ELB Ri 16:1 Und Simson ging nach Gaza. Dort sah er eine Hure und ging zu ihr hinein.
ELB Ri 16:2 [Das berichtete man] den Gazitern und sagte: Simson ist hierhergekommen. Da umstellten sie ihn und lauerten ihm die ganze Nacht im Stadttor auf. Und sie verhielten sich die ganze Nacht still und sagten: Bis der Morgen hell wird, dann wollen wir ihn erschlagen.
ELB Ri 16:3 Und Simson lag bis Mitternacht. Um Mitternacht aber stand er auf und packte die Flügel des Stadttores und die beiden Pfosten und riß sie samt dem Riegel heraus und legte sie auf seine Schultern. Und er trug sie auf den Gipfel des Berges, der nach Hebron zu [liegt].
ELB Ri 16:4 Und es geschah danach, da gewann er eine Frau im Tal Sorek lieb, ihr Name war Delila.
ELB Ri 16:5 Da gingen die Fürsten der Philister zu ihr hinauf und sagten zu ihr: Betöre ihn und sieh, wodurch seine Kraft so groß ist und wodurch wir ihn überwältigen können, daß wir ihn binden, um ihn zu bezwingen! Wir wollen dir jeder 1100 [Schekel] Silber geben.
ELB Ri 16:6 Da sagte Delila zu Simson: Vertrau mir doch an, wodurch deine Kraft so groß ist und womit man dich binden muß, um dich zu bezwingen!
ELB Ri 16:7 Und Simson sagte zu ihr: Wenn man mich mit sieben frischen Sehnen bindet, die nicht ausgetrocknet sind, dann werde ich schwach werden und wie ein anderer Mensch sein.
ELB Ri 16:8 Da brachten die Fürsten der Philister sieben frische Sehnen, die nicht ausgetrocknet waren, zu ihr hinauf. Und sie band ihn damit,
ELB Ri 16:9 während die Lauernden bei ihr in der Kammer saßen. Und sie sagte zu ihm: Philister über dir, Simson! Da zerriß er die Sehnen, wie ein Faden aus Werg zerreißt, wenn es Feuer riecht. So wurde seine Kraft nicht erkannt.
ELB Ri 16:10 Da sagte Delila zu Simson: Siehe, du hast mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Vertrau mir doch jetzt an, womit man dich binden muß!
ELB Ri 16:11 Er sagte zu ihr: Wenn man mich ganz fest mit neuen Stricken, mit denen keine Arbeit getan worden ist, bindet, dann werde ich schwach werden und wie ein anderer Mensch sein.
ELB Ri 16:12 Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit. Dann sagte sie zu ihm, während [wieder] die Lauernden in der Kammer saßen: Philister über dir, Simson! Da riß er sie von seinen Armen wie einen Faden.
ELB Ri 16:13 Da sagte Delila zu Simson: Bisher hast du mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Vertrau mir [doch endlich] an, womit man dich binden muß! Er sagte zu ihr: Wenn du die sieben Haarflechten meines Kopfes mit den Kettfäden [am Webstuhl] verwebtest.
ELB Ri 16:14 Und sie machte sie mit dem Pflock fest und sagte zu ihm: Philister über dir, Simson! Da wachte er aus seinem Schlaf auf und riß den Webepflock und die Kettfäden heraus.
ELB Ri 16:15 Da sagte sie zu ihm: Wie kannst du sagen: Ich habe dich lieb! - wo doch dein Herz nicht mit mir ist? Dreimal hast du mich jetzt getäuscht und mir nicht anvertraut, wodurch deine Kraft so groß ist.
ELB Ri 16:16 Und es geschah, als sie ihn alle Tage mit ihren Worten bedrängte und ihn plagte, da wurde seine Seele es zum Sterben leid,
ELB Ri 16:17 und er vertraute ihr sein ganzes Herz an und sagte zu ihr: Nie ist ein Schermesser auf mein Haupt gekommen, denn ein Nasiräer Gottes bin ich von Mutterleib an. Wenn ich geschoren werde, dann weicht meine Kraft von mir, und ich werde schwach wie jeder [andere] Mensch sein.
ELB Ri 16:18 Und als Delila sah, daß er ihr sein ganzes Herz anvertraut hatte, sandte sie hin und rief die Fürsten der Philister und [ließ ihnen] sagen: Diesmal kommt herauf, denn er hat mir sein ganzes Herz anvertraut! Da kamen die Fürsten der Philister zu ihr herauf, und in ihrer Hand brachten sie das Geld mit.
ELB Ri 16:19 Und sie ließ ihn auf ihren Knien einschlafen. Dann rief sie den Mann und ließ die sieben Haarflechten seines Hauptes abscheren. So begann sie, ihn zu bezwingen, und seine Kraft wich von ihm.
ELB Ri 16:20 Und sie sagte: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und sagte [sich]: Ich werde davonkommen, wie es Mal für Mal [gelang], und werde mich freischütteln. Er wußte aber nicht, daß der HERR von ihm gewichen war.
ELB Ri 16:21 Und die Philister packten ihn und stachen ihm die Augen aus. Und sie führten ihn nach Gaza hinab und banden ihn mit ehernen Fesseln, und er mußte im Gefängnis die Mühle drehen.
ELB Ri 16:22 Aber das Haar seines Hauptes begann [wieder] zu wachsen, nachdem es geschoren worden war.
