Der Anfang einer dreiteiligen Buch- und vierteiligen Filmreihe!
Beginn des Buches
Bevor es mit der Geschichte losgeht, erhalten wir zunächst einige allgemeine Informationen über das Universum dieser Buchreihe: Über die Vorstellung der Hauptfiguren, Panem, die 12 Distrikte und die Hungerspiele. Diese kamen mir persönlich nicht besonders langatmig vor. Bereits am Ende des ersten Kapitels kommt der erste Plottwist, der die eigentliche Geschichte einleitet (die Ziehung von Prims Namen). Es wurde also nicht lange um den heißen Brei herumgeredet, was ich dem Buch definitiv als Pluspunkt anrechne.
Einstieg in die Geschichte
Nach Ende des ersten Kapitels dauert es doch noch relativ lang, bis die Spiele tatsächlich losgehen, und die Vorbereitung im Kapitol nimmt einen größeren Teil als erwartet ein. Das liegt vor allem daran, dass das Buch neben der Kapitelunterteilung noch ein weiteres Konzept der Aufteilung der Geschichte hat: Die drei sogenannten Teile, die aus mehreren Kapiteln bestehen. Und die Spiele gehen nun einmal erst in Teil 2 los. Trotzdem habe ich in Teil 1 (zumindest meistens) nicht die Lust am Buch verloren. Das er mir gefallen hat, wäre zu viel des Guten, aber es war auf jeden Fall ein erträglicher Einstieg.
Schreibstil
Ich habe lange überlegt, wie ich den Schreibstil in diesem Buch bewerten soll. Für ein Buch aus der Ich-Perspektive, die mit Abstand die beste Möglichkeit bietet, Emotionen, Gedanken und Sichtweisen auszuformulieren, fällt der Schreibstil in diesem Buch eigentlich zu kurz aus. Andererseits weiß ich nicht, ob ich eventuell die Lust am Buch verloren hätte, wenn der Schreibstil umfangreicher gewesen wäre, weil es dann mit der Story deutlich langsamer vorangehen würde (so war es zum Beispiel bei Der Herr der Ringe der Fall). Über zu wenige oder zu viele Beschreibungen der Story an sich kann ich mich hingegen wirklich nicht beschweren. Diese Menge ist perfekt.
Charaktere
Die Charaktere sind eine der größten Stärken am Buch. Es ist schon lange her, dass mich ein Buch gleichzeitig so sehr für den Hauptcharakter begeistern konnte und ich gleichzeitig über andere Charaktere so sehr verarscht wurde Bei letzterem rede ich natürlich von Peeta. Als erzählt wurde, wie Katniss und er sich kennengelernt haben, mochte ich ihn noch sehr. Das hat sich im Laufe der Geschichte geändert. Und warum? Ganz einfach: Weil Katniss seine Meinung über ihn ebenfalls geändert hat. Sie als Hauptcharakter zieht den/die Leser/in so stark in ihren Bann, dass man fast immer mit ihr fühlt und ihrer Meinung ist. Zwar gab es in meinem Fall eine Ausnahme, bei der ich überhaupt nicht Katniss' Meinung war, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, solange es nicht zu viele sind.
Finale und Abschluss der Geschichte
Während des gesamten Mittelteils über habe ich mich gefragt, wie es am Ende wohl möglich sein wird, dass Peeta und Katniss beide Überleben, wenn es doch nur ein/e Sieger/in geben darf.
Achtung, der folgende Abschnitt enthält Spoiler!
Dafür fand ich den anschließenden Plottwist, dass die Regeln geändert wurden, um die Hungerspiele nicht beim Publikum unbeliebt zu machen, doch eher lahm und einfallslos. Umso erleichterter war ich beim nächsten Plottwist, dass diese Regel nur ein weiterer schamloser Trick der Spielmacher war.
Die Idee, mit der Katniss und Peeta dann aber auch dieses letzte Problem gelöst haben, fand ich wiederum schön und ein würdiges Finale für die Geschichte.
Storyline
Vom gesamten Verlauf der Hungerspiele war ich die meiste Zeit über sehr positiv überrascht. Auch wenn das "Survival-mit-Gegnern"-Konzept wohl er für Filme oder Computerspiele geeignet ist, hat es in diesem Buch doch besser funktioniert als gedacht. Ich bin nicht besonders Fan der Grundgeschichte an sich. Ich mag die Idee der Hungerspiele nicht. Trotzdem kommen die Plottwists an den richtigen Stellen, sodass man als Leser/in meistens bei Laune gehalten wird.
Jedoch fällt es mir sehr schwer vorzustellen, wie das Ganze weitergehen soll. Soweit ich weiß, sollen Katniss und Peeta im zweiten Teil, warum auch immer, erneut an den Hungerspielen teilnehmen, und ich befürchte ein bisschen, dass die Geschichte sich dann größtenteils einfach nur wiederholt. Das ganze Konzept funktioniert eigentlich nur einmal. Wenn es also im zweiten Teil tatsächlich so weitergehen soll, muss eine neue, wichtige und spannende Nebenhandlung erzählt werden, die die Hungerspiele an manchen Stellen etwas in den Hintergrund stellt.
Abschließende Bewertung
Somit erhält der erste Teil von "Die Tribute von Panem" von mir eine Endbewertung mit 71 / 100 Punkten, keine Spitzenbewertung, aber eine durchaus solide Zahl. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.