STÖCKELKELLER

Ein Zeugnis ländlicher Freizeitkultur in Oberfranken

Auf dem Sophienberg, dem Hausberg der Bayreuther, liegt das Dorf Unternschreez. Die Dorfmitte wird geprägt durch das markgräfliche Schloss Schreez und das seit 2003 verlassene Wirtshaus, dessen Kern nach aktuellem Stand der Bauforschung um 1730 errichtet wurde. Das Wirtshaus ist auch der Zugang zu einer Keller- und Stollenanlage, die bei der Gebäudevermessung zur Vorbereitung der Sanierung „wiederentdeckt“ wurde. Die Geschichte dieser seit Kurzem als Baudenkmal geschützten Keller reicht bis ins späte 14. Jahrhundert zurück. Unter dem Namen „Stöckelkeller“ wollen die Bayreuther Melanie und Christoph Scholz einen Ort für Wohnen, Baukultur, regionales Handwerk und Gartengestaltung entwickeln.


Indiana Jones in Unternschreez: Video-Rundgang durch die Keller und Stollen

Das Wirtshaus ist auch der Zugang zu einer Stollen- und Kelleranlage, deren Baugeschichte nach einer aktuellen Voruntersuchung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege bis ins späte 14. Jahrhundert zurückreicht. Die Stollen und Keller wurden während der im Herbst 2019 begonnenen Vermessung und Bauforschung „wiederentdeckt“ wurden und sind seit seit Kurzem als Baudenkmal geschützt.

Als wir das Wirtshaus kaufen, erzählt man uns sogleich viele Geschichten über den Keller: Von gruseligen Abenteuern, als Kinder die Stollen zu erkunden. Vom alten Wirt, der aus der Wirtsstube zu den Bierfässern hinabstieg. Von „den Nazis“ und „den Amis“, die dort von Munition bis zu Militärtechnik alles mögliche versteckt haben sollen. Ja, sogar das Bernsteinzimmer könnte in einem verschütteten Stollen versteckt sein („Ihr wisst schon, die Nähe zu Bayreuth!“). Licht ins Dunkel bringen schließlich Frank Forkel, der bei der Vermessung des Hauses darauf besteht, Keller und Stollen mit zu vermessen, und Bernhard Häck, der Experte für Hohlräume beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der eine Untersuchung vornimmt. Frank Forkel hat aus den Daten der Laservermessung einen kurzen Videorundgang animiert.

Zwischenbilanz

Zwischen Sommer 2019 und Frühjahr 2020 wurde das Wirtshaus von Ballast befreit und behutsam entkernt, damit Vermessung, statische Untersuchung, Bauforschung und die Entwicklung des Sanierungskonzepts unter der Leitung des Hollfelder Architekten Georg Schilling sinnvoll durchgeführt werden konnten. Durch einen regen Gedankenaustausch mit Bürgermeister und Gemeinderat, dem Vorsitzenden der Dr. Alfred- Denig-Stiftung (die Schloss Schreez verwaltet), dem Regionalmanagement des Landkreises Bayreuth, dem Heimatpfleger des Bezirks Oberfranken, der Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege konnte die Projektentwicklung auf den Weg gebracht werden. Zusätzlich zum Kaufpreis haben wir € 120.000 in dieses Bündel von Maßnahmen zur Vorbereitung der Sanierung investiert.

Warum eigentlich ...

Warum eigentlich „Stöckelkeller“? Die Dorfwirtschaft trug jeweils den Namen ihrer Besitzer: „Schwedler’sches Wirthshaus“, „Gasthof und Metzgerei von Karl Grossmann“, „Gastwirtschaft und Metzgerei von Heinerich Kürzdörfer“...

Barbara Freiberger, eine Freundin der Bauherrn, denkt sich einen neuen Namen aus: “Stöckelkeller”, nach letzten Besitzern, der Brauerei Stöckel, dem geheimnisvollen Keller und als Assoziation zu den Begriffen Wirts-, Rats- und Bierkeller. Mittlerweile sprechen Viele ganz selbstverständlich vom „Stöckelkeller“. Wie als ob er schon immer dort gestanden hätte. Und das hat er ja auch, schon ungefähr drei- bis vierhundert Jahre lang.

... Stöckelkeller?

Der Regensburger Street Artist und Grafiker Andrei Maier gestaltete auf Basis des Wappens neben dem Eingang das Logo für den Stöckelkeller.

Kellerzugang, Dachboden, Nordfassade im Frühjahr 2020 (Fotos: Dita Vollmond)