ELB Ri 16:23 Und die Fürsten der Philister versammelten sich zu einem Freudenfest, um ihrem Gott Dagon ein großes Schlachtopfer darzubringen. Denn sie sagten: Unser Gott hat Simson, unseren Feind, in unsere Hand gegeben.
ELB Ri 16:24 Und als das Volk ihn sah, lobten sie ihren Gott. Denn sie sagten: Unser Gott hat unseren Feind in unsere Hand gegeben, den, der unser Land verheerte, und den, der unsere Erschlagenen zahlreich machte.
ELB Ri 16:25 Und es geschah, als ihr Herz fröhlich war, sagten sie: Ruft Simson herbei, er soll für uns Späße machen! Und sie riefen Simson aus dem Gefängnis, und er mußte vor ihnen Späße machen. Und sie stellten ihn zwischen die Säulen.
ELB Ri 16:26 Und Simson sagte zu dem Jungen, der ihn an der Hand hielt: Laß mich, daß ich die Säulen betaste, auf denen das Haus ruht. Ich will mich an sie lehnen.
ELB Ri 16:27 Das Haus war aber voll von Männern und Frauen, und alle Fürsten der Philister waren [ebenfalls] dort. Und auf dem Dach waren an die dreitausend Männer und Frauen, die zusahen, wie Simson Späße machen mußte.
ELB Ri 16:28 Da rief Simson zu dem HERRN und sagte: Herr, HERR! Denke doch an mich und stärke mich doch nur diesmal [noch], o Gott, damit ich Rache nehmen kann an den Philistern - [eine] Rache [nur] für meine beiden Augen!
ELB Ri 16:29 Dann umfaßte Simson die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, stemmte sich gegen sie - [gegen] die eine mit seiner Rechten und [gegen] die andere mit seiner Linken.
ELB Ri 16:30 Und Simson sagte: Meine Seele sterbe mit den Philistern! Und er beugte sich mit [aller] Kraft. Da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war. So waren die Toten, die er mit seinem Tod tötete, zahlreicher als die, die er in seinem Leben getötet hatte.
ELB Ri 16:31 Und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters kamen herab und hoben ihn auf. Und sie brachten [ihn] hinauf und begruben ihn zwischen Zora und Eschtaol im Grab seines Vaters Manoach. Er hatte aber Israel zwanzig Jahre gerichtet.
ELB Ri 17:1 Und es war ein Mann vom Gebirge Ephraim, sein Name war Micha.
ELB Ri 17:2 Der sagte zu seiner Mutter: Die 1100 Silberstücke, die dir genommen worden sind und derentwegen du einen Fluch ausgestoßen und ihn auch vor meinen Ohren ausgesprochen hast, - siehe, das Silber ist bei mir. [Ich] selbst habe es genommen. Da sagte seine Mutter: Sei gesegnet dem HERRN, mein Sohn!
ELB Ri 17:3 Und er gab die 1100 Silberstücke seiner Mutter zurück. Und seine Mutter sagte: Hiermit erkläre ich nun das Silber als heilig für den HERRN! Für meinen Sohn [gehe es] aus meiner Hand, damit man ein Schnitzbild und ein Gußbild [davon] mache! Und jetzt gebe ich es dir zurück.
ELB Ri 17:4 Aber er gab das Silber seiner Mutter zurück. Und seine Mutter nahm zweihundert Silberstücke und gab sie dem Goldschmied, und der machte davon ein Schnitzbild und ein Gußbild; das war nun in Michas Haus.
ELB Ri 17:5 So hatte der Mann Micha ein Gotteshaus. Und er machte ein Ephod und Teraphim und weihte einen von seinen Söhnen; der wurde sein Priester.
ELB Ri 17:6 In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen.
ELB Ri 17:7 Nun war da ein junger Mann aus Bethlehem [in] Juda, aus einer Sippe [in] Juda; der war ein Levit, und er wohnte als Fremder dort.
ELB Ri 17:8 Und der Mann zog aus der Stadt, aus Bethlehem [in] Juda fort, um als Fremder zu wohnen, wo er es [gerade] träfe. Und indem er seinen Weg zog, kam er ins Gebirge Ephraim zum Haus Michas.
ELB Ri 17:9 Und Micha sagte zu ihm: Woher kommst du? Er sagte zu ihm: Ich bin ein Levit aus Bethlehem [in] Juda. Ich bin auf der Wanderschaft, um als Fremder zu wohnen, wo ich es [gerade] treffen werde.
ELB Ri 17:10 Da sagte Micha zu ihm: Bleibe bei mir und werde mir zum Vater und zum Priester! Und ich will dir jährlich zehn Silberstücke geben und Ausrüstung an Kleidern und deinen Lebensunterhalt. Da ging der Levit [zu ihm hinein].
ELB Ri 17:11 Und der Levit entschloß sich, bei dem Mann zu bleiben. Und für den wurde der junge Mann wie einer seiner Söhne.
ELB Ri 17:12 Und Micha weihte den Leviten. Und der junge Mann wurde sein Priester und war [für immer] im Haus Michas.
ELB Ri 17:13 Und Micha sagte: Jetzt weiß ich, daß der HERR mir Gutes tun wird, denn ich habe den Leviten zum Priester.
