Wer kann fliegen?
Jeder. Alt und Jung. Die Ausbildung kann im Alter von 16 Jahren begonnen, die Lizenzprüfung mit Vollendung des 17. Lebensjahres abgelegt werden. Voraussetzung ist die fliegerärztlich bescheinigte gesundheitliche Tauglichkeit.
Was gehört zur Ausbildung und wie gehts danach weiter?
Ohne Theorie geht nichts. Navigation, Technik, Luftrecht, Meteorologie, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen sind Pflichtfächer. Außerdem braucht man ein Sprechfunkzeugnis. Für die Privatpilotenlizenz sind mindestens 45 Flugstunden, teils mit, teils ohne Fluglehrer zu absolvieren.
Nach Erwerb der Lizenz ist in altersabhängigen Intervallen eine Untersuchung durch den Fliegerarzt und alle zwei Jahre ein Übungsflug mit einem Fluglehrer nachzuweisen, ebenso eine bestimmte Mindestanzahl Flugstunden.
Wo und wie kann man Motorfliegen lernen?
Ausgebildet wird in den Räumlichkeiten und auf den Flugzeugen der Airbus Motorfluggruppe. Die praktische Ausbildung findet auf verschiedenen Flugplätzen in Norddeutschland statt, wobei die Flüge zumeist in Finkenwerder oder dem Verkehrslandeplatz Uetersen-Heist beginnen.
Die Flugschule der Airbus Motorfluggruppe hat verschiedene genehmigte Ausbildungskurse.
In der Anfängerschulung wird die sogenannte PPL (Privatpilotenlizenz) nach den aktuellen europäischen Regeln gem. EASA Part-FCL.200ff ausgebildet. Diese PPL ist ICAO-konform und somit weltweit gültig. Mit Abschluss der Ausbildung besitzt man die Berechtigung zur Führung von einmotorigen Landflugzeugen mit Kolbentriebwerk (SEP-L - single engine piston land) - d.h. allen gängigen Sport- und Privatflugzeugen, z.B. eine Cessna 172.
Die Anfängerschulung findet jahrgangsweise statt mit Start zum Januar. Dazu findet jeweils im Herbst eine Infoveranstaltung statt: Hier geht's zur Anmeldung für die Infoveranstaltung. Nach der Teilnahme bei der Infoveranstaltung kann man sich auf einen der Plätze bewerben.
Die PPL ermöglicht auch den Erwerb weiterer Berechtigungen, z.B. für Nachtflug, Kunstflug oder den Instrumentenflug.
Was kostet das Motorfliegen?
Für den Erwerb der Lizenz im Verein sollte man mindestens 10.000 Euro einplanen, die Kosten können jedoch, abhängig von vielen Faktoren, variieren! Bei gewerblichen Flugschulen ist die Ausbildung teurer, dafür kann das Ausbildungsprogramm eventuell in kürzerer Zeit absolviert werden.
Die Airbus Motorfluggruppe stellt den Piloten nach bestandener Prüfung und erfolgreicher Aufnahme als Vereinsmitglied die Flugzeuge zu Preisen ab etwa 120 Euro pro Stunde (incl. der Betriebsstoffe) zur Verfügung. Mindestens 20 Flugstunden sollte man im Jahr einplanen, um dieses Hobby sicher und mit viel Freude ausüben zu können.
Erlebnis, Sport, Reisen
Ob im Vereinsflugzeug, klassischen Doppeldecker, modernen Hubschrauber oder schnellen Reiseflugzeug: Das Fliegen von Motorflugzeugen ist immer ein faszinierendes Erlebnis; erst recht, wenn Frau oder Mann das Steuer selbst in der Hand hat. Navigationswettbewerbe, Kunstflug, das Schleppen von Segelflugzeugen sind Beispiele für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Motorflugzeugen im Luftsport.
In unserem Verein benutzen wir hauptsächlich einmotorige, zwei- bis viersitzige Flugzeuge. Typische Maschinen, wie z. B. die viersitzige Cessna C172 und Piper PA28, verfügen über Kolbenmotoren von 150 bis 200 PS und sind im Reiseflug bei ca. 950 km Reichweite rund 200 km/h schnell. Moderne, zweisitzige Schul- und Reiseflugzeuge, z. B. die Aquila, haben eine Leistung von 100-115 PS und können bei einer Reichweite von ca. 800 km plus Sicherheitsreserve eine Reisegeschwindigkeit von rund 180 km/h erreichen. Zwei unserer Maschinen sind auch für den Instrumentenflug zugelassen.
