Die Entwicklung der Schützengilde Vormeppen

Das Umland der Stadt Meppen wurde am 21. Mai 1852 durch eine Verfügung des Königlich Hannoverschen Ministeriums des Inneren in eine selbständige Gemeinde mit dem Namen „Vormeppen“ benannt. In diesem ursprünglich dünn besiedelten Gebiet der politischen Gemeinde Vormeppen, das sich westlich der Ems sowie nördlich und südlich der Hase erstreckte, lagen die Stellen der Altbeerbten, z. B. Kossehof und Übermühlen sowie der adelig freien Güter z. B. Herrenmühle und die Stellen der Anbauern.

Die Gemeinde Vormeppen und die Stadt Meppen entwickelten sich in der Folgezeit als zwei selbständige politische Gemeinden nebeneinander. Zur Bildung eines Ortskerns oder einer größeren geschlossenen Wohnsiedlung kam es in Vormeppen auch nach dem zweiten Weltkrieg nicht, da sich das Gebiet zu weit erstreckte und auch zu dünn besiedelt war. Im Vormeppener Gebiet nördlich der Hase gab es neben den verstreut liegenden Gehöften kleinere Wohngebiete am „Schlagbaum“ und an der „Herrenmühle“, die jedoch in kirchlichen, kulturellen, familiären und wirtschaftlichen Bereichen auf die Stadt ausgerichtet waren.

Zwischen den Bürgern des Gemeindeteils nördlich der Hase bildete sich jedoch ein stark ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl und Anfang der fünfziger Jahre kamen, auf Initiative von Otto Schligten und Alois Fehrmann, Überlegungen auf, ein eigenes Schützenfest oder Sommerfest in der Gemeinde Vormeppen zu feiern. Die allgemeine Stimmung war mehr für ein Schützenfest, denn viele Vormeppener waren bereits Mitglied in einem Schützenverein und gehörten der 5. Kompanie der Schützengilde St. Hubertus Meppen an. Im Jahre 1954 überlegte man auch, unter Umständen mit Bokeloh, Helte, Vormeppen einen Verein zu gründen, aber auch das entsprach nicht den Vorstellungen der Bürger der Gemeinde Vormeppen.


Bis zum Ende des Jahres 1955 waren die Überlegungen und Gespräche von Otto Schligten und Alois Fehrmann soweit gediehen, dass man für den 25. Februar 1956 zu einer Gründungsversammlung in die Gastwirtschaft „Zum Schlagbaum“ einladen konnte. Die Versammlung war sehr gut besucht und nach einer kurzen Erläuterung durch die beiden Initiatoren waren alle Anwesenden von der Idee, einen eigenen Schützenverein zu gründen, hell begeistert. Ohne weitere Umstände konnte man schon zu diesem Zeitpunkt in einfacher Mehrheitswahl den ersten Vorstand des „Schützenvereins Vormeppen“ wählen.

Dem Vorstand gehörten an:

1. Vorsitzender Otto Schligten

2. Vorsitzender Alois Fehrmann

1. Schriftführer Eckhardt Trinckauf

2. Schriftführer Wilhelm Schulte

1. Kassenwart Bernhard Schnieders

2. Kassenwart Rudolf Teske

Im Anschluss an die Vorstandswahl wurden Sachfragen erläutert und diskutiert. Dabei wurde auch der Zeitpunkt des ersten Schützenfestes auf den 13. und 14. Mai 1956 festgelegt. Nach längerer Diskussion und Überlegung wurde der Name „Schützengilde Vormeppen“ angenommen. Nach Abgabe der Eintrittserklärungen zählte die Gilde nach dieser Versammlung bereits 46 Mitglieder. Auch der Mitgliederbeitrag wurde festgesetzt. Er betrug bei einem Eintrittsgeld von 5,-- DM, jährlich 4,-- DM.