ELB Ri 18:1 In jenen Tagen gab es keinen König in Israel. Und in jenen Tagen suchte sich der Stamm der Daniter ein Erbteil zum Wohnen; denn bis zu jenem Tag war ihm mitten unter den Stämmen Israels nichts als Erbteil zugefallen.
ELB Ri 18:2 Und die Söhne Dan sandten fünf Männer aus ihrer Sippe, aus ihrer Gesamtheit, tapfere Männer aus Zora und aus Eschtaol, um das Land auszukundschaften und es zu erforschen. Und sie sagten zu ihnen: Geht hin, erforscht das Land! Und sie kamen in das Gebirge Ephraim zum Haus Michas und übernachteten dort.
ELB Ri 18:3 Als sie beim Haus Michas waren, erkannten sie die Mundart des jungen Mannes, des Leviten. Und sie bogen dahin ab und sagten zu ihm: Wer hat dich hierhergebracht? Und was tust du hier? Und was hast du hier?
ELB Ri 18:4 Und er sagte zu ihnen: So und so hat Micha mir getan. Und er hat mich in Lohn genommen, und ich bin sein Priester geworden.
ELB Ri 18:5 Da sagten sie zu ihm: Befrage doch Gott, damit wir erkennen, ob unser Weg, auf dem wir gehen, zum Ziel führt!
ELB Ri 18:6 Da sagte der Priester zu ihnen: Geht in Frieden! Vor dem HERRN [liegt] euer Weg, auf dem ihr geht.
ELB Ri 18:7 Und die fünf Männer gingen hin und kamen nach Lajisch. Und sie sahen das Volk, das darin war, in Sicherheit wohnen, nach Art der Sidonier, ruhig und arglos. Und es gab keinen, der einem irgend etwas zuleide tat im Land, [oder] der [fremdes] Vermögen in Besitz genommen hätte. Und sie waren [weit] entfernt von den Sidoniern und hatten mit den Aramäern nichts zu tun. -
ELB Ri 18:8 Und sie kamen [zurück] zu ihren Brüdern nach Zora und Eschtaol. Und ihre Brüder sagten zu ihnen: Was [bringt] ihr?
ELB Ri 18:9 Sie sagten: Macht euch auf und laßt uns gegen sie hinaufziehen! Denn wir haben uns das Land angesehen, und siehe, es ist sehr gut. Und ihr bleibt [noch] untätig? Seid nicht träge zu gehen, um hinzukommen, das Land in Besitz zu nehmen!
ELB Ri 18:10 Wenn ihr hinkommt, werdet ihr zu einem arglosen Volk kommen, und das Land ist geräumig nach [allen] Seiten hin. Ja, Gott hat es in eure Hand gegeben, einen Ort, wo es keinen Mangel gibt an irgend etwas, was auf Erden ist.
ELB Ri 18:11 Da brachen sechshundert Mann von dort auf, von der Sippe der Daniter, aus Zora und aus Eschtaol, umgürtet mit Waffen.
ELB Ri 18:12 Und sie zogen hinauf und lagerten zu Kirjat-Jearim in Juda. Daher hat man diesen Ort Machaneh-Dan genannt bis auf diesen Tag; siehe, er [liegt] hinter Kirjat-Jearim.
ELB Ri 18:13 Und von dort zogen sie weiter ins Gebirge Ephraim und kamen zum Haus Michas.
ELB Ri 18:14 Da begannen die fünf Männer, die gegangen waren, das Land Lajisch auszukundschaften, und sagten zu ihren Brüdern: Wißt ihr, daß in diesen Häusern Ephod und Teraphim und ein Schnitzbild und ein Gußbild sind? Und nun erkennt, was ihr zu tun habt!
ELB Ri 18:15 Da bogen sie dahin ab und traten in das Haus des jungen Mannes, des Leviten, ein, in das Haus Michas, und fragten ihn nach seinem Wohlergehen.
ELB Ri 18:16 Die sechshundert mit ihren Waffen umgürteten Männer aber, die von den Söhnen Dan waren, blieben am Eingang des Tores stehen.
ELB Ri 18:17 [Nur] die fünf Männer, die gegangen waren, das Land auszukundschaften, stiegen hinauf, gingen dort hinein [und] nahmen das Schnitzbild und das Ephod und die Teraphim und das Gußbild. Und der Priester und die sechshundert Mann, die mit Waffen umgürtet waren, standen am Eingang des Tores.
ELB Ri 18:18 Als jene nun in Michas Haus gingen und das Schnitzbild, das Ephod und die Teraphim und das Gußbild wegnahmen, da sagte der Priester zu ihnen: Was tut ihr da?
ELB Ri 18:19 Sie sagten zu ihm: Schweig! Lege deine Hand auf deinen Mund und geh mit uns und sei für uns Vater und Priester! Ist es besser für dich, Priester zu sein für das Haus eines einzelnen Mannes oder Priester zu sein für einen Stamm und für eine Sippe in Israel?
ELB Ri 18:20 Da wurde das Herz des Priesters froh, und er nahm das Ephod und die Teraphim und das Schnitzbild und ging mitten unter das Volk.
ELB Ri 18:21 Und sie wandten sich und gingen [weiter] und stellten die Kinder und das Vieh und die wertvollen Dinge an ihre Spitze.
ELB Ri 18:22 Sie hatten sich [schon ein Stück weit] von Michas Haus entfernt, da wurden die Männer zusammengerufen, die in den Häusern [wohnten], die beim Haus Michas [standen], und sie holten die Söhne Dan ein.
