„Salve, ihr kleinen Abenteurer! Ich bin Claudia, und das ist Lucius. Gemeinsam entdecken wir das alte Rom – und zeigen euch, wie die Römer in Köln gelebt haben. Seid ihr bereit? Dann los!“
„Salve, ihr kleinen Abenteurer! Ich bin Claudia, und das ist Lucius. Gemeinsam entdecken wir das alte Rom – und zeigen euch, wie die Römer in Köln gelebt haben. Seid ihr bereit? Dann los!“
Salve, Colonia! Ein Abenteuer beginnt
Vor fast 2.000 Jahren, als es noch keine Autos, keine Handys und keine Schokoladeneisbuden gab, lag am Rhein eine geschäftige römische Stadt.
Ihr Name war Colonia Claudia Ara Agrippinensium.
Ein ziemlich langer Name, fand Claudia.
„Warum können die Römer nicht einfach kurze Namen erfinden?“, fragte sie und schob ihre Brille zurecht.
„Weil lange Namen sehr gebildet klingen“, erklärte Lucius.
Er war sieben Jahre alt, hatte strubbelige blonde Haare und eine Zahnlücke, die beim Grinsen besonders gut zu sehen war. Lucius wusste fast alles über die Römer. Und wenn er einmal etwas nicht wusste, dann überlegte er so lange, bis er wenigstens eine sehr überzeugende Vermutung hatte.
Claudia war fünf, hatte dunkle Haare und war überzeugt davon, dass man die Welt am besten entdeckte, indem man überall hineinschaute, wo Erwachsene ausdrücklich gesagt hatten: „Da gibt es nichts zu sehen!“
An diesem Morgen aber gab es tatsächlich etwas zu sehen.
Etwas sehr Merkwürdiges.
Auf dem Kopfsteinpflaster vor ihrem Haus lag eine kleine bronzene Münze. Darauf waren ein Adler und geheimnisvolle Zeichen zu erkennen.
Daneben lag ein zusammengefaltetes Stück Pergament.
„Lucius!“, rief Claudia. „Du musst dir das ansehen!“
Lucius kam angerannt, nahm das Pergament vorsichtig zwischen zwei Finger und las laut vor:
„Wer das Geheimnis von Colonia finden will, muss dem Adler folgen. Doch hüte dich vor dem Wächter am Rhein!“
Claudia riss die Augen auf.
„Ein Geheimnis! Wir müssen sofort los!“
Lucius rückte seine Tunika zurecht und setzte sein allerklügstes Gesicht auf.
„Moment. Zuerst brauchen wir einen Plan.“
Claudia sah ihn an.
„Natürlich.“
Sie machte drei Schritte nach vorn.
„Das war mein Plan.“
„Claudia!“
Doch da geschah etwas, womit keiner von beiden gerechnet hatte: Die Münze begann in ihrer Hand zu leuchten …
Ein goldener Lichtschein huschte über das Pergament. Plötzlich erschien darauf eine Karte der Stadt – mit einem roten Kreuz am großen Stadttor und einem kleinen Adler direkt am Rheinufer.
„Bei Jupiter!“, flüsterte Lucius. „Das ist keine gewöhnliche Münze!“
„Das habe ich auch ohne sieben Jahre Lebenserfahrung bemerkt“, sagte Claudia trocken.
Lucius wollte gerade widersprechen, als hinter ihnen ein tiefes, geheimnisvolles Geräusch ertönte.
WUFF!
Beide fuhren herum.
Da stand ein riesiger, pechschwarzer Hund. Sein Fell glänzte in der Morgensonne, und seine dunklen Augen blickten sie an, als wüsste er etwas, das kein Mensch wissen konnte.
Claudia kniete sich vorsichtig hin.
„Na, du bist ja ein schöner Kerl. Wie heißt du denn?“
Der Hund wedelte einmal mit seinem mächtigen Schwanz.
Lucius betrachtete ihn nachdenklich.
„Wenn ich mich nicht irre, ist das ein außergewöhnlich großer Hund.“
„Danke, Lucius. Diese Erkenntnis wird uns bestimmt retten.“
Der Hund bellte erneut, drehte sich um und lief in Richtung Stadttor.
Die Münze leuchtete heller.
Claudia sprang auf.
„Er will, dass wir ihm folgen!“
Lucius griff nach seinem kleinen Beutel, in dem er Brot, einen Holzgriffel und drei Dinge aufbewahrte, deren Verwendungszweck er selbst noch nicht vollständig geklärt hatte.
„Also gut“, sagte er. „Wir folgen dem Hund. Aber ich möchte ausdrücklich festhalten, dass ich für die Planung zuständig bin.“
Claudia lachte und lief los.
Und so begann das größte Abenteuer ihres jungen Lebens.
Denn was die beiden noch nicht wussten: Tief unter den alten Steinen von Colonia wartete ein Geheimnis, das seit vielen Jahrhunderten niemand mehr entdeckt hatte.
Und der schwarze Hund?
Der war offenbar nicht zufällig aufgetaucht.
Fortsetzung folgt …