Das Grundstück in der Prein hat eine lange Verbindung zu Musik und Kultur: Die Familien Grab von Hermannswörth, unter ihnen bekannte Mäzene und Musikerfreunde, hatten hier ihren Sommersitz. Diese Tradition führt der Kunst und Wissenschaftsverein Prein fort – in einem neuen, zeitgemäßen Rahmen. Besuchen Sie uns und erleben Sie wie Kreativität durch Begegnung wächst, wie junge und renommierte internationale Künstler:innen neue Impulse setzen und wie ein historischer Ort zum lebendigen Resonanzraum für Kunst, Forschung und musikalische Entdeckungen wird.
Die Familie Grab von Hermannswörth: Mäzene, Industrielle und Weggefährten von Richard Strauss
In der Geschichte von Prein an der Rax nimmt die Familie Grab von Hermannswörth einen besonderen Platz ein. Als bedeutende Industrielle und leidenschaftliche Kunstförderer machten sie ihren Landsitz in den Bergen zu einem Treffpunkt der kulturellen Elite des frühen 20. Jahrhunderts. Auch die familiäre Freundschaft zum Komponisten Richard Strauss prägte diese Ära.
Ein Erbe aus Industrie und Adel
Der Grundstein für den Wohlstand der Familie wurde von Hermann Grab gelegt, der erfolgreich Leder-, Wachstuch- und Linoleumfabriken aufbaute. Sein ältester Sohn, Emanuel Grab (1868–1929), führte das Unternehmen weiter. Für ihre Verdienste und großzügigen Stiftungen wurde die Familie 1915 von Kaiser Franz Joseph in den erblichen Ritterstand erhoben – fortan trugen sie den klangvollen Namen Grab von Hermannswörth.
Die schicksalhafte Verbindung zu Richard Strauss
Was als gesellschaftliche Bekanntschaft in Prag begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen engen Bindung. Eingeführt durch den Dirigenten Leo Blech, wurde das Haus der Familie Grab schnell zu einem Ort, an dem Richard Strauss nicht nur musikalischen Austausch, sondern auch Erholung beim Skatspiel suchte.
Die Beziehung wurde im Jahr 1917 schließlich familiär: Franz Strauss, der Sohn des Komponisten, heiratete Emanuels Tochter Alice Grab. Richard und Pauline Strauss waren über die Verbindung ihrer Kinder hocherfreut und blieben den Schwiegereltern zeitlebens eng verbunden.
Sommerfrische und „Bettelbriefe“ in der Prein
Prein an der Rax war für die Familie Grab und ihre Gäste ein Rückzugsort vom hektischen Treiben in Wien und Prag. In den Kalendern und Briefen von Richard Strauss finden sich Belege für Besuche in der Prein:
Berühmt ist zum Beispiel ein amüsanter „Bettelbrief“ von Strauss aus dem Jahr 1919, in dem er Emanuel Grab – halb scherzhaft, halb fordernd – bittet, ihn aufgrund der grassierenden Grippe und der mühsamen Zugfahrt mit dem Auto in Salzburg abzuholen:
„Unverschämt – was? Aber nur der Mutige hat Glück – und der Gedanke, im offenen Auto...“
Emanuel von Grab ließ sich nicht zweimal bitten und holte Strauss persönlich ab.
Ein bleibendes Gedenken
Die Verbindung zwischen der Familie Grab von Hermannswörth, dem Ort Prein und dem Genie Richard Strauss bleibt ein faszinierendes Kapitel österreichischer Kulturgeschichte, das wir im Rahmen der Konzerte Hermannswörth lebendig halten möchten.