ELB Ri 11:1 Und Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer Held. Er war aber der Sohn einer Hure, und Gilead hatte Jeftah gezeugt.
ELB Ri 11:2 Aber [auch] Gileads Ehefrau hatte ihm Söhne geboren. Als nun die Söhne der Frau groß geworden waren, vertrieben sie Jeftah und sagten zu ihm: Du erbst nicht mit dem Haus unseres Vaters, denn du bist der Sohn einer anderen Frau.
ELB Ri 11:3 So war Jeftah vor seinen Brüdern geflohen und hatte sich im Land Tob niedergelassen. Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlose Leute, die zogen mit ihm aus.
ELB Ri 11:4 Und es geschah nach einiger Zeit, da kämpften die Söhne Ammon mit Israel.
ELB Ri 11:5 Und es geschah, als die Söhne Ammon mit Israel kämpften, da gingen die Ältesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Land Tob zu holen.
ELB Ri 11:6 Und sie sagten zu Jeftah: Komm und sei unser Anführer, damit wir gegen die Söhne Ammon kämpfen können!
ELB Ri 11:7 Da sagte Jeftah zu den Ältesten von Gilead: Seid ihr es nicht gewesen, die mich gehaßt und mich aus dem Haus meines Vaters vertrieben haben? Und warum kommt ihr jetzt zu mir, da ihr in Bedrängnis seid ?
ELB Ri 11:8 Und die Ältesten von Gilead sagten zu Jeftah: Darum sind wir jetzt zu dir zurückgekehrt, damit du mit uns ziehst und gegen die Söhne Ammon kämpfst. Du sollst unser Oberhaupt werden für alle Bewohner Gileads.
ELB Ri 11:9 Da sagte Jeftah zu den Ältesten von Gilead: Wenn ihr mich zurückholt zum Kampf gegen die Söhne Ammon und der HERR sie vor mir dahingibt, werde ich [dann] wirklich euer Oberhaupt sein?
ELB Ri 11:10 Und die Ältesten von Gilead sagten zu Jeftah: Der HERR sei Zeuge zwischen uns: Wenn wir nicht so tun, wie du geredet hast!
ELB Ri 11:11 Da ging Jeftah mit den Ältesten von Gilead mit, und das Volk setzte ihn als Oberhaupt und als Anführer über sich. Und Jeftah redete alle seine Worte vor dem HERRN in Mizpa.
ELB Ri 11:12 Und Jeftah sandte Boten an den König der Söhne Ammon und [ließ ihm] sagen: Was habe ich mit dir [zu tun], daß du gegen mich gekommen bist, um gegen mein Land Krieg zu führen ?
ELB Ri 11:13 Und der König der Söhne Ammon sagte zu den Boten Jeftahs: Weil Israel, als es aus Ägypten heraufzog, mein Land genommen hat, vom Arnon bis an den Jabbok und bis an den Jordan. Und nun gib die Länder in Frieden zurück!
ELB Ri 11:14 Da sandte Jeftah noch einmal Boten an den König der Söhne Ammon
ELB Ri 11:15 und ließ ihm sagen: So spricht Jeftah: Israel hat nicht das Land Moabs und das Land der Söhne Ammon genommen.
ELB Ri 11:16 Sondern als sie aus Ägypten heraufzogen, da wanderte Israel durch die Wüste bis zum Schilfmeer, und es kam nach Kadesch.
ELB Ri 11:17 Und Israel sandte Boten an den König von Edom und [ließ ihm] sagen: Laß mich doch durch dein Land ziehen! Aber der König von Edom hörte nicht [darauf]. Und auch an den König von Moab sandte es; aber [auch der] wollte nicht. So blieb Israel in Kadesch.
ELB Ri 11:18 Und es wanderte durch die Wüste und umging das Land Edom und das Land Moab und kam von Sonnenaufgang her zum Land Moab. Und sie lagerten jenseits des Arnon und kamen nicht in das Gebiet Moabs, denn der Arnon ist die Grenze Moabs.
