Mk 6:1 - Und er ging von dort weg und kommt in seine Vaterstadt (1*) und seine Schüler folgen ihm.
1* nämlich Nazareth (Lk 1:26 - Lk 2:4 - Lk 2:39 - Lk 2:51 - Mt 2:23 - Mt 21:11 - Mk 1:9 - Joh 1:45,46 - Apg 10:38). "Patris" bezeichnet den väterlichen, heimatlichen Bezirk (Heimatort, Heimatdorf, Vaterstadt). →📗 →📚
Mk 6:2 - Als es dann Sabbat geworden war, begann er in der Synagoge zu lehren, und viele, die zuhörten, gerieten außer sich (2*) und sprachen: Woher [hat] der das? Und welcher Art [ist] die Weisheit, die diesem gegeben ist, und [sind] die machtvollen Wundertaten, die so durch seine Hände geschehen?
2* o. entsetzten sich, waren erschüttert (Mk 1:22) →📗 →📚
Mk 6:3 - Ist dieser nicht der Zimmermann (3*), der Sohn der Maria und Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind seine Schwestern nicht [auch] hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
3* nicht nur der Sohn des Zimmermanns (Mt 13:55). Jesus hat offenbar das Handwerk Josefs gelernt und selbstständig ausgeübt. "Er stellte Deichseln her oder reparierte Pflugscharen, zimmerte Kästen, Bänke, Bettgestelle ..., deckte und dichtete Dächer" (A. Pohl). →📗 →📚
Mk 6:4 - Da sprach Jesus zu ihnen: Nirgendwo wird ein Prophet weniger geachtet als in seiner Vaterstadt (1*) und bei seinen Verwandten und in seinem Hause (4*).
1* nämlich Nazareth (Lk 1:26 - Lk 2:4 - Lk 2:39 - Lk 2:51 - Mt 2:23 - Mt 21:11 - Mk 1:9 - Joh 1:45,46 - Apg 10:38). "Patris" bezeichnet den väterlichen, heimatlichen Bezirk (Heimatort, Heimatdorf, Vaterstadt).
4* vgl. Mt 13:57 mit Anmerkungen! →📗 →📚
Mk 6:5 - Und er vermochte dort keine machtvolle Wundertat zu vollbringen – außer dass er wenigen Kranken (5*) die Hände auflegte und [sie] heilte.
5* griech. "arrostoi" = Kraftlose, Energielose, Kränkliche →📗 →📚
Mk 6:6 - Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.
→📗 →📚
Mk 6:7 - Dann ruft er die Zwölf zu sich. Und er begann sie auszusenden – jeweils zu zweit – und verlieh ihnen Vollmacht (6*) über die unreinen Geister
6* o. Autorität, Machtfülle, Gewalt, Herrschaft →📗 →📚
Mk 6:8 - und er gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen als allein einen [Wander-]Stab, kein Brot, keine Reisetasche [und auch] kein Kupfergeld im Gürtel (7*),
7* der zugleich als "Geldbeutel" diente →📗 →📚
Mk 6:9 - wohl aber Sandalen [an den Füßen] (8*). Und (er gebot): Zieht nicht zwei Röcke (9*) an!
8* Nach Mk. sind Stab und Sandalen erlaubt, nach Mt. aber sind sie untersagt (Mk 10:10) (nach Lk 9:3 der Stab); allen gemeinsam ist das Verbot, Geld, Reisetasche oder zwei Röcke mitzunehmen. Die Unterschiede zeigen, dass es sich nur um allgemeine Hinweise handelt. Jesu Schüler sollen sich nicht auf menschliche Sicherungen verlassen.
9* o. Untergewänder, Hemden →📗 →📚
Mk 6:10 - Weiter sagte er ihnen: Wo ihr in ein Haus einkehrt, dort bleibt, bis ihr von dort weiterzieht.
→📗 →📚
Mk 6:11 - Und wenn [die Leute] eines Ortes euch nicht aufnehmen, ja nicht einmal anhören [wollen], so geht von dort weg und schüttelt – ihnen zum Zeugnis – den Staub unter euren Füßen ab (10*)! -
10* Dies ist eine symbolische Handlung, die ausdrückt: Wir brechen die Beziehungen ab und überlassen euch dem Gericht Gottes. Euer Land ist für uns unheilig; wir wollen uns damit nicht verunreinigen (Apg 18:5,6 - 2Kor 2:16). →📗 →📚
Mk 6:12 - Da zogen sie aus und verkündeten öffentlich (11*), man solle [zu Gott hin] umkehren (12*),
11* o. predigten, machten als Herolde öffentlich bekannt
12* o. sein Sinnen und Denken ändern (vgl. Mt 3:2 - Mt 3:8) →📗 →📚
Mk 6:13 - und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke (5*) mit Öl und heilten [sie].
5* griech. "arrostoi" = Kraftlose, Energielose, Kränkliche →📗 →📚
Mk 6:14 - Und es hörte der König Herodes (13*) [von Jesus]; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist aus [den] Toten auferweckt worden; darum auch sind die [Wunder-]Kräfte in ihm wirksam.
13* Herodes Antipas, Sohn Herodes des Großen (Mt 2:1-19), herrschte als "Vierfürst" (Tetrarch) von 4 v.Chr. bis 39 n.Chr. über Galiläa und Peräa im Ostjordanland. →📗 →📚
Mk 6:15 - Andere aber sagten: Er ist Elia; [wieder] andere aber sagten: Ein Prophet [ist er], wie einer der Propheten!
→📗 →📚
Mk 6:16 - Als aber Herodes [davon] hörte, sprach er: Johannes, den ich selber habe enthaupten [lassen], der ist auferweckt worden!
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Mk 6:17 - Er selbst; Herodes, hatte nämlich [Leute] ausgesandt und Johannes festnehmen und gefesselt ins Gefängnis werfen [lassen] (14*). (Dies geschah) wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil (Herodes) sie geheiratet hatte.
14* o. im Gefängnis anketten (lassen) →📗 →📚
Mk 6:18 - Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu besitzen (15*)!
15* o. Du hast kein Recht, die Frau deines Bruders (zur Frau) zu haben (vgl. Mt 14:1-4 - Lk 3:19,20) →📗 →📚
Mk 6:19 - Herodias aber hegte einen Groll gegen ihn und wollte ihn töten [lassen], vermochte es aber nicht.
→📗 →📚
Mk 6:20 - Denn Herodes fürchtete den Johannes, kannte er ihn [doch] als einen gerechten und heiligen Mann, und so nahm er ihn [vor Nachstellungen] in Schutz. [Jedes Mal] wenn er ihn hörte, kam er in große Verlegenheit und Unruhe und doch hörte er ihn gern.
→📗 →📚
Mk 6:21 - Da kam ein Tag, [der für Herodias] eine günstige Gelegenheit [bot], als [nämlich] Herodes anlässliche seiner Geburtstagsfeierlichkeiten für seine Würdenträger (16*) und die Heeresobersten (17*) und die Ersten Galiläas ein Gastmahl veranstaltete.
16* o. für seine Großen, Edlen, Vornehmen
17* o. hohen Offiziere ("chiliarchos" = Befehlshaber über 1000 Mann) →📗 →📚
Mk 6:22 - Als dabei ihre, der Herodias, Tochter (18*) hereinkam und tanzte, gefiel sie dem Herodes und den Tischgästen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, und ich werde es dir geben!
18* Die Lesart "seine Tochter" dürfte unrichtig sein. →📗 →📚
Mk 6:23 - Er schwor ihr [sogar] wiederholt (19*): Um was auch immer du mich bitten magst, ich werde es dir geben – bis zur Hälfte meines Königsreichs!
19* o. eifrig, nachdrücklich, viele Male →📗 →📚
Mk 6:24 - Da ging sie hinaus und fragte ihre Mutter (20*): Was soll ich verlangen (21*)? Sie aber sagte: den Kopf Johannes des Täufers!
20* w. und sagte zu ihrer Mutter
21* o. wünschen, fordern →📗 →📚
Mk 6:25 - Sogleich begab sie sich in aller Eile (22*) zum König hinein und forderte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schüssel (23*) den Kopf Johannes des Täufers überreichst!
22* w. mit Eifer o. mit Eile (Geschwindigkeit)
23* o. Teller, Tafel, Platte, Schale →📗 →📚
Mk 6:26 - Da wurde der König aufs Tiefste betrübt (24*), [doch] wegen der Eidesworte und der Tischgäste wollte er sie nicht abweisen,
24* o. sehr traurig (ringsum von Traurigkeit umgeben) →📗 →📚
Mk 6:27 - und so schickte der König sogleich den Scharfrichter los mit dem Befehl, seinen Kopf herzubringen. [Dieser] ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis
→📗 →📚
Mk 6:28 - und brachte seinen Kopf auf einer Schüssel (23*) herbei und gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
23* o. Teller, Tafel, Platte, Schale →📗 →📚
Mk 6:29 - Als seine Schüler (25*) [davon] hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
25* die Schüler des Johannes →📗 →📚
Mk 6:30 - Die Apostel (26*) versammeln sich dann [wieder] bei Jesus und sie berichteten ihm alles, was (27*) sie getan und was (27*) sie gelehrt hatten.