Schon eine Woche später, am 3. März 1956 wurden in einer Vorstandssitzung die Statuten erarbeitet. Sie sagten u. a. aus, dass in der Schützengilde Vormeppen nur Vormeppener Bürger aufgenommen werden durften. Die gebietsmäßige Abgrenzung zur Stadt hin bildete der Ems-Seiten-Kanal. Man wollte auf der einen Seite verhindern, dass nicht zu viele Mitglieder die Schützengilde St. Hubertus Meppen verlassen, auf der anderen Seite wollte man ein Schützenfest unter Vormeppenern feiern. Es sollte ein bürgerlich-ländliches Fest werden. Auf der Generalversammlung am 7. Juni 1956 wurde die Satzung jedoch daraufhin geändert, dass unter § 13 zu lesen war: „Es können auch Mitglieder aus dem Stadtgebiet Meppen aufgenommen werden“. Laut § 14 können auch Mitglieder, die im Stadtgebiet Meppen wohnen, die Königswürde erringen. In diesem Fall muss der Thron zu gleichen Teilen aus Meppenern und Vormeppenern bestehen. Ein Abholen des Königs aus der Stadt sollte laut § 16 weiterhin nur von der Vereinsgrenze Ems-Seiten-Kanal erfolgen.

Das erste Schützenfest sollte am 13. und 14. Mai 1956 stattfinden und dazu war es notwendig, ein Königspaar mit Gefolge zu haben. Das Königschießen wurde am 1. Mai 1956 auf dem Gelände des Vereinslokal „Zum Schlagbaum“ durchgeführt. Teilweise wurden mit den Luftgewehren ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, jedoch auch körbeweise Fahrkarten. Erst nach dem 3. Stechen hatte man nach einem spannenden Wettkampf den ersten König. Heinrich Kramer wurde zum König Heinrich I. proklamiert. Er wählte Maria Zuidinga zur Königin. Zum Throngefolge gehörten: Hermann Zuidinga und Helena Kramer, Anna und Bernhard Schnieders und Meta und Gerhard Brade.

Zum ersten Schützenfest wurde eine Königskette erworben, die auch heute noch von den Vormeppenern Königen getragen wird. Sie kostete damals 218,-- DM. Sie hat heute durch die vielen Silberplaketten und Silbermünzen der ehemaligen Könige sicher einen vielfachen Wert. Die Königin trug ein Diadem.

Das erste Schützenfest, welches auf dem Festplatz beim Vereinslokal gefeiert werden sollte, erforderte noch viele Arbeitsstunden. Das Zelt, das von der Firma Schnettberg für 385,-- DM angemietet wurde, musste in Eigenleistung aufgebaut und geschmückt werden. Der Festplatz wurde mit dem Luftgewehrschießstand hergerichtet. Trotz einiger Regenschauer verlief das erste Schützenfest in voller Harmonie und Frohsinn. Es war ein gemütliches Schützenfest unter Vormeppenern mit ihren Freunden und Bekannten. Man wollte an diesen Tagen die schweren vergangenen Jahre vergessen. Für die Kinder führte Bernhard Albers am Sonntagnachmittag eine Kinderbelustigung durch. Im Protokoll ist zu lesen, dass der Anblick fast dem Rattenfänger von Hameln glich. Die Kinderbelustigung wurde zu einem vollen Erfolg. Wenn also vorher vom Zeltaufbau und Schmücken gesprochen wurde, so musste das Zelt am Tage nach dem Schützenfest wieder abgebaut und der Festplatz geräumt werden.

Schon zum dritten Schützenfest im Jahre 1958 konnte die Schützengilde eine Fahne bei der Bonner Fahnenfabrik in Auftrag geben. Die Vorderseite zeigt auf grünem Samt einen Adler sowie ein Schützenemblem mit dem Namen und dem Gründungsjahr.

Die Rückseite zeigt auf goldfarbenem Untergrund einen Eichenstumpf, aus dem ein frischer grüner Zweig hervortritt mit der Aufschrift: „Aus alter Wurzel neue Kraft“.

Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt 60 Mitglieder. Unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises von 1.050,-- DM ist dieses als beträchtliche Leistung zu werten. Außerdem erhielt in diesem Jahr die St. Paulus Kirchengemeinde Meppen für die Anschaffung von zwei Kirchenglocken von der Gilde eine Spende. Das Geschäftsjahr schloss mit einem positiven Kassenbestand ab, weil eine Umlage unter den Mitgliedern erhoben wurde.