ELB Ri 11:19 Und Israel sandte Boten an Sihon, den König der Amoriter, den König von Heschbon, und Israel ließ ihm sagen: Laß uns doch durch dein Land ziehen bis an meinen Ort!
ELB Ri 11:20 Aber Sihon traute Israel nicht, daß es [nur] durch sein Gebiet hindurchziehen wolle. Und Sihon versammelte sein ganzes [Kriegs]volk, und sie lagerten sich in Jahaz; und er kämpfte gegen Israel.
ELB Ri 11:21 Da gab der HERR, der Gott Israels, den Sihon und sein ganzes [Kriegs]volk in die Hand Israels, und sie schlugen sie. So nahm Israel das ganze Land der Amoriter, die jenes Land bewohnten, in Besitz:
ELB Ri 11:22 Sie nahmen das ganze Gebiet der Amoriter in Besitz, vom Arnon bis an den Jabbok und von der Wüste bis an den Jordan.
ELB Ri 11:23 Und nun: Der HERR, der Gott Israels, hat die Amoriter vor seinem Volk Israel vertrieben, da willst [du] uns [wieder] daraus verdrängen?
ELB Ri 11:24 Ist es nicht [so]: Wen Kemosch, dein Gott, [vor] dir vertreibt, dessen Land nimmst du in Besitz. Und wen immer der HERR, unser Gott, vor uns her vertreibt, dessen Land nehmen wir in Besitz.
ELB Ri 11:25 Und nun, bist du wirklich besser als Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab ? Hat er sich etwa in einen Rechtsstreit mit Israel eingelassen oder jemals mit ihnen einen Krieg angefangen?
ELB Ri 11:26 Während Israel in Heschbon wohnte und in seinen Tochterstädten und in Aroer und in seinen Tochterstädten und in all den Städten, die längs des Arnon [liegen], dreihundert Jahre lang - warum habt ihr [sie uns] denn nicht in jener Zeit entrissen?
ELB Ri 11:27 Nicht ich habe gegen dich gesündigt, sondern du tust mir Böses an, indem du gegen mich Krieg führst. Es richte der HERR, der Richter, heute zwischen den Söhnen Israel und den Söhnen Ammon!
ELB Ri 11:28 Aber der König der Söhne Ammon hörte nicht auf Jeftahs Worte, die er zu ihm gesandt hatte.
ELB Ri 11:29 Da kam der Geist des HERRN über Jeftah. Und er zog durch Gilead und Manasse und zog nach Mizpa in Gilead, und von Mizpa in Gilead zog er weiter zu den Söhnen Ammon.
ELB Ri 11:30 Und Jeftah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sagte: Wenn du die Söhne Ammon wirklich in meine Hand gibst,
ELB Ri 11:31 dann soll der - wer es auch sei -, der aus der Tür meines Hauses herauskommt mir entgegen, wenn ich in Frieden von den Söhnen Ammon zurückkehre, der soll dem HERRN gehören; ich will ihn als Brandopfer opfern!
ELB Ri 11:32 So zog Jeftah zu den Söhnen Ammon hinüber, um gegen sie zu kämpfen. Und der HERR gab sie in seine Hand.
ELB Ri 11:33 Und er schlug sie von Aroer an bis dahin, wo man nach Minnit kommt, zwanzig Städte, und bis nach Abel-Keramim - eine sehr große Niederlage [für die Söhne Ammon]. So mußten sich die Söhne Ammon vor den Söhnen Israel beugen.
ELB Ri 11:34 Und Jeftah kam nach Mizpa zu seinem Haus. Und siehe, da trat seine Tochter heraus ihm entgegen, mit Tamburinen und in Reigentänzen. Nur sie hatte er, als einzige; außer ihr hatte er weder Sohn noch Tochter.