26* o. Sendboten (die Jesus ausgesandt hatte: Mk 6:7-13)
27* o. wie viel (was für große Dinge) →📗 →📚
Mk 6:31 - Und er spricht zu ihnen: Kommt mit, ihr allein (28*), an einen einsamen Ort, abseits [von der Menge], und ruht ein wenig aus! Denn es waren viele, die da kamen und gingen, sodass [die Apostel] nicht einmal eine günstige Gelegenheit (29*) zum Essen fanden.
28* w. ihr selbst
29* o. passende Zeit →📗 →📚
Mk 6:32 - Da fuhren sie in einem Boot weg an einen einsamen Ort (30*), abseits [von der Menge] (31*).
30* o. an einem öden, stillen, abgelegenen Platz
31* o. für sich (allein) →📗 →📚
Mk 6:33 - Doch man hatte sie wegfahren sehen und viele erfuhren es (32*) und liefen zu Fuß von allen Städten dort zusammen und kamen ihnen zuvor (33*).
32* o. bemerkten, erkannten es
33* o. waren noch vor ihnen da. Bei widrigen Winden oder wenn eine Landzunge zu umrudern war, war der Landweg tatsächlich schneller zu bewältigen (A. Pohl). →📗 →📚
Mk 6:34 - Und [kaum] war er ausgestiegen, sah er [vor sich] eine große Volksmenge und er wurde ihretwegen im Innersten von Erbarmen bewegt, waren sie doch wie Schafe, die keinen Hirten haben (34*) und er begann, sie über vieles zu belehren.
34* vgl. Mt 9:36 - 4Mo 27:17 - 1Kö 22:17 - Hes 34:5 →📗 →📚
Mk 6:35 - Und als die Tageszeit (35*) schon weit vorgerückt war (36*), traten seine Schüler zu ihm und sagten: Einsam (37*) ist die Gegend (38*) und die Tageszeit (35*) schon weit vorgerückt (39*);
35* o. Stunde
36* w. viel geworden war (am Spätnachmittag)
37* w. Verlassen, öde, wüst, (menschen)leer
38* o. der Ort, Platz (topos) (vgl. Mk 6:31,32)
39* w. schon viel →📗 →📚
Mk 6:36 - schick sie fort, damit sie in die Gehöfte und Dörfer ringsum gehen und sich etwas zu essen kaufen!
→📗 →📚
Mk 6:37 - Er aber antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Da sagen sie zu ihm: Sollen wir fortgehen und für 200 Denare (40*) Brote kaufen und [sie] ihnen zu essen geben?
40* Ein Denar war der Tageslohn eines Arbeiters (Mt 20:2) →📗 →📚
Mk 6:38 - Er aber spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht hin [und] seht nach! Nachdem sie es festgestellt hatten, sagen sie: Fünf, und zwei Fische!
→📗 →📚
Mk 6:39 - Da ordnete er an, sie sollten alle veranlassen, sich auf dem grünen Gras [zum Mahl] zu lagern, gruppenweise in Tischgemeinschaften (41*).
41* w. Tischgesellschaften (neben) Tischgesellschaften o. Mahlgemeinschaften (neben) Mahlgemeinschaften. Das nur hier im NT vorkommende Wort "symposion" erscheint zweimal in Mehrzahlform. →📗 →📚
Mk 6:40 - Und so ließen sie sich nieder in Abteilungen (42*) zu je hundert und je fünfzig.
42* Auch das nur hier im NT vorkommende Wort "prasia" (Gartenbeet, Abteilung, Gruppe) erscheint zweimal in Mehrzahlform: Abteilungen (neben) Abteilungen. →📗 →📚
Mk 6:41 - Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel [und] segnete [sie] und brach (43*) die Brote und gab sie seinen Schülern, damit sie [sie] ihnen vorlegten, und die zwei Fische teilte er unter alle.
43* "kataklao" = zerbrechen, in Stücke brechen (nur hier und in Lk 9:16) →📗 →📚
Mk 6:42 - Und sie aßen alle und wurden satt
→📗 →📚
Mk 6:43 - und sie hoben an Brocken (44*) zwölf Körbe voll auf (45*) und [was übrig blieb] von den Fischen.
44* o. an Brotresten, an abgebrochenen Stücken
45* w. Füllungen von zwölf Körben →📗 →📚
Mk 6:44 - Und die die Brote gegessen hatten, waren 5000 Mann (46*).
46* vgl. Mt 14:13-21 mit Anmerkungen - Lk 9:10-17 - Joh 6:1-15 - 2Kö 4:42-44! →📗 →📚
Mk 6:45 - Und sogleich drängte (47*) er seine Schüler, in das Boot zu steigen und ans jenseitige [Ufer] nach Bethsaida vorauszufahren (48*), während er selbst die Volksmenge entließe.
47* o. nötigte, trieb, zwang
48* Da die Speisung der 5000 nach Lk 9:10 in o. bei Bethsaida Julias stattfand, das an der Nordküste 1 km östlich der Jordanmündung lag, hat man ein zweites Bethsaida westlich vom See angenommen, zumal die Überfahrt des Bootes im Land Genezareth endete (Mk 6:53). →📗 →📚
Mk 6:46 - Und nachdem er von ihnen (49*) Abschied genommen hatte, ging er fort auf den Berg, um zu beten.
49* d.h. von der Menge →📗 →📚
Mk 6:47 - Als es dann Abend geworden war, befand sich das Boot in der Mitte des Sees und er selbst allein auf dem Land.
→📗 →📚
Mk 6:48 - Und da er sie sieht, [wie sie] beim Rudern sich plagen (50*) - denn der Wind stand ihnen entgegen -, kommt er um die vierte Nachtwache (51*) zu ihnen, dahingehend über den See (52*). Und er wollte [zunächst] an ihnen vorübergehen (53*).
50* o. sich quälen, hart bedrängt o. erprobt werden
51* zwischen 3 und 6 Uhr morgens
52* o. über das Meer schreitend, wandelnd auf dem See. Jesus ist bei dieser besonderen Offenbarung den Gesetzen der Schwerkraft enthoben.
53* A. Pohl deutet dieses "Vorübergehen(wollen)" vom AT her (2Mo 33:19 - 2Mo 33:22 - 1Kö 19:11) als "tröstliche Gegenwart, wenngleich unter Wahrung einer majestätischen Hoheit". →📗 →📚
Mk 6:49 - Als sie ihn aber [so] sahen, dahingehend über den See, dachten sie: "Es ist ein Gespenst!" (54*) und schrien laut auf;
54* o. Erscheinung, Traumbild, Trugbild (griech. phantasma) →📗 →📚
Mk 6:50 - denn sie alle sahen ihn und gerieten in Angst und Schrecken (55*). Er aber redete sogleich mit ihnen und spricht: Seid getrost (56*), ich bin [es] fürchtet euch nicht!
55* o. waren bestürzt, verwirrt, aufgewühlt
56* o. Fasst Mut, habt Vertrauen; vgl. Mt 14:27! →📗 →📚
Mk 6:51 - Und er stieg zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich (57*), und sehr, über die Maßen, entsetzten sie sich in ihrem Innern;
57* o. ließ nach (wurde müde) →📗 →📚
Mk 6:52 - denn sie waren aufgrund des Brotwunders (58*) [noch immer] nicht zur Einsicht gekommen, sondern ihr Herz war verhärtet (59*).
58* w. aufgrund der Brote
59* vgl. Mt 14:22-33 mit Anm. 25! - Sehr ernst weist Mk. in V.52 darauf hin, dass sogar der engere Kreis der Schüler Jesu noch nicht von Herzen gläubig war (trotz Mt 14:33). Ihre Herzen waren noch verhärtet (gefühllos, verstockt) (vgl. Mk 8:17,18). Dennoch blieben sie seine Schüler, und so konnte er sie schrittweise über Passion, Kreuz, Auferstehung und Pfingsten zum wahren Herzensglauben führen. →📗 →📚
Mk 6:53 - Als sie dann ans Land hinübergefahren waren, kamen sie nach Genezareth (60*) und legten an.
60* eine fruchtbare Landschaft an der Nordwestseite des Sees. →📗 →📚
Mk 6:54 - Und sogleich, [kaum] dass sie aus dem Boot gestiegen waren, erkannten ihn [die Leute]
→📗 →📚
Mk 6:55 - und liefen in jener ganzen Gegend umher und begannen die Leidenden (61*) auf den Betten (62*) umherzutragen, [jeweils dorthin] wo sie hören: [Da] ist er!
