Mt 16:1 - Da traten die Pharisäer und Sadduzäer [an ihn] heran, und um ihn auf die Probe zu stellen (1*), forderten sie ihn [nochmals] auf (2*), ihnen ein Zeichen aus dem Himmel vorzuführen.
1* o. zu versuchen
2* vgl. Mt 12:38 →📗 →📚
Mt 16:2 - Er aber antwortete ihnen: Wenn es Abend geworden ist, sprecht ihr: [Es gibt] heiteres Wetter (3*), denn der Himmel färbt sich feuerrot;
3* o. schönes, ruhiges, gutes Wetter →📗 →📚
Mt 16:3 - und frühmorgens: Heute [gibt es] stürmisches Wetter; denn der Himmel ist feuerrot und trübe. Das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, doch die Zeichen der Zeiten (4*) könnt ihr nicht [beurteilen].
4* griech. kairos; vgl. Mt 12:1 mit Anm. 1! →📗 →📚
Mt 16:4 - Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, doch es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen Jonas (5*). Und er ließ sie stehen und ging weg.
5* vgl. Mt 12:39 mit Anmerkungen! →📗 →📚
Mt 16:5 - Als dann die Schüler (6*) an das jenseitige Ufer (7*) kamen, [merkten sie, dass] sie vergessen hatten, Brote mitzunehmen.
6* o. die Jünger (Jesu)
7* des Sees Genezareth →📗 →📚
Mt 16:6 - Jesus aber sprach zu ihnen: Gebt Acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
→📗 →📚
Mt 16:7 - Da machten sie sich untereinander Gedanken (8*) und sprachen: [Das sagt er] weil wir keine Brote mitgenommen haben.
8* o. Da überlegten sie bei sich →📗 →📚
Mt 16:8 - Als Jesus es erkannte, sprach er: Was macht ihr euch untereinander Gedanken (9*), ihr Kleingläubigen, weil ihr keine Brote habt?
9* o. Was überlegt ihr bei euch selbst →📗 →📚
Mt 16:9 - Begreift ihr [immer] noch nicht und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote für die 5000 und wie viele Tragkörbe [voll] ihr mitgenommen habt,
→📗 →📚
Mt 16:10 - auch nicht an die sieben Brote für die 4000 und wie viele Handkörbe [voll] ihr mitgenommen habt (10*)?
10* vgl. Mt 14:20 und Mt 15:37 →📗 →📚
Mt 16:11 - Wieso begreift ihr nicht, dass ich nicht von Broten zu euch sprach? Hütet euch vielmehr vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
→📗 →📚
Mt 16:12 - Da verstanden sie, dass er nicht gesagt hatte, sie sollten sich vor dem Sauerteig der Brote hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer (11*).
11* vgl. Mt 13:33 mit Anm. 36; ferner Mt 15:1-9 - Mt 22:23 - Mt 23:1-36 →📗 →📚
Mt 16:13 - Als dann Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi (12*) gekommen war, fragte er seine Schüler: Was sagen die Menschen [zu der Frage], wer der Menschensohn sei (13*)?
12* zu Füßen des Hermon im Golan-Gebiet (auch Paneas o. Banyas genannt, weil im Quellgebiet des Banyas, eines der drei Quellflüsse des Jordan, gelegen). Der Vierfürst Philippus (Mt 14:1 - Lk 3:1), Sohn Herodes des Großen, machte den Ort zu seiner Hauptstadt und nannte ihn Cäsarea Philippi.
13* vgl. Mt 8:20 mit Anm. 17! →📗 →📚
Mt 16:14 - Sie aber sprachen: Die einen [sagen]: Johannes der Täufer, andere aber: Elia, noch andere: Jeremia oder [sonst] einer der Propheten!
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Mt 16:15 - Er spricht zu ihnen: Ihr aber, was sagt [denn] ihr, wer ich sei?
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Mt 16:16 - Simon Petrus antwortete: Du bist der Christus (14*), der Sohn des lebendigen Gottes (15*)!
14* o. der Gesalbte, der Messias (und damit der Erfüller aller Messias-Verheißungen des AT)
15* Als solcher ist Jesus, vom Vater vor Grundlegung der Welt gezeugt und geboren, der göttlichen Natur teilhaftig (Hebr 1:1-6) und dem Vater wesensgleich (vgl. Joh 1:34 - Joh 1:49 - Joh 3:18 - Joh 5:25 - Röm 8:3 - Röm 8:29 - Röm 8:32 - Gal 1:16 - Gal 2:20 - Gal 4:4 - Eph 4:13 - Kol 1:13 - Hebr 4:14 - 1Jo 1:3). →📗 →📚
Mt 16:17 - Jesus entgegnete ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut haben dir [das] nicht geoffenbart, sondern mein Vater in den Himmeln.
→📗 →📚
Mt 16:18 - Und ich sage dir: Du bist Petrus (16*), und auf diesem Felsen (17*) werde ich meine Gemeinde (18*) erbauen und [selbst] die Tore des Totenreichs werden sie nicht überwältigen (19*).
16* griech. petros, d.h. Fels, Felsenmann
17* griech. petra. Nicht Petrus als schwankender Mensch ist der hier gemeinte Fels (vgl. Mt 16:22,23 - Lk 22:54-62 - Gal 2:11-16), sondern Petrus als Bekenner. Er blieb aber keineswegs der einzige Grundstein der Gemeinde Christi (Eph 2:20) noch ist er ihr eigentlicher Grund; dieser ist nach 1Petr 2:4 und 1Kor 3:11 Christus selbst.
18* griech. ekklesia = die (durch einen Herold) herausgerufene Versammlung. Nur dreimal kommt das Wort bei Mt vor (Mt 16:18 - Mt 18:17), aber über hundertmal in der Apg, den Briefen und der Offb; vor allem Paulus entfaltet eine Gemeindelehre.