ELB Ri 18:23 Und sie riefen die Söhne Dan an; und diese wandten ihr Gesicht um und sagten zu Micha: Was ist dir, daß du dich hast rufen lassen?
ELB Ri 18:24 Er sagte: Meine Götter, die ich gemacht hatte, habt ihr [mir] weggenommen und den Priester dazu, und seid weggezogen! Was [bleibt] mir da noch ? Und wie könnt ihr denn zu mir sagen: Was ist dir?
ELB Ri 18:25 Aber die Söhne Dan sagten zu ihm: Laß deine Stimme bei uns nicht [mehr] hören, damit nicht Männer mit erbittertem Mut über euch herfallen und du dein Leben verwirkst und das Leben deines Hauses!
ELB Ri 18:26 Und die Söhne Dan zogen ihres Weges. Und als Micha sah, daß sie stärker waren als er, wandte er sich und kehrte in sein Haus zurück.
ELB Ri 18:27 Jene aber nahmen mit, was Micha gemacht hatte, dazu den Priester, den er besaß. Und sie kamen über Lajisch, über ein ruhiges und argloses Volk, und schlugen es mit der Schärfe des Schwertes; und die Stadt verbrannten sie mit Feuer.
ELB Ri 18:28 Und kein Retter war da; denn die Stadt war [weit] entfernt von Sidon, und sie hatten mit den Aramäern nichts zu tun. Sie [lag] in der Ebene, die zu Bet-Rehob gehört. Und sie bauten die Stadt [wieder] auf und wohnten in ihr.
ELB Ri 18:29 Und sie gaben der Stadt den Namen Dan nach dem Namen ihres Vaters Dan, der dem Israel geboren worden war; früher dagegen war Lajisch der Name der Stadt. -
ELB Ri 18:30 Und die Söhne Dan richteten sich das Schnitzbild auf. Und Jonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes des Mose, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der Daniter bis zum Tag der Wegführung [der Bevölkerung] des Landes.
ELB Ri 18:31 Und sie stellten sich das Schnitzbild Michas auf, das er gemacht hatte, all die Tage, in denen das Haus Gottes in Silo war.
ELB Ri 19:1 Und es geschah in jenen Tagen - einen König gab es [damals] nicht in Israel - es geschah also, daß ein levitischer Mann am äußersten Ende des Gebirges Ephraim als Fremder wohnte, der nahm sich eine Nebenfrau aus Bethlehem [in] Juda.
ELB Ri 19:2 Und seine Nebenfrau war wütend auf ihn und lief weg von ihm ins Haus ihres Vaters nach Bethlehem [in] Juda und war dort eine Zeitlang, [nämlich] vier Monate.
ELB Ri 19:3 Da machte sich ihr Mann auf und ging ihr nach, um zu ihrem Herzen zu reden [und] sie zurückzubringen. Und er hatte seinen Knecht und ein Paar Esel bei sich. Sie aber führte ihn in das Haus ihres Vaters. Und als der Vater der jungen Frau ihn sah, kam er ihm freudig entgegen.
ELB Ri 19:4 Und sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, hielt ihn zurück, und er blieb drei Tage bei ihm. Und sie aßen und tranken und übernachteten dort.
ELB Ri 19:5 Und es geschah am vierten Tag, da machten sie sich früh am Morgen auf, und er erhob sich, um fortzugehen. Da sagte der Vater der jungen Frau zu seinem Schwiegersohn: Stärke dein Herz mit einem Bissen Brot, und danach könnt ihr gehen!
ELB Ri 19:6 So blieben sie denn, aßen beide miteinander und tranken. Und der Vater der jungen Frau sagte zu dem Mann: Tu [mir] doch den Gefallen und bleib über Nacht und laß dein Herz fröhlich sein!
ELB Ri 19:7 Doch der Mann erhob sich, um fortzugehen. Da drang sein Schwiegervater in ihn, so daß er wieder dort übernachtete.
ELB Ri 19:8 Und am fünften Tag machte er sich früh am Morgen auf, um fortzugehen. Da sagte der Vater der jungen Frau: Stärke doch dein Herz und verweilt, bis der Tag sich neigt! So aßen sie beide [miteinander].
ELB Ri 19:9 Dann erhob sich der Mann, um fortzugehen, er und seine Nebenfrau und sein Knecht. Aber sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, sagte zu ihm: Sieh doch, der Tag nimmt ab, es will Abend werden. Übernachtet doch! Siehe, der Tag sinkt, übernachte hier und laß dein Herz fröhlich sein! Morgen früh könnt ihr euch dann auf euren Weg machen, und du magst zu deinem Zelt gehen.
ELB Ri 19:10 Aber der Mann wollte nicht übernachten, sondern erhob sich und zog fort. Und er kam bis gegenüber von Jebus, das ist Jerusalem, und bei ihm war das Paar gesattelter Esel, und seine Nebenfrau war bei ihm.
ELB Ri 19:11 Sie waren bei Jebus, und der Tag war sehr gesunken, da sagte der Knecht zu seinem Herrn: Komm doch und laß uns in diese Stadt der Jebusiter einkehren und darin übernachten!
ELB Ri 19:12 Sein Herr aber sagte zu ihm: Wir wollen nicht in einer Stadt von Fremden einkehren, die nicht von den Söhnen Israel sind, sondern wir wollen nach Gibea hinübergehen.