61* o. die, denen es schlecht ging, die ein Übel hatten
62* Gemeint sind ärmliche Betten (Tragbahren, Matten). →📗 →📚
Mk 6:56 - Und wo immer er in Dörfer oder Städte oder Gehöfte hineinging, legten sie die Kranken (63*) auf den freien Plätzen nieder und baten ihn, wenigstens den Saum (64*) seines Gewandes berühren [zu dürfen], und alle, die ihn berührten, wurden geheilt (65*).
63* o. Schwachen, Kraftlosen
64* o. die Quaste (vgl. Mt 9:20 mit Anm. 22)
65* o. gerettet, (von ihren Leiden) befreit, gesund. Obwohl diese Menschen Jesus in einem sehr unvollkommenen "Wunderglauben" nur als "Wunderarzt" sehen, versagt er ihnen als der gütige Erbarmer seine Hilfe nicht. →📗 →📚
Mk 7:1 - Dann versammeln sich bei ihm die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren,
→📗 →📚
Mk 7:2 - und sie sehen, [wie] einige seiner Schüler mit unreinen (1*), das heißt ungewaschenen Händen die Speisen zu sich nehmen (2*).
1* "koinos" = gemein, profan, (kultisch) unrein, unheilig
2* w. die Brote essen →📗 →📚
Mk 7:3 - Die Pharisäer nämlich und alle Juden essen nicht, ohne sich die Hände mit einer Handvoll Wasser (3*) gewaschen zu haben; so halten sie an der Überlieferung der Alten (4*) fest.
3* w. mit der Faust. Dies wird verschieden gedeutet:
a) mit einer Faust voll Wasser,
b) die geballte Faust in der anderen hohlen Hand drehend,
c) bis zum Ellbogen, d) eifrig, gründlich.
4* o. Ältesten (vgl. Mt 15:2) →📗 →📚
Mk 7:4 - Auch vom Markte [kommend] essen sie nicht, ohne [sich vorher] gewaschen zu haben (5*), und [noch] viele andere [Vorschriften] gibt es, die sie empfangen (6*) haben, um [sie] zu halten: Reinigungen (7*) von Bechern und Krügen und Kupfergefäßen und Liegen (8*).
5* o. sich (rituell) gereinigt, ein Bad genommen zu haben
6* o. überkommen, übernommen, angenommen
7* o. Waschungen (w. Eintauchen)
8* o. Betten (hier: Lager der Speisenden, Sitzpolster) →📗 →📚
Mk 7:5 - Da fragen ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten (9*): Warum richten sich deine Schüler in ihrem Lebenswandel nicht nach der Überlieferung der Alten (4*), sondern nehmen die Speise (10*) mit unreinen (1*) Händen zu sich?
1* "koinos" = gemein, profan, (kultisch) unrein, unheilig
4* o. Ältesten (vgl. Mt 15:2)
9* V.5 knüpft an Mk 7:2 an (nach einer eingeschobenen Erläuterung in den Versen Mk 7:3,4)
10* w. das Brot →📗 →📚
Mk 7:6 - Er aber sprach zu ihnen: Treffend (11*) hat Jesaja über euch Heuchler prophetisch enthüllend gesprochen (12*), wie geschrieben steht: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir;
11* o. Gut, schön, zu Recht
12* w. prophezeit, geweissagt →📗 →📚
Mk 7:7 - umsonst aber verehren sie mich (13*), indem sie Menschengebote als Lehren vortragen." (14*)
13* o. ihr ganzer Gottesdienst ist vergeblich
14* vgl. Jes 29:13 - Mt 15:8,9 mit Anm. 7 →📗 →📚
Mk 7:8 - Gottes Gebot habt ihr verlassen und klammert euch (15*) [stattdessen] an die Überlieferung der Menschen!
15* o. haltet euch (mit aller Gewalt) →📗 →📚
Mk 7:9 - Und er sprach zu ihnen: Gut (16*) [versteht ihr es], das Gebot Gottes beiseite zu räumen (17*), um eure Überlieferung aufrecht zu erhalten.
16* o. Geschickt, fein, schön, trefflich
17* o. ungültig zu machen, außer Kraft zu setzen, aufzuheben. →📗 →📚
Mk 7:10 - Denn Mose hat gesagt: "Ehre deinen Vater und deine Mutter!" und: "Wer Vater oder Mutter schmäht, soll des Todes sterben." (18*)
18* vgl. 2Mo 20:12 - 2Mo 21:17 - Mt 15:4 →📗 →📚
Mk 7:11 - Ihr aber sprecht: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter sagt: Was dir von mir [als Unterstützung] zusteht (19*), sei "Korban" - das heißt eine [Gott geweihte] Gabe -,
19* o. zum Nutzen sein sollte, zugute kommen sollte →📗 →📚
Mk 7:12 - dann braucht er für Vater oder Mutter nichts mehr zu tun (20*).
20* o. so entbindet ihr ihn für die Zukunft (von der Verpflichtung), etwas für Vater oder Mutter zu tun, w. so lasst ihr ihn nicht länger etwas für Vater oder Mutter tun →📗 →📚
Mk 7:13 - So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraft (21*) durch eure Überlieferung, die ihr [im Lauf der Zeit] herausgebildet habt (22*); und dergleichen tut ihr vieles.
21* o. So macht ihr das Wort Gottes ungültig
22* w. die ihr überliefert habt →📗 →📚
Mk 7:14 - Als er dann die Volksmenge wieder herbeigerufen hatte, sprach er zu ihnen: Hört mir zu, [ihr] alle, und versteht!
→📗 →📚
Mk 7:15 - Es gibt nichts, was von außerhalb des Menschen in ihn eingeht, das ihn unrein machen (23*) kann, sondern was aus dem Menschen ausgeht, ist es, was den Menschen unrein macht.
23* o. [vor Gott] verunreinigen, profanieren, entweihen →📗 →📚
Mk 7:16 - Wenn einer Ohren hat zu hören, der höre (24*)!
24* Dieser Vers, der genau Mk 4:23 entspricht, fehlt in wichtigen alten Handschriften. →📗 →📚
Mk 7:17 - Als er sich dann weg von der Menge in ein Haus hinein begeben hatte (25*), fragten ihn seine Schüler nach dem Gleichnis (26*).
25* o. als er dann ... ins Haus hineingegangen war
26* o. Sinnbild, Rätselwort (gemeint ist Mk 7:15) →📗 →📚
Mk 7:18 - Und er spricht zu ihnen: So seid also auch ihr [noch] unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen eingeht, ihn nicht unrein machen (23*) kann?
23* o. [vor Gott] verunreinigen, profanieren, entweihen →📗 →📚
Mk 7:19 - Es gelangt ja nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch und wird [dann] ausgeschieden (27*). Damit erklärte er alle Speisen für rein (28*).
27* w. und gelangt in den Abort hinaus
28* Eine außerordentlich wichtige Feststellung! Jesus ist nicht nur Herr über den Sabbat (Mt 12:8), sondern auch über die Reinheitsgebote des Gesetzes (vgl. Apg 10:11-15 - 1Kor 10:25). →📗 →📚
Mk 7:20 - Dann sagte er: Was aus dem Menschen ausgeht, das macht den Menschen unrein (29*).
29* kultisch bzw. vor Gott unrein →📗 →📚
Mk 7:21 - Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die schlechten Gedanken (30*): Unzuchtsünden, Diebereien, Morde
30* Es werden 12 Sündenäußerungen genannt, die ersten sechs in der Mehrzahlform: sie weisen auf die bösen Taten hin, die den bösen Gelüsten (nicht nur einmalig, sondern zur Wiederholung drängend) folgen; die weiteren sechs weisen auf die innere Gesinnung hin (Einzahl). Vgl. auch die "Lasterkataloge" in Mt 15:19 - Röm 1:29-31 - 1Kor 6:9,10 - Gal 5:19-21 - 2Tim 3:1-5 - Offb 21:8 - Offb 22:15. →📗 →📚
Mk 7:22 - Ehebrüche, Habgiersünden, Bosheiten, List, Ausschweifung, böses Auge (31*), Lästerung, Hochmut (32*), Unverstand (33*).
31* d.h. missgünstig blickendes, neidisches Auge
32* o. Übermut, Selbstüberhebung
33* o. Unbesonnenheit, Torheit →📗 →📚
Mk 7:23 - Alle diese bösen [Gelüste und Taten] kommen von innen heraus, und sie machen den Menschen unrein (29*).
29* kultisch bzw. vor Gott unrein →📗 →📚
Mk 7:24 - Von dort aufbrechend ging er fort in das Gebiet von Tyrus (34*). Und als er in ein Haus eintrat, wünschte er, das niemand es erführe, doch er konnte nicht verborgen bleiben;
34* In Mk. 7:24 bis Mk 8:9 wirkt Jesus im "Heidenland", nördlich (Tyrus) und östlich (Dekapolis) von Galiläa. →📗 →📚
Mk 7:25 - vielmehr hörte sogleich eine Frau von ihm, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, und sie kam und fiel zu seinen Füßen nieder.
→📗 →📚
Mk 7:26 - Die Frau aber war eine Griechin – der Abstammung nach Syrophönizierin – und sie bat ihn [darum], den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben.