Mitglieder der Airbus Motorfluggruppe führen jedes Jahr Langstreckenreisen durch - oft als Gruppe mit mehreren Flugzeugen. Wir sind schon in der Ukraine, in Griechenland, in Marokko oder am Nordkap gewesen.
Wettbewerbssport Motorflug
Eine besondere Herausforderung stellt das Messen der Leistung im sportlichen Wettbewerb dar. Beim Navigationsflug werden an Pilot und Navigator hohe Anforderungen bei Flugvorbereitung, zeitgenauem Einhalten des Flugplans, exakter Navigation ohne elektronische Hilfsmittel und präziser Landung gestellt. Der Präzisionsflug unterscheidet sich vom Navigationsflug dadurch, dass der Pilot allein diese und zusätzliche Aufgaben meistern muss. Der für den Betrachter spektakuläre Kunstflug verlangt die perfekte Beherrschung des Flugzeugs in allen denkbaren Fluglagen.
Im Einklang mit Umwelt und Natur
Jede Tour in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hat Auswirkungen auf die Umwelt. Im eigenen Interesse achten die Motorflugpiloten beim Treibstoffverbrauch auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Moderne Flugzeuge brauchen bezüglich ihres Treibstoffverbrauchs den Vergleich mit den gängigen Autos nicht zu scheuen!
Die Belastung durch Fluggeräusche ist im Vergleich zu anderen Verkehrsgeräuschen gering. Anreize wie reduzierte Landegebühren und rechtliche Vorschriften, zum Beispiel Betriebsbeschränkungen für Flugzeuge ohne erhöhten Lärmschutz, haben für wirkungsvolle Maßnahmen zur Geräuschminderung an Motor und Propeller gesorgt. Motorflugzeuge benötigen keine großen Betriebsflächen: Im Allgemeinen genügt ein Gras- oder Asphaltstreifen von 700 Metern Länge. Viele Flugplätze werden von Vereinen in eigener Regie angelegt, gepflegt und betrieben und stehen auch dem Geschäftsreise- und gewerblichen Verkehr zur Verfügung. Personal- und Sachkosten des Flugplatzbetreibers werden durch eine Landegebühr zumindest teilweise abgedeckt.
Ist Motorfliegen gefährlich?
Technik und Material der Motorflugzeuge, ständig überwacht bei gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Nachprüfungen und weiteren Flugzeit abhängigen Kontrollen, bieten ein hohes Maß an Sicherheit.
Die sorgfältige Ausbildung der Piloten führt zu einem guten Sicherheitsstandard. Der DAeC bietet Lehrgänge und Flugsicherheitsseminare zur Weiterbildung an. Mit Disziplin und Respekt vor den Anforderungen der Fliegerei sind die Voraussetzungen für unfallfreies Fliegen gegeben.
Was bieten wir, was erwarten wir?
Wir bieten Ihnen als zukünftigen Flugschülern und Vereinsmitgliedern:
Eine kompetente Ausbildung mit hoch motivierten und engagierten Fluglehrern mit langjähriger Erfahrung.
Alle unsere Fluglehrer sind „Überzeugungstäter“; der Fluglehrerdienst erfolgt ehrenamtlich.
Eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten innerhalb des Vereins.
Wir erwarten:
Persönliches Engagement der Flugschüler und Beteiligung an der Organisation der Ausbildung als auch aktive Beteiligung im Verein. Ein Verein sowie eine Vereinsflugschule leben von aktiver Mitarbeit der Mitglieder!
Wir bieten kein „Rundum-Sorglos-Paket“; Flugschüler die dies erwarten sollten ihre Ausbildung besser bei einer kommerziellen Flugschule absolvieren.
Ausbildung im Verein ist Teamwork; Einzelkämpfer können und wollen wir nicht fördern.
Muss man ein eigenes Flugzeug haben?
Nein. Die Vereinsflugzeuge sind Gemeinschaftseigentum. Oftmals verchartern kommerzielle Flugschulen ihre Motorflugzeuge. Eine kostengünstige Alternative zum individuellen Flugzeugkauf bieten Haltergemeinschaften.