19* o. besiegen. Denn Christus als die Auferstehung und das Leben (Joh 11:25 - Offb 1:17,18) wird die Glieder seiner Gemeinde keinesfalls dem Hades (Totenreich) überlassen (Phil 1:23 - 1Thes 4:15-17 - 2Kor 5:1-4). →📗 →📚
Mt 16:19 - Ich werde dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben (20*), und was du auf Erden bindest, wird in den Himmeln gebunden sein, und was du auf Erden lösest, wird in den Himmeln gelöst sein (21*).
20* Tatsächlich tat Petrus zuerst den Israeliten (Apg 2) und dann auch den Nichtisraeliten (Apg 10) durch seine Predigt von Jesus Christus die Tür auf, um glaubend in die Königsherrschaft Gottes einzugehen (Kol 1:13).
21* vgl. Mt 18:18 mit Anm. 22 und Joh 20:23 mit Anm. 18! →📗 →📚
Mt 16:20 - Dann befahl er den Schülern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei (22*).
22* vgl. Mt 9:30 mit Anm. 29! →📗 →📚
Mt 16:21 - Von da an begann Jesus seinen Schülern zu zeigen, er müsse (23*) nach Jerusalem gehen und vieles erleiden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und [sogar] getötet werden und am dritten Tage auferweckt werden (24*).
23* ein göttlich-heilsgeschichtliches Muss; vgl. Mt 24:6 - Mt 26:54 - Lk 24:44 - Joh 3:14 - Joh 20:9 - Apg 3:21
24* Dieser Vers deutet eine Wende an: Dominierten bisher Königreichsproklamation und Wundertätigkeit, so wird nun immer deutlicher, dass Jesu Weg durch Sterben zum Auferstehungsleben und zur Königsherrschaft führt. →📗 →📚
Mt 16:22 - Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm ernstlich tadelnd Vorhaltungen zu machen; er sagte: [Gott] sei dir gnädig, Herr! Auf keinen Fall soll dir das widerfahren!
→📗 →📚
Mt 16:23 - Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinweg, [tritt] hinter mich, Satan (25*)! Du bist mir ein Ärgernis (26*). Denn du hast nicht im Sinn, was göttlich, sondern was menschlich ist (27*).
25* d.h. Widersacher, Feind
26* o. Fallstrick, Anstoß ("Skandal"): Du willst mich zu Fall bringen, zum Ungehorsam verführen, vom Leidensweg abbringen! - Wie zwiespältig ist doch Petrus: seinem Glaubensbekenntnis nach ein Fels (Mt 16:18), aber im eigenen Denken menschlich, ja gottfeindlich!
27* o. dein Sinnen, Denken und Urteilen ist nicht auf Gottes, sondern der Menschen Anliegen gerichtet →📗 →📚
Mt 16:24 - Daraufhin sagte Jesus seinen Schülern: Will mir jemand nachfolgen (28*), der verleugne sich selbst (29*) und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
28* w. Will jemand hinter mir her kommen
29* o. sage sich los von sich selbst, lasse sein Ich los →📗 →📚
Mt 16:25 - Denn wer irgend seine Seele (30*) erretten will, wird sie verlieren; wer aber seine Seele (30*) verliert um meinetwillen, wird sie finden (31*).
30* o. sein vom seelisch-natürlichen Wesen beherrschtes Leben; w. "psyche"
31* vgl. Mt 10:39 mit Anmerkungen →📗 →📚
Mt 16:26 - Was für einen Nutzen hätte also ein Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne, aber Schaden nähme an seiner Seele (32*)? Oder was wird ein Mensch als Gegenwert für seine Seele geben [können]?
32* Indem er sie durch Ichsucht "verliert" (Mt 16:25a). - Ein Mensch hat keinen Nutzen davon, wenn er im irdisch-natürlichen Bereich seiner Seele ein Höchstmaß an Genuss und Reichtum gewährt, statt sie an Jesus zu "verlieren"; denn in Wirklichkeit verdirbt und schädigt er sie. Schon heute fügt er sich selbst Schaden zu – und erst recht im Blick auf die zukünftige Vergeltung. →📗 →📚
Mt 16:27 - Denn der Menschensohn wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun (33*).
33* o. seinem Handeln (seiner "Praxis"); vgl. Ps 62:13 - Röm 2:6 - Offb 2:23 - Offb 22:12 →📗 →📚
Mt 16:28 - Wahrlich (34*), ich sage euch: Es sind einige unter denen, die hier stehen, die den Tod gewiss nicht schmecken werden, bis sie den Menschensohn haben kommen sehen in seiner Königsherrschaft (35*).
34* w. Amen
35* o. in seinem Königreich. Jesus sagt damit nicht, noch zu Lebzeiten einiger seiner Schüler werde das Königreich Gottes auf Erden aufgerichtet werden; er weist vielmehr auf die Vorausdarstellung seiner Reichsherrlichkeit auf dem Berg der Verklärung hin. Darum folgt auf diese Verheißung Jesu in allen drei synoptischen Evangelien unmittelbar der Bericht von seiner Verklärung (Mt 17:1 - Mk 9:2 - Lk 9:28). →📗 →📚
Mt 17:1 - Sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus sowie Jakobus und seinen Bruder Johannes mit sich und führt sie auf einen hohen Berg hinauf – für sich allein (1*).
1* o. abseits, in die Einsamkeit →📗 →📚
Mt 17:2 - Und seine Gestalt veränderte sich vor ihnen (2*) und sein Angesicht strahlte [hell] wie die Sonne, seine Kleider aber wurden leuchtend weiß wie das Licht.
2* Jesus nahm die Gestalt seiner himmlischen Herrlichkeit an; er erlebte eine "Metamorphose"; vgl. Offb 1:13-16 - Apg 26:13 - Mk 9:2-8 - Lk 9:28-36 - 2Petr 1:16-19. →📗 →📚
Mt 17:3 - Und sieh, es erschienen ihnen Mose und Elia, die unterredeten sich mit ihm.
→📗 →📚
Mt 17:4 - Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut (3*), dass wir hier sind; wenn du willst, werde ich hier drei Zelte errichten (4*), dir eines und Mose eines und Elia eines.
