verbieten zu lassen, jedoch bisher ohne Erfolg. Sämtliche Klagen von Verlagen und Werbetreibenden wie Axel Springer SE, Handelsblatt, IP Deutschland, Pro Sieben Sat 1 Media, RTL, Spiegel-Verlag und der Süddeutschen Zeitung wurden vor Gericht abgewiesen.
Diese Tatsache resultierte in einem "digitalen Wettrüsten" zwischen Webseiten und Adblockern um das gegenseitige Aushebeln zum Anzeigen, bzw. Verbergen der Werbung.
Endfilter-Verfahren (z.B. AdBlock, AdblockPlus, uBlock) blockierung über Ausdrücke in der URL. Der Adblocker schneidet anhand von Blacklists alles aus dem Datenstrom, den dein Browser von einem Webserver zurückbekommt, heraus, was für ihn nach Werbung aussieht. Ein Beispiel für so eine Liste ist z.B. die EasyList. Einen Überblick über verschiedene Filterlisten findest du auf diesen Seiten: EasyList oder Adblockplus
Vorfilter-Verfahren (z.B. über eine Firewall oder einen Proxy-Server) blockieren über IP-Adressen. Hier werden die Webserver, auf denen die Werbung liegt, blockiert.
Deaktivierungsverfahren (z.B. über die Nutzung von NoScript, eines reinen Textbrowsers oder deaktivieren von JavaScript) Bei diesem Verfahren wird schon der Aufruf der Werbung aus der Anfrage an den Webserver entfernt.
Bei allen Verfahren gibt es die Möglichkeit, Ausnahmen hinzuzufügen, z.B. über Whitelists einzelner Websites oder auch ausgewählten Youtube-Kanälen das Anzeigen von Werbung zu gestatten.
mehr über die Funktionsweise erfährst du hier
Um den Nutzern von Internetseiten immer effektivere Werbung zu präsentieren, hat es sich durchgesetzt, dass Werbefirmen personenbezogene Daten der Internetnutzer möglichst genau ausforschen. Dies geschieht z.B. über Tracking-Cookies, Zählpixeln, Auswertung des Internetverhaltens und Verknüpfung der aufgerufenen Seiten mit an anderen Stellen gesammelten Daten mittels Big Data. Aus der Strukturierung dieser zunächst ungeordneten Daten lassen sich allerlei Rückschlüsse über die Persönlichkeit eines einzelnen Nutzers ableiten, die einen starken Eingriff in die Privatsphäre bedeuten, wie z.B. politische Gesinnung, psychologische Merkmale, sexuelle Vorlieben, soziale Kontakte, Bewegungsprofile oder andere Dinge, die wir einem freundlich wirkenden Marktforscher auf der Straße eher nicht erzählen würden.
Adblocker (und insbesondere solche mit eingebautem Tracking-Schutz) erschweren es diesen Unternehmen, all diese Daten über dich zu sammeln.
siehe hierzu im Praxis-Pool den Punkt Lightbeam
Wie könnte Werbung aussehen, die nicht geblockt werden muss?
Diese Frage haben sich auch Werbetreibende, Forscher, private Internetnutzer und Verbraucherschützer gestellt und eine Reihe von Standards entwickelt, die als acceptable ads, also akzeptierbare Werbung von einigen Adblockern durchgelassen werden.
Dazu gehört zum Beispiel eine unaufdringliche Positionierung und Größe der Werbebanner, und die klare Kennzeichnung als Werbung.
Die Implementierung des 2009 erschienenen Do-Not-Track-Standards zählt allerdings nicht dazu.