Psychotherapie und Spiritualität


Wie verbinden sich Psychotherapie und Spiritualität?

Spiritualität hat zu tun mit dem, was uns im Wesen ausmacht, mit dem zeitlosen Strom in allem.

Psychotherapie und Spiritualität sind nicht wirklich getrennt. Es sind zwei Seiten desselben Bewusstseins. Wir alle sind in unserem Kern Bewusstsein, wache Präsenz.

Unsere wahre Natur ist heil, unverletzlich, zeitlos. Die verschiedenen spirituellen Wege verwenden dafür unterschiedliche Begriffe: Essenz, wahre Natur, Buddha-Natur, Christus -Licht, SELBST. Sie alle verweisen auf diesen ewigen Boden in uns.

Der Stoff aus dem wir gemacht sind, ist Bewusstsein, das sich auf verschiedene Weise ausdrückt. Es kann als Person erfahren werden, ebenso auch als Raum, als Leere, Stille, als Liebe, als Freude. Das ist gemeint mit der Formulierung: In unserer Essenz sind wir spirituelle Wesen.

Psychotherapie interessiert sich für die Beschädigungen und die Nöte, die die Person in ihrem gegenwärtigen Leben trägt und für die Ressourcen, sich daraus zu lösen. Meist richtet sich die Aufmerksamkeit auf das, was wir als Person sind, auf deren Gefühle, Verhaltensweisen, Lebensumstände. Doch Psychotherapie kann auch Raum für Essenz ermöglichen. Dann lockert sich die Identifikation mit der Person, hin zu einer weiten, offenen, wertfreien Wachheit. Schwierige Emotionen, Blockaden, gedankliche Verstrickungen verlieren an Gewicht, können sich lösen, das erleichtert und schafft Raum für Heilung.

Wir sind uns der Essenz selten gewahr. So sind wir meist nicht offen dafür, dass wir mehr sind als die Gefühle, die Gedanken, die Empfindungen, die Bilder, die Geschichten, der Körper. Und doch haben wir alle dieses innere Wissen. Es ruht in jedem. Es ist nicht so fassbar wie die Person, es ist formlos, doch etwas in uns weiß, „ja, ich bin mehr als...“ Und wir alle kennen aus Erfahrung das Parfüm von Essenz: Es ist Frieden, Stille, Liebe, Freude.


Eine spirituell ausgerichtete Psychotherapie

lässt der Essenz im psychotherapeutischen Prozess Raum, lädt ein, sich der Essenz bewusst zu werden. So kann erfahrbar werden, ich bin mehr als das, was ich gerade erlebe, es gibt einen tragenden Grund, einen Raum hinter all den Dingen und Erfahrungen.

Im Therapieprozess unterstützt eine Öffnung für die Essenz den Heilungsweg.

Ebenso wirkt auch der SEINs - Zustand des Therapeuten im gemeinsamen Bewusstseinsraum. Über Resonanz kann der Klient offener werden für die formlose SEINs-Qualität, in der die persönlichen Prozesse ablaufen. Das kann eine Weite ermöglichen, in der ein Akzeptieren erlebter Erfahrungen leichter wird.