3* o. fein, schön, angenehm ("Es gefällt uns hier ausgezeichnet"). Dem Menschen gefällt Herrlichkeit ohne vorangegangenes Leid; siehe aber 1Petr 1:11 - 2Kor 4:17!
4* o. Hütten bauen (Laubhütten machen) →📗 →📚
Mt 17:5 - Während er noch redete, sieh, da überschattete sie eine lichte Wolke, und sieh, eine Stimme [kam] aus der Wolke; sie sagte: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe (5*). Hört auf ihn!"
5* vgl. 2Mo 24:16 - Mt 3:17 - Mt 12:18 →📗 →📚
Mt 17:6 - Als die Schüler [das] hörten, fielen sie [nieder] auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.
→📗 →📚
Mt 17:7 - Und Jesus trat herzu, berührte sie und sprach: Steht auf (6*) und fürchtet euch nicht!
6* o. Werdet erweckt, richtet euch auf →📗 →📚
Mt 17:8 - Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als ihn, Jesus, allein.
→📗 →📚
Mt 17:9 - Jesus gebot ihnen [dann] beim Hinabsteigen von dem Berg: Sagt das Geschaute niemand [weiter], bis der Menschensohn aus [den] Toten erweckt ist!
→📗 →📚
Mt 17:10 - Da fragten ihn die Schüler: Warum sagen eigentlich die Schriftgelehrten, dass Elia zuerst kommen müsse (7*)?
7* Die Frage hat wohl den Sinn: Wir haben heute Elia gesehen. Kommt nun dein Königreich? Oder muss Elia noch einmal kommen (Mal 3:23)? →📗 →📚
Mt 17:11 - Er antwortete: Elia kommt zwar und wird alles wieder herrichten (8*).
8* o. wiederherstellen, in den richtigen Zustand versetzen →📗 →📚
Mt 17:12 - Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen und sie haben ihn nicht erkannt (9*), sondern mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden.
9* d.h. als Vorläufer des Messias ernst genommen →📗 →📚
Mt 17:13 - Da verstanden die Schüler, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach (10*).
10* Jesus bestätigt also beides: einmal, dass in dem Täufer der Geist Elias wirkte, sodass Elia in Johannes schon einmal geistlicherweise gekommen ist, und zum andern, dass er auch noch einmal kommen werde, um alles (für die Aufrichtung des Reiches) vorzubereiten und herzurichten, was ja Johannes der Täufer nicht tat und was auch die kurze Erscheinung auf dem Berg nicht bewirkte. →📗 →📚
Mt 17:14 - Als sie dann [wieder] zur Volksmenge gekommen waren, trat ein Mensch an ihn heran, warf sich vor ihm auf die Knie
→📗 →📚
Mt 17:15 - und sagte: Herr, erbarme dich meines Sohnes! Er ist nämlich mondsüchtig und hat schwer zu leiden, denn oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser.
→📗 →📚
Mt 17:16 - Und ich habe ihn zu deinen Schülern gebracht und sie konnten ihn nicht heilen.
→📗 →📚
Mt 17:17 - Jesus aber antwortete: O du ungläubiges und verdrehtes (11*) Geschlecht (12*), wie lange noch soll ich bei euch sein? Wie lange noch soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir hierher!
11* o. verbogenes, verkehrtes
12* o. Volk, Art, Generation; vgl. Mt 12:39 - Phil 2:15 →📗 →📚
Mt 17:18 - Und Jesus gebot ihm ernstlich (13*), da fuhr der Dämon von ihm aus und der Knabe war von jener Stunde an geheilt (14*).
13* o. tadelte, schalt, rügte ihn (den bösen Geist). Das Wort "epitimao" steht auch Mt 8:26 - Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 19:13
14* vgl. Mk 9:14-27 - Lk 9:38-43 →📗 →📚
Mt 17:19 - Da traten die Schüler abseits [von der Menge] an Jesus heran und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?
→📗 →📚
Mt 17:20 - Er sagt zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens! Denn wahrlich (15*), ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn (16*), so werdet ihr zu diesem Berge sagen: Rücke von hier weg dort hinüber! - und er wird hinüberrücken (17*) und nichts wird euch unmöglich sein (18*).
15* w. Amen
16* d.h. so lebendig und keimfähig, wenn auch zunächst klein
17* Bildliche Rede für die Überwindung von Sorgen, Schwierigkeiten, Gottwidrigem, unmöglich Scheinendem.
18* nichts, was in einer bestimmten Situation dem Willen Gottes entspricht, dem ich im Glaubensgehorsam folgen will (vgl. 1Jo 3:22 - 1Jo 5:14) →📗 →📚
Mt 17:21 - Aber diese Art fährt nur aus durch Gebet und Fasten (19*).
19* vgl. Mk 9:29. Vers 21 fehlt in wichtigen Handschriften. →📗 →📚
Mt 17:22 - Als sie aber in Galiläa beieinander waren (20*), sprach Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird demnächst (21*) in die Hände der Menschen übergeben werden (22*)
20* o. sich zusammendrängten, zusammen wanderten
21* o. Der Menschensohn steht im Begriff ...
22* o. ausgeliefert, überantwortet, dahingegeben werden (Mt 10:4 - Mt 26:2 - Mt 27:26 - Röm 4:25 - Röm 8:32 - 1Kor 11:23 - Gal 2:20 - Eph 5:2) →📗 →📚
Mt 17:23 - und sie werden ihn töten und am dritten Tag wird er auferweckt werden. Da wurden sie sehr traurig.
→📗 →📚
Mt 17:24 - Als sie nun nach Kapernaum gekommen waren, traten die Einnehmer der Tempelsteuer (23*) an Petrus heran und sagten: Zahlt euer Lehrer die Doppeldrachmen nicht?
23* w. der Doppeldrachmen (2Mo 30:13,14) →📗 →📚
Mt 17:25 - Er sagt: Doch (24*)! Als er dann ins Haus eingetreten war, kam Jesus ihm (25*) mit den Worten zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige der Erde Zölle oder Steuer – von ihren Söhnen oder von den Fremden?
