Islamseminar 2016


30. August 2016    19.30 Uhr    Ort: Katholisches Forum, Propsteihof 10, 44137 Dortmund



Sure 4,34: ein einziges Wort und seine große Wirkung


Frauenfeindlich oder geschlechtergerecht – wie ist der Koran zu verstehen? Insbesondere die Sure 4,34 ist oft so ausgelegt worden, dass laut  Koran Gewalt gegen Frauen zulässig ist. Neue Forschungen sehen dies jedoch anders und kommen zu einem differenzierteren Bild. Diese Forschungen und ihre Ergebnisse sollen vorgestellt und diskutiert werden.


Referentin:

Rabeya Müller, Autorin, Imamin der MGR,

Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung e.V., Köln


In der deutschen Koranübersetzung von Rudi Paret, die sich an der traditionellen Exegese orientiert, lautet der Vers, wie folgt (die arabischen Schlüsselbegriffe sind an den entsprechenden Stellen hinzugefügt):

„Die Männer stehen über (qauwāmūn ʿalā) den Frauen, weil Gott sie (von Natur aus vor diesen) ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von ihrem Vermögen (als Morgengabe für die Frauen?) gemacht haben. Und die rechtschaffenen Frauen sind (Gott) demütig ergeben und geben acht auf das, was (den Außenstehenden) verborgen ist, weil Gott (darauf) acht gibt (d.h. weil Gott darum besorgt ist, dass es nicht an die Öffentlichkeit kommt). Und wenn ihr fürchtet, dass (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie (wa-dribū-hunna)! Wenn Sie euch (daraufhin wieder) gehorchen, dann unternehmt (weiter) nichts gegen sie! Gott ist erhaben und groß.“

Quelle: Wikipedia

 Erläuterung zu Quran 4,34:

Die Männer stehen ein für die Frauen, wegen dem womit Allah sie jeweils einen vor den jeweils anderen ausgezeichnet hat, und weil sie (als die wirtschaftlich Unabhängigen) aus ihrem Vermögen (Unterhalt und Versorgung) ausgeben. Darum sind loyale Frauen (Allah gegenüber) ergeben. (Sie sind) diejenigen, welche die Geheimnisse (der Ehe, was nicht öffentlich gemacht wird und Außenstehenden verborgen bleiben soll),  gemäß Allahs Weisung bewahren. Und wenn ihr annehmt, dass Frauen einen Vertrauensbruch begehen, besprecht euch mit ihnen und (falls keine Besserung eintritt) zieht euch (zunächst) aus dem Privatbereich zurück (meidet Intimitäten) und (als letztes) trennt euch von ihnen (adribuhunna): Wenn sie zur loyalen Haltung zurückkehren, so sucht gegen sie keine Handhabe (um ihnen zu schaden). Wahrlich, Allah ist erhaben, größer (als alles Vorstellbare).

Quelle:

Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung


21.September 2016 (Mittwoch)    19.30 Uhr    Ort: Reinoldinum, Schwanenwall 34, 44135 Dortmund


Festmahl am Himmelstisch - Wie Mahl feiern Juden, Christen und Muslime verbindet


Juden feiern Pessach, Christen Ostern, und Muslime bitten Gott, einen Tisch vom Himmel zu senden (Koran, Sure 5), an dem die Gläubigen Platz nehmen. Mahl zu feiern stiftet also eine enge Verbindung zwischen den drei großen Religionen. Der Referent beschreibt an diesem Abend diese bisher kaum gesehene Verbindung. Wenn Christen das österliche Mahl feiern, sind auch die anderen Religionen gegenwärtig, so Kuschels These, die er durch historische und systematische Argumentation belegen kann, ohne die anderen Religionen zu vereinnahmen. Eine Erkenntnis von besonderer Tragweite, die das Gespräch zwischen Juden, Christen und Muslimen befruchten dürfte und vielleicht auch in Dortmund zum gemeinsamen Feiern anstiftet.



Referent: Prof. em. Dr. Karl-Josef Kuschel, Tübingen


Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V., der Volkshochschule Dortmund, dem Evangelischen Kirchenkreis Dortmund und Lünen/Evangelischen Bildungswerk und Schulreferat und dem Katholischen Bildungswerk im Dekanate Dortmund e.V. statt.