→📗 →📚
Mk 7:27 - Da sprach er zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden (35*), denn es ist nicht fein (36*), das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden (37*) hinzuwerfen!
35* Dies bedeutet heilsgeschichtlich: Gottes Heil kommt zuerst zu Israel, danach erst zu den Nationen (vgl. Röm 1:16 - Apg 13:45-47).
36* o. schön, gut, recht, in Ordnung
37* o. Hündlein (vgl. Mt 15:26). Die Bezeichnung "Hunde" war damals im Blick auf Andersgläubige durchaus nicht ungewöhnlich; sie ist hier außerdem in "Hündlein" (zur Familie gehörige Stuben- o. Schoßhunde) abgemildert. →📗 →📚
Mk 7:28 - Sie aber antwortete ihm: Herr! Auch die Hunde (37*) fressen [aber doch] unter dem Tisch von den kleinen Bröckchen der Kinder (38*)!
37* o. Hündlein (vgl. Mt 15:26). Die Bezeichnung "Hunde" war damals im Blick auf Andersgläubige durchaus nicht ungewöhnlich; sie ist hier außerdem in "Hündlein" (zur Familie gehörige Stuben- o. Schoßhunde) abgemildert.
38* w. von den Krümlein o. Brosämlein der Kindlein. Die Verkleinerungsformen "Hündlein", "Brosämlein", "Kindlein" zeigen die Bescheidenheit und Zartheit der Bitte der Frau. Dennoch ist ihr Glaube groß (Mt 15:28). →📗 →📚
Mk 7:29 - Da sagte er zu ihr: Um dieses Wortes willen gehe hin (39*); der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren (40*).
39* freier: Weil du dies gesagt hast, geh nach Hause
40* Eine Fernheilung Jesu (vgl. Mt 8:5-13)! →📗 →📚
Mk 7:30 - Und sie ging weg in ihr Haus und traf das Kind auf dem Bett liegend an und den Dämon ausgefahren.
→📗 →📚
Mk 7:31 - Nachdem er dann das Gebiet von Tyrus wieder verlassen hatte, wanderte er (41*) durch Sidon zum See Galiläas, mitten hinein in das Zehnstädtegebiet (42*).
41* w. kam er
42* Der Herr wandert nicht geradewegs in südöstlicher Richtung vom Gebiet um Tyrus zum See Genezareth, sondern in einem großen Bogen nordwärts (nach Sidon) – ostwärts – südostwärts – südwärts ins heidnische Dekapolis (Zehnstädtegebiet), um sich dann dem See von Südosten her zu nähern. →📗 →📚
Mk 7:32 - Und sie bringen einen Tauben zu ihm, [der nur] mit Mühe reden [konnte], und bitten ihn, ihm die Hand aufzulegen (43*).
43* vgl. Mt 9:18 - Mk 6:5 - Mk 8:23 - Mk 8:25 - Lk 4:40 - Lk 13:13 →📗 →📚
Mk 7:33 - Und er nahm ihn beiseite, weg von der Menge für sich allein, legte seine Finger in seine Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel (44*);
44* w. und berührte, gespuckt habend, seine Zunge →📗 →📚
Mk 7:34 - dann blickte er zum Himmel auf, seufzte [betend] (45*) und spricht zu ihm: Effatha, das heißt: Sei geöffnet!
45* vgl. Röm 8:23 - Röm 8:26 →📗 →📚
Mk 7:35 - Und sogleich wurde sein Gehör geöffnet (46*) und die Fessel seiner Zunge gelöst und er redete richtig.
46* o. wurden seine Hörorgane [Ohren] aufgetan →📗 →📚
Mk 7:36 - Und er befahl ihnen, es niemand zu sagen; doch je öfter er es ihnen befahl, desto eifriger machten sie es öffentlich bekannt (47*),
47* o. desto mehr taten sie es im Übermaß kund →📗 →📚
Mk 7:37 - ja sie gerieten in höchstem Maße außer sich (48*) und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; sogar die Tauben bringt er zum Hören und die Sprachlosen zum Reden!
48* o. waren über alle Maßen bestürzt, entsetzt, erschüttert →📗 →📚
Mk 8:1 - Als in jenen Tagen wieder eine große Volksmenge (1*) da war und sie nichts zu essen hatten, ruft er [seine] Schüler herbei und spricht zu ihnen:
1* o. viel Volk →📗 →📚
Mk 8:2 - Ich bin im Innersten von Erbarmen bewegt über die Volksmenge, denn sie harren [nun] schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen,
→📗 →📚
Mk 8:3 - und wenn ich sie hungrig nach Hause entlasse (2*), werden sie unterwegs kraftlos zusammenbrechen (3*); auch sind einige von ihnen von weit her gekommen.
2* o. ohne Essen (nüchtern) in ihre Häuser wegschicke
3* o. ermattet niedersinken, vor Entkräftung umkommen →📗 →📚
Mk 8:4 - Da antworteten ihm seine Schüler: Woher könnte jemand hier in der Wüste Brote [bekommen und] diese [alle] sättigen?
→📗 →📚
Mk 8:5 - Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sagten: Sieben.
→📗 →📚
Mk 8:6 - Da gebietet er der Volksmenge, sich auf der Erde niederzulassen, und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Schülern (4*), damit sie [sie] austeilten (5*), und sie teilten [sie] der Menge aus (5*).
4* Anklänge an das Mahl des Herrn sind nicht zu übersehen (vgl. Mt 14:19 - Mt 15:36 - Mt 26:26 - Mk 6:41 - Mk 14:22 - Lk 22:19 - Lk 24:30 - 1Kor 11:23,24).
5* "paratithämi" = vorlegen, vorsetzen, darreichen, (Speisen) auftragen o. verteilen →📗 →📚
Mk 8:7 - Auch hatten sie wenige Fischlein, und nachdem er sie gesegnet hatte, ließ er auch diese austeilen (5*).
5* "paratithämi" = vorlegen, vorsetzen, darreichen, (Speisen) auftragen o. verteilen →📗 →📚
Mk 8:8 - Und sie aßen und wurden satt und die Überreste an Brocken hoben sie auf: sieben Körbe (6*) [voll].
6* Gemeint ist ein (kleiner o. größerer) geflochtener Handkorb, insbesondere Fischkorb (Mt 15:37 - Mt 16:10 - Apg 9:25). →📗 →📚
Mk 8:9 - Es waren aber etwa 4000 (die gegessen hatten) (7*), und er verabschiedete sie (8*).
7* vgl. dazu Mt 15:38 mit Anm. 35
8* o. entließ sie, schickte sie fort →📗 →📚
Mk 8:10 - Gleich darauf stieg er mit seinen Schülern in das Boot und er kam in die Gegend (9*) von Dalmanutha (10*).
9* o. das Gebiet, w. die (Landes-)Teile
10* möglicherweise Magdala am Westufer des Sees (Mt 15:39) →📗 →📚
Mk 8:11 - Da kamen die Pharisäer heraus und begannen mit ihm zu streiten (11*): Sie verlangten, um ihn auf die Probe zu stellen, ein Zeichen vom Himmel von ihm (12*).
11* o. begannen ein Streitgespräch (einen Disput)
12* ein Wunderzeichen als Beweis seiner göttlichen Sendung (vgl. 1Kö 17 u. 1Kö 18 - Offb 11:3-6) →📗 →📚
Mk 8:12 - Da seufzt er in seinem Geist tief auf (13*) und spricht: Warum verlangt dieses Geschlecht (14*) ein Zeichen? Wahrlich (15*), ich sage euch: Nimmermehr wird diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden (16*)!
13* vgl. Joh 11:33 - Röm 8:26
14* o. diese Generation, das Volk von heute (vgl. Mt 11:16 - Mt 12:39 - Mt 12:41,42 - Mt 16:4 - Mt 17:17 - Mk 8:38)
15* w. Amen
16* w. Wenn diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben wird (zu ergänzen ist: dann möge Gott mich strafen). Hebräische Beteuerungsformel (vgl. 1Mo 14:23 - Ps 95:11 - Hebr 3:11 - Hebr 4:3 - Hebr 4:5). →📗 →📚
Mk 8:13 - Und er ließ sie [stehen], stieg wieder ein und fuhr weg, ans jenseitige Ufer hinüber (17*).
17* nach Mk 8:22 nicht an die Ost-, sondern Nordküste des Sees →📗 →📚
Mk 8:14 - Und sie hatten vergessen, Brote mitzunehmen; außer einem Brot hatten sie nichts bei sich im Boot.
→📗 →📚
Mk 8:15 - Und [Jesus] gebot ihnen nachdrücklich: Gebt Acht [und] hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes (18*)!
18* vgl. zu "Sauerteig" Mt 13:33 - Mt 16:11,12 - 1Kor 5:6-8 →📗 →📚
Mk 8:16 - Da machten sie sich miteinander Gedanken [darüber], dass sie keine Brote [bei sich] hatten.
