Warum gibt es noch kein bGE?

"Stell’ Dir vor es geht und keiner kriegt’s hin." (Wolfgang Neuss)


Grundeinkommen brauchen wir jetzt


Plädoyer für ein konkreteres Engagement



Ralph Boes, sagt in einem seiner Vorträge (Krefeld), wie setze i c h mich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) ein. "Wir alle sollten im Moment der Krise, wenn sie denn bei uns angekommen ist, vom Staat die Durchsetzung der Menschenwürde in Form eines Bedingungslosen Grundeinkommen einfordern. Jeder für sich sollte das einfordern." - Kommt dann das Grundeinkommen. Und warum erst, wenn die Krise da ist?

Seit Ende der 80ziger Jahre wird das Grundeinkommen diskutiert (Die GRÜNEN, Opielka), andere Themen, wie die Zinseszins-Problematik, sind seit 30 Jahren bekannt (Margrit Kennedy) und ungelöst. In Grundeinkommens-Initiativen wird das bGE so lange diskutiert, bis es verstanden ist, dann bleiben viele TeilnehmerInnen weg, weil es nichts mehr zu tun gibt. Denn das bGE zur Einführung bringen und das als Aufgabe sehen, ist in vielen Initiativen nicht wirklich gedacht und konzeptioniert. Man ist eben "auf dem Weg". (siehe Selbstverständnis der bGE-Initiativen)

Wenn man den Fokus der Aufmerksamkeit auf den Umstand richtet, das Probleme und Lösungen erkannt werden und trotzdem nichts geschieht, kann nur eine sinnvolle Weiterbeschäftigung in diesem Zusammenhang darin bestehen, dieses Hemmnis aufzulösen.


Warum führen wir das bGE nicht einfach ein. Ist es eine Scheu, selbst politisch, gesellschaftlich gestaltend wirksam zu werden?

Das sogenannte Hartz-Konzept wurde innerhalb 6 Monate erarbeitet und dann in wenigen Jahren schrittweise umgesetzt. Warum ist dies nicht schon längst mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen so passiert.


Die politische Klasse ist stehend k.o. Es wäre ein Leichtes jetzt das bGE einzuführen.


Und die, die am meisten vom bGE profitieren würden, die Armen oder Prekären, müssten das größte Interesse haben, dass das bGE eingeführt wird. Aber das sie sich dafür engagieren, ist nicht recht zu sehen.  Vielleicht verlieren sich ihre Kräfte auch in den Parteistrukturen und -hierarchien von LINKE und Piraten. Tatsächlich wird das Bedingungslose Grundeinkommen von den Menschen vorangetrieben, die es eigentlich persönlich nicht brauchen: Professoren, Unternehmer, gut bezahlte Akademiker.

Natürlich setzen sich auch die schlecht bezahlten Menschen und armen Akademiker für ein bGE ein. Aber möglicherweise sind sie schneller wieder von der Bildfläche verschwunden, aus Geldmangel kaltgestellt, durch den Überlebenskampf erschöpft.


Was sind die Gründe, warum es die, die ein bGE dringend bräuchten, und die, die ein bGE befürworten, es nicht gebacken kriegen, das Bedingungslose Grundeinkommen einzuführen?

Einmal sind unter den offiziellen bGE-Befürwortern doch viele, die sich kein Bein ausreißen würden, für die Sache. Ja vielleicht sogar, unbewusst, eine Umsetzung bremsen, weil sie zu gut im "alten System" verwurzelt und erfolgreich sind. Sie also ein "besseres Gesellschaftssystem" nicht sofort brauchen.

Dann ist es sicher eine logistische, organisatorische, intellektuelle Aufgabe, die so in dieser Form noch nicht angepackt wurde. Oder können wir tagtäglich, direkte, demokratische Entscheidungen beobachten? Bisher haben wir Bürgerinnen und Bürger unser Entscheidungspotenzial abgegeben, unsere "Stimme abgegeben" und was wir davon haben sehen wir heute. Dieses Potential jetzt zu nutzen, darum geht es. Und eben nicht mehr uns durch das "Nadelöhr der Parteien" durchzwängen.

Ein Weiteres, warum die Menschen nichts riskieren ist, weil sie Angst haben. Nicht vor dem Bedingungslosen Grundeinkommen, sondern vor sich selbst. Da vor, dass sie die Welt gestalten, dass sie selbst die Welt verändern und auch für diese Vorgänge alsdann Verantwortung haben. Da ist eine große Überwindung notwendig. - Vielleicht müssen sie an der Hölle riechen, um zu begreifen, dass es kein Zurückgehen gibt.