Wissenschaftstheorie und Ethik
Zu Werk und Wirken von Ulrich Gähde
09. Oktober 2026 - Universität Hamburg
09. Oktober 2026 - Universität Hamburg
Universität Hamburg
Philosophenturm
Hörsaal G
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg
Anmeldung erbeten unter:
https://cloud.adwhh.de/index.php/apps/forms/s/jfNR8wcaDxJTdfWxQXk6stk4
Organisiert von
Elke Brendel und Deniz Sarikaya mit freundlicher Unterstützung von Pia Müller-Tamm
CC BY-SA 4.0
Foto von Gunnar Klack
Institut für Philosophie der Universität Hamburg
Ulrich Gähde (1951–2026) war von 1999 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2017 Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Hamburg. Das Kolloquium wird die verschiedenen Facetten seines wissenschaftlichen Werkes beleuchten. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftstheoretische Ansätze wie Strukturalismus, Holismus und verwandte Positionen sowie deren Anwendung in der Ethik.
11:00 Uhr Begrüßung
Thomas Krödel (Universität Hamburg), Edwin Kreuzer (Technische Universität Hamburg-Harburg), Detlef Schulz (Universität der Bundeswehr) sowie Elke Brendel und Deniz Sarikaya (Universität Bonn und Universität zu Lübeck)
11:40 Uhr 1. Vortrag (Nancy Cartwright, Durham University)
12:20 Uhr 2. Vortrag (Julian Reiss, Universität Linz)
13:00 Uhr Mittagspause
14:30 Uhr 3. Vortrag (Christine Straehle, Universität Hamburg)
15:10 Uhr "Zu Funktionen von Grundbegriffen der Moral in ethischen Theorien"
von Martin Hoffmann, Universität Münster
15:50 Uhr 5. Vortrag (Viktoria Knoll, Universität des Saarlandes)
16:30 Uhr Kaffeepause
17:00 Uhr 6. Vortrag (Peter Niesen, Universität Hamburg)
17:40 Uhr "Ulrich Gähde zur Struktur und Entwicklung von Modellen"
von Martin Carrier, Universität Bielefeld
Zu Funktionen von Grundbegriffen der Moral in ethischen Theorien
Martin Hoffmann, Universität Münster
Ulrich Gähde hat in seinem Werk in mehreren Fallstudien gezeigt, dass wissenschaftstheoretische Methoden in fruchtbarer Weise auf die Theoriebildung in der Ethik angewendet werden können. Der Debatte um die Bedeutung moralischer Grundbegriffe hat er damit neue Impulse gegeben. Im Lichte von Ergebnissen gegenwärtiger Debatten um conceptual engineering erprobe ich im Vortrag die aktuelle methodische Relevanz von Gähdes Ansatz. Ich werde dafür argumentieren, dass seine Interpretation von Grundbegriffen der Moral als theoretische Terme weiterhin eine fruchtbare Forschungsheuristik bietet. Insbesondere kann man mit Gähdes Ansatz wesentliche Funktionen dieser Grundbegriffe für den moralischen Diskurs untersuchen, die in aktuellen metaethischen Debatten häufig übersehen werden.
Ulrich Gähde zur Struktur und Entwicklung von Modellen
Martin Carrier, Universität Bielefeld
Ulrich Gähde hat beachtenswerte Beiträge zur Rekonstruktion der Modellierungspraxis in den Wissenschaften geliefert. Durch die Explikation von Begriffen wie "Theoriennetz", "Constraint" und "Link" hat er diverse Strategien zur Verteidigung von Theorien vor Anomalien auseinandergelegt.
Ich stütze seine Untersuchungen zur Tragweite von Constraints und Links, indem ich anhand von Beispielen die Möglichkeit von Hypothesentests erläutere, die nicht auf der Ermittlung der Messgrößen in diesen Hypothesen beruhen (nicht-instantiative Prüfung). Darüber hinaus hat Gähde die Bedeutung "pragmatischer Modelle" erkannt und deren Charakteristikum in multidisziplinären Basis-Elementen gesehen. Multidisziplinarität ist in der Tat ein wesentliches Merkmal, aber noch stärker kennzeichnend ist das Zurücktreten des Einflusses theoretischer Basis-Elemente im Vergleich zu nicht- theoretischen Bestimmungsstücken («lokale Modellierung»).
Akademische Nachrufe unter:
Philosophisches Seminar der Universität Hamburg
Akademie der Wissenschaften in Hamburg
Joachim Jungius-Stiftung
Impressum
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Deniz Sarikaya
Universität zu Lübeck
Ethical Innovation Hub
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
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