→📗 →📚
Mk 8:17 - [Jesus] merkte es und spricht zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken [darüber], dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr [immer] noch nicht? Habt ihr ein Herz, [das] verhärtet (19*) [ist]?
19* o. verstockt, versteinert (vgl. Mk 6:52) →📗 →📚
Mk 8:18 - Die ihr Augen habt, seht ihr [trotzdem] nicht? Die ihr Ohren habt, hört ihr [dennoch] nicht? Und erinnert ihr euch nicht [daran],
→📗 →📚
Mk 8:19 - wie viele Tragkörbe voll Brocken ihr aufgehoben habt, als ich die fünf Brote für die 5000 brach? Sie sagen zu ihm: Zwölf!
→📗 →📚
Mk 8:20 - [Und] wie viele Handkörbe, gefüllt mit Brocken, habt ihr aufgehoben, als [ich] die sieben [Brote] für die 4000 [brach]? Sie sagen zu ihm: Sieben (20*)!
20* vgl. Mt 14:14-21 - Mt 15:32-39 - Mt 16:9,10 - Mk 6:35-44 - Mk 8:1-9 →📗 →📚
Mk 8:21 - Da sprach er zu ihnen: Habt ihr [immer] noch kein Verständnis?
→📗 →📚
Mk 8:22 - Und sie kommen nach Bethsaida (21*). Da bringen sie ihm einen Blinden und bitten ihn, er möge ihn berühren (22*).
21* Es dürfte sich um Bethsaida Julias handeln, an der Nordküste des Sees Genezareth 1 km östlich von der Jordanmündung gelegen (Mt 14:13). Neben der Stadt Bethsaida (Mt 11:20,21 - Lk 9:10 - Joh 1:44) bestand das alte Dorf noch weiter.
22* vgl. Mk 3:10 - Mk 5:27-31 - Mk 6:56 →📗 →📚
Mk 8:23 - Und er nahm den Blinden bei der Hand (23*) und führte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er seine Augen mit Speichel benetzt (24*) [und] ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas?
23* o. er ergriff die Hand des Blinden
24* w. in seine Augen gespuckt (vgl. Mk 7:33 - Joh 9:6) →📗 →📚
Mk 8:24 - Da blickte er auf und sagte: Ich sehe die Menschen [allerdings undeutlich] – denn wie Bäume sehe ich sie umhergehen!
→📗 →📚
Mk 8:25 - Daraufhin legte er die Hände nochmals auf seine Augen; da [konnte] er deutlich sehen und war wiederhergestellt und erblickte alles licht und klar bis in die Ferne.
→📗 →📚
Mk 8:26 - Und er schickte ihn fort in sein Haus und sprach: Geh auch nicht [erst] ins Dorf hinein (25*)!
25* Mk 8:22-26 ist "Sondergut" wie Mk 4:26-29 (vgl. Mk 4:26 mit Anm. 27). →📗 →📚
Mk 8:27 - Und Jesus und seine Schüler zogen aus in die Dörfer bei Cäsarea Philippi (26*). Und unterwegs fragte er seine Schüler: Was sagen die Menschen, wer ich sei (27*)?
26* Die 40 km nördlich von Bethsaida gelegene "Kaiserstadt" war vom Vierfürsten Philippus zur Hauptstadt erhoben worden (vgl. Mt 16:13 mit Anm. 12).
27* o. Für wen halten mich die Leute →📗 →📚
Mk 8:28 - Sie aber antworteten ihm: Johannes der Täufer, andere: Elia, wieder andere: Einer der Propheten.
→📗 →📚
Mk 8:29 - Da fragte er sie [weiter]: Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Petrus antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Christus (28*)!
28* der Gesalbte, der Messias (vgl. Joh 20:31 - Apg 2:36) →📗 →📚
Mk 8:30 - Da gebot er ihnen streng (29*), niemandem von ihm zu sagen (30*).
29* "epitimao" = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18)
30* vgl. Mt 9:30 - Mt 16:20! →📗 →📚
Mk 8:31 - Und er begann, sie zu belehren, der Menschensohn müsse viel leiden und vonseiten der Ältesten und Hohenpriester und Schriftgelehrten [als unecht und unbrauchbar] verworfen werden und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen (31*).
31* vgl. Mt 8:20 - Mt 16:21! - Markus gebraucht gern das Wort auferstehen (Mk 8:31 - Mk 9:9,10 - Mk 9:31 - Mk 10:34 - Mk 12:23 - Mk 12:25), dagegen bevorzugen vor allem Matthäus und Paulus auferweckt werden (Mt 9:25 - Mt 16:21 - Mt 17:9 - Mt 17:23 - Mt 20:19 - Mt 27:63 - Mt 28:6 - Röm 4:24 - Röm 6:4 - Röm 6:9 - Röm 8:11 - Röm 8:34 sowie häufig in 1Kor 15). →📗 →📚
Mk 8:32 - Er sagte [ihnen dieses] Wort ganz offen (32*). Da nahm ihn Petrus auf die Seite und begann, ihm ernstlich tadelnd Vorhaltungen zu machen (29*).
29* "epitimao" = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18)
32* o. freimütig, frei heraus →📗 →📚
Mk 8:33 - Er aber wandte sich um, und indem er seine Schüler ansah, wies er [nun seinerseits] den Petrus ernstlich tadelnd zurecht (29*) und er sagt: Geh hinweg, [tritt] hinter mich, Satan! Denn du hast nicht im Sinn, was göttlich, sondern was menschlich ist (33*)!
29* "epitimao" = schelten, tadeln zurechtweisen, nachdrücklich gebieten o. ermahnen (Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18)
33* vgl. Mt 16:23 mit Anm. 27 →📗 →📚
Mk 8:34 - Dann rief er die Volksmenge zusammen mit seinen Schülern zu sich und sprach zu ihnen: Wenn einer mir nachfolgen (34*) will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
34* w. hinter mir her folgen →📗 →📚
Mk 8:35 - Denn wer irgend seine Seele (35*) retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele (35*) verlieren wird um meinetwillen und um des Evangeliums (36*) willen, der wird sie retten (37*).
35* o. sein (vom Seelisch-Natürlichen beherrschtes) Leben
36* o. der Heilsbotschaft, der Freudenkunde (Gottes)
37* vgl. Mt 10:39 - Mt 16:25 - Mk 10:29,30 - Lk 17:33 →📗 →📚
Mk 8:36 - Denn was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und [dabei] Schaden zu erleiden an seiner Seele (38*)?
38* o. seine Seele [sein Seelenleben] einzubüßen →📗 →📚
Mk 8:37 - [Und] was könnte ein Mensch als Gegenwert für seine Seele bezahlen (39*)?
39* o. als Tauschmittel (Lösegeld) für seine Seele geben →📗 →📚
Mk 8:38 - Wer sich also meiner und meiner Worte schämt inmitten dieses ehebrecherischen (40*) und sündigen Geschlechts (41*), dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommen wird (42*).
40* Israels Abfall von Gott ist Ehebruch (Hes 16 - Hos 2)
41* o. Volks (Generation) (vgl. Mk 8:12)
42* vgl. Mt 10:33 - Mt 16:27 - Mt 25:31 →📗 →📚
Mk 9:1 - Und er sprach zu ihnen: Wahrlich (15*), ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod gewiss nicht schmecken werden, bis sie das Königreich Gottes in [seiner] Macht haben kommen sehen (43*).
15* w. Amen
43* o. bis sie das Königtum Gottes in Kraft gekommen sehen. Diese Verheißung betrifft den folgenden Bericht von der Verklärung Jesu (vgl. Mt 16:28 mit Anm. 35). →📗 →📚
Mk 9:2 - Und sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus und den Johannes mit sich und führt sie auf einen hohen Berg hinauf (44*) - abseits, für sich allein. Und seine Gestalt veränderte sich vor ihnen (45*)
44* Die altkirchliche Tradition denkt an den Berg Tabor.
45* o. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt, vgl. Mt 17:2 →📗 →📚
Mk 9:3 - und seine Kleider wurden glänzend, strahlend weiß (46*), wie [sie] kein Walker (47*) auf Erden so weiß machen kann.
46* w. sehr weiß
47* Textilarbeiter, der Fasern miteinander verfilzte und Stoffe reinigte und bleichte →📗 →📚
Mk 9:4 - Und es erschien (48*) ihnen Elia, zusammen mit Mose, und sie unterredeten sich mit Jesus (49*).
48* Bezeichnung für das Sichtbarwerden überirdischer bzw. geistleiblicher Gestalten: Mt 17:3 - Lk 1:11 - Lk 24:34 - Apg 9:17 - Apg 13:31 - 1Kor 15:5-7.
49* Das Thema dieser Unterredung nennt Lk 9:31. →📗 →📚
Mk 9:5 - Da wendet sich Petrus an Jesus und sagt: Rabbi (50*), es ist gut, dass wir hier sind; so wollen wir [nun] drei Zelte errichten: dir eines und Mose eines und Elia eines (51*).