24* o. Gewiss; o ja! (eine voreilige Antwort)
25* und damit allen Erklärungsversuchen des Petrus →📗 →📚
Mt 17:26 - Als er sagte: Von den Fremden!, sprach Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei (26*)!
26* Jesus steht als Sohn des Vaters (mit seinen Schülern) Tempel, Sabbat und Gesetz in der Freiheit der Söhne gegenüber; dennoch bindet er sich freiwillig an Gesetz und Tempel (vgl. Gal 4:4). →📗 →📚
Mt 17:27 - Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben (27*), geh zum See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm, und hast du sein Maul geöffnet, so wirst du ein Vierdrachmenstück finden (28*); das nimm und gib es ihnen für mich und dich (29*)!
27* o. kein Ärgernis bereiten ("Skandal")
28* einen Stater (als Tempelsteuer für Jesus und Petrus)
29* Gott zahlt selbst den vom Gesetz geforderten Preis; dies geschieht hier durch ein Wunder Gottes; es geschieht erst recht am Kreuz Jesu (Joh 19:7 - 1Petr 1:18,19). →📗 →📚
Mt 18:1 - In jener Stunde traten die Schüler zu Jesus mit der Frage (1*): Wer ist denn nun [eigentlich] der Größte im Königreich der Himmel?
1* w. indem sie sagten →📗 →📚
Mt 18:2 - Da rief er ein kleines Kind herbei, stellte es in ihre Mitte
→📗 →📚
Mt 18:3 - und sprach: Wahrlich (2*), ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr bestimmt nicht ins Königreich der Himmel eingehen (3*).
2* w. Amen
3* vgl. Mt 3:2 - Mt 5:3 - Mt 10:20 →📗 →📚
Mt 18:4 - Wer sich darum selbst erniedrigt (4*) [und demütig wird] wie dieses Kindlein, der ist der Größte im Königreich der Himmel,
4* vgl. Mt 23:12 - Mt 11:29 - Phil 2:3,8 →📗 →📚
Mt 18:5 - und wer [auch nur] ein solches Kindlein aufgrund meines Namens aufnimmt, der nimmt mich auf.
→📗 →📚
Mt 18:6 - Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, ein Anstoß [zur Sünde] wird (5*), für den wäre es besser (6*), dass ihm ein Mühlstein (7*) um seinen Hals gehängt und er in der Tiefe des Meeres versenkt würde.
5* o. zum Ärgernis ("Skandal") wird, es zu Fall bringt
6* w. nützlich, förderlich, angemessen
7* w. ein Eselsmühlstein (nicht der Stein der kleinen Handmühle, sondern der großen, durch Eselskraft getriebenen Mühle) →📗 →📚
Mt 18:7 - Wehe der Welt wegen der Verführungen (8*)! Die Verführungen sind ja [allerdings] notwendig (9*), doch wehe dem Menschen, durch den die Verführung (8*) kommt!
8* "skandalon" = Anstoß zur Sünde, Ärgernis, Fallstrick (eig. losschnellendes Stellholz in der Falle)
9* o. unvermeidlich, ein Zwang (sie müssen kommen) →📗 →📚
Mt 18:8 - Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zur Sünde verführt (10*), so hau sie ab und wirf sie von dir! Es ist dir besser, verstümmelt oder lahm ins Leben einzugehen, als zwei Hände oder zwei Füße besitzend in das ewige (11*) Feuer geworfen zu werden (12*).
10* w. dir zum "Skandal" (Ärgernis, Anstoß, Falle, Fallstrick) wird (vgl. Mt 5:29,30)
11* "aionios" = Weltzeiten hindurch während, unermesslich; vgl. Mt 25:41 - Mt 25:46 - Röm 2:5-10
12* vgl. Mt 5:30 mit Anm. 38! →📗 →📚
Mt 18:9 - Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführt (10*), so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist dir besser, einäugig ins Leben einzugehen, als zwei Augen besitzend in die Gehenna des Feuers (13*) geworfen zu werden.
10* w. dir zum "Skandal" (Ärgernis, Anstoß, Falle, Fallstrick) wird (vgl. Mt 5:29,30)
13* Gehenna meint zunächst das "Tal Hinnom" südlich von Jerusalem, wo zur Leichenverbrennung ein immer währendes Feuer unterhalten wurde (Jes 66:24). Dieses Feuer wird zum Bild für Gottesgerichte in kommenden Weltzeiten (Äonen). Vgl. Mt 5:22 - Mt 5:29,30 - Mt 10:28 - Mt 23:15 - Mt 23:33. →📗 →📚
Mt 18:10 - Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel in den Himmeln schauen allezeit das Angesicht meines Vaters in den Himmeln.
→📗 →📚
Mt 18:11 - Denn der Menschensohn ist gekommen, das Verlorene zu retten (14*).
14* Vers 11 fehlt in wichtigen Handschriften. →📗 →📚
Mt 18:12 - Was meint ihr wohl: Wenn einem Menschen 100 Schafe gehören und eines davon sich verirrt, wird er nicht die 99 auf den Bergen lassen und hingehen und das verirrte suchen?
→📗 →📚
Mt 18:13 - Und wenn es geschieht, dass er's findet – wahrlich (15*), ich sage euch -, so freut er sich über dieses mehr als über die 99, die sich nicht verirrt hatten.
15* w. Amen →📗 →📚
Mt 18:14 - Ebenso ist es nicht die Absicht (16*) eures Vaters in den Himmeln, dass eines dieser Kleinen verloren gehe (17*).
16* o. Wille, Wunsch, Begehren, Entschluss
17* Es ist keineswegs nur an kleine Kinder zu denken, sondern auch an Anfänger im Glauben (V.6!) sowie an die Geringen, Verirrten, Armen im weitesten Sinn. →📗 →📚
Mt 18:15 - Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so geh hin und stelle ihn zur Rede (18*); [das geschehe] zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen;
18* o. überführe ihn, halte es ihm vor, weise es ihm nach, weise ihn zurecht; vgl. 3Mo 19:17 →📗 →📚
Mt 18:16 - hört er aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit "auf [der Aussage von] zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache Bestand habe" (19*).