ELB Ri 19:13 Und er sagte zu seinem Knecht: Komm, wir wollen uns einem der Orte nähern und in Gibea oder in Rama übernachten!
ELB Ri 19:14 So zogen sie vorüber und gingen weiter, aber die Sonne ging ihnen unter nahe bei Gibea, das zu Benjamin gehört.
ELB Ri 19:15 Und sie wandten sich dorthin, daß sie hineinkämen, um in Gibea zu übernachten. Und er kam hinein und ließ sich auf dem Platz der Stadt nieder, da es niemanden gab, der sie zum Übernachten ins Haus aufgenommen hätte.
ELB Ri 19:16 Und siehe, ein alter Mann kam von seiner Arbeit, [spät] abends vom Feld. Der Mann war vom Gebirge Ephraim und wohnte als Fremder in Gibea. Die Männer des Ortes aber waren Benjaminiter.
ELB Ri 19:17 Als der nun seine Augen erhob, sah er den Wandersmann auf dem Platz der Stadt, und der alte Mann sagte: Wohin gehst du? Und woher kommst du ?
ELB Ri 19:18 Und er sagte zu ihm: Wir reisen von Bethlehem [in] Juda an das äußerste Ende des Gebirges Ephraim. Von dort bin ich her, und ich war nach Bethlehem [in] Juda gegangen, und ich gehe [nun] in mein Haus [zurück], aber es gibt keinen, der mich in [sein] Haus aufnimmt.
ELB Ri 19:19 Und wir haben sowohl Stroh als auch Futter für unsere Esel, und auch Brot und Wein habe ich für mich und für deine Magd und für den Diener, der bei deinen Knechten ist, [wir haben] keinen Mangel an irgend etwas.
ELB Ri 19:20 Da sagte der alte Mann: Friede [sei mit] dir! Doch, wenn es dir an etwas fehlt, laß mich für dich sorgen. Doch auf dem Platz übernachte nicht!
ELB Ri 19:21 So führte er ihn in sein Haus und mischte [Futter] für die Esel. Und sie wuschen ihre Füße und aßen und tranken.
ELB Ri 19:22 Als sie nun ihr Herz guter Dinge sein ließen, siehe, da umringten die Männer der Stadt, ruchlose Männer, das Haus, trommelten gegen die Tür und sagten zu dem alten Mann, dem Herrn des Hauses: Führe den Mann, der in dein Haus gekommen ist, heraus, wir wollen ihn erkennen!
ELB Ri 19:23 Da ging der Mann, der Herr des Hauses, zu ihnen hinaus und sagte zu ihnen: Nicht doch, meine Brüder, tut doch nichts Übles! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, dürft ihr solch eine Schandtat nicht begehen!
ELB Ri 19:24 Siehe, meine Tochter, die [noch] Jungfrau [ist] und seine Nebenfrau, sie will ich [euch] herausbringen. Ihnen tut Gewalt an und macht mit ihnen, was gut ist in euren Augen. Aber an diesem Mann dürft ihr so eine schwere Schandtat nicht begehen!
ELB Ri 19:25 Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Mann seine Nebenfrau und führte sie zu ihnen hinaus auf die Straße. Und sie erkannten sie und trieben ihren Mutwillen mit ihr die ganze Nacht hindurch bis an den Morgen. Und sie ließen sie gehen, als die Morgenröte aufging.
ELB Ri 19:26 Und die Frau kam beim Anbruch des Morgens und fiel nieder am Eingang des Hauses des Mannes, wo ihr Herr war, [und lag dort], bis es hell wurde.
ELB Ri 19:27 Und ihr Herr stand am Morgen auf, öffnete die Tür des Hauses und trat hinaus, um seines Weges zu gehen. Siehe, da lag die Frau, seine Nebenfrau, am Eingang des Hauses, ihre Hände auf der Schwelle.
ELB Ri 19:28 Da sagte er zu ihr: Steh auf und laß uns gehen! Aber niemand antwortete. Da nahm er sie auf den Esel, und der Mann machte sich auf und zog an seinen Ort.
ELB Ri 19:29 Und als er in sein Haus gekommen war, nahm er das Messer, ergriff seine Nebenfrau und zerlegte sie, Glied für Glied, in zwölf Stücke und schickte sie ins ganze Gebiet Israels.
ELB Ri 19:30 Und es geschah, jeder, der es sah, sagte: [So etwas] wie das hier ist nicht geschehen, noch wurde es gesehen seit dem Tag, da die Söhne Israel aus dem Land Ägypten heraufgezogen sind, bis zu diesem Tag. Richtet euer Herz darauf, beratet und redet!
ELB Ri 20:1 Und alle Söhne Israel zogen aus, und die Gemeinde - von Dan bis Beerscheba, dazu das Land Gilead - versammelte sich wie [ein] Mann vor dem HERRN nach Mizpa.
ELB Ri 20:2 Und die Oberhäupter des ganzen Volkes traten zusammen, alle Stämme Israels, zur Versammlung des Volkes Gottes: 400000 Mann zu Fuß, die das Schwert zogen.
ELB Ri 20:3 Und die Söhne Benjamin hörten, daß die Söhne Israel nach Mizpa hinaufgezogen waren. Und die Söhne Israel sagten: Redet [doch]! Wie ist diese Übeltat geschehen ?