50* ehrerbietige hebräische Anrede des (Gesetzes-)Lehrers
51* vgl. Mt 17:4 mit Anmerkungen →📗 →📚
Mk 9:6 - Er wusste nämlich nicht, was er [dazu] sagen sollte; waren sie doch außer sich vor Furcht.
→📗 →📚
Mk 9:7 - Und es kam (52*) eine Wolke, die sie überschattete, und eine Stimme kam (52*) aus der Wolke: "Dies ist mein geliebter Sohn; hört auf ihn!"
52* w. wurde, entstand, geschah →📗 →📚
Mk 9:8 - Und plötzlich, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr – nur Jesus allein bei sich.
→📗 →📚
Mk 9:9 - Er befahl ihnen dann beim Hinabsteigen von dem Berg, niemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn aus [den] Toten auferstanden sei.
→📗 →📚
Mk 9:10 - [Dieses] Wort hielten sie fest (53*) und sie erörterten miteinander (54*), was das "aus den Toten Auferstehen" bedeuten solle.
53* freier: Dieses Wort ließ sie nicht mehr los
54* o. stritten miteinander (darüber) →📗 →📚
Mk 9:11 - Und sie fragten ihn: Warum sagen die Schriftgelehrten, Elia müsse zuerst kommen?
→📗 →📚
Mk 9:12 - Er aber sprach zu ihnen: Gewiss, Elia wird zuerst kommen und alles wieder zurechtbringen (55*). Und wie steht über den Menschensohn geschrieben? Dass er viel erleiden und für nichts geachtet werden wird (56*)!
55* o. wieder herrichten, wiederherstellen, in den richtigen Zustand versetzen (Mal 3:23,24)
56* o. verachtet, verworfen, misshandelt werden wird →📗 →📚
Mk 9:13 - Doch ich sage euch: Elia ist auch [bereits] gekommen und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht (57*).
57* vgl. 1Kö 19:2 - 1Kö 19:10 - Mt 17:11-13 mit Anmerkungen →📗 →📚
Mk 9:14 - Als sie dann zu den [übrigen] Schülern kamen, erblickten sie eine große Volksmenge um sie herum (58*) und Schriftgelehrte im Wortwechsel mit ihnen (59*).
58* Wieder berichtet Mk. in diesem Abschnitt ausführlicher als Mt. (17:14-21) und Lk. (9:37-42), wie auch in Mk 5:40-42 - Mk 6:17-29 - Mk 7:1-4 - Mk 7:31-37 - Mk 12:32-34 - Mk 15:42-46.
59* o. die mit ihnen stritten (diskutierten) →📗 →📚
Mk 9:15 - Und sogleich, als sie ihn sahen, war die ganze Menge außer sich vor Staunen (60*) und sie liefen herzu und grüßten ihn.
60* o. geriet die ganze Menge in große Erregung →📗 →📚
Mk 9:16 - Und er fragte sie: Worüber streitet ihr mit ihnen?
→📗 →📚
Mk 9:17 - Da antwortete ihm einer aus der Menge: Lehrer, ich habe [hier] meinen Sohn zu dir gebracht; er ist von einem stummen Geist besessen (61*),
61* w. er hat einen sprachlosen (o. stummen) Geist →📗 →📚
Mk 9:18 - und wo er ihn auch packt (62*), da reißt er ihn zu Boden (63*) und er schäumt (64*) und knirscht mit den Zähnen und wird starr (65*), und ich sagte deinen Schülern, sie möchten ihn [doch] austreiben, und sie vermochten es nicht (66*).
62* o. ergreift, überfällt, in Besitz nimmt
63* o. da zerrt er ihn hin und her
64* o. und er hat (wie ein Tobsüchtiger) Schaum vor dem Mund
65* o. steif (w. ausgetrocknet)
66* o. doch ihnen fehlte die Kraft (Stärke, Macht) dazu →📗 →📚
Mk 9:19 - Er aber entgegnet ihnen: O du ungläubiges Geschlecht (67*), wie lange noch soll ich bei euch sein, wie lange euch ertragen (68*)? Bringt ihn zu mir!
67* o. O du ungläubige Generation, du Volk ohne Vertrauen
68* Unglauben (Misstrauen) erträgt Jesus noch schwerer als andere Sünden (vgl. Joh 16:9 - Hebr 3:19 - Hebr 11:6). →📗 →📚
Mk 9:20 - Da brachten sie ihn zu [Jesus]. Als aber der Geist ihn sah, zerrte er [den Jungen] sogleich hin und her (69*), sodass er hinfiel und sich mit Schaum [vor dem Mund] auf dem Boden wälzte.
69* o. zog er (den Jungen) krampfartig zusammen →📗 →📚
Mk 9:21 - Und [Jesus] fragte seinen Vater: Wie lange Zeit ist es her, dass er dies bekommen hat (70*)? Er sagte: Von Kindheit an.
70* w. das ihm dies geschehen ist →📗 →📚
Mk 9:22 - Und oft [schon] hat er ihn teils ins Feuer, teils in Gewässer geworfen, um ihn umzubringen; aber wenn du etwas kannst, so hilf uns und erbarme dich über uns!
→📗 →📚
Mk 9:23 - Jesus aber sprach zu ihm: [Was heißt] "wenn du kannst"? Alles ist dem Glaubenden möglich (71*)!
71* Die Einschränkung "wenn du kannst" ist falsch; "wenn du willst" ist richtig (vgl. Mt 8:2 - 1Jo 5:14). Innerhalb des Willens Gottes stehen dem Glauben alle Möglichkeiten offen. →📗 →📚
Mk 9:24 - Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!
→📗 →📚
Mk 9:25 - Als nun aber Jesus sah, dass eine Menge [von Leuten] zusammenläuft, gebot er mit aller Strenge dem unreinen Geist: Du stummer und tauber Geist, ich selbst gebiete dir: Geh heraus aus ihm und geh nicht mehr in ihn hinein!
→📗 →📚
Mk 9:26 - Und schreiend und heftig zerrend (72*) verließ er ihn. Und [der Junge] wurde wie tot, sodass die meisten sagten: Er ist gestorben!
72* o. reißend, schüttelnd, verkrampfend →📗 →📚
Mk 9:27 - Jesus aber ergriff [machtvoll] seine Hand und richtete ihn auf und er erhob sich.
→📗 →📚
Mk 9:28 - Als er sich dann in ein Haus hinein begeben hatte (73*), fragten ihn seine Schüler, als sie allein (74*) waren: [Wie kommt es] dass wir ihn nicht austreiben konnten?
73* o. Als er dann ins Haus hineingegangen war (Mk 7:17)
74* o. abseits, für sich (ungestört) →📗 →📚
Mk 9:29 - Und er sprach zu ihnen: Diese Art (75*) kann durch nichts ausgetrieben werden als nur durch Gebet.
75* entweder: eine bestimmte Art von Dämonen, oder: die Dämonen im Allgemeinen, oder: (auf Jesu Schüler bezogen) der Kleinglaube (Mk 9:18,19 vgl. Mt 17:20,21) →📗 →📚
Mk 9:30 - Und sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa und er wollte nicht, dass es jemand erführe.
→📗 →📚
Mk 9:31 - Er belehrte nämlich seine Schüler über Folgendes (76*): Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen übergeben werden (77*) und sie werden ihn töten; doch wenn er getötet ist, wird er nach drei Tagen auferstehen (78*).
76* w. und sprach zu ihnen
77* o. ausgeliefert, überantwortet, preisgegeben werden
78* "Nach drei Tagen" ist hier gleichbedeutend mit "am dritten Tag" bei Paulus, Lukas und Matthäus. Andernfalls würde die Schrift sich selbst widersprechen (vgl. Est 4:16 mit Est 5:1, ferner Hos 6:2 - Jon 2:1 - Mt 12:40 - Mt 16:21 - Mt 17:23 - Mt 20:19 - Lk 9:22 - 1Kor 15:4). Auch in Mk 9:31 - Mk 10:34 sagen andere Lesarten "am dritten Tag". Im alten Judentum wurde der Teil des Tages häufig als ganzer Tag gezählt. →📗 →📚
Mk 9:32 - Sie aber verstanden das Gesagte nicht und scheuten sich, ihn zu fragen.
→📗 →📚
Mk 9:33 - Und sie kamen nach Kapernaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs besprochen?
→📗 →📚
Mk 9:34 - Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs eine Auseinandersetzung darüber geführt (79*), wer [unter ihnen] der Größte (80*) [sei].
79* o. miteinander verhandelt, diskutiert, gestritten
80* w. der Größere (Komparativ mit Superlativ-Bedeutung) →📗 →📚
Mk 9:35 - Da setzte er sich, rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn einer der Erste sein will, so sei er der Letzte von allen und aller Diener!