Die Weihe wurde von Herrn Pastor Schmitz aus der Paulusgemeinde vorgenommen. Pastor Schmitz sprach über Sinn und Zweck einer Schützenfahne, aber auch über die Verpflichtung, die sie mit sich bringe. An der Fahnenweihe und dem vorherigen Festumzug nahmen 13 Gastvereine sowie mehrere Spielmannszüge und Musikkapellen teil. Ferner nahm der Bürgermeister der Gemeinde, Alois Bölle, an der Fahnenweihe teil. Auch dieses Fest, so ist es aus den Protokollen zu lesen, war ein voller Erfolg. Neben den vielen Fahnennägeln von der Fahnenweihe und von Fahnenabordnungen bei anderen Schützenfesten zieren zwei kostbare Fahnenbänder aus den Jahren 1959 und 1979 die Vereinsfahne.

Zeitungsbericht der Meppener Tagespost zur Fahnenweihe 1958

Die bisherigen Schützenfeste wurden auf dem Festplatz beim Vereinslokal „Zum Schlagbaum“ gefeiert. Dieser Platz erwies sich bald als zu klein. Bei der Suche nach einem anderen geeigneten Platz standen mehrere Grundstücke zur Diskussion. Die Entscheidung fiel schließlich auf den im Grünen gelegenen Platz gegenüber der Herrenmühle am Schlagbrückener Weg, der vom 1. November 1963 an vom Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen gepachtet wurde. Hier werden die Schützenfeste seit 1964 bis auf den heutigen Tag gefeiert.

1966 hatte der Verein sein 10-jähriges Bestehen. Dieses nahm man zum Anlass, ein Jubiläumsschützenfest zu feiern. Hierzu nahmen beim Festumzug am Sonntagnachmittag 13 Schützenvereine sowie mehrere Musikkapellen teil. König an diesem Festtag wurde der damalige 1. Vorsitzende Otto Schligten. Zur Königin wählte er sich Maria Wenningmann. Da in diesem Jahr Otto Schligten nach Meppen verzog, musste er laut Satzung sein Amt im Vorstand niederlegen. In der darauffolgenden Generalversammlung am 20. August 1966 wurde Heinrich Reiners neuer 1. Vorsitzender.

Im Dezember 1966 beschlossen der Gemeinderat von Vormeppen und der Stadtrat von Meppen, sich zu einer Gemeinde zusammenzuschließen. Dem übereinstimmenden Wunsch beider Gemeinden entsprach der Niedersächsische Landtag und verabschiedete zum 1. Juli 1967 das Gesetz über den Zusammenschluss der Stadt Meppen und der Gemeinde Vormeppen zu einer Gemeinde, die die Bezeichnung Stadt führt. Die Gemeinde Vormeppen wurde somit 115 Jahre alt. Trotz der zwischen beiden Gemeinden bestandenen Verwaltungsgrenze zählten zu diesem Zeitpunkt schon viele im Stadtgebiet wohnende Bürger zu unseren Mitgliedern. Obwohl Außenstehende die Namensänderung wünschten, erfolgte eine Namensänderung der „Schützengilde Vormeppen“ nicht. Die Eingemeindung machte jedoch eine Änderung der Satzung erforderlich. In der Generalversammlung vom 13. Juli 1968 übernahm dann Otto Schligten die Führung des Vereins von Heinrich Reiners, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgab. Im selben Jahr wurde auch der Verein in zwei Züge aufgeteilt. Der 1. Zug bestand aus den Vereinsmitgliedern, die am Schlagbaum und Dürenkämpe wohnten und der 2. Zug aus Mitgliedern, die ihren Wohnsitz am Schlagbrückener Weg und im alten Stadtgebiet hatten. Zugführer wurden Franz Kosse und Heinz Kramer.

