4. Finninger Feldtage, 28./29./30. 08. 2009
Es weht ein Hauch von Nostalgie. Finningen scheint noch einmal die Motorisierung der Landwirtschaft zu erleben. Margarethe Mengele und Mathilde Kölle binden an der Dechentreiter-Dreschmaschine das abfallende Stroh mit Seegrasbändern zu Büscheln zusammen. Tausende von Besuchern machen sich bei den 4. Finninger Feldtagen ein Bild davon, wie noch zu Großvaters Zeiten geerntet wurde.
Interessiert verfolgt auch Maria Lachenmayr die Vorführung. „Es war weniger Nostalgie, sondern vielmehr harte Arbeit“, sagt die Finningerin. Und sie kann sich genau erinnern, was für eine Erleichterung es war, als die modernen Mähdrescher die Dreschmaschinen ablösten.
Die Traktorenfreunde Finningen erleben am gestrigen Sonntag einen Ansturm von Schlepperfahrern und Oldtimer-Fans. „Das Ambiente hier ist einmalig“, sagt Johannes Heider, der mit seinem Deutz D15 aus Blindheim gekommen ist. Fendt, Hanomag, John Deere, MAN, Kramer, Deutz, Fahr, Porsche, Eicher - die Namen sind für Schlepperfreunde klingend. Der Zöschinger Günther Lohberger fährt einen 20 PS starken Warcholowski, ein Fabrikat des Jahres 1965 aus Österreich: „Es macht einen Riesenspaß, einen alten Traktor herzurichten.“
Der Vorsitzende der Traktorenfreunde, Josef Sinning, startet kurz nach 13 Uhr den Traktorenumzug: „Etwa 450 Schlepper fahren mit, so viele hatten wir noch nie.“
Anton Müller aus Kötz ist die Freude ins Gesicht geschrieben: „Was für die Jugendlichen von heute der Computer ist, das waren für uns die Traktoren“. Müller bestaunt mit seinem Schwiegervater und seinen Enkeln einen alten Lanz aus dem Jahr 1930. Der habe ziemlich Feuer aus dem Auspuff rausgehauen. „Ich kann mich noch erinnern, dass es deshalb bei uns zwei Mal gebrannt hat".
Auf dem Feld neben dem Festplatz sind Schlepper mit Pflügen, Eggen und Sämaschinen im Einsatz. Es wird eine Hanomag-Raupe, Baujahr 1955, mit Eberhardt-Scheibenegge vorgeführt.
Die Finninger Drescher-Gruppe um Karl Oblinger fertigt Seegrasbänder zugunsten der ,,Kartei der Not". Und auch Autofans kommen auf ihre Kosten: Ein Ford aus dem Jahr 1923 ist das älteste Gefährt. Der Teilnehmerstärkste Club sind die ,,Oldtimerfreunde Rose" aus Mönchsdeggingen mit 48 historischen Fahrzeugen.
Berthold Veh | Donau-Zeitung