ELB Ri 20:4 Da antwortete der levitische Mann, der Mann der ermordeten Frau und sagte: Ich war nach Gibea gekommen, das zu Benjamin gehört, ich und meine Nebenfrau, um [dort] zu übernachten.
ELB Ri 20:5 Da erhoben sich die Bürger von Gibea gegen mich und umringten meinetwegen nachts das Haus. Mich gedachten sie umzubringen, und meiner Nebenfrau taten sie Gewalt an, so daß sie starb.
ELB Ri 20:6 Da ergriff ich meine Nebenfrau, zerlegte sie in [Stücke] und schickte sie in das ganze Gebiet des Erbteils Israels; denn sie haben ein Verbrechen und eine Schandtat begangen in Israel.
ELB Ri 20:7 Siehe, nun seid ihr alle zusammen, Söhne Israel: So bildet euch hier eine Meinung und [schafft] Rat!
ELB Ri 20:8 Da stand das ganze Volk auf wie [ein] Mann und sagte: Wir wollen nicht gehen, jeder in sein Zelt, und nicht [vom Weg] abbiegen, jeder in sein Haus;
ELB Ri 20:9 sondern dies ist die Sache, die wir jetzt an Gibea tun wollen: [Wir kommen] über es nach dem Los!
ELB Ri 20:10 Wir nehmen [je] zehn Männer von hundert aus allen Stämmen Israels und hundert von tausend und tausend von zehntausend, daß sie Wegzehrung für das Volk holen, um bei ihrer Ankunft an Gibea-Benjamin der ganzen Schandtat entsprechend zu handeln, die es in Israel begangen hat.
ELB Ri 20:11 Und alle Männer von Israel versammelten sich gegen die Stadt, wie [ein] Mann verbündet.
ELB Ri 20:12 Und die Stämme Israels sandten Männer in den ganzen Stamm Benjamin und [ließen] sagen: Was ist das für eine Untat, die unter euch geschehen ist!
ELB Ri 20:13 So gebt jetzt die Männer heraus, die Söhne der Ruchlosigkeit, die in Gibea sind, daß wir sie töten und das Böse aus Israel wegschaffen! Aber die Söhne Benjamin wollten nicht auf die Stimme ihrer Brüder, der Söhne Israel, hören.
ELB Ri 20:14 Und die Söhne Benjamin versammelten sich aus den Städten nach Gibea, um zum Kampf mit den Söhnen Israel auszuziehen.
ELB Ri 20:15 Und an jenem Tag wurden die Söhne Benjamin aus den Städten gemustert: 26000 Mann, die das Schwert zogen, abgesehen von den Bewohnern von Gibea; [auch] sie wurden gemustert: 700 auserlesene Männer.
ELB Ri 20:16 Unter diesem ganzen [Kriegs]volk waren 700 auserlesene Männer, die Linkshänder waren. Diese alle schleuderten mit dem Stein aufs Haar [genau] und verfehlten [ihr Ziel] nie.
ELB Ri 20:17 Und die Männer von Israel wurden gemustert, abgesehen von Benjamin: 400000 Mann, die das Schwert zogen; diese alle waren Kriegsmänner.
ELB Ri 20:18 Und sie machten sich auf und zogen hinauf nach Bethel und befragten Gott. Und die Söhne Israel sagten: Wer von uns soll zuerst hinaufziehen zum Kampf mit den Söhnen Benjamin? Und der HERR sprach: Juda zuerst!
ELB Ri 20:19 Und die Söhne Israel machten sich am Morgen auf und lagerten sich gegen Gibea.
ELB Ri 20:20 Und die Männer von Israel zogen aus zum Kampf mit Benjamin, und die Männer von Israel ordneten sich zur Schlacht gegen sie, zu Gibea.
ELB Ri 20:21 Und die Söhne Benjamin zogen aus Gibea heraus, und sie streckten unter Israel an jenem Tag 22000 Mann zu Boden.
ELB Ri 20:22 Aber das [Kriegs]volk faßte [neuen] Mut, die Männer von Israel, und sie ordneten sich nochmals zur Schlacht an der Stelle, wo sie sich am ersten Tag geordnet hatten.
ELB Ri 20:23 Die Söhne Israel waren nämlich hinaufgezogen und hatten vor dem HERRN geweint bis zum Abend. Und sie hatten den HERRN befragt: Soll ich nochmals ausrücken zum Kampf mit den Söhnen meines Bruders Benjamin? Und der HERR hatte gesagt: Zieht gegen ihn hinauf!
ELB Ri 20:24 Und die Söhne Israel näherten sich den Söhnen Benjamin am zweiten Tag.
ELB Ri 20:25 Und [auch] Benjamin zog am zweiten Tag aus Gibea heraus, ihnen entgegen, und sie streckten unter den Söhnen Israel nochmals 18000 Mann zu Boden; diese alle zogen das Schwert.
ELB Ri 20:26 Da zogen alle Söhne Israel und das ganze [Kriegs]volk hinauf und kamen nach Bethel. Und sie weinten und saßen dort vor dem HERRN und fasteten an jenem Tag bis zum Abend; und sie opferten Brandopfer und Heilsopfer vor dem HERRN.