ELB Ri 11:35 Und es geschah, als er sie sah, da zerriß er seine Kleider und sagte: Wehe, meine Tochter! Tief beugst du mich nieder. Du, du bist unter denen, die mich in Trübsal bringen! Ich selber habe meinen Mund gegen den HERRN aufgerissen und kann nicht mehr zurück!
ELB Ri 11:36 Da sagte sie zu ihm: Mein Vater, hast du deinen Mund gegen den HERRN aufgerissen, so tu mir, wie es aus deinem Mund hervorgegangen ist, nachdem der HERR dir Rache verschafft hat an deinen Feinden, den Söhnen Ammon!
ELB Ri 11:37 Und sie sagte [weiter] zu ihrem Vater: Es möge dies mir gewährt werden: Laß mir zwei Monate, daß ich hingehe und hinabsteige über die Berge und meine Jungfrauschaft beweine, ich und meine Freundinnen!
ELB Ri 11:38 Er sagte: Geh hin! Und er entließ sie für zwei Monate. So ging sie hin, sie und ihre Freundinnen, und beweinte ihre Jungfrauschaft auf den Bergen.
ELB Ri 11:39 Und es geschah am Ende von zwei Monaten, da kehrte sie zu ihrem Vater zurück. Und er vollzog an ihr sein Gelübde, das er gelobt hatte. Sie hatte aber keinen Mann erkannt. Und es wurde zur Ordnung in Israel:
ELB Ri 11:40 Von Jahr zu Jahr gehen die Töchter Israel hin, um die Tochter Jeftahs, des Gileaditers, zu besingen, vier Tage im Jahr.
ELB Ri 12:1 Und die Männer von Ephraim wurden zusammengerufen und zogen hinüber nach Norden. Und sie sagten zu Jeftah: Warum bist du hinübergezogen, um gegen die Söhne Ammon zu kämpfen, und hast uns nicht gerufen, mit dir zu gehen ? Wir werden dein Haus über dir mit Feuer verbrennen!
ELB Ri 12:2 Da sagte Jeftah zu ihnen: Ich habe einen heftigen Streit ausgefochten, ich und mein Volk, mit den Söhnen Ammon. Ich habe euch zu Hilfe gerufen, aber ihr habt mich nicht aus ihrer Hand gerettet.
ELB Ri 12:3 Und als ich sah, daß du als Retter nicht da warst, legte ich mein Leben in meine [eigene] Hand und zog hin gegen die Söhne Ammon. Und der HERR gab sie in meine Hand. Was seid ihr denn an diesem Tag gegen mich heraufgezogen, um gegen mich zu kämpfen?
ELB Ri 12:4 Und Jeftah versammelte alle Männer von Gilead und kämpfte mit Ephraim. Und die Männer von Gilead schlugen Ephraim; denn die hatten gesagt: Flüchtlinge von Ephraim seid ihr! Gilead [liegt doch] mitten in Ephraim, mitten in Manasse!
ELB Ri 12:5 Und Gilead nahm Ephraim die Furten des Jordan. Und es geschah, wenn ephraimitische Flüchtlinge sagten: Laß mich hinübergehen! - dann sagten die Männer von Gilead zu ihm: Bist du ein Ephraimiter ? Und sagte er: Nein! -
ELB Ri 12:6 so sprachen sie zu ihm: Sag mal: Schibbolet! Und sagte er: Sibbolet! - und brachte es nicht fertig, richtig zu sprechen, dann packten sie ihn und schlachteten ihn an den Furten des Jordan. So fielen in jener Zeit von Ephraim 42000 [Mann].
ELB Ri 12:7 Und Jeftah richtete Israel sechs Jahre. Und Jeftah, der Gileaditer, starb und wurde in einer der Städte Gileads begraben.
ELB Ri 12:8 Und nach ihm richtete Israel Ibzan von Bethlehem.
ELB Ri 12:9 Und er hatte dreißig Söhne. Dreißig Töchter entließ er nach auswärts, und dreißig Töchter holte er von auswärts für seine Söhne herein. Und er richtete Israel sieben Jahre.