Während die Schützenfeste bis 1972 meistens Mitte Juni gefeiert wurden und man eigentlich keinen festen Termin für das Fest hatte, wurden die Schützenfeste ab 1973, in Absprache mit der Vereinigten Schützenbruderschaft der Stadt Meppen, immer am 2. Sonntag im Mai gefeiert. So hatte das Schützenfest seinen festen Termin, zum Leidwesen mancher Mütter, denn dieser Tag fällt ja auf den Muttertag. Mit diesem Termin eröffnet die Schützengilde Vormeppen den Reigen der Schützenfeste der Vereinigten Schützenbruderschaft der Stadt Meppen. In der Generalversammlung vom 14. Juni 1974 übernahm Friedrich Kramer die Führung der Gilde von Otto Schligten, der sein Amt zur Verfügung stellte. Für Alois Fehrmann wurde Karl-Heinz Reisiger neuer 2. Vorsitzender. Otto Schligten war 16 Jahre Vorsitzender des Vereins. Alois Fehrmann war 18 Jahre 2. Vorsitzender. Beide gehörten zu den Mitbegründern. Die Versammlung bedankte sich bei ihnen für den jahrelangen Einsatz.

Nach dem Schützenfest 1975 wurde auf dem Gelände des Festplatzes auf Initiative von Josef Schaap eine Schützenhalle in Eigenleistung aufgebaut. Die dabei entstandenen Kosten wurden durch eine Umlage unter den Mitgliedern gedeckt. Die Halle, die etwa 95 m² groß war, wurde seitdem für Schießwettbewerbe innerhalb des Vereins und auch für Schießen innerhalb des Kreisschießringes benutzt. Auch spielte sich ein Teil des gesellschaftlichen Lebens des Vereins in der Halle ab, denn seit 1975 wurde hier das jährlich stattfindende Scheibenfest gefeiert. Des Weiteren hatte die Schießsportgruppe in der Halle eine Bleibe gefunden, um ihr regelmäßiges Training durchführen zu können.

Das Jahr 1976 brachte das 20-jährige Bestehen des Schützenvereins in Vormeppen. Das Fest wurde in gewohnter Weise gefeiert, wobei manch alte Erinnerung ausgetauscht werden konnte. Die Zahl der Mitglieder betrug 128 und hatte sich damit seit Gründung etwa verdreifacht. Schützenkönig in diesem Jahr war Ewald Kramer, der Maria Steinmetz zur Königin erkor.

Das Jahr 1977 stand im Zeichen des Schießsports. Neben dem Wanderpokal im Luftgewehr- und Kleinkaliberschießen wurde zum 4. Mal der Adler-Wanderpokal des Kreisschießringes nach Vormeppen geholt. Dazu kamen 14 weitere Pokale aus den Rundenwettkämpfen des Kreisschießringes und ein 2. Gesamtplatz in der Kreismeisterschaft. Dieses Jahr war hinsichtlich des Schießsports wohl das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte. Die beiden Wanderpokale der Stadt Meppen konnten 1978 sogar verteidigt werden. Im gleichen Jahr wurde das Schützenfest an den neuen Festwirt Hermann Hartmann aus Haren-Erika verpachtet.

Bis zum Jahr 1976 wurden die meisten Schützenfeste noch an 3 Tagen gefeiert. Ab dem Jahr 1977 wurde das Schützenfest am Sonntag und Montag gefeiert. Abgesehen natürlich von den „privaten Schützenfesten“ wie Grünholen, Kränzen, Kranzaufhängen und der Festausklang am Dienstag.

Die Schützengilde hatte bisher nur wenige Uniformträger. Kommandeur, Kompanieführer, Zugführer und Fahnenträger. Dieses Bild änderte sich jedoch erstmalig beim Schützenfest 1978. In der Generalversammlung vom 19. August 1977 wurde bekannt gegeben, dass auch der geschäftsführende Vorstand sich Schützenjacken angeschafft hatte. Diese Möglichkeit bestand natürlich auch für alle anderen Vereinsmitglieder. Innerhalb von wenigen Tagen hatten sich 42 von seinerzeit 130 Mitgliedern eine Schützenjacke bestellt. Die grüne Schützenjacke wird seither zu einer schwarzen Hose und dem deutschen Schützenhut getragen. Da die Schützengilde keinen Namenspatron hat, entschied man sich 1980 für ein Ärmelabzeichen, auf dem das Schützenemblem der Fahne abgebildet ist. Im Jahre 1980 hatten sich von 150 Schützen 70 Mitglieder bereits eine Uniform zugelegt. Dieses ist doch sehr beachtlich, da jedes Mitglied die vollen Kosten der Schützenjacke nebst Schützenhut selber zu tragen hat.

