Nikolaus Christoffel Börgersen als Musketier im Kurbairischen Dragonerregiment 'Johann Wolf'
Nikolaus Christoffel Börgersen unter den Musketieren
Wes‘ Brot ich ess‘, dess‘ Lied ich sing … so dachte sich Nicolaus Christoffel Börgersen mit knurrendem Magen. Mit Aussicht auf eine fette Löhnung ließ er sich vom Kurbairischen Dragonerregiment ‚Johann Wolf‘ werben. Und schon im Mai 1620 fand er sich – zusammen mit seinem Regiment und etlichen anderen Einheiten – zur Musterung und zum Drill auf der Dillenburg wieder, dem Sitz des Stammvaters Prinz Wilhelm von Oranien.
Wilhelm I., „der Schweiger“ (1533 – 1584), Graf von Nassau-Dillenburg und Prinz von Oranien – „Vater des Vaterlandes“ = der Niederlande / Bronzestatue vor dem Dillenburger Wilhelmsturm.
(Foto ©: N. Hinrichsen)
Bereits seit 1568 befanden sich die Sieben Vereinigten Provinzen der Niederlande unter dem holländischen Statthalter Prinz Wilhelm von Oranien im Widerstand gegen das Habsburgische Spanien. Von Anfang an war das Dillenburger Schloss das Zentrum vielfältiger diplomatischer und militärlogistischer Aktivitäten im Abwehrkampf der Niederländer gegen die spanischen Okkupanten. Das zur Festung ausgebaute und mit mächtigen Kasematten ausgestattete Schloss war in seiner Größe und seiner Mächtigkeit schier uneinnehmbar und schien wohl für die Ewigkeit gebaut.
Die fürstliche Residenz Dillenburg wurde seit der Mitte des 15. Jahrhunderts zur modernen Festung - mit einem Artillerie-Rondell, einem Zwinger und weitläufigen Kasematten ausgebaut, die sich über zwei Höfe mit etlichen Wohn- und Wirtschafts-Bauten - ausdehnte. Über der Stadt erhob sich die 1523 – 1536 errichtete „Hohe Mauer“. Wie erhofft, konnte die Festung während des 30-jährigen Krieges niemals eingenommen werden. Der Kupferstich von Braun&Hogenberg (1617) gibt die gesamte Anlage wieder
(©: Wikimedia Commons)
Moritz Graf zu Nassau-Dillenburg (1567 – 1625), der Statthalter von Holland und Zeeland, Utrecht, Geldern und Overijssel sowie Kapitän-General der Niederlande modernisierte die vereinigte Armee der niederländischen Provinzen, insbesondere der Artillerie. (©: Wikimedia Commons)
Wilhelm-Ludwig Graf von Nassau-Dillenburg (1560 – 1620), Statthalter von Friesland, Groningen und Drenthe ließ seine Soldaten nach römischem Vorbild exerzieren und bewährte sich im Kampf gegen die Spanier durch eine Kriegsführung nach neuen Kriegswissenschaften. (©: Wikimedia Commons)
Im 52. Jahr des niederländischen Freiheitskrieges (1620) veranstalteten die Grafen Moritz zu Nassau-Dillenburg und sein Vetter Wilhelm-Ludwig von Nassau-Dillenburg auf dem Schlossgelände eine Musterung neuer Truppen mit anschließendem Drill und Probeschüssen über die Stadt – eine gestrenge Herausforderung für die zahlreich geworbenen Landsknechte aus aller Herren Länder. Auch Musketier Börgersen, den es ins Lager des Kurbairischen Dragonerregiments ‚Johann Wolf‘ getrieben hatte, war aufs Äußerste bestrebt, aus seiner Muskete mehr als nur heiße Luft wehen zu lassen … Doch der erwartete Sold aus nassauischen Kassen blieb glattweg aus – eine drohende Revolte aus den Reihen der hungrigen Söldner konnte nur durch Löhnung aus kurbairischem Staatssäckel knapp verhindert werden ...
Text: N. Hinrichsen
(Foto ©: P. Balzer [M]: N. Hinrichsen)
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