19* vgl. 5Mo 19:15 - 1Tim 5:19 →📗 →📚
Mt 18:17 - Hört er aber [auch] nicht auf sie, so sage es der Gemeinde; hört er auch nicht auf die Gemeinde, so sieh ihn an wie den Heiden (20*) und den Zöllner (21*).
20* w. so sei er dir wie der Heide ...
21* d.h. wie einen, der außerhalb der Gemeinde steht →📗 →📚
Mt 18:18 - Wahrlich (2*), ich sage euch: Was immer ihr auf Erden bindet, wird [auch] im Himmel gebunden sein, und was immer ihr auf Erden löst, wird [auch] im Himmel gelöst sein (22*).
2* w. Amen
22* Die Schüler und Apostel Jesu können Menschen zwar niemals nach Gutdünken die göttliche Vergebung zusprechen oder verweigern, doch sie dürfen die Grundbedingungen erkennen und anwenden, unter denen Gott vergibt. Vgl. Mt 16:19! Beispiele des "Bindens" finden sich in 1Kor 5:4,5 - 1Tim 1:20, des "Lösens" in Apg 16:31 - Röm 10:9 - 1Jo 1:9. S.a. Apg 15:7-11 und Joh 20:23! →📗 →📚
Mt 18:19 - Wahrlich (2*), weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden in einem Gebetsanliegen (23*) übereinstimmen, so wird es ihnen zuteil werden von meinem Vater in den Himmeln (24*).
2* w. Amen
23* w. in irgendeiner Sache, um die sie bitten wollen
24* Immer gilt allerdings 1Jo 5:14. Bei Wunschgebeten ist hinzuzufügen: "wenn es dein Wille ist". Vgl. Mt 17:20. →📗 →📚
Mt 18:20 - Denn wo zwei oder drei versammelt sind zu meinem Namen hin (25*), da bin ich mitten unter ihnen.
25* d.h. um mir im Glauben persönlich zu begegnen →📗 →📚
Mt 18:21 - Dann trat Petrus herzu und sprach zu ihm: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, wenn er gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?
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Mt 18:22 - Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebzigmal sieben[mal] (26*).
26* Das wäre 490-mal. Vielleicht ist hier an Dan 9:24 zu denken: Siebzig Siebener (70 Jahrwochen = 490 Jahre) sind über Juda und Jerusalem verhängt, bis die Sünde abgetan ist. Das würde bedeuten: Solange es Sünde gibt, also unbegrenzt, soll man vergeben. - Andere erinnern hier an 1Mo 4:24 als an ein negatives Gegenbeispiel (und übersetzen 70-mal 7 mit "77-mal"): Lamech will nicht 7-mal, sondern 77-mal Rache üben. →📗 →📚
Mt 18:23 - Darum ist das Königreich der Himmel einem König gleich (27*), der mit seinen Knechten (28*) abrechnen wollte.
27* w. einem Menschen, einem König, gleichgemacht worden
28* w. Sklaven (so auch Mt 18:26-33). Solche konnten als Beamte o. Statthalter tätig sein. →📗 →📚
Mt 18:24 - Als er nun mit der Abrechnung begonnen hatte, wurde einer zu ihm gebracht, der [ihm] 10 000 Talente (29*) schuldig war.
29* Eine riesige Schuldsumme von etwa 25 Millionen Euro (Anm. D. Muhl: Laut Tabelle sogar 6 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Das Jahresgehalt von Herodes Antipas betrug etwa 200 Talente = 0,5 Millionen Euro (F. Rienecker) (Anm. D. Muhl: 120 Millionen Euro). →📗 →📚
Mt 18:25 - Da er aber nichts besaß, um [die Schuld] zurückzuzahlen, gab der Herr Befehl, ihn und [seine] Frau und die Kinder und all seine Habe zu verkaufen und [damit] Zahlung zu leisten (30*).
30* den Erlös zum Abtragen der Schuld zu verwenden →📗 →📚
Mt 18:26 - Da fiel der Knecht nieder, grüßte ihn ehrfurchtsvoll und sprach: Hab Geduld mit mir und ich werde dir alles zurückzahlen!
→📗 →📚
Mt 18:27 - Da gab, im Innersten von Erbarmen bewegt (31*), der Herr jenes Knechtes ihn los und die Darlehenssumme erließ er ihm [auch].
31* vgl. Mt 9:36 - Mt 14:14 - Mt 15:32 - Mt 20:34 - Lk 15:20 →📗 →📚
Mt 18:28 - [Kaum] aber war er hinausgegangen, fand jener Knecht einen seiner Mitknechte, der ihm 100 Denare (32*) schuldete. Und er packte ihn, würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!
32* o. 100 Silbermünzen = 40 bis 50 Euro (Anm. D. Muhl: Laut Tabelle sogar 10'000 Euro) →📗 →📚
Mt 18:29 - Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn: Hab Geduld mit mir und ich werde es dir zurückzahlen!
→📗 →📚
Mt 18:30 - Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt hätte.
→📗 →📚
Mt 18:31 - Als seine Mitknechte nun sahen, was geschehen war, wurden sie sehr traurig und sie kamen und schilderten ihrem Herrn genau alles, was vorgefallen war (33*).
33* w. geschehen war →📗 →📚
Mt 18:32 - Darauf [lässt] sein Herr ihn herbeirufen und er sagt zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich [darum] gebeten hast;
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Mt 18:33 - hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
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Mt 18:34 - Und sein Herr wurde zornig und übergab ihn den Peinigern (34*), bis er die ganze Schuld zurückgezahlt hätte.
34* o. Prüfern. Das Wort ist abgeleitet von "basanizo" = die Echtheit prüfen, untersuchen, erforschen, verhören (auch mit Zwang), peinigen. →📗 →📚
Mt 18:35 - So wird mein himmlischer Vater es auch mit euch machen, wenn ihr nicht [einander] vergebt, [und zwar] ein jeder seinem Bruder von Herzen (35*).
