Manchmal ist es sinnvoll nicht nur die psychiatrische sondern auch die psychotherapeutische Behandlung bei mir zu machen. Ich versuche den psychotherapeutischen Behandlungsplan den Bedürfnissen und Zielen der Patientinnen und Patienten anzupassen und versuche wirksame Elemente aus den verschiedenen Schulen zu kombinieren, meine Grundausbildung ist verhaltenstherapeutisch.
Die Verhaltenstherapie zählt zu den großen klassischen Psychotherapieschulen. Die moderne Verhaltenstherapie entstand zwischen 1950 und 1960. Ihre Wurzeln fanden sich damals in der empirischen Psychologie. Bis heute entwickelte sich die Verhaltenstherapie so weiter, dass sie auf Erkenntnisse vieler verschiedener Disziplinen zurückgreifen kann. Dies bedeutet, dass die Verhaltenstherapie neues Wissen in ihre Theorien und vor allem in ihre Behandlung einbezieht.Das Vorurteil, dass Verhaltenstherapie sich neu auf das Verhalten von Menschen bezieht, ist seit langem überholt!
Das allgemeine Vorgehen in der Verhaltenstherapie orientiert sich an den derzeitig vorliegenden Beschwerden des Patienten, welche im Rahmen einer genauen Diagnostik abgeklärt werden; hier werden je nach Problematik Merkmale des Betroffenen, Einflüsse des sozialen Umfeldes, der Familie, etc. mit einbezogen. Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass jedes Verhalten nach gleichen Prinzipien erlernt, aufrechterhalten und auch wieder verlernt werden kann.
Wichtig ist, dass hier unter „Verhalten" nicht nur unsere äußerlich sichtbaren Aktivitäten gemeint sind, sondern auch die inneren Vorgänge wie Emotionen, Denken (kognitive Vorgänge) und körperliche Prozesse. Wenn wir uns aktiv mit der Umwelt auseinandersetzen, erfordert das zahlreiche Lern- und Anpassungsleistungen von uns. Wir fühlen uns wohl, wenn wir dabei in der Lage sind, auf diese psychischen und physischen Anforderungen flexibel und unter angemessener Berücksichtigung unserer Bedürfnisse eigenverantwortlich zu (re)agieren. Reichen unseren eigenen Fähigkeiten in bestimmten Situationen nicht aus, um für uns wichtige Bedürfnisse (nach sozialer Sicherheit, befriedigenden Beziehungen oder selbst bestimmter Lebensgestaltung,...) zu erfüllen oder stehen äußere Umstände dem entgegen, wird unser Wohlbefinden beeinträchtigt.
Die Folgen können seelische und körperliche Erkrankungen sein. Auch scheinen unangenehme Situationen dann häufiger zu noch unangenehmeren Reaktionen zu führen ("Vulnerabilitäts-Stress-Modell").
Die Wirkung der Verhaltenstherapie besteht darin, in und außerhalb der Behandlung Lern- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, damit der Betroffene eigene -oft gewohnheitsmäßig ablaufende- Verhaltensmuster verändern kann, die bislang seinem Wohlbefinden im Wege stehen.
Die Wirkung der Verhaltenstherapie besteht darin, in und außerhalb der Behandlung Lern- und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, damit der Betroffene eigene -oft gewohnheitsmäßig ablaufende- Verhaltensmuster verändern kann, die bislang seinem Wohlbefinden im Wege stehen.
So können mit Hilfe der verhaltenstherapeutischer Techniken unterschiedliche Bereiche verändert werden:
Erlernen von Fertigkeiten, um die Symptome einer Erkrankung besser zu bewältigen (Angstbewältigung, Minderung depressiver Beschwerden, Einflussnahme auf Schmerzen, Verbesserung der Schlafqualität, Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit,...).
Einflussnahme auf Denkvorgänge, die in der Auseinandersetzung mit sich selbst oder der Umgebung als belastend erlebt werden und die einen daran hindern, wichtige Ziele (Prüfungen, Meistern schwieriger Situationen,...) zu erreichen.
Erwerb von Kompetenzen zur erfolgreichen und befriedigenden Gestaltung sozialer Beziehungen und des Umgangs mit eigenen Gefühlen.
Verarbeitung zurückliegender belastender Erfahrungen, aktueller Krisen und schwieriger Lebenssituationen.
Erlernen von Fähigkeiten, das Leben grundsätzlich positiver und befriedigender zu gestalten, z.B. durch ein so genanntes „Genusstraining".
Verhaltenstherapeutischen Einsatzbereiche umfassen neben psychischen Störungen im engeren Sinn auch allgemeine Lebensprobleme, psychische Probleme und Begleiterscheinungen von somatischen Erkrankungen.
Ein sehr wesentliches Element der Verhaltenstherapie ist die Mitarbeit des Patienten im Rahmen der Therapie. D.h. Strategien, Techniken, welche in den Therapiestunden erarbeitet wurden, werden dann als Trainingsaufgaben „in der Realität" umgesetzt und überprüft, in wie weit sie für den Patienten auch anwendbar sind und zur Bewältigung zukünftig auftretenden „kritischen" Situationen herangezogen werden können (der Patient wird zum Fachmann für die Bewältigung seiner Erkrankung gemacht).