Geniale Umsetzung einer genialen Idee
Beginn des Buches
Der Beginn dieses Buches ist ja nicht nur ein "Beginn des Buches", sondern auch ein Beginn der ganze Reihe. Eine der besten Fantasy-Reihen, die es gibt, und da kann ein Einstieg auch mal schieflauen (siehe "Der Herr der Ringe" ). Doch das ist in diesem Buch zum Glück nicht so. Man wird als Leser direkt ins Geschehen geholt, erfährt, was Woodwalkers sind und die Hauptfigur Carag wird einem auf Anhieb sympathisch.
Einstieg in die Geschichte
Dies ist schwer zu beantworten, da das ganze Buch eher wie ein einstieg in die Geschichte wirkt. Es lässt sich schwer einen Punkt in diesem Buch bestimmen, ab dem es richtig mit der Story losgeht. Trotzdem kommt man gut in die Geschichte hinein. Man bemerkt recht schnell, wer der Bösewicht der Reihe sein soll, was dann am Ende sozusagen "offiziell bestätigt" wird. Was aber besonders cool ist: Im Gegensatz zu anderen Fantasy-Reihen, die mich begeistern (z. B. Harry Potter oder Animox) lernt hier nicht der Protagonist schrittweise die Fantasy-Welt kennen und entfernt sich immer mehr von der normalen Menschenwelt, sondern umgekehrt. Carag, der in seiner Puma-Gestalt in den Bergen aufgewachsen ist, ist völlig fasziniert von den Menschen und beschließt, als einer von ihnen zu leben. Wie oft haben wir uns, als wir jünger waren, oder auch teilweise noch heute, vorgestellt, wir wären irgendein interessantes Tier in der Wildnis mit besonderen Fähigkeiten und Lebensbedingungen, anstatt nur ein gewöhnlicher Mensch? Ich finde den Gedanken richtig cool, das Tiere genauso, nur über uns Menschen denken!
Doch nicht jeder ist von den Menschen so angetan wie Carag. Sein späterer Rivale hat einen bösen Plan mit ihnen und gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit...
Schreibstil
Ich würde nicht sagen, dass es der beste Schreibstil ist, den ich jemals gelesen habe, aber definitiv ein guter. Besonders die Beschreibungen von Carag in Tiergestalt gefallen mir sehr gut.
Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie wenig mir beim Lesen langweilig geworden ist. Normalerweise bin ich nicht der Typ, der besonders lang am Stück liest, sondern eher kürzer und etappenweise. Aber dieses Buch hat es irgendwie hingekriegt, dass ich theoretisch alles an einem Tag hätte durchlesen können. Ein sehr schöner Effet, der leider bei den späteren Woodwalkers-Büchern verloren ging (zumindest für mich).
Außerdem strahlt auch dieses Buch ein gewisses Feeling aus, welches man sofort beim Lesen verspürt. Es ist nicht ganz so stark wie das Harry-Potter-Feeling, aber definitiv auch extrem toll. Ich verbinde dieses Gefühl viel mit Natur, was ja auch eines der Fundamente dieser Reihe ist.
Charaktere
Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und in jeden ihrer Eigenschaften zu erkennen. Es dauert ein bisschen, bis man seinen Lieblingscharakter entdeckt, da jeden auftretende Person Eigenschaften hat, die man sehr in sich selbst wiedererkennt aber auch welche, die man nicht nachvollziehen kann. Ich dachte sehr lang, Carag sei mein Lieblingscharakter, bis ich herausfand, dass er kein Wasser mag und gerne kämpft. Was jedoch auch umgekehrt heißt, dass jede Person Eigenschaften hat, die man mag.
Die einzige negative Ausnahme ist Jeffrey mit seien Wolfsrudel. Er hat in diesem Buch noch keine besondere Bedeutung, sondern wirkte für mich wie ein dahingeklatschter Bad-Guy, der keinen anderen Sinn für die Story hat, als Carag das Leben schwer zu machen. Zusätzlich ist er dumm wie ein Toastbrot. Kurze Vorwegnahme für die nächsten Rezensionen: Zum Glück hat er in den nächsten Teilen eine Charakterentwicklung, sonst wäre es echt schade gewesen.
Finale und Abschluss der Geschichte
Wie gesagt passiert in diesem Buch noch nicht viel, sondern wird vor allem als Einstieg genutzt. Am Ende gibt es dann doch eine kurze Hetzjagd, die wirkte für mich aber eher gezwungen, um der Geschichte einen abgerundeten Abschluss zu geben. Dieses Kapitel war nice to have, aber nicht zwingend notwendig.
Was wirklich cool war, war das Telefonat mit Andrew Milling am Ende. Hier hat man als Leser den Eindruck: "Die Einführung in die Welt ist jetzt zu Ende, ab jetzt geht es richtig los."
Storyline
Dafür, dass die Story an sich relativ kurz war (zum 3. Mal geschrieben), hatte es einen echt guten Spannungsbogen. Wobei Spannungsbogen hier vielleicht das falsche Wort ist, aber man merkt, wie gut die Story aufgeteilt ist. Man kann sich vorstellen, das ganze Buch wäre ein Puzzle, wo die einzigen Teile so zusammengesetzt werden müssen, dass sie eine gute Gesamtstory ergeben. Und das wurde nicht nur in diesem Buch, sondern fast in der ganzen Buchreihe, perfekt eingehalten. Aber ich greife schon wieder vor.
Abschließende Bewertung
Somit erhält "Woodwalkers 1 - Carags Verwandlung" eine abschließende Bewertung von 86 / 100 Punkten. Klare Kaufempfehlung! Wenn ihr das Buch kennt würde mich eure Meinung interessieren - schreibt sie gerne unten in die Kommentare!