→📗 →📚
Mk 9:36 - Und er nahm ein kleines Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in die Arme und sprach zu ihnen:
→📗 →📚
Mk 9:37 - Wer [auch nur] eins von solchen Kindlein aufgrund meines Namens (81*) aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht [allein] mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
81* d.h. in der Kraft meiner Person, aufgrund meines Wesens →📗 →📚
Mk 9:38 - Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir sahen jemand, der in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir untersagten (82*) es ihm, weil er uns nicht nachfolgte.
82* griech. kolyo = hindern, verwehren, abhalten →📗 →📚
Mk 9:39 - Jesus aber sprach: Untersagt (82*) es ihm nicht! Denn niemand wird aufgrund meines Namens (81*) eine Machttat vollbringen und kurz darauf (83*) imstande sein, Böses über mich zu reden (84*).
81* d.h. in der Kraft meiner Person, aufgrund meines Wesens
82* griech. kolyo = hindern, verwehren, abhalten
83* w. schnell, geschwind
84* o. mich zu verleumden, zu schmähen →📗 →📚
Mk 9:40 - Denn wer nicht gegen uns ist, [der] ist für uns.
→📗 →📚
Mk 9:41 - Ja, wer euch [auch nur] einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil es heißt (85*), dass ihr Christus angehört (86*) - wahrlich (87*), ich sage euch: Er wird seinen Lohn keineswegs verlieren!
85* w. in dem Namen (vgl. Mt 10:41,42)
86* w. Christi seid (eine für Mk. ungewöhnliche Formulierung, die aber bei Paulus mehrmals vorkommt: 1Kor 1:12 - 1Kor 3:23 - 1Kor 15:23 - 2Kor 10:7)
87* w. amen →📗 →📚
Mk 9:42 - Und wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, ein Anstoß [zur Sünde] wird (88*), für den wäre es besser, wenn ein [schwerer] Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.
88* w. zum "Skandal" (Ärgernis, Fallstrick) wird →📗 →📚
Mk 9:43 - Und wenn deine Hand dich zur Sünde verführt (88*), so hau sie ab! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als zwei Hände besitzend in die Gehenna zu kommen (89*), in das unauslöschliche Feuer,
88* w. zum "Skandal" (Ärgernis, Fallstrick) wird
89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13! →📗 →📚
Mk 9:44 - wo "ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort. →📗 →📚
Mk 9:45 - Und wenn dein Fuß dich zur Sünde verführt (88*) , so hau ihn ab! Es ist besser für dich, lahm ins Leben einzugehn, als zwei Füße besitzend in die Gehenna (89*) geworfen zu werden,
88* w. zum "Skandal" (Ärgernis, Fallstrick) wird
89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13! →📗 →📚
Mk 9:46 - wo "ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort. →📗 →📚
Mk 9:47 - Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführt (88*), so reiß es aus [und] wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig ins Königreich Gottes (91*) einzugehn, als zwei Augen besitzend in die Gehenna (89*) geworfen zu werden,
88* w. zum "Skandal" (Ärgernis, Fallstrick) wird
89* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38; Mt 18:9 mit Anm. 13!
91* Der Begriff "Königreich Gottes" entspricht hier dem Begriff "Leben" (V.43.45); ähnlich Mt 25:34 - Mt 25:46. →📗 →📚
Mk 9:48 - wo "ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (90*).
90* Zitat aus Jes 66:24. In wichtigen alten Handschriften steht es nur in V.48, die Verse 44.46 fehlen dort. →📗 →📚
Mk 9:49 - Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden (92*).
92* Gericht und Reinigung, Leiden und Läuterung gehören immer zum göttlichen Walten dazu (1Petr 4:12). →📗 →📚
Mk 9:50 - Das Salz ist gut; wenn aber das Salz seine Salzkraft verliert (93*), womit wollt ihr's würzen? Habt Salz in euch (94*) und haltet Frieden untereinander!
93* w. salzlos (fade) wird
94* o. bei euch, unter euch (vgl. Mt 5:13 - Kol 4:6) →📗 →📚
Mk 10:1 - Von dort bricht er auf und kommt in das Gebiet von Judäa und ins Ostjordanland (1*), und wieder kommen Volksmengen bei ihm zusammen und wieder lehrte er sie, wie er es gewohnt war.
1* w. und jenseits des Jordans. Jesus wandert von Kapernaum kommend (Mt 17:24 - Mk 9:33) am Jordan entlang südwärts und nähert sich, auf dem Umweg über das Ostjordanland, Judäa und Jerusalem. →📗 →📚
Mk 10:2 - Und es traten Pharisäer herzu und fragten ihn, um ihn auf die Probe zu stellen (2*): Ist es einem Mann erlaubt, [seine] Frau zu entlassen (3*)?
2* o. zu versuchen, in böser Absicht auszuforschen
3* o. fortzuschicken (vgl. Mt 19:3) →📗 →📚
Mk 10:3 - Er aber antwortete mit der Gegenfrage (4*): Was hat euch Mose geboten?
4* w. sagte ihnen antwortend →📗 →📚
Mk 10:4 - Sie sagten: Mose hat gestattet (5*), einen Scheidebrief zu schreiben und [sie] zu entlassen (3*).
3* o. fortzuschicken (vgl. Mt 19:3)
5* o. zugelassen, gewährt, freigestellt, eingeräumt →📗 →📚
Mk 10:5 - Jesus aber sprach zu ihnen: Wegen der Härte eurer Herzen (6*) schrieb er euch dieses Gebot,
6* o. Weil euer Herz so starrsinnig, unbeugsam, uneinsichtig ist (vgl. Röm 2:5 - Hebr 3:8) →📗 →📚
Mk 10:6 - doch von Anfang der Schöpfung an hat [Gott] sie männlich und weiblich geschaffen (7*).
7* w. gemacht →📗 →📚
Mk 10:7 - "Darum wird ein Mensch seinen Vater und [seine] Mutter verlassen und fest an seiner Frau hängen (8*)
8* o. haften, kleben (vgl. Mt 19:5) →📗 →📚
Mk 10:8 - und die zwei sollen zu einem Fleisch werden (9*)." Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.
9* vgl. zu Mk 10:4-8 - 5Mo 24:1 - 1Mo 1:27 - 1Mo 2:24 →📗 →📚
Mk 10:9 - Was nun Gott zusammen ins Joch gespannt hat (10*), das soll der Mensch nicht scheiden.
10* o. zusammengefügt, -gespannt, -gebunden hat →📗 →📚
Mk 10:10 - [Als sie] dann ins Haus [gegangen waren], fragten ihn [seine] Schüler noch einmal danach.
→📗 →📚
Mk 10:11 - Und er sagt zu ihnen: Wer seine Frau entlässt (11*) und eine andere heiratet, begeht [der ersten Frau] gegenüber Ehebruch.
11* o. fortschickt, loslässt, verstößt →📗 →📚
Mk 10:12 - Und wenn sie ihren Mann entlässt (11*) und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch (12*).
11* o. fortschickt, loslässt, verstößt
12* Dies war freilich nicht jüdischer, wohl aber griechisch-römischer Brauch (vgl. 1Kor 7:10,11). →📗 →📚
Mk 10:13 - Und sie brachten Kindlein zu ihm, damit er sie berühre; die Schüler aber machten denen [die sie brachten], heftige Vorwürfe (13*).
13* o. wiesen sie schroff ab, drohten ihnen (Mt 19:13) →📗 →📚
Mk 10:14 - Als aber Jesus [das] sah, wurde er sehr erregt (14*) und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen, hindert sie nicht [daran]! Denn solchen [wie ihnen] gehört das Königreich Gottes.
14* o. wurde er unwillig, zornig (Mt 20:24 - Mt 21:15) →📗 →📚
Mk 10:15 - Wahrlich (15*), ich sage euch: Wer das Königreich Gottes nicht annimmt wie ein Kindlein, wird keinesfalls hineinkommen (16*)!
15* w. Amen
16* vgl. Mt 5:3 - Mt 5:20 - Mt 18:3 - Mt 23:13 - Mt 25:34 - Kol 1:13 →📗 →📚
Mk 10:16 - Dann schloss er sie in die Arme und segnete sie, indem er ihnen die Hände auflegte.
→📗 →📚
Mk 10:17 - Als er sich dann [wieder] auf den Weg machte, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben (17*) als Erbteil zu erhalten (18*)?
17* Hier dürfte das Leben der kommenden Weltzeit im messianischen Königreich gemeint sein, vgl. Mk 10:30 und Mt 25:46 mit Anm. 38!
18* vgl. Mt 19:16 - Mt 19:29 →📗 →📚
Mk 10:18 - Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Einem: Gott (19*)!
19* Es war der Niedrigkeit Jesu angemessen, die Anrede "gut" als eine nur Gott zukommende Ehre abzuweisen; als erhöhter Christus aber wird Jesus mit den gleichen Worten geehrt wie der Vater (Offb 5:13). "Gut ist Gott" steht auch in Ps 100:5 - Ps 106:1 - Ps 119:68 - Ps 136:1. →📗 →📚
Mk 10:19 - Die Gebote kennst du [ja] (20*): "Du sollst nicht töten – nicht ehebrechen – nicht stehlen – nicht lügnerisch Falsches bezeugen – nicht [jemandem] vorenthalten [was ihm zukommt] (21*) – Ehre deinen Vater und [deine] Mutter!"