35* vgl. Mt 6:12 - Mt 6:14,15 - Eph 4:32 - Kol 3:13 →📗 →📚
Mt 19:1 - Und es geschah: Als Jesus diese Reden (1*) vollendet hatte, brach er auf (2*) von Galiläa und gelangte in das Gebiet von Judäa, jenseits des Jordans [wandernd] (3*).
1* w. diese Worte (vgl. Mt 7:28)
2* o. machte er sich auf, begab er sich fort
3* Jesus zog durch das Ostjordanland (Peräa) nach Judäa. →📗 →📚
Mt 19:2 - Und es folgten ihm große Volksmengen (4*) und er heilte sie dort.
4* o. zahlreiche Volkshaufen (Scharen) (Mt 4:25 - Mt 13:2) →📗 →📚
Mt 19:3 - Da traten Pharisäer an ihn heran, sie versuchten ihn (5*) und sprachen: Ist es einem Mann (6*) wohl erlaubt, seine Frau aus jedem [beliebigen] Grund zu entlassen (7*)?
5* o. stellten ihn auf die Probe. Sie hofften, Jesus in den Streit der jüdischen Schriftgelehrten hineinziehen zu können, die eine Scheidung teils nur wegen Ehebruchs, teils wegen jeder Kleinigkeit erlaubten. Jesus aber weist auf Gottes ursprüngliche Ordnung hin.
6* w. einem Menschen
7* o. loszugeben, fortzuschicken →📗 →📚
Mt 19:4 - Er aber antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer von Anfang an "männlich und weiblich sie hervorgebracht"
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Mt 19:5 - und gesagt hat: "Darum wird ein Mann (8*) Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen (9*), und die zwei sollen zu einem Fleisch werden" (10*)?
8* w. ein Mensch
9* o. fest haften, kleben, mit ihr fest zusammengefügt o. verbunden sein (zusammengeleimt sein)
10* vgl. 1Mo 1:27 - 1Mo 2:24 →📗 →📚
Mt 19:6 - Also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammen ins Joch gespannt hat (11*), das soll der Mensch nicht scheiden.
11* o. zusammengefügt, -gespannt, -gebunden hat →📗 →📚
Mt 19:7 - Sie sagen zu ihm: Warum hat dann [aber] Mose geboten, [ihr] einen Scheidebrief zu geben und sie zu entlassen (7*)?
7* o. loszugeben, fortzuschicken →📗 →📚
Mt 19:8 - Er spricht zu ihnen: Wegen der Härte (12*) eurer Herzen hat Mose euch erlaubt, eure Frauen zu entlassen (7*); von Anfang an aber ist es nicht so gewesen (13*).
7* o. loszugeben, fortzuschicken
12* o. Mit Rücksicht auf den Starrsinn, die Verstocktheit
13* o. ursprünglich aber ist es nicht so geschehen →📗 →📚
Mt 19:9 - Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt (14*) – es sei denn wegen Unzucht – und eine andere heiratet, bricht die Ehe (15*).
14* o. losgibt, loslässt, wegschickt, verstößt
15* Zwei Scheidungsgründe lässt das NT gelten: Unzucht (Hurerei) sowie die Weigerung eines Ungläubigen, mit dem gläubigen Ehepartner noch länger zusammenzubleiben; vgl. Mt 5:32 - 1Kor 7:10,11 - 1Kor 7:15. →📗 →📚
Mt 19:10 - Da sagen seine Schüler zu ihm: Wenn das Rechtsverhältnis (16*) des Mannes (17*) gegenüber der Frau so ist, dann ist es nicht vorteilhaft (18*) zu heiraten.
16* o. der Rechtsgrund, Klagegrund
17* w. des Menschen
18* o. nützlich, förderlich, zweckmäßig. Die Antwort zeigt bereits die menschliche Herzenshärte: Bei so strengen Regeln heirate ich lieber gar nicht! →📗 →📚
Mt 19:11 - Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort (19*), sondern [nur die], denen es gegeben ist (20*).
19* haben Raum (in ihrem Innern), um es aufzunehmen
20* Gemeint ist wohl das folgende Wort (Mt 19:12). →📗 →📚
Mt 19:12 - Denn es gibt zur Ehe Unfähige (21*), die aus dem Mutterleib so geboren worden sind, und es gibt zur Ehe Unfähige (21*), die von den Menschen unfähig gemacht worden sind, und es gibt zur Ehe Unfähige (21*), die um des Königreichs der Himmel willen sich selbst zur Ehe unfähig gemacht haben (22*). Wer es fassen kann, der fasse es (23*)!
21* w. Entmannte, Verschnittene, "Eunuchen"
22* Diese Worte sind "so wenig wörtlich gemeint wie Mt 5:29,30" (J. Schniewind). Jesus weist darauf hin, dass es tatsächlich Gründe geben kann, auf die Ehe zu verzichten: wegen natürlicher Veranlagung, dem Druck der menschlichen Verhältnisse o. freiwillig um des Gottesreiches willen (vgl. 1Kor 7:1,2 - 1Kor 7:17 - 1Kor 7:26-35).
23* o. Wer dem (innerlich) Raum geben kann, der tue es →📗 →📚
Mt 19:13 - Dann wurden Kindlein zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflege und bete. Die Schüler aber machten denen [die sie brachten], heftige Vorwürfe (24*).
24* o. tadelten, schalten, rügten sie, drohten ihnen, fuhren sie an (vgl. Mt 8:26 - Mt 12:16 - Mt 16:22 - Mt 17:18) →📗 →📚
Mt 19:14 - Jesus aber sprach: Lasst die Kindlein [in Ruhe] und hindert sie nicht, zu mir zu kommen! Denn solchen [wie ihnen] (25*) gehört das Königreich der Himmel.
25* o. Derartigen, so Beschaffenen (vgl. Mt 18:1-4 - Mt 5:3) →📗 →📚
Mt 19:15 - Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, zog er von dort weiter (26*).
26* vgl. Mk 10:13-16 - Lk 18:15-17 →📗 →📚
Mt 19:16 - Und sieh, einer kam zu ihm und sagte: Lehrer, was soll ich Gutes tun, um ewiges Leben zu erlangen?