ELB Ri 20:27 Und die Söhne Israel befragten den HERRN - denn die Lade des Bundes Gottes war in jenen Tagen dort,
ELB Ri 20:28 und Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, stand vor ihr in jenen Tagen - und sie sagten: Soll ich noch einmal zum Kampf mit den Söhnen meines Bruders Benjamin ausziehen, oder soll ich aufhören? Da sprach der HERR: Zieht hinauf, denn morgen werde ich ihn in deine Hand geben!
ELB Ri 20:29 Und Israel legte [Leute in den] Hinterhalt ringsum gegen Gibea.
ELB Ri 20:30 Und die Söhne Israel zogen am dritten Tag hinauf gegen die Söhne Benjamin und ordneten sich [zum Kampf] gegen Gibea wie die vorigen Male.
ELB Ri 20:31 Und [auch] die Söhne Benjamin zogen heraus, dem [Kriegs]volk entgegen, wurden von der Stadt abgeschnitten und fingen an, einige vom [Kriegs]volk zu erschlagen wie die vorigen Male - auf den Straßen, von denen die eine nach Bethel hinaufsteigt und die andere nach Gibea - im [offenen] Feld etwa dreißig Mann von Israel.
ELB Ri 20:32 Da sagten die Söhne Benjamin: Sie sind vor uns geschlagen wie beim ersten [Mal]. Die Söhne Israel aber sagten: Laßt uns fliehen und sie von der Stadt abziehen zu den Straßen hin!
ELB Ri 20:33 Da machten sich alle Männer von Israel von ihrer Stelle auf und ordneten sich [neu] bei Baal-Tamar, während der Hinterhalt Israels aus seiner Stellung hervorbrach, aus der Lichtung von Geba.
ELB Ri 20:34 Und es kamen gegenüber von Gibea zehntausend auserlesene Männer aus ganz Israel heran, und der Kampf war schwer. Jene aber erkannten nicht, daß das Unglück sie erreicht hatte.
ELB Ri 20:35 Und der HERR schlug Benjamin vor Israel, und die Söhne Israel streckten unter Benjamin an jenem Tag 25100 Mann nieder; diese alle zogen das Schwert.
ELB Ri 20:36 Da mußten die Söhne Benjamin sehen, daß sie geschlagen waren. Und die Männer von Israel gaben Benjamin Raum, weil sie sich auf den Hinterhalt verließen, den sie auf Gibea zu gelegt hatten.
ELB Ri 20:37 Und der Hinterhalt eilte herbei und überfiel Gibea. Und der Hinterhalt zog hin und schlug die ganze Stadt mit der Schärfe des Schwertes.
ELB Ri 20:38 Die Männer von Israel hatten aber eine Verabredung mit dem Hinterhalt, eine dicke Rauchwolke aus der Stadt aufsteigen zu lassen.
ELB Ri 20:39 Als nun die Männer von Israel im Kampf kehrtmachten und Benjamin angefangen hatte, unter den Männern von Israel einige zu erschlagen, etwa dreißig Mann, so daß sie sagten: Sie sind ja vollständig vor uns geschlagen wie im vorigen Kampf! -
ELB Ri 20:40 da begann die Wolke aus der Stadt aufzusteigen als Rauchsäule. Und als Benjamin sich umwandte, siehe, da ging die ganze Stadt [in Flammen] auf zum Himmel.
ELB Ri 20:41 Da machten die Männer von Israel [wieder] kehrt. Die Männer von Benjamin aber waren bestürzt, denn sie sahen, daß das Unglück sie erreicht hatte.
ELB Ri 20:42 Und sie wandten sich [zur Flucht] vor den Männern von Israel auf den Weg zur Wüste; aber die Schlacht holte sie ein. Und die, die aus den Städten [kamen], streckten sie in ihrer Mitte nieder.
ELB Ri 20:43 Sie umzingelten Benjamin, jagten ihm nach [ohne] Rast [und] holten es gegenüber von Gibea ein, gegen Sonnenaufgang.
ELB Ri 20:44 So fielen von Benjamin 18000 Mann; diese alle waren tapfere Männer.
ELB Ri 20:45 Da wandten sie sich und flohen in die Wüste zum Felsen Rimmon. Aber die Israeliten hielten unter ihnen auf den Straßen eine Nachlese von fünftausend Mann und setzten ihnen nach bis Gidom und erschlugen von ihnen [nochmals] zweitausend Mann.
ELB Ri 20:46 Und es war [die Zahl] aller Gefallenen Benjamins an jenem Tag 25000 Mann, die das Schwert zogen; diese alle waren tapfere Männer.
ELB Ri 20:47 Sechshundert Mann aber wandten sich und flohen in die Wüste zum Felsen Rimmon hin; und sie blieben am Felsen Rimmon vier Monate. -
ELB Ri 20:48 Und die Männer von Israel kehrten zu den Söhnen Benjamin zurück und schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, [alles] in der Stadt, [von den] Männern bis zum Vieh, bis zu allem, was sich vorfand. Auch alle die Städte, die sich vorfanden, steckten sie in Brand.
ELB Ri 21:1 Die Männer von Israel aber hatten in Mizpa geschworen: Niemand von uns darf seine Tochter [einem aus] Benjamin zur Frau geben!
ELB Ri 21:2 Und das Volk kam nach Bethel, und sie saßen dort bis zum Abend vor Gott. Und sie erhoben ihre Stimme und brachen in ein großes Weinen aus.