Antreten in früheren Jahren

Zum Festumzug überhaupt: Der Antreteplatz war seit Gründung des Vereins immer beim Vereinslokal „Hotel zum Schlagbaum“.

Es ging dann gemeinsam unter den Klängen mehrerer Musikkapellen über die Dürenkämpe zur Straße Am Schlagbaum, wo auch der König mit seinem Gefolge abgeholt wurde. Dann ging es über den Radfahrweg an der B 402 und dem Schlagbrückener Weg zum Festplatz. Nach der Begrüßung, dem Totengedenken und dem Abschreiten der Front durch den König wurde gemeinsam der Thron ins Zelt begleitet. Damit war der offizielle Teil des Nachmittags beendet. Nach dem Platzkonzert am Nachmittag im Festzelt fand man sich am Abend zum großen Schützenball zusammen.

Wenn hier nur von den Schützenfesten die Rede war, so ist es jedoch nicht das einzige Fest der Gilde, obwohl sie im Vereinsleben alljährlich die unbestreitbaren Höhepunkte darstellen. Etwa 8 Wochen nach dem Schützenfest wird dem neuen König eine Scheibe überbracht. Hierzu sind natürlich alle Mitglieder eingeladen. Bei Tanz und einem guten Tropfen werden die Ereignisse des vergangenen Schützenfestes aufgefrischt und die Unentwegten bleiben dem „Scheibenfest“ bis zur frühen Stunde des nächsten Tages treu.

Alljährlich findet außerdem ein Winterfest statt. In den ersten Jahren wurde es im Vereinslokal „Zum Schlagbaum“ gefeiert. Später fand es jedoch aus Platzgründen im Kolpinghaus Meppen statt. Die Gaststätte „Zum Schlagbaum“ ist aber seit der Vereinsgründung bis zum heutigen Tage das Vereinslokal der Schützengilde geblieben. Ein Saalbau machte es möglich, dass seit 1981 wieder im Vereinslokal das Winterfest der Schützengilde gefeiert werden konnte. Sowohl das Winterfest als auch das Scheibenfest wurden seit Gründung des Vereins alljährlich gefeiert.

1980 / 1981 wurde auf dem Schützenplatz eine stationäre Toilettenanlage gebaut. Hierbei standen nur geringe Geldmittel zur Verfügung. Viel Unternehmungsgeist und Idealismus ermöglichten dennoch die Fertigstellung.

Das 25-jährige Bestehen der Gilde im Jahr 1981 war auch gleichzeitig mit einer Jubilarehrung für alle Mitglieder, die der Schützengilde Vormeppen seit Gründung 25 Jahre angehörten, verbunden.

Thron und Vorstand im Jubiläumsjahr 1981

Ein Jahr nach dem 25-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1982 wurde der Status der Schützengilde geändert. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Schützengilde Vormeppen in ihrer Rechtstellung ein nicht eingetragener Verein. Dieses änderte sich mit der Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Meppen. Seitdem wird die Schützengilde als eingetragener Verein geführt. Die Vereinsbezeichnung änderte sich in „Schützengilde Vormeppen e.V.“. Mit der Eintragung wurde eine überarbeitete Vereinssatzung beim Vereinsregister hinterlegt. Neben der Satzung wurden in diesem Jahr ergänzende besondere Bestimmungen neu formuliert.

Nach 8 Jahren übergab der 1. Vorsitzende Friedrich Kramer sein Amt an Bernhard Schnieders. Das Amt des 2. Vorsitzenden übernahm Werner Wüller. Als Kommandeur wurde Peter Bruns bestätigt. Kompanieführer wurde Alois Geers. Er löste Franz Kosse ab, der dieses Amt 20 Jahre innehatte.