ELB Ri 12:10 Und Ibzan starb und wurde in Bethlehem begraben.
ELB Ri 12:11 Und nach ihm richtete Israel Elon, der Sebuloniter. Er richtete Israel zehn Jahre.
ELB Ri 12:12 Und Elon, der Sebuloniter, starb und wurde in Ajalon im Land Sebulon begraben.
ELB Ri 12:13 Und nach ihm richtete Israel Abdon, der Sohn Hillels, der Piratoniter.
ELB Ri 12:14 Und er hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eseln ritten. Und er richtete Israel acht Jahre.
ELB Ri 12:15 Und Abdon, der Sohn Hillels, der Piratoniter, starb und wurde in Piraton begraben, im Land Ephraim, auf dem Amalekiterberg.
ELB Ri 13:1 Und die Söhne Israel taten weiter, was böse war in den Augen des HERRN. Da gab sie der HERR vierzig Jahre in die Hand der Philister.
ELB Ri 13:2 Da war nun ein Mann aus Zora, von einer Sippe der Daniter, sein Name war Manoach. Seine Frau aber war unfruchtbar und gebar nicht.
ELB Ri 13:3 Und der Engel des HERRN erschien der Frau und sprach zu ihr: Sieh doch, du bist unfruchtbar und gebierst nicht; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
ELB Ri 13:4 Und nun, hüte dich doch und trinke weder Wein noch Rauschtrank und iß ja nichts Unreines!
ELB Ri 13:5 Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Ein Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen, denn ein Nasiräer Gottes soll der Junge sein von Mutterleib an. Er aber wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu retten.
ELB Ri 13:6 Und die Frau kam und sprach zu ihrem Mann und sagte: Ein Mann Gottes ist zu mir gekommen, und sein Aussehen war wie das Aussehen des Engels Gottes, sehr furchtbar. Ich habe ihn aber nicht gefragt, woher er sei, und seinen Namen hat er mir nicht genannt.
ELB Ri 13:7 Und er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und nun, trinke weder Wein noch Rauschtrank und iß nichts Unreines; denn ein Nasiräer Gottes soll der Junge sein vom Mutterleib an bis zum Tag seines Todes.
ELB Ri 13:8 Da betete Manoach zu dem HERRN und sagte: Bitte, Herr, der Mann Gottes, den du gesandt hast, möge doch noch einmal zu uns kommen und uns lehren, was wir tun sollen mit dem Jungen, der geboren werden soll.
ELB Ri 13:9 Und Gott hörte auf die Stimme Manoachs. Und der Engel Gottes kam noch einmal zu der Frau, als sie gerade auf dem Feld saß und Manoach, ihr Mann, nicht bei ihr war.
ELB Ri 13:10 Da beeilte sich die Frau, lief, berichtete es ihrem Mann und sagte zu ihm: Siehe, der Mann ist mir erschienen, der an jenem Tag zu mir gekommen ist!
ELB Ri 13:11 Da machte sich Manoach auf und folgte seiner Frau. Und er kam zu dem Mann und sagte zu ihm: Bist du der Mann, der zu der Frau geredet hat? Er sagte: Ich bin es.
ELB Ri 13:12 Und Manoach sagte: Nun, [wenn] dein Wort eintrifft, was soll die [Lebens]weise des Jungen und sein Tun sein ?
ELB Ri 13:13 Da sprach der Engel des HERRN zu Manoach: Vor allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten.
ELB Ri 13:14 Von allem, was vom Weinstock kommt, soll sie nicht essen, und Wein und Rauschtrank soll sie nicht trinken, und sie soll nichts Unreines essen. Alles, was ich ihr geboten habe, soll sie beachten.
ELB Ri 13:15 Und Manoach sagte zu dem Engel des HERRN: Wir hätten dich gern zurückgehalten und dir ein Ziegenböckchen zubereitet.
