Was hat das jetzt mit Identität und Diskriminierung zu tun?
Das ist auch eine Frage, mit der wir uns gemeinsam beschäftigt haben.
Die Antwort liegt aber nahe: Unterscheidet sich die körperliche Identität mit der der Mehrheit und erzeugt eine Behinderung Barrieren im alltäglichen Leben - und in unserer Untersuchung in der Teilnahme am digitalen Leben - so kann es schnell zu Diskriminierung kommen.
In unserer Medienanalyse haben wir schon herausgefunden, dass Medien Menschen mit Dis/ability nicht oft darstellen bzw. sie nicht in den Mittelpunkt der Geschichten stellen. Auch das ist ein Problem und in dieser Einheit wollten wir uns zusätzlich bewusst machen, wie einschränkend Technologie sein kann, wenn man diese Identität in der Medienproduktion nicht berücksichtigt.
Wir sind die Generation von Morgen und vielleicht landet jemand von uns in der IT-Branche und kann einen Unterschied machen.
Barriere(n)/freiheit selbst erfahren
Um unser Bewusstsein zu erweitern, war es an der Zeit, selbst zu erleben, wie sich die Welt für Menschen anfühlt, die bei der Nutzung digitaler Medien Unterstützung brauchen.
In Paaren bestand diese Aktivität aus zwei Teilen: einerseits sollte Sehbehinderung und der Einsatz von Screenreadern erlebt werden, andererseits überprüften wir, wie korrekte Untertitel hörbehinderten Menschen dabei helfen auditive Medien im Web richtig wahrzunehmen.
Julie und Paula zeigen uns ihre Eindrücke dieser Aktivität:
Sind Webseiten nicht mit Accessibility als Vorgabe erstellt, ist es schwer bis unmöglich über einen Screenreader zu navigieren. Unser Horoskop haben wir 'blind' nicht gefunden, da Links als Bilder ohne Alternativtext verwendet wurden.
Auch, wenn Untertitel nicht auf Richtigkeit überprüft wurden, wird es schwer als 'taube' Person Details herauszufiltern. Paula, die versucht hat die Antworten über das Minecraft Let's Play nur über Untertitel zu finden, hat es nicht geschafft (Anmerkung der Lehrperson: das war in der Vorbereitung auch so geplant 😉). Julie, die den YouTuber auch gehört hat, schon.
Was gehört noch zur Barrierefreiheit?
Wir alle haben es schon gemacht, sollten es aber in Hinblick auf Identität und Repräsentation nicht: schlecht lesbare Folien erstellen!
Aber es gibt Hoffnung!
Forscher:innen arbeiten bereits an sogenannten assistiven Technologien, die Menschen mit Dis/ability auch in der Nutzung digitaler Medien unterstützen können.
Wer weiß, vielleicht sind unter uns Erfinder:innen von morgen, die hier mithelfen werden!
Übrigens: Vielleicht ist es jemanden schon aufgefallen, aber alle Bilder in unserem Blog sind mit Alternativtexten ausgestattet, um dem Anspruch der Barrierefreiheit ein Stück mehr gerecht zu werden!