Am 28. August 1983 wurde der Schützenverein St. Nikolaus gegründet. Die Vereine der Vereinigten Schützenbruderschaft Meppen nahmen an diesem Gründungsschützenfest teil. Höhepunkt war die feierliche Fahnenweihe.

Auf der Generalversammlung am 18. August 1983 wurde der Neubau der Schützenhalle für das kommende Jahr beschlossen. Der Neubau wurde notwendig, da die alte Schützenhalle zu klein und durch die Jahre renovierungsbedürftig war.

Nachdem die neue Halle in Dortmund demontiert und auf zwei LKW nach Meppen transportiert war, wurde am 2. Juni 1984 mit den Abrissarbeiten der alten Schützenhalle begonnen. In den folgenden Wochen wurde die neue Halle auf festem Fundament errichtet. Um die jetzige Hallengröße von ca. 10 mal 14 Metern zu erreichen, wurden ca. 2.200 Arbeitsstunden in den Neubau investiert. Am 14. Juli konnte schließlich das Richtfest gefeiert werden. In den folgenden Wochen wurde das Dach gedeckt und die Innenarbeiten durchgeführt.

Bau der neuen Schützenhalle Sommer 1984

Mit Fertigstellung der Halle wurde erstmalig ein Spanferkelfest durchgeführt. Dieses Fest ist mittlerweile Tradition und wird bis heute in der Schützenhalle unter dem Namen „Herbstfest“ gefeiert.Im Jahr 1986 feierte die Schützengilde ihr 30-jähriges Vereinsjubiläum. Das Fest wurde in gewohnter Weise gefeiert. Zum „kleinen Jubiläum“ wurde im Eingangsbereich des Schützenplatzes ein Findling aufgestellt.

Seit jeher wurde am Tag nach dem Schützenfest der Ausklang des Festes gefeiert. Da die Schützenbrüder auch an diesem Tag ein „Königspaar“ verlangten, wurden die „Majestäten“ durch Werfen einer Runkel auf ein Ziel ermittelt. An der Runkelkönigskette haben sich seit 1982 alle „Majestäten“ mit einer „Plakette“ verewigt.

Am 14. Juni 1987 feierte die Schützengilde Vormeppen gemeinsam mit den anderen geladenen Schützenvereinen das 75-jährige Vereinsjubiläum des Schützenvereins Hemsen.

1988 wurde die Vereinsfahne überarbeitet. Seit der Fahnenweihe im Jahr 1958 waren mittlerweile 30 Jahre vergangen und in dieser Zeit waren die Jahre an der Fahne nicht spurlos vorübergegangen. Mit der Restaurierung wurde die Ordensgemeinschaft „Ewige Anbetung“ in Osnabrück betraut. Auch die Fahnenstange war stark in Mitleidenschaft gezogen worden und musste ersetzt werden. Die neue Fahnenstange besteht aus hellem gedrechseltem Eichenholz. Die frisch restaurierte Fahne konnte pünktlich zum Stadtfest präsentiert werden.

Auf dem Stadtfest wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal der Stadtkaiser unter den Meppener Stadtvereinen und Umlandvereinen ausgeschossen. Bei einem spannenden Schießwettbewerb, den sich die amtierenden Könige lieferten, wurde der König der Schützengilde Vormeppen, Bernhard Fehrmann, Stadtkaiser. Auf der Generalversammlung am 15. April 1988 wurden den Mitgliedern die neuen Dienstgradregelungen vorgestellt. Mit Inkrafttreten der neuen Dienstgrade standen umfangreiche Beförderungen auf dem Programm.