20* vgl. 2Mo 20 - Mt 19:17-19
21* o. nicht (jemand) berauben (vielleicht Kurzfassung von 2Mo 20:17) →📗 →📚
Mk 10:20 - Er aber sagte zu ihm: Lehrer, das alles habe ich wachsam beobachtet und befolgt von meiner Jugend an.
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Mk 10:21 - Da blickte Jesus ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir [noch] (22*): Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib [den Erlös] den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm [und] folge mir nach!
22* bei deinem Bestreben, durch Gutestun Eingang ins Königreich Gottes zu finden; vgl. Mt 19:21 - Mt 25:34-40 →📗 →📚
Mk 10:22 - Bei [diesem] Wort verdüsterte sich [sein Gesicht] (23*) und er ging traurig weg, denn er hatte viele Güter erworben (24*).
23* o. wurde er trübe ("stygnazo" steht im NT nur hier und in Mt 16:3)
24* o. er besaß ein großes Vermögen, zahlreiche Besitztümer →📗 →📚
Mk 10:23 - Da blickt Jesus seine Schüler ringsum an und sagt zu ihnen: Wie schwer wird es [für die] sein, die Vermögen (25*) haben, in das Königreich Gottes einzugehen!
25* o. Schätze, Güter, (viel) Geld →📗 →📚
Mk 10:24 - Die Schüler aber erschraken über seine Worte; doch Jesus wendet sich noch einmal an sie und sagt: Kinder, wie schwer ist es [doch], in das Königreich Gottes einzugehen!
→📗 →📚
Mk 10:25 - Leichter kommt ein Kamel durch das Loch der Nähnadel hindurch als ein Reicher in das Königreich Gottes hinein (26*)!
26* Jesus will bewusst machen, wie ungeheuer schwer eine innerlich freie Stellung zu den Gütern dieser Welt ist. Das Wort "meint etwas schlechterdings Unmögliches und darf in keiner Weise erleichtert werden" (J. Schniewind). →📗 →📚
Mk 10:26 - Sie aber entsetzten sich noch mehr (27*) und sprachen zueinander: Wer kann dann [überhaupt] gerettet werden?
27* o. waren ganz und gar außer sich, zutiefst erschüttert →📗 →📚
Mk 10:27 - Jesus blickt sie an und spricht: Bei Menschen ist es unmöglich, nicht aber bei Gott; denn bei Gott ist alles möglich (28*).
28* vgl. 1Mo 18:14 - Mt 19:26 - Röm 4:21 →📗 →📚
Mk 10:28 - Da begann Petrus zu reden [und sagte] zu ihm: Sieh, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt!
→📗 →📚
Mk 10:29 - Jesus sprach: Wahrlich (15*), ich sage euch: Es gibt keinen, der [sein] Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums (29*) willen verlassen hat,
15* w. Amen
29* o. der Heilsbotschaft (vgl. Mk 8:35) →📗 →📚
Mk 10:30 - der es nicht hundertfach [wieder] empfängt: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, [wenn auch verbunden] mit Verfolgungen, und in der kommenden Weltzeit ewiges Leben (30*).
30* Es entsprechen sich: Eingehen ins Königreich Gottes (Mk 10:23-25) – Gerettetwerden (Mk 10:26) – Leben haben im kommenden Äon (Mk 10:17,30); vgl. Mk 9:47 mit Anm. 91 - Mt 25:46 mit Anm. 38! →📗 →📚
Mk 10:31 - Viele Erste aber werden Letzte sein und die Letzten Erste (31*).
31* Sünder erlangen Jesu Heil vor den "gerechten" Pharisäern (Mt 9:13 - Mt 21:31), Heiden vor den zuerst berufenen Israeliten (Apg 13:46). →📗 →📚
Mk 10:32 - Sie waren auf dem Wege und zogen hinauf nach Jerusalem und Jesus ging ihnen voran [in einer Weise, dass] sie erschraken und die Nachfolgenden in Furcht gerieten (32*). Und wieder nahm er die Zwölf beiseite und begann, zu ihnen von dem zu reden, was ihm demnächst begegnen würde (33*):
32* "Zunehmend legte sich Beklommenheit auf sie ... Schaudernd sehen sie seine Zielstrebigkeit ins Dunkle hinein" (A. Pohl).
33* o. (in naher Zukunft) zustoßen, widerfahren sollte →📗 →📚
Mk 10:33 - Sieh, wir gehen hinauf nach Jerusalem und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten übergeben werden (34*) und sie werden ihn zum Tode verurteilen und an die Heiden übergeben (35*)
34* o. ausgeliefert, überantwortet werden (Mt 20:18)
35* o. den Nationen (Nichtisraeliten) ausliefern →📗 →📚
Mk 10:34 - und sie werden ihn verspotten (36*) und ihn anspucken, ja ihn auspeitschen und töten, und nach drei Tagen (37*) wird er auferstehen (38*).
36* ihr Spiel o. ihren Mutwillen mit ihm treiben
37* vgl. Mk 9:31 mit Anm. 78!
38* vgl. Mk 8:31 mit Anm. 31! →📗 →📚
Mk 10:35 - Da treten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an ihn heran und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen (39*), dass du für uns tust, was immer wir von dir erbitten!
39* o. wünschen, begehren →📗 →📚
Mk 10:36 - Er aber sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich's für euch tue?
→📗 →📚
Mk 10:37 - Sie erwiderten ihm: Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit (40*) [neben dir] sitzen [dürfen] – einer zu deiner Rechten und einer zur Linken!
40* "In deiner Herrlichkeit" lautet bei Mt. "in deinem Königreich" (Mt 20:21 - vgl. Mt 19:28). Die beiden wollen sich vorab Ehrenplätze sichern. Vgl. Offb 3:21! →📗 →📚
Mk 10:38 - Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
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Mk 10:39 - Sie antworteten ihm: Wir können es! Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr [zwar] trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden;
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Mk 10:40 - aber das Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu vergeben, ist nicht meine Sache, sondern [es wird jenen zuteil], denen es bereitet ist.
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Mk 10:41 - Und es hörten [dies] die Zehn und sie begannen sich über Jakobus und Johannes zu ärgern (41*).
41* o. unwillig, zornig, erregt zu werden. Freier übersetzt: und Ärger und Zorn stiegen in ihnen auf. →📗 →📚
Mk 10:42 - Da ruft Jesus sie herbei und spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass [jene], die als Herrscher der Weltvölker gelten, sie als die Herren unterjochen und ihre Großen sie ihre Macht fühlen lassen (42*).
42* o. gewalttätig gegen sie vorgehen, ihre Gewalt missbrauchen, sie unterdrücken (Mt 20:25) →📗 →📚
Mk 10:43 - So aber verhält es sich nicht bei euch (43*), sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein,
43* o. ist es nicht unter euch, d.h. Machtwillen und Machtmissbrauch soll es bei euch nicht geben (Phil 2:5) →📗 →📚
Mk 10:44 - und wer unter euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein;
→📗 →📚
Mk 10:45 - denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele (44*).
44* vgl. Mt 20:26-28 mit Anmerkungen →📗 →📚
Mk 10:46 - Und sie kommen nach Jericho. Als er dann Jericho [wieder] verließ (45*) – und [ebenso] seine Schüler und eine ziemlich große Volksmenge –, saß [da] Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg,
45* w. von Jericho hinausging →📗 →📚
Mk 10:47 - und als er hörte, es sei Jesus, der Nazarener, fing er an zu schreien: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner!
→📗 →📚
Mk 10:48 - Und viele befahlen ihm drohend (46*) zu schweigen; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!
46* o. vorwurfsvoll, tadelnd, scheltend →📗 →📚
Mk 10:49 - Da blieb Jesus stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie rufen den Blinden und sagen ihm: Fasse Mut (47*), steh auf, er ruft dich!
47* o. Sei getrost, sei unverzagt →📗 →📚
Mk 10:50 - Da warf er seinen Mantel (48*) ab, sprang auf und kam zu Jesus.
48* o. sein Oberkleid, Obergewand →📗 →📚
Mk 10:51 - Und Jesus redete ihn an und sprach: Was willst du? [Was] soll ich für dich tun? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni (49*), [gib] dass ich wieder sehend werde (50*)!
49* ehrenvolle Bezeichnung eines Lehrers (Steigerungsform von Rabbi): mein Herr, verehrter Lehrer (Joh 20:16)
50* o. (ich möchte) wieder sehen (können) →📗 →📚
Mk 10:52 - Da sprach Jesus zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt (51*). Und sogleich wurde er wieder sehend und folgte ihm auf dem Wege.
51* o. gerettet, gesund gemacht (dir Rettung, Heil, Heilung gebracht) (vgl. Mt 9:22 - Mk 5:34) →📗 →📚