Di., 05.05.2026
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Mein Kirchenname und der neue Mensch!
28.07.2019 Pater Thomas Gertler SJ (update-seele) schreibt:
"...Vom Generaldirektor der europäischen Raumfahrtbehörde ESA Jan Wörner:
„Im Deutschen benützen wir das Wort „Himmel“, aber da drüber, sagen wir, ist das Weltall, das All! Wenn wir noch einen Schritt weitergehen, jenseits des Alls, dann kommen wir nach Über-All. Und da ist Gott.
Gott ist ‚überall‘“.
Ja, das war überraschend für mich.
Über dem Weltall - da ist das Über-All.
Das, was über Alles, über das Weltall nochmal hinaus ist und es umfängt. Das was das Universum noch einmal umfasst und noch universaler ist als das Universum und das ist dieses über Alles hinaus, dieses mehr als Alles..."
Der neue Mensch Bernhard
28.07.2019
Mitte 2025 Bernandus.de
05.05.2026 die neue Adresse: Bernhard-Gast.de
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Ein Bereich, der gar nicht mehr einfach Teil dieses Alles ist, sondern etwas anders, etwas ganz anderes ist, zu dem wir aber gehören als Bewohner dieses Weltalls..."
Und das Überraschende ist dieses Umkippen von Über-All, als das was über das All hinaus geht und einen Raum zu bezeichnen scheint, hin zu „überall“. Zu diesem ganz alltäglichen Wort. Und das lässt mich jetzt nachdenken und das deutsche Wort „überall“ neu bedenken. Ist „überall“ jeder denkbare, vorstellbare, reale Ort in unserer Welt, in unserem Weltall? Ja, das ist wohl so gemeint. Überall ist jeder denkbare, reale Ort im Weltall, aber ja auch darüber hinaus, wie wir gesehen haben. Und das ist der Ort Gottes. Und das ist ein Ort und kein Ort.
Es ist ganz klar, dass Gott selbst darum gar nicht räumlich sein kann, sondern auch
überräumlich, wie ja über-all, räumlich und zugleich jenseits und über aller Räumlichkeit ist. Ja, jenseits aller Räumlichkeit, aber gerade darum allgegenwärtig.
Wörner hat in Alltagssprache
ausgedrückt, was die Theologie schon lange bedacht und natürlich lateinisch ausgedrückt hat.
Gott ist transzendent. Das heißt er übersteigt alle räumlichen Vorstellungen: transcendere heißt „übersteigen“, nämlich die Diesseitigkeit in die Jenseitigkeit. Transzendenz ist die Jenseitigkeit Gottes.
Da fällt mir noch eine Geschichte ein: der erste Ostdeutsche, der 1978 mit ins Weltall geflogen ist, hieß Sigmund Jähn. Er stammt aus dem vogtländischen Ort namens Morgenröthe Rautenkranz
(ich hab natürlich Rosenkranz gelesen). Nun hatten dank Jähn auch die vielen
atheistischen Ostdeutschen eine Vorstellung vom Jähnseits – bitte, Jähnseits schön sächsisch oder thüringisch oder vogtländisch aussprechen! Jedem sein Jenseits!
Aber schnell zurück zur geliebten Theologie und ihrem Jenseits. Dieses Jenseits ist Wörners Über-All. Es übersteigt alle räumlichen Vorstellungen. Es ist anders und eben darum auch überall. Oder wie es die Theologie sagt: weil Gott transzendent ist, alle räumlichen Vorstellungen übersteigt, darum, genau darum kann er eben überall sein. Darum ist er überall. Oder wieder
mit dem theologischen Fachausdruck gesagt, darum kann Gott immanent (=innewohnend – nämlich der Welt, dem All und mir) sein. Also darum kann Gott allem zuinnerst gegenwärtig sein.
Die Transzendenz Gottes ermöglicht die Immanenz Gottes. Wenn Sie diesen Satz jetzt
verstanden haben, dann bestehen Sie schon eine erste Theologieprüfung! Und wenn Sie einmal bei der Kaffeetafel diesen Satz sagen, ist Ihnen allgemeines Staunen gewiss. Ich fürchte aber auch ein allgemeines Verstummen – schade!
Und nun wieder an den Ausgangspunkt: zum Über-All. Das hilft uns Christi Himmelfahrt etwas besser zu verstehen. Dass Christus zugleich weg in den Himmel ist und zugleich da ist. Wie er uns Jüngern so trostvoll sagt: „Ich bin bei Euch alle Tage, bis zum Ende der Welt.“
Die Heimkehr in die himmlische Seinsweise macht es gerade möglich, dass er alle Tage und allerorten bei uns sein kann. Denn die Transzendenz ermöglicht die Immanenz.
Das ist freilich nicht alles, was zu sagen und zu erklären wäre, aber jetzt ist es gut für heute.
Freuen Sie sich, dass Er bei uns ist – überall und allezeit.
Es grüßt Sie herzlich
Pater Thomas Gertler SJ"