Der fantastische Höhepunkt der Woodwalkers-Reihe!
Beginn des Buches
Für den Einstig hat sich die Autorin Katja Brandis etwas ganz spezielles ausgedacht, was ich genial finde. Es gibt einen Rückblick auf Carags früheres Leben als Puma, und wie er damals heimlich eine Silvesterfeier der Menschen beobachtet hat. Anschließend switchen wir zurück in die Gegenwart, wo Carag auf einer Silvesterfeier mit der Schule ist, und sich deshalb an das eben erwähnte Ereignis erinnert (das war auf keinen Fall verständlich erklärt, oder? Egal). Das tolle dabei ist, dass die coole Idee aus dem ersten Teil, die Tiere würden uns Menschen genauso interessant finden wie wir sie, wieder aufgegriffen wird.
Einstieg in die Geschichte
In diesem Band wurden einige neue, grundlegende Elemente ins Spiel gebracht. Hierbei am wichtigsten zu erwähnen sind auf jeden Fall die Lernexpeditionen, die ab jetzt in Kleingruppen unternommen werden dürfen. Dabei handelt es sich entweder um reine Übungen (einen Zettel mit der Aufschrift "jaul" in Tiergestalt an das schwarze Brett des örtlichen Sportvereins hängen) oder auch um tatsächlich notwendige Dinge, wie das Besorgen von Medikamenten oder das ausspionieren eines Woodwalkers, der nicht weiß, dass er einer ist. Ja, auch für solche Aufgaben werden unter 16-Jährige Schüler abkommandiert. Ich finde das Konzept irgendwie cool, fragt nicht wieso.
Auf diese Weise bekommt man den Übergang, ab wann es mit der Geschichte richtig losgeht, gar nicht wirklich mit. So geht, ehe man sich versieht, die erste Hälfte des Buches zuende und als Leser ist man plötzlich mitten in der Geschichte drinnen.
Schreibstil
Hier kann ich eigentlich nicht viel sagen, außer "Wie in Teil 1, nur noch besser". Tatsächlich ist dieses Buch, das einzige, das ich kenne, wo die sogenannte Ich-Perspektive wirklich gut passt. Solche Fantasy-Bücher wie dieses würde man wahrscheinlich normalerweise aus der Sicht eines allwissenden Erzählers schreiben. Daher war es schon im 1. Teil von Woodwalkers eine ganz andere Erfahrung für mich, alle Emotionen und Eindrücke anderer Personen aus der Sicht des Protagonisten mitzuerleben. Und jetzt im 2. Teil hat Katja Brandis dem wenigen, was noch auszufeilen war, einen endgültigen Feinschliff verpasst. Es könnte ein Film sein, so genau fühlt man sich in Carags Rolle hineinversetzt.
Charaktere
Ich kann meine positiven Worte, die ich zum Schreibstil geschrieben habe, nur ergänzen. Der gute Schreibstil hat nicht nur eine äußerst angenehme Wirkung beim Lesen, sondern sorgt auch dafür, dass man jeden Charakter, auch die Bösen, in seiner eigenen Art versteht.
Außerdem wurden alle bereits aus Teil 1 bekannten Personen, die wieder aufgegriffen wurden, extrem gut getroffen. Man merkt eine krasse Weiterentwicklung, insbesondere auf der bösen Seite.
Die mit Abstand am Besten rübergebrachte Person ist jedoch Tikaani. Im ersten Teil noch eine unwichtige Nebenfigur und Mitläuferin von Jeffrey, jetzt eine extrem geheimnisvolle Person, von der man nicht weiß auf welcher Seite sie ist, aber definitiv das Interesse des Lesers geweckt hat. Und zukünftig... Ich will nicht Spoilern, aber was in den kommenden Teilen aus ihr wird, ist genial.
Finale und Abschluss der Geschichte
Im Gegensatz zum ersten Teil hat dieser Band ein erkennbares Finale, das sich in einem epischen Duell auszeichnet. Es ist schwer, dies genauer zu beschreiben, ohne zu Spoilern. Es ist aber auf jeden Fall eine gelungene Actionszene, wo alles positive, was ich in dieser Rezension bisher genannt habe, zusammengesetzt wird. Am Ende wird es allerdings wieder lockerer. Man wird ohne Cliffhanger aus der Geschichte entlassen. Es geht manchmal schief, alles auf Zwang aufzuklären, aber in diesem Buch wirkt wirklich alles gut überlegt und abgerundet.
Storyline
Wie schnell die erste Hälfte herumgeht, habe ich ja schon bei "Einstig in die Geschichte" grob erzählt. Aber die zweite Hälfte ist dann ganz anders aufgebaut. Hier ist es genau im Gegenteil: es passieren nicht hin und wieder interessante Dinge, sondern eine große Sache zieht sich durch den ganzen Rest des Buches, jedoch ohne langweilig zu werden. Die Spannung bleibt von etwa 3/4 des Buches bis zum Ende auf absoluten Maximallevel und klingt, wie eben erwähnt, am Ende entspannt aus. ein besseren Aufbau könnte diese Geschichte wirklich nicht haben.
Abschließende Bewertung
Mit satten 94 / 100 Punkten ist "Woodwalkers 2 - Gefährliche Freundschaft" nicht nur das beste Woodwalkers-Buch, sondern auch allgemein eines der besten Bücher, die ich kenne. Aber wie seht ihr das?