Sowas gehört eben auch dazu...
Beginn des Buches
Auch dieser Band beginnt mit einen Rückblick in die Zeit, in der Carag noch als Puma lebte. Er macht sich direkt durch ein Missverständnis bei den Menschen unbeliebt, weil alle denken, dass er ein Smartphone, ein für ihn völlig fremden Gegenstand, klauen möchte. Das war alles ziemlich genial geschrieben, es ging direkt mit dem guten Schreibstil des zweiten Bandes weiter. Und ich habe ja bereits geschrieben, dass ich die Idee mit diesen Rückblicksszenen richtig genial finde. Das Woodwalkers-Feeling schlug direkt wieder zu.
Einstieg in die Geschichte
Die eigentliche Story beginnt dann mit einer Lernexpedition. Auch ein Konzept, dass ich bereits gelobt habe. Es geht zu einer Bank, wo Carag, Nell und Jeffrey, der zu Carags Missfallen auch in seiner Gruppe gelandet ist, einen nächtlichen Einbruch vermuten. Der erste von einer anschließend langen Diebstahlserie, die sich durch den ganzen Band hinwegzieht. Und die Art, wie die Einbrüche begannen wurden, sowie die sichergestellten Spuren, deuten darauf hin, dass Woodwalker etwas damit zu tun haben könnten.
Schreibstil
Nachdem der Einstieg wie gesagt noch einen sehr guten Schreibstil hatte, lässt er im den Rest des Buches über leider extrem nach. Er ist nicht wirklich schlecht, aber bei weitem nicht so gut wie bei den ersten beiden Bänden.
Charaktere
Hier kann ich vor allem zu einer neuen Person etwas schreiben: Julian Goodfellow, der in den späteren Bänden noch maßgeblich wichtig ist. In diesem Band ist er jedoch zunächst ein ganz normaler Lehrer - aber entpuppt sich am Ende des Buches zu vielmehr. Da auch die letzten Charaktereinführungen in den ersten beiden Bänden sehr gut gelungen sind, tippe ich hier auf ein Talent von Katja Brandis, sich Personen auszudenken. Auch die Rolle von Miro, der ja auch ein relativ neuer Charakter ist, wird extrem gut ausgebaut.
Was jedoch schade ist: Von den anderen bereits bekannten Charakteren führt niemand eine wirklich krasse Entwicklung durch. Ausnahme ist natürlich Tikaani, deren plötzlicher Sinneswandel im zweiten Band wirklich meisterhaft war, und sich hier einfach nicht zwischen dem Wolfsrudel und den goldenen Trio (Carag, Holly und Brandon), entscheiden kann. Aber sonst bleibt eigentlich alles beim Alten, was ich sehr schade finde.
Finale und Abschluss der Geschichte
Wie der Anfang ist auch das Ende dieses Buches sehr gut gelungen. Es hat nicht direkt ein erkennbares Finale - Man denkt an einer Szene, dies wäre das spektakuläre Finale, das eigentliche folgt aber erst einige Seiten darauf - und ist eine grandiose Anspielung auf den Beginn des Buches. Der Kampf ist besonders spektakulär, weil Carag innerlich Verständnis zu seinem Antagonisten aufbaut. Ein Phänomen, welches normalerweise nicht besonders häufig auftritt, bei Woodwalkers jedoch noch häufiger von großer Bedeutung sein wird.
Doch hier muss man zwischen dem spannenden Finale und den eigentlichen Abschluss der Geschichte ein bisschen trennen. Denn nach dem Kampf kommen noch recht viele weitere Szenen, die alles ausklingen lassen. Eine Szene, die endgültig klärt, dass Miro an der Clearwater High bleiben darf. Ein Ausflug von Carag zu seiner Familie. Und eine Strafe für Jeffrey, auf die alle gewartet haben.
Storyline
Was soll ich sagen - der Anfang und das Ende des Buches sind toll. Was dazwischen kommt zwar auch, aber meiner Meinung nach nicht auf dem Niveau der anderen Bände. Es gab sehr schöne Stellen, und die zwei Handlungsstränge "Hollys Adoptionsproblem" und "Die Einbruchsserie" sind sehr gut miteinander verbunden. Zwei so verschiedene Handlungsstränge passend zu vereinen hat schon manch anderes Buch schlechter hingekriegt, was jedoch nicht heißt, dass dieses Buch deswegen automatisch gut ist. Manche Stellen waren leider ziemlich langweilig zu lesen, einfach, weil man den Eindruck hatte, es würde nichts neues passieren.
Es wäre aber auch auf keinen Fall gut gewesen, wäre dieses Buch weggelassen und das Geschehene innerhalb der anderen Bände verteilt worden. Ich verstehe die Entscheidung durchaus, ein eigenes Buch hierfür herauszubringen. Die Menge an Story hier steht auf einer extrem ungünstigen Mittelstufe - ein bisschen zu wenig für einen eigenen Band, aber deutlich zuviel für keinen eigenen Band.
Abschließende Bewertung
Somit bewerte ich dieses Buch mit insgesamt 73 / 100 Punkten. Es ist ganz nett zu lesen, aber leider wie gesagt nicht besonders gut in Vergleich zu den anderen Woodwalkers-Büchern.