ELB Ri 13:16 Doch der Engel des HERRN sprach zu Manoach: Wenn du mich auch aufhieltest, ich würde nicht von deinem Brot essen. Willst du aber ein Brandopfer zubereiten, opfere es dem HERRN! Manoach hatte nämlich nicht erkannt, daß es der Engel des HERRN war.
ELB Ri 13:17 Da sagte Manoach zum Engel des HERRN: Wie ist dein Name? Wenn dein Wort eintrifft, möchten wir dich ehren.
ELB Ri 13:18 Doch der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du denn nach meinem Namen ? Er ist zu wunderbar!
ELB Ri 13:19 Da nahm Manoach das Ziegenböckchen und das Speisopfer und opferte es dem HERRN auf dem Felsen. Er aber vollbrachte Wunderbares, und Manoach und seine Frau sahen zu.
ELB Ri 13:20 Es geschah nämlich, als die Flamme vom Altar zum Himmel emporstieg, da fuhr der Engel des HERRN in der Flamme des Altars hinauf. Manoach aber und seine Frau sahen zu und fielen auf ihr Angesicht zur Erde.
ELB Ri 13:21 Der Engel des HERRN aber erschien Manoach und seiner Frau danach nicht mehr. Da [erst] erkannte Manoach, daß es der Engel des HERRN war.
ELB Ri 13:22 Und Manoach sagte zu seiner Frau: Ganz sicher müssen wir [jetzt] sterben, denn wir haben Gott gesehen!
ELB Ri 13:23 Aber seine Frau sagte zu ihm: Wenn es dem HERRN gefallen hätte, uns zu töten, so hätte er aus unserer Hand nicht Brandopfer und Speisopfer angenommen, und er hätte uns nicht dies alles sehen lassen und uns jetzt nicht so etwas hören lassen.
ELB Ri 13:24 Und die Frau gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Simson. Und der Junge wuchs heran, und der HERR segnete ihn.
ELB Ri 13:25 Und der Geist des HERRN fing an, ihn zu treiben in Machaneh-Dan zwischen Zora und Eschtaol.
ELB Ri 14:1 Und Simson ging nach Timna hinab. Und er sah in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister.
ELB Ri 14:2 Und er ging [wieder] hinauf und berichtete es seinem Vater und seiner Mutter und sagte: Ich habe in Timna eine Frau von den Töchtern der Philister gesehen. Und nun nehmt sie mir [doch] zur Frau!
ELB Ri 14:3 Da sagte sein Vater zu ihm und [auch] seine Mutter: Gibt es unter den Töchtern deiner Brüder und unter meinem ganzen Volk keine Frau, daß du hingehst, eine Frau zu nehmen von den Philistern, den Unbeschnittenen ? Simson aber sagte zu seinem Vater: Diese nimm mir, denn sie ist in meinen Augen die richtige!
ELB Ri 14:4 Sein Vater und seine Mutter erkannten aber nicht, daß es von dem HERRN war; denn er suchte einen Anlaß bei den Philistern. In jener Zeit herrschten nämlich die Philister über Israel.
ELB Ri 14:5 Und Simson ging mit seinem Vater und seiner Mutter nach Timna hinab. Als sie nun an die Weinberge von Timna kamen, siehe, da [sprang] ein Junglöwe brüllend ihm entgegen.
ELB Ri 14:6 Da kam der Geist des HERRN über ihn. Und er zerriß ihn, wie man ein Böckchen zerreißt; und er hatte gar nichts in seiner Hand. Aber seinem Vater und seiner Mutter erzählte er nicht, was er getan hatte.
ELB Ri 14:7 Und er ging hinab und redete zu der Frau, und sie war die richtige in den Augen Simsons.
ELB Ri 14:8 Und nach einiger Zeit kehrte er zurück, um sie zu nehmen. Und er bog [vom Weg] ab, um nach dem Kadaver des Löwen zu sehen, und siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Körper des Löwen und Honig.