Seit dem Jahr 1989 wird das amtierende Königspaar der Schützengilde in einer schwarzen Kutsche während des Umzuges gefahren. Die Kutsche wurde von einigen Schützenbrüdern privat gekauft und aufwendig restauriert. Sie wird dem Schützenverein kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Die Königskutsche“

Auf der Generalversammlung der Schützengilde am 27. April 1990 wurde Ludwig Schulte zum neuen Kompanieführer gewählt. Er löste Alois Geers ab, der dieses Amt 8 Jahre innehatte. Bei der Jahreshauptversammlung am 30. August 1990 wurde Heiner Funke zum neuen Kommandeur gewählt. Er löste nach 10 Jahren Peter Bruns ab. Seit Vereinsgründung bis zum Jahre 1990 wurden die Schützenfeste der Gilde immer am Sonntag und Montag gefeiert. Es gab Überlegungen, das Schützenfest zukünftig am Samstag und Sonntag zu feiern. Nach regen Diskussionen in der Versammlung entschloss man sich, dieses im kommenden Jahr umzusetzen. Und dann folgte das Schützenfest 1992. Mit großer Spannung fieberte man dem Fest entgegen. Am Samstagvormittag begann das Schützenfest mit dem Antreten beim Vereinslokal. Danach marschierte man gemeinsam mit dem Spielmannszug St. Hubertus zum Schützenplatz, wo der Festwirt die Schützenbrüder und die Musiker zu einem zünftigen Frühschoppen erwartete. Am Nachmittag stand der große Festumzug auf dem Programm. Neu war in diesem Jahr auch, dass die Abordnungen der Vereinigten Schützenbruderschaft nicht mehr am Freitag zum Kommersabend eingeladen waren, sondern zum großen Festball am Samstagabend.

Der Festgottesdienst fand erstmalig am Sonntagmorgen in der Schützenhalle statt. Nach der Messe und dem nun folgenden Königschießen wird allen Schützenbrüdern und ihren Familien ein Frühstück serviert. Nach Proklamation des neuen Königs folgt das Kranzaufhängen beim König und der Königin. Um 20.00 Uhr beginnt der Krönungsball. Das Schützenfest findet nun am Montag mit einem gemütlichen Nachmittag und dem schon traditionellen Runkelkönigschießen seinen Ausklang.

Auf der Jahreshauptversammlung im Herbst des Jahres wurde Klaus Brameyer zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Er löste Werner Wüller ab, der dieses Amt 10 Jahre bekleidete.

Seit dem Jahr 1993 betreut die Firma Heinrich Albers aus Meppen die Schützengilde Vormeppen als Festwirt. Zuvor bewirtete die Firma Hermann Hartmann aus Haren-Erika 17 Jahre die Schützenfeste der Gilde.

In der Schützenhalle standen in diesem Jahr Umbauarbeiten an. Die Theke in der Halle war zu klein. Sie wurde durch einen kompletten Neubau ersetzt. Pünktlich zum traditionellen Herbstfest der Gilde konnte der Neubau fertig gestellt werden.

Bis zum Jahr 1993 wurden die Schützenkönige der Schützengilde Vormeppen durch Luftgewehrschießen ermittelt. Das sollte sich im Jahr 1994 grundlegend ändern. Beim traditionellen Schießen auf einem Luftgewehrschießstand konnten die anwesenden Schützenbrüder und die Gäste des Festes den Verlauf des Königschießens nicht oder nur stark eingeschränkt verfolgen. Ganz anders präsentiert sich das Königschießen auf einem Adlerschießstand. Hier wird jetzt mit einem Kleinkalibergewehr geschossen. Um die Schützen an das neue „Schießgefühl“ zu gewöhnen, können die Schützenbrüder vor dem eigentlichen Königschießen Plaketten schießen, indem sie Teile des Adlers abschießen. Beim Herabfallen eines Teiles wird dem jeweiligen Schützen eine Plakette überreicht. Sind alle Teile heruntergeschossen, wird es ernst:

Der neue Adler ist der Königsadler. Den schoss erstmalig Karl-Heinz Reisiger. Das Königschießen war in dieser Form für alle Gäste des Schützenfestes eine spannende Angelegenheit und man entschied, das Königschießen in dieser Form auch in den Folgejahren durchzuführen.

