Notstand nach § 904 BGB bei Stadttauben für 6€ statt 8€
Die Aspergillose ist eine der gefährlichsten Gesundheitsbedrohungen für Stadttauben. Es handelt sich dabei um eine Pilzinfektion, die vor allem durch den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus verursacht wird. Da diese Pilzsporen überall in der Umwelt vorkommen – in der Erde, im Staub oder in verschimmelten Futtermitteln –, ist ein Kontakt für Tauben praktisch unvermeidbar.
Die Tauben atmen die winzigen Sporen ein. Da Vögel ein spezielles Atmungssystem mit Luftsäcken haben, setzt sich der Pilz zuerst dort fest, bevor er die Lunge befällt. Dort wächst er zu einem Pilzrasen heran, der die Atemwege verengt. Gleichzeitig gibt der Pilz Giftstoffe (Mykotoxine) ab, die Organe wie Leber, Nieren und das Nervensystem schädigen können.
Man unterscheidet zwischen zwei Hauptformen der Erkrankung:
Die akute Form:
Tritt oft bei schwülem, warmem „Aspergillose-Wetter“ auf.
Betrifft meist Jungtiere oder gestresste Vögel.
Symptome: Schnelle Entwicklung, schwere Atemnot, hörbare Geräusche, extremer Durst und viel Urinausscheidung (wird oft mit Durchfall verwechselt).
Ohne Hilfe sterben die Tiere innerhalb weniger Tage.
Die chronische Form („Stiller Killer“):
Betrifft eher ältere Stadttauben und entwickelt sich schleichend über Monate oder Jahre.
Symptome sind anfangs oft schwer zu erkennen.
Typische Anzeichen sind:
Atmung: Atemnot ohne Schnupfen, Atmen durch den offenen Schnabel und gestreckter Hals.
Backenblasen: Ein deutliches Warnsignal sind Vorwölbungen zwischen Auge und Schnabel durch verstopfte Nasengänge.
Zustand: Die Tiere sind schwach, apathisch, magern stark ab und hören auf zu fliegen. Das Gefieder wirkt struppig.
Stimme: Die Tauben können ihre Stimme verändern oder ganz verlieren.
Nervensystem: In schweren Fällen kommt es zu Zittern, Taumeln, Krämpfen oder grünlichem Urin.
Tauben infizieren sich meistens durch:
Inhalation: Einatmen von Staub in schlecht belüfteten Bereichen oder alten Gebäuden.
Nahrung: Besonders Erdnüsse und verschimmeltes Getreide sind oft stark belastet.
Kontakt: Kontaminierte Nester oder Oberflächen.
Besonders gefährdet sind Tiere mit einem geschwächten Immunsystem durch Stress (Überpopulation, Hunger), Vitamin-A-Mangel oder lange Antibiotikagaben.
Aspergillose kann auch auf Menschen übertragen werden. Besonders gefährdet sind Personen mit geschwächtem Immunsystem. Mitarbeiter in Pflegestellen sollten sich schützen durch:
Tragen von FFP2-Masken, Handschuhen und Schutzkleidung.
Gründliche Händehygiene und Desinfektion.
Vorsicht beim Umgang mit getrocknetem Taubenkot, da dieser Sporen enthalten kann.
Da die Symptome oft uneindeutig sind, nutzt der Tierarzt verschiedene Methoden:
Röntgen, CT oder MRT: Um Veränderungen in Lunge und Luftsäcken zu sehen.
Bluttests: Hinweise auf Entzündungen oder Organbelastungen.
Endoskopie: Gilt als Goldstandard; der Arzt kann die Pilzbeläge direkt sehen und Proben nehmen.
Die Therapie ist langwierig und kann Monate dauern:
Medikamente: Orales Itraconazol (oft 4–12 Wochen) oder Injektionen von Amphotericin B.
Inhalation: Schonende Behandlung mit Wirkstoffen wie Clotrimazol direkt über die Atemwege.
Unterstützung: Viel Flüssigkeit, Wärme ($29-32^{\circ}C$), Vitamin A und die Behandlung von zusätzlichen bakteriellen Infektionen.
Chirurgie: Manchmal müssen Pilzknoten (Granulome) operativ entfernt werden.
Vorbeugung ist der beste Schutz:
Sauberkeit: Tägliche Kotentfernung und Desinfektion (keine azolbasierten Mittel nutzen, um Resistenzen zu vermeiden).
Luftqualität: Gute Belüftung und eine Luftfeuchtigkeit von 40–60 %.
Futter: Nur hochwertiges, trocken gelagertes Futter; keine Erdnüsse.
Stress minimieren: Keine Überbelegung der Volieren und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.
Quarantäne: Neue Tiere erst isolieren und untersuchen.
Durch eine frühzeitige Diagnose und konsequente Hygiene können viele Tiere gerettet und die Ausbreitung verhindert werden.