 


25.Oktober 2016    19.30 Uhr    Ort: Abu-Bakr-Moschee, Carl-Holtschneider-Str. 8a, 44145 Dortmund



Gottes Geist in Bibel und Koran


Sowohl in der Bibel als auch – weniger bekannt – im Koran finden sich vielfältige differenzierte  Aussagen zu  Gottes Geist (ruach/ruh) und dessen Wirken.
An diesem Abend möchten wir exemplarisch versuchen, uns  diesen  in beiden heiligen Schriften zu nähern, um anschließend  darüber ins Gespräch zu kommen, welche Bedeutung diese Aussagen für uns heutige Menschen haben können.

Referentin/Referent:
Almut Begemann, Ev. Pfarrerin,
  Stadtkirche St. Petri Dortmund
Hüseyin Inam, Islamischer Theologe, Herne


 


22. November 2016     19.00 Uhr    Ort: Abu-Bakr-Moschee, Carl-Holtschneider-Str. 8a, 44145 Dortmund


21. Interreligiöses  Gebet


Unsere Zukunft - starr vor Angst oder lebendig in der Hoffnung?


In Zeiten großer Veränderungen und zunehmender Unsicherheiten möchten wir mit Ihnen beim 21. Interreligiösen Gebet in den Heiligen Schriften nach Perspektiven der Hoffnung suchen.


Unsere Zukunft – wie wird sie aussehen?

Für viele scheint die Perspektive eher düster. „Die Deutschen sorgen sich um ihre Zukunft“ titelte eine Zeitung und eine Umfrage ermittelte, dass nur 24% der Frauen und 40% der Männer positiv in die Zukunft schauen.


Wo liegen die Ursachen?

Weltweit treten Kriege und humane Missstände durch die globale Vernetzung und den medialen Fokus immer deutlicher zu Tage. Terrormilizen morden wahllos Männer, Frauen und Kinder. Regionale Konflikte, Klimakatastrophen und Ressourcenknappheit veranlassen Menschen zu fliehen. Sie erreichen in wachsender Zahl Europa und auch Deutschland.


Dies trifft das Vereinte Europa in einer Zeit von Finanzkrisen. Nationales Denken erstarkt und ein Rechtsruck ist erkennbar. In allen Bereichen der Gesellschaft wächst die Gewaltbereitschaft.


Die Auswirkungen spüren wir auch bei uns. Die Ausgrenzung von Juden und Muslimen ist kein Tabuthema mehr. Judenhass und Islamfeindlichkeit nehmen zu.


Aber auch das ehrenamtliche Engagement für Menschen in Not wächst zusehends.


Allgemein herrscht Unsicherheit und ein diffuses Klima der Angst. Oftmals ist es die Angst um das Erreichte, um den Besitz, um den Lebensstandard.


Wie geht es weiter?


Die einen sagen:

Die Fremden gehören nicht zu uns. Sie gefährden uns.

Wir müssen uns absichern: unsere Grenzen, unseren Wohlstand, unseren Lebensstandard  -

notfalls auch mit Zäunen an den Grenzen und  mehr Soldaten und mehr Waffen.

Alles soll so bleiben, wie es ist!


Die anderen sagen:

Alles soll so bleiben, wie es ist?

Die Welt ändert sich ständig.

Es gibt keine absolute Sicherheit.


Die vielfältigen Veränderungen fordern uns heraus.

Wir stellen uns ihnen offenen Herzens. So ruft die große Anzahl der Flüchtlinge eine unvorstellbare Welle der Hilfsbereitschaft quer durch alle Bevölkerungsschichten und Religionen hervor. Neben Trauer und Verzweiflung nach den Terroranschlägen bringen wir auch Solidarität und Mitmenschlichkeit zum Vorschein.


Wir sind überzeugt, mit der Perspektive lebendiger Hoffnung und im Vertrauen auf Gott der Verschiedenheit der Menschen und den aktuellen Herausforderungen in unserem Land, in unserer Stadt begegnen zu können.


Deshalb laden wir, die Juden, die Christen, die Muslime und die Bahá’í in Dortmund, Sie herzlich ein.









Das Jahresprogramm 2017 erscheint spätesten im November 2016 auf dieser Internetseite!






 
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Hans Steinkamp,
27.01.2016, 01:03
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