ELB Ri 14:9 Den löste er heraus, [nahm ihn] in seine Hände und ging weiter, wobei er im Gehen aß. Und er ging zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, und sie aßen. Aber er erzählte ihnen nicht, daß er den Honig aus dem Körper des Löwen herausgelöst hatte.
ELB Ri 14:10 Und sein Vater ging zu der Frau hinab, und Simson veranstaltete dort ein Festmahl; denn so pflegten es die jungen Männer zu tun.
ELB Ri 14:11 Und es geschah, als sie ihn sahen, da nahmen sie dreißig [Braut]begleiter; die waren bei ihm.
ELB Ri 14:12 Da sagte Simson zu ihnen: Ich will euch einmal ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr es mir in den sieben Tagen des Festmahles richtig löst und es herausfindet, dann werde ich euch dreißig Hemden und dreißig Festkleider geben.
ELB Ri 14:13 Wenn ihr es mir aber nicht lösen könnt, dann müßt [ihr] mir dreißig Hemden und dreißig Festkleider geben. Da sagten sie zu ihm: Gib dein Rätsel auf, wir wollen hören!
ELB Ri 14:14 Und er sagte zu ihnen: Aus dem Fresser kam Fraß, und aus dem Starken kam Süßes. Sie aber konnten das Rätsel nicht lösen drei Tage lang.
ELB Ri 14:15 Und es geschah am vierten Tag, da sagten sie zu Simsons Frau: Betöre deinen Mann, daß er uns das Rätsel löst, sonst verbrennen wir dich und das Haus deines Vaters mit Feuer! Habt ihr uns eingeladen, um uns [aus unserm Besitz] zu vertreiben ? Ist es nicht so?
ELB Ri 14:16 Da weinte Simsons Frau bei ihm und sagte: Du haßt mich nur und liebst mich nicht. Den Söhnen meines Volkes hast du das Rätsel aufgegeben, aber mir hast du es nicht erzählt. Er aber sagte zu ihr: Siehe, meinem Vater und meiner Mutter habe ich es nicht erzählt, da sollte ich es dir erzählen?
ELB Ri 14:17 Doch sie weinte bei ihm die sieben Tage, an denen sie das Festmahl hielten. Und es geschah am siebten Tag, da erzählte er ihr [die Lösung des Rätsels], weil sie ihn drängte, und sie erzählte das Rätsel den Söhnen ihres Volkes.
ELB Ri 14:18 Da sagten die Männer der Stadt zu ihm am siebten Tag, bevor die Sonne unterging: Was ist süßer als Honig, und was ist stärker als der Löwe? Er sagte zu ihnen: Wenn ihr nicht mit meinem Kalb gepflügt hättet, dann hättet ihr mein Rätsel nicht herausgefunden.
ELB Ri 14:19 Und der Geist des HERRN kam über ihn. Und er ging hinab nach Aschkelon und erschlug dreißig Mann von ihnen und zog ihnen die Ausrüstung aus und gab die Festkleider denen, die das Rätsel gelöst hatten. Und sein Zorn entbrannte, so daß er ins Haus seines Vaters hinaufging.
ELB Ri 14:20 Simsons Frau aber wurde einem seiner [Braut]begleiter gegeben, der ihm als Brautführer gedient hatte.
ELB Ri 15:1 Und es geschah nach einiger Zeit, in den Tagen der Weizenernte, da suchte Simson seine Frau mit einem Ziegenböckchen auf, und er sagte: Ich will zu meiner Frau in die Kammer hineingehen. Aber ihr Vater gestattete ihm nicht hineinzugehen.
ELB Ri 15:2 Und ihr Vater sagte: Ich habe fest angenommen, daß du sie nur noch hassen würdest, da habe ich sie deinem [Braut]begleiter gegeben. Ist nicht ihre jüngere Schwester schöner als sie? Sie soll dir an ihrer Stelle gehören.
ELB Ri 15:3 Da sagte Simson zu ihnen: Diesmal bin ich ohne Schuld an den Philistern, wenn ich ihnen Übles tue.