Im Jahr 1995 wurde auf der Jahreshauptversammlung, am 13. Oktober, Alois Hensen zum neuen 2. Vorsitzenden der Gilde gewählt. Er löste nach 3 Jahren Klaus Brameyer ab. 40 Jahre Schützengilde Vormeppen, so hieß es im Jahr 1996. Pünktlich zum Vereinsjubiläum konnte der eigene Adlerschießstand eingeweiht werden. Ab diesem Jahr musste der mobile Adlerschießstand, der in den Jahren 1994 und 1995 verwendet wurde, nicht mehr angemietet werden. Zum Krönungsball am Sonntagabend wurden die Gründungsmitglieder für ihre 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Die Jahreshauptversammlung 1998 fand am 6. November statt. Auf der Tagesordnung standen Neuwahlen. Nach 16 Jahren stellte der 1. Vorsitzende, Bernhard Schnieders, sein Amt zur Verfügung. Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Heiner Funke gewählt. Zum neuen Kommandeur wurde Werner Brameyer gewählt. Friedhelm Strodtkötter übernahm das Amt des Kompaniechefs.

Für das Jahr 1999 hatte sich der Vorstand etwas ganz Besonderes ausgedacht. Am 20. März fand in der Schützenhalle vor ausverkauftem Haus ein Theaterabend auf dem Programm. Die Theatergruppe Herbrum führte das Stück „Rund um Kap Horn“ auf. Das Publikum war so begeistert, dass die Theatergruppe Herbrum auch für die kommenden Jahre verpflichtet wurde.

Nur eine Woche nach dem Schützenfest im Mai war die Schützengilde Vormeppen Gast beim Schützenverein St. Michael in Helte. Die Helter feierten am 15. Mai ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum. Am 4. September wurde in Meppen Stadtfest gefeiert. Am 2. Juni 2000 feierte der Spielmannszug St. Hubertus sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Zwei Wochen später, am 18 Juni 2000, feierte der Schützenverein St. Antonius in Apeldorn sein 75- jähriges Jubiläumsschützenfest.

Im Jahr 2002 wurde die Vereinsfahne zum zweiten Mal restauriert. Die notwendigen Arbeiten wurden vom Benediktiner Orden in Osnabrück durchgeführt. In den Wintermonaten des Jahres wurden die Luftgewehrschießstände in der Schützenhalle sowie der Adlerschießstand auf dem Schützenplatz umgebaut. Sie entsprechen jetzt allen gültigen Richtlinien zum Betreiben solcher Anlagen.

Beim Stadtfest im September des Jahres 2003 wurde von den Meppener Stadtvereinen und den Meppener Umlandvereinen erneut der Stadtkaiser ausgeschossen. Hermann Hensen, der amtierende König der Schützengilde Vormeppen, errang die Kaiserwürde.

Somit hat die Schützengilde Vormeppen mit Bernhard Fehrmann und Hermann Hensen als einziger Verein zwei Stadtkaiser in ihren Reihen.

Große Baumaßnahmen standen auch im Jahr 2004 auf dem Programm. Da der Schützenplatz bislang nicht befestigt war, kam es in Schlechtwetterperioden immer wieder vor, dass der Platz und besonders der Eingangsbereich nur schwer begehbar waren.

Bereits in den Jahren zuvor wurde überlegt, den Schützenplatz zu pflastern. Mit vielen freiwilligen Helfern konnte die Einfahrt zum Schützenplatz sowie auch ein großer Teil des Platzes neu gestaltet werden. Mittlerweile sind alle Bauarbeiten, die in den letzten Jahren auf dem Schützenplatz und in der Schützenhalle getätigt wurden, abgeschlossen.

Pflasterarbeiten auf dem Schützenplatz

Das Jahr 2005 stand ganz im Zeichen mehrerer Vereinsjubiläen der Meppener Schützenvereine. Am 22. Mai 2005 feierten wir mit dem Bürgerschützenverein St. Antonius das 75-jährige Vereinsjubiläum. Nur 2 Wochen später, am 05. Juni 2005, waren wir zu Gast beim 75-jährigen Vereinsjubiläum der Schützengilde St. Hubertus und am 10. Juli 2005 feierten wir gemeinsam mit dem Schützenverein St. Vitus in Bokeloh das 50-jährige Jubiläum.

In dieser Festschrift ist die Vereinschronik aus dem Jahr 1981 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eingearbeitet worden.

Meppen, im März 2006

Schützengilde Vormeppen e.V.