ELB Ri 21:3 Und sie sagten: HERR, du Gott Israels, wozu ist dies in Israel geschehen, daß heute ein [ganzer] Stamm aus Israel fehlt?
ELB Ri 21:4 Und es geschah am andern Tag, da machte sich das Volk früh auf, und sie bauten dort einen Altar und opferten Brandopfer und Heilsopfer.
ELB Ri 21:5 Und die Söhne Israel sprachen: Wer ist es, der von allen Stämmen Israels nicht in die Versammlung zu dem HERRN heraufgekommen ist? Denn gegen den, der nicht zu dem HERRN nach Mizpa heraufkäme, war der große Schwur ergangen, der besagte: Getötet, getötet soll er werden!
ELB Ri 21:6 Und die Söhne Israel hatten Mitleid mit ihrem Bruder Benjamin und sie sagten: Heute ist ein [ganzer] Stamm von Israel abgehauen worden!
ELB Ri 21:7 Was sollen wir für sie, die Übriggebliebenen, tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]? Wir selbst haben ja bei dem HERRN geschworen, ihnen keine von unseren Töchtern zur Frau zu geben.
ELB Ri 21:8 Und sie sagten: Wer ist der eine von den Stämmen Israels, der nicht zu dem HERRN nach Mizpa heraufgekommen ist? Und siehe, da war niemand von Jabesch [in] Gilead ins Lager, in die Versammlung, gekommen.
ELB Ri 21:9 Da wurde das Volk gemustert, und siehe, dort war niemand von den Bewohnern von Jabesch [in] Gilead.
ELB Ri 21:10 Da sandte die Gemeinde zwölftausend Mann von den tapferen Männern dorthin, und sie befahlen ihnen: Geht hin und schlagt die Bewohner von Jabesch [in] Gilead mit der Schärfe des Schwertes, samt den Frauen und Kindern!
ELB Ri 21:11 Und das ist es, was ihr tun sollt: An jedem Mann sowie an jeder Frau, die das Beilager eines Mannes gekannt hat, sollt ihr den Bann vollstrecken!
ELB Ri 21:12 Und sie fanden unter den Bewohnern von Jabesch [in] Gilead vierhundert Mädchen, Jungfrauen, von denen keine einen Mann im Beilager erkannt hatte; die brachten sie ins Lager nach Silo, das im Land Kanaan [liegt].
ELB Ri 21:13 Und die ganze Gemeinde sandte hin und redete zu den Söhnen Benjamin, die am Felsen Rimmon waren, und rief ihnen zu: Friede!
ELB Ri 21:14 So kehrte Benjamin in jener Zeit zurück. Und sie gaben ihnen die Frauen, die sie hatten leben lassen von den Frauen von Jabesch [in] Gilead; aber die reichten so nicht aus für sie.
ELB Ri 21:15 Und das Volk hatte Mitleid mit Benjamin, weil der HERR einen Riß gemacht hatte in den Stämmen Israels.
ELB Ri 21:16 Und die Ältesten der Gemeinde sagten: Was sollen wir für die Übriggebliebenen tun, [um ihnen] zu Frauen [zu verhelfen]? Denn die Frau ist aus Benjamin ausgerottet.
ELB Ri 21:17 Und sie sagten: Der Besitz der Entkommenen [muß] Benjamin [bleiben], damit nicht ein Stamm aus Israel ausgelöscht wird.
ELB Ri 21:18 Wir aber, wir können ihnen keine Frauen von unseren Töchtern geben; denn die Söhne Israel haben geschworen: Verflucht sei, wer Benjamin eine Frau gibt!
ELB Ri 21:19 Und sie sagten: Siehe, [da ist doch] ein Fest des HERRN von Jahr zu Jahr in Silo, das nördlich von Bethel [liegt], gegen Sonnenaufgang von der Straße, die von Bethel nach Sichem hinaufführt, und südlich von Lebona.
ELB Ri 21:20 Und sie befahlen den Söhnen Benjamin: Geht hin und legt euch in den Weinbergen auf die Lauer!
ELB Ri 21:21 Und wenn ihr [dann] seht, siehe, die Töchter von Silo ziehen heraus, um im Reigentanz zu tanzen, dann kommt hervor aus den Weinbergen und fangt euch unter den Töchtern von Silo jeder seine Frau und zieht [wieder] hin ins Land Benjamin!
ELB Ri 21:22 Und es soll geschehen, wenn ihre Väter oder ihre Brüder kommen, um uns Vorwürfe zu machen, wollen wir zu ihnen sagen: Seid barmherzig mit ihnen! [Sie haben zu uns gesagt:] Keiner von uns hat im Krieg [gegen Jabesch] seine Frau bekommen. - Ihr habt sie ihnen ja nicht selbst gegeben, daß ihr jetzt schuldig wäret.
ELB Ri 21:23 Da machten es die Söhne Benjamin so und nahmen sich Frauen nach ihrer Zahl von den Tanzenden, die sie raubten. Und sie zogen fort und kehrten in ihr Erbteil zurück. Und sie bauten die Städte [wieder] auf und wohnten in ihnen.
ELB Ri 21:24 Und die Söhne Israel gingen davon in jener Zeit, jeder zu seinem Stamm und zu seiner Sippe. So zogen sie von dort weg, jeder in sein Erbteil.
ELB Ri 21:25 In jenen Tagen war kein König in Israel. Jeder tat, was recht war in seinen Augen.