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Mt 19:17 - Er aber sprach zu ihm. Was fragst du mich nach dem Guten? Einer ist der Gute [nämlich Gott] (27*). Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote!
27* vgl. Mk 10:18 sowie die Aussage "Gott (der Herr) ist gut" in Ps 73:1 - Ps 100:5 - Ps 106:1 - Ps 107:1 - Ps 119:68 - Ps 145:9 →📗 →📚
Mt 19:18 - Er sagt zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: "Du sollst nicht töten - nicht ehebrechen - nicht stehlen - nicht in lügnerischer Weise Falsches aussagen -
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Mt 19:19 - ehre Vater und Mutter – du sollst deinen Nächten lieben wie dich selbst." (28*)
28* vgl. 2Mo 20:12-16 - 3Mo 19:18. Auf dem Boden des Gesetzes Israels führt das Halten der Gebote, das Tun guter Werke, zum Leben in der Gemeinschaft mit Gott (vgl. 3Mo 18:5 - Lk 10:28 - Röm 10:5 - Gal 3:12 - Mt 25:40 - Mt 25:46), auf dem Boden der Gnade aber allein der Glaube (vgl. Joh 3:36 - Joh 5:4 - Gal 3:11 - 1Tim 1:14-16). S. a. Mt 19:29! →📗 →📚
Mt 19:20 - Da sagt der junge Mann zu ihm: Das alles habe ich wachsam beobachtet und befolgt; was fehlt mir noch?
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Mt 19:21 - Jesus sprach zu ihm: Wenn du vollkommen sein willst (29*), so geh hin, verkaufe deinen Besitz (30*) und gib [den Erlös] den Armen, so wirst du einen Schatz in den Himmeln haben (31*); dann komm [und] folge mir nach!
29* wie der himmlische Vater vollkommen ist (Mt 5:48), der sich in Christus ganz für die Welt geopfert hat
30* o. dein Hab und Gut, deine Güter
31* vgl. Mt 5:12! →📗 →📚
Mt 19:22 - Als aber der junge Mann das Wort gehört hatte, ging er traurig weg; denn er hatte viele Güter erworben (32*).
32* besaß ein großes Vermögen (zahlreiche Besitztümer) →📗 →📚
Mt 19:23 - Jesus aber sprach zu seinen Schülern: Wahrlich (33*), ich sage euch: [Nur] schwer wird ein Reicher in das Königreich der Himmel eingehen (34*).
33* w. Amen
34* denn durch Stolz und Geiz ist er besonders gefährdet; vgl. aber Mt 27:57 - Apg 16:14 - Apg 17:4 - 1Tim 6:17-19 →📗 →📚
Mt 19:24 - Wiederum aber sage ich euch: Leichter kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurch als ein Reicher ins Königreich Gottes hinein!
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Mt 19:25 - Als die Schüler [das] hörten, erschraken sie sehr (35*) und sprachen: Wer kann dann [überhaupt] gerettet werden?
35* o. waren sie sehr erschüttert, ganz außer sich →📗 →📚
Mt 19:26 - Da blickte Jesus [sie] an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist das [allerdings] unmöglich; bei Gott aber ist alles möglich (36*).
36* vgl. 1Mo 18:14 - Hi 42:2 - Lk 1:37 - Eph 2:8. S.a. Mk 10:25 mit Anm. 26! →📗 →📚
Mt 19:27 - Da nahm Petrus das Wort und sagte zu ihm: Sieh, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird uns nun [dafür] zuteil werden?
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Mt 19:28 - Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich (33*), ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt (37*), wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch selbst auf 12 Thronen sitzen, richtend die 12 Stämme Israels (38*).
33* w. Amen
37* nicht eines Einzelnen (Joh 3:3 - Tit 3:5), sondern des Volkes Israel (Jes 66:7,8 - Sach 12:10 - Mt 24:30 - Röm 11:25,26) als Beginn der Welterneuerung im messianischen Königreich
38* "Richten" heißt: urteilen, entscheiden, Recht sprechen, im weiteren Sinn auch: Recht schaffen, regieren (vgl. Offb 20:4 - 1Kor 6:2). →📗 →📚
Mt 19:29 - Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter [oder Frau] (39*) oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird hundertfältig [Erstattung] empfangen und ewiges Leben als Erbteil erhalten (40*).
39* "oder Frau" fehlt in wichtigen Handschriften
40* vgl. Mk 10:28-30 - Lk 18:28-30 - 1Tim 4:8 →📗 →📚
Mt 19:30 - Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste (41*).
41* Dies wird im nun folgenden Gleichnis näher erläutert. →📗 →📚
Mt 20:1 - Denn das Königreich der Himmel gleicht einem Hausherrn (1*), der gleich in der Morgenfrühe ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben (2*).
1* w. einem Menschen, einem Hausherrn
2* o. gegen Lohn einzustellen, zu dingen →📗 →📚
Mt 20:2 - Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar (3*) für den Tag übereingekommen war, schickte er sie in seinen Weinberg.
3* römische Silbermünze im Wert von etwa 80 Goldpfennigen →📗 →📚
Mt 20:3 - Um die dritte Stunde (4*) ging er [wieder] aus und sah andere arbeitslos auf dem Marktplatz stehen
4* nach Sonnenaufgang (etwa um 9 Uhr) →📗 →📚
Mt 20:4 - und er sprach zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was gerecht ist, werde ich euch geben.
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Mt 20:5 - Und sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und die neunte Stunde und machte es ebenso.
→📗 →📚
Mt 20:6 - Als er dann um die elfte [Stunde] ausging, fand er [wieder] andere, die herumstanden, und er sagt zu ihnen: Warum steht ihr hier den ganzen Tag, ohne zu arbeiten (5*)?
5* o. untätig, müßig, arbeitslos →📗 →📚
Mt 20:7 - Sie entgegnen ihm: Weil uns niemand eingestellt hat (6*). Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg!
