Anwohnerschreiben
Thema „Wohnbebauung Ziegelstraße Prieros“
Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
am 10.10.2024 fand ein Anwohner*innen-Treffen zum Thema „Wohnbebauung Ziegelstraße Prieros:” statt.
Anlass:
Investor Heim-Gruppe plant den Bau von Wohnblöcken mit Tiefgaragen an der Ziegelstraße. Das beudetet zusätzlich ca. 180 Einwohner in unserer Nachbarschaft, mind. 100 Autos* (Besucher*innen der neuen Mieter*innen nicht einberechnet.)
Der Vorentwurf des Bebauungsplanes wurde bei der 4. Ortsbeiratssitzung am 1.10.2024 gezeigt. Der Ortsbeirat hat den Plänen trotz massiver Widerstände der Anwohnenden zugestimmt.
Kurzes Protokoll vom Anwohner-Treffen:
§ Es wird einen Termin der HEIM-Gruppe mit der Gemeinde und 4 Anwohner-Vertreter*innen geben. Termin noch nicht bekannt.
§ Es wurden 4 Anwohner-Verteter*innen gewählt.
Unsere Bedenken bezüglich des Bau-Projektes:
§ Die geplante Bebauung ist keine ortsübliche Bebauung. Die Höhe der geplanten Wohnblöcke überschreitet um 1,50m die rechtlich erlaubte Bauhöhe.
§ INSEK-Befragung zur Entwicklung von Prieros zeigte, dass sich die Bürgerinnen und Bürger eine sanfte Dorf-Entwicklung wünschen. Als Handlungsbedarf von INSEK wurde festgelegt (GEK Seite 27):
§ Erhalt der historisch dörflichen Struktur
§ Verhinderung ortsunüblicher Ortsbebauung
§ Sicherung naturnaher Siedlungen
§ Förderung landschaftsgebundenes Bauen
⟶ Dieses Bauprojekt ist das Gegenteil davon. Der Erholungscharakter von Prieros ist bedroht.
§ Prieros fehlt die Infrastruktur für mehr Autos, mehr Verkehr, erhöhten Energieverbrauch.
§ Wir fordern ein Infrastruktur-, Wärme- und Energiekonzept.
§ Die Sicherheit der Kinder ist durch das aus der jetzigen Planung resultierende stark erhöhte Verkehrsaufkommen überproportional gefährdet.
§ Dieses erhöhte Verkehrsaufkommen belastet die Wohn- und Lebensqualität der jetzigen Anwohner*innen von Ziegelstraße und Zum Badestrand massiv.
§ Der Erholungscharakter der Badestelle ist gefährdet.
§ Ortsbeirat brachte als Argument, dass Wohnungen für dringend benötigte Arbeitnehmer*innen und Lehrkräfte gebraucht werden, welches auch von den Anwohnern als sinnvoll erachtet wird.
§ Wir fordern eine Bedarfsanalyse zu dem Projekt und zu dem geplanten Wohnraum anderer Investoren in der Gartenstraße, Mühlendamm und Seekorso.
§ Gemeinde wünscht sich sozial verträgliche Mietpreise.
§ Wir fordern eine Mietpreiskalkulation vom Investor HEIM-Gruppe.
§ Ortsbeirat und Investor argumentierten mit Wirtschaftlichkeit für dieses große Bauvorhaben.
§ Wirtschaftlichkeit darf kein Argument für die Gemeinde und Einwohner*innen sein. Das ist Verantwortung des Investors und ist in der Beurteilung eines B-Plans nachrangig.
§ Die Einwohner*innen der momentan vorhandenen Wohnblöcke verlieren ihre Parkplätze und bekommen dafür neue Parkplätze vor den Blöcken. Dadurch fallen die Grünflächen als Erholungsflächen vor den Wohnblöcken weg. Auch die Möglichkeit sozialer Zusammenkünfte an Feuertonne etc. hinter den Wohnblöcken entfällt.
§ Der Bedarf an Parkplätzen für das Bauvorhaben wurde zu knapp berechnet. Pro Wohnung werden auch Parkplätze für Besucher und zusätzlich für Sommergäste benötigt.
§ Der Bau der Tiefgarage könnte aufgrund Wassernähe und Grundwasserspiegel problematisch werden, auch ist bei weniger Bebauung eine Tiefgarage nicht nötig.
§ Die Anwohnenden haben bereits Widerspruchsschreiben mit Lösungsvorschlägen an die Gemeinde gesendet. Bis dato erhielt niemand eine Antwort.
Unsere Lösungsvorschläge für ein nachhaltiges Bau-Projekt und eine nachhaltige Entwicklung:
§ Reduzierung der geplanten Wohnungen um 50%
§ Grünflächen- und Parkplätze für bestehende Blöcke müssen erhalten bleiben. Hecken und Bäume fungieren als Lärmschutz.
§ Keine Tiefgarage, Parkplätze sollen zwischen den Wohnungen entstehen.
§ ortsübliche und naturnahe Bebauung
§ sozial verträgliche Mieten
§ Schutz und Erhalt sämtlicher aktuell vorhandener Grünflächen inlusive Baumbestand
§ nachhaltiges Bau-Konzept, Beispiel Wohngebiet Pätz
§ Wünsche der Anwohnenden:
§ Kinderspielplatz, Wäscheplatz, Müllplatz
(*Quelle: 579 Autos pro 1000 Anwohner / BRB - Destatis)