ELB Ri 15:4 Und Simson ging hin und fing dreihundert Füchse. Und er nahm Fackeln und kehrte Schwanz zu Schwanz und befestigte eine Fackel zwischen je zwei Schwänzen in der Mitte.
ELB Ri 15:5 Dann zündete er die Fackeln mit Feuer an, ließ [die Füchse] los in das stehende Getreide der Philister und steckte [alles] in Brand vom Garbenhaufen bis zum stehenden Getreide, ja, bis zum Weinberg [und] Olivenbaum.
ELB Ri 15:6 Da sagten die Philister: Wer hat das getan? Und man sagte: Simson, der Schwiegersohn des Timniters, weil er ihm seine Frau weggenommen und sie seinem [Braut]begleiter gegeben hat. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie und ihren Vater mit Feuer.
ELB Ri 15:7 Und Simson sagte zu ihnen: Wenn ihr es so macht - erst wenn ich mich an euch gerächt habe, [erst] danach will ich aufhören!
ELB Ri 15:8 Und er schlug sie gründlich zusammen - ein gewaltiger Schlag. Und er ging hinab und blieb in der Felsspalte von Etam.
ELB Ri 15:9 Und die Philister zogen herauf und lagerten in Juda und breiteten sich in Lehi aus.
ELB Ri 15:10 Da sagten die Männer von Juda: Warum seid ihr gegen uns heraufgezogen? Sie sagten: Um Simson zu binden, sind wir heraufgezogen, um ihm zu tun, wie er uns getan hat.
ELB Ri 15:11 Da zogen dreitausend Mann von Juda zur Felsspalte von Etam hinab und sagten zu Simson: Weißt du nicht, daß die Philister über uns herrschen ? Was hast du uns da angetan? Er sagte zu ihnen: Wie sie mir getan, so habe ich ihnen getan.
ELB Ri 15:12 Da sagten sie zu ihm: Um dich zu binden, sind wir herabgekommen, um dich in die Hand der Philister auszuliefern. Simson sagte zu ihnen: Schwört mir, daß nicht [ihr] selber über mich herfallen werdet!
ELB Ri 15:13 Und sie sagten zu ihm: Nein, sondern wir wollen dich nur binden und dich in ihre Hand ausliefern, aber töten wollen wir dich nicht. So banden sie ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn vom Felsen herauf.
ELB Ri 15:14 Als er nach Lehi kam, da jauchzten ihm die Philister entgegen. Aber der Geist des HERRN kam über ihn, da wurden die Stricke, die an seinen Armen waren, wie Flachsfäden, die vom Feuer versengt sind, und seine Fesseln schmolzen von seinen Händen weg.
ELB Ri 15:15 Und er fand einen frischen Eselskinnbacken, und er streckte seine Hand aus, nahm ihn und erschlug damit tausend Mann.
ELB Ri 15:16 Und Simson sprach: Mit dem Eselskinnbacken [schlug ich] einen Haufen, zwei Haufen! Mit dem Eselskinnbacken erschlug ich tausend Mann!
ELB Ri 15:17 Und es geschah, als er ausgeredet hatte, warf er den Kinnbacken aus seiner Hand. Und man nannte jenen Ort Ramat-Lehi.
ELB Ri 15:18 Und er hatte großen Durst. Da rief er zu dem HERRN und sagte: Du hast durch die Hand deines Knechtes diese große Rettung gegeben, nun aber muß ich vor Durst sterben und in die Hand der Unbeschnittenen fallen!
ELB Ri 15:19 Da spaltete Gott die Höhlung, die bei Lehi ist, so daß Wasser aus ihr hervorkam. Und er trank, und sein Geist kehrte zurück, und er lebte [wieder] auf. Daher gab man ihr den Namen: Quelle des Rufenden; die ist bei Lehi bis auf diesen Tag.
ELB Ri 15:20 Und er richtete Israel in den Tagen der Philister zwanzig Jahre.