6* o. gedungen, gegen Lohn angeworben hat →📗 →📚
Mt 20:8 - Als es aber Abend geworden war, sagte der Herr des Weinbergs seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter [herbei] und zahle ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten bis zu den ersten!
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Mt 20:9 - Und es kamen die um die elfte Stunde [Angeworbenen] und erhielten je einen Denar.
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Mt 20:10 - Als dann die ersten [an die Reihe] kamen, meinten sie, dass sie mehr bekommen würden; doch auch sie erhielten je einen Denar.
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Mt 20:11 - Als sie [ihn] aber empfangen hatten, murrten sie gegen den Hausherrn
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Mt 20:12 - und sprachen: Diese letzten haben [nur] eine Stunde gearbeitet (7*) und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze (8*) ertragen haben!
7* o. geschafft, gemacht
8* o. Sonnenglut, heißen Ostwind →📗 →📚
Mt 20:13 - Er aber antwortete einem von ihnen: Freund (9*), ich tue dir nicht unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart (10*)?
9* o. Gefährte, Genosse, mein Lieber
10* o. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen →📗 →📚
Mt 20:14 - Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten so viel geben wir dir.
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Mt 20:15 - Oder ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinigen zu tun, was ich will? Oder ist dein Auge böse, weil ich so gütig bin (11*)?
11* w. weil ich gut bin →📗 →📚
Mt 20:16 - So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte (12*).
12* Ebenso murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten (die sich für "Erste" hielten) über Jesu Umgang mit Sündern (Lk 5:30). Und wie schwer fiel es später vielen frommen Israeliten, zu akzeptieren, dass Heidenchristen (den "Letzten") die gleiche Gnade zuteil werden sollte wie ihrem Volk, das zuerst berufen worden war und sich jahrhundertelang unter Gesetz abgemüht hatte, Gott zu gefallen (Apg 11:1-3 - Apg 13:44-46). →📗 →📚
Mt 20:17 - Als nun Jesus nach Jerusalem hinaufzog (13*), nahm er die zwölf Schüler beiseite, für sich [allein], und sprach auf dem Wege zu ihnen:
13* Es ist biblischer Sprachgebrauch, dass man nach Jerusalem hinaufzieht (2Sam 19:35 - Sach 14:17 - Mk 15:41 - Lk 19:28 - Joh 11:55 - Apg 11:2 - Gal 1:17,18), während man z.B. nach Ägypten hinabzieht (1Mo 26:2 - 1Mo 46:3,4 - Jes 31:1 - Apg 7:15). Dies hat nicht nur geografische, sondern auch symbolische Bedeutung. →📗 →📚
Mt 20:18 - Sieh, wir gehen hinauf nach Jerusalem und der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden (14*) und sie werden ihn zum Tode verurteilen,
14* o. ausgeliefert, preisgegeben, überantwortet werden →📗 →📚
Mt 20:19 - ja, sie werden ihn den Heiden (15*) übergeben, dass sie [ihn] verspotten (16*) und auspeitschen (17*) und kreuzigen, und am dritten Tag wird er auferweckt werden (18*).
15* o. Nationen (Nichtisraeliten), d.h. den Römern
16* o. ihren Mutwillen mit ihm treiben
17* o. geißeln
18* vgl. Mt 16:21 - Mt 17:22,23 →📗 →📚
Mt 20:20 - Da trat die Mutter der Söhne des Zebedäus (19*) mit ihren Söhnen an ihn heran, warf sich huldigend zu seinen Füßen nieder und erbat etwas von ihm.
19* Jakobus und Johannes (Mk 10:35) →📗 →📚
Mt 20:21 - Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie sagt zu ihm: Sprich, dass diese meine beiden Söhne in deinem [kommenden] Königreich [bei dir] sitzen sollen – einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken!
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Mt 20:22 - Jesus aber antwortete: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde (20*)? Sie sagen zu ihm: Wir können es.
20* o. den Becher trinken, den ich demnächst trinken soll? Das heißt: Ist euch bewusst, dass der Weg zur Königsherrschaft über das Leiden führt (1Petr 1:11)? →📗 →📚
Mt 20:23 - Er entgegnet ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu vergeben, ist nicht meine Sache; vielmehr [wird es jenen zuteil], denen es bereitet ist von meinem Vater.
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Mt 20:24 - Als die Zehn [das] hörten, ärgerten sie sich (21*) über die zwei Brüder.
21* o. wurden sie unwillig, zornig, erregt →📗 →📚
Mt 20:25 - Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher der Weltvölker sie als die Herren unterjochen und dass die Großen gewalttätig gegen sie vorgehen (22*).
22* o. sie ihre Macht fühlen lassen. →📗 →📚
Mt 20:26 - Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener (23*) sein
23* o. Gehilfe, "Diakon" →📗 →📚
Mt 20:27 - und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
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Mt 20:28 - So ist [ja auch] der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (24*) und sein Leben (25*) zu geben als Lösegeld für viele (26*).
24* w. "Diakon" zu sein
25* w. seine Seele
26* vgl. 1Tim 2:6 - Tit 2:14 - 1Petr 1:18,19 →📗 →📚
Mt 20:29 - Als sie dann aus Jericho hinausgingen, folgte ihm eine große Volksmenge.
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Mt 20:30 - Und sieh, zwei Blinde saßen am Wege; als sie hörten, Jesus gehe vorüber, schrien sie: Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!
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Mt 20:31 - Die Volksmenge aber gebot ihnen drohend (27*) zu schweigen; sie aber schrien umso mehr (28*): Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!
27* o. tadelnd, scheltend
28* o. nur noch lauter →📗 →📚
Mt 20:32 - Da blieb Jesus stehen, rief sie und sprach: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll?
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Mt 20:33 - Sie sagen zu ihm: Herr, dass unsere Augen aufgetan werden!
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Mt 20:34 - Da berührte Jesus, von Erbarmen bewegt, ihre Augen und sofort wurden sie [wieder] sehend (29*) und folgten ihm nach.
29* o. blickten sie auf, sahen sie (wieder) →📗 →📚