Beschreibung

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Wir verkaufen unsere Nauticat’33 der Siltala Werft Finnland, Modell von 1976, also ohne Poop-Deck, Ser-Nr 453.


Das Schiff, 33 Fuß bzw. 10m Wasserlinie, ist ein gemäßigter Langkieler mit 8t Gewicht. Es funktioniert sowohl als Motorboot als auch als gemütlicher Segler. Es hat eine solide, überstark ausgeführte GFK-Hülle mit einem Holzaufbau. Kennzeichnend ist das geräumige und helle Deckshaus, das das Leben an Bord, auch wenn das Wetter mal nicht so optimal ist, sehr angenehm macht.


Von diesem Schiffstyp sind über 1000 Exemplare gebaut worden. Der große Verkaufserfolg lag in der Umsetzung einer bequemen, freundlichen, warmen, trockenen Seereise, also in der Verbindung von Komfort und solidem Bootsbau. Bei Regen bleibt man halt im hellen Deckshaus und wohnt nicht im dunklen "Keller". Und wenn das Segelwetter mal nicht passt, und man trotzdem von A nach B will, dann fährt man mit 75PS per Autopilot unangestrengt zum nächsten Ziel.


Die Nauticat'33 ist also nicht als Rennziege konzipiert, sondern (im Begriff der 70er Jahre) ein Bequem-Boot in einer sehr soliden Bauweise. Auch wenn sich die Maßstäbe von Komfort inzwischen verschoben haben, ist die Nauticat'33 nach wie vor ein klassischer Hingucker in jedem Hafen, ideal für Ostsee, zu zweit für längere Reisen, aber auch mit ein oder zwei Kindern/Enkeln. 4 Personen gehen auch, aber eher für kürzere Trips.


Die Segeleigenschaften sind konzeptbedingt mäßig, hoch am Wind ist ihr Ding nicht. Sie braucht seitlichem oder achterlichen Wind ab 4, um auf Touren zu kommen. Der lange Kiel dämpft den Abtrieb, der bei Seitenwind durch das Deckshaus erzeugt wird. So braucht man manchmal etwas länger, ist aber auch etwas entspannter am Ziel.


Der kräftige Motor im schallisoliertem Motorraum und die 500l Diesel stehen bereit, wenn der Wind einschläft. Der geschützte Propeller liegt am Ende des Kiels, nicht wie heute oft in der Mitte des Bootes (Saildrive). Daher funktioniert das „Drehen auf dem Teller“ per Radeffekt sehr gut. Der Antrieb ist mit 75 PS üppig dimensioniert, ein Bugstrahler wurde zum Nachjustieren bei Hafenmanövern nachgerüstet, wird aber in der Regel nicht benötigt. Die kompakten Maße von 10 x 3,25m sind ideal für das Ostsee-Revier, insbesondere auch für kleinere Häfen in Skandinavien.


Das angebotene Schiff ist in gutem, gebrauchtem Zustand. Es wurde in den letzten 10 Jahren immer liebevoll erhalten und mit Updates versorgt. Der Holzaufbau (Deckshaus, Rehling-Handlauf, Türen, Schiebeluk) wurde die letzten 10 Jahre durchgehend in der beheizten Halle nach der Winterlagerung im vollständig trockenen Zustand gepflegt. Dabei wurden unterschiedliche Lacksysteme getestet. Am praktischsten, d.h. haltbarsten und stabilsten gegen UV hat sich PU-1K-Klarlack erwiesen. Das Schiff war nur in der Kernsaison (Mai-September) der Witterung ausgesetzt.


Der Innenausbau ist durchgehend in Holz (Mahagoni) ausgeführt. Dadurch ist das Schiff auch innen wohnlich, wenn auch sympathisch gealtert. Das Boot von 1976 ist erkennbar gebraucht, aber nicht verbraucht.


Wir verkaufen die Oma Else, weil wir im anstehenden Rentenalter auf ein Schiff umsteigen wollen, mit dem längere Touren auch in rauheren Seegebieten außerhalb der Ostsee möglich sind.


Wir beschreiben das Schiff nach bestem Wissen und Gewissen, ohne Gewähr. Rückfragen gerne.

Bei Interesse kann natürlich eine Besichtigung am Strelasund verabredet werden.


Lenkung

Steuerstand mit großem Handrad sowohl innen als auch außen, hydraulische Lenkung. Vorteil: Das Schiff muss nicht gegen den Wasserdruck "gehalten" werden, andererseits fehlt diese Rückmeldung bei manchen Manövern. Nach einer kurzen Gewöhnung sollte der Umstieg Pinne - Hydraulik aber kein Problem mehr sein. Die Hydrauklikanlage (alle Druckleitungen Kupfer) wirkt unverwüstlich (im Gegensatz zu machen Seilsteuer-Anlagen). Es ist eine manuelle Notpinne an Bord.


Mast, Takelage

Das Boot hat als Sonderausstattung werftseitig nur einen, etwas höheren Mast (12m Alu) statt zwei Maste erhalten. Dadurch ist die Bedienung Einhand besser und es ist Kopffreiheit und Platz für den zweiten Steuerstand geschaffen worden. Zum Ausgleich des größeren Drehmoments durch den höheren Mast wurden werftseitig 800kg Blei im Langkiel verbaut. Der Tiefgang ist 1,7m. Das Schiff fährt damit ruhig in der Welle und relativ aufrecht.

Das Schiff hat werftseitig einen verlängerten Bugspriet erhalten und ist mit zwei Vorsegeln ausgetattet (jeweils Rollreff): Eine große Genua, die auch bei schwächerem Wind für Vortrieb sorgt sowie eine kleinere Arbeitsfock.

Stehendes Gut: ohne erkennbare Schäden.

Radar am Mast, Decksbeleuchtung an den Salingen, Aluminium-Maststufen.


Deck

Teakdeck, altes, solides Material, altersbedingt müssen die Fugen ersetzt und das Holz getränkt werden. Das ist ein typisches Teak-Problem, das bei allen Yachten nach einer Weile auftritt. Eine gut geeignete Sanierungsmethode wurde in der "Yacht" Ausg. 5 (2021) beschrieben. Hierbei müssen nur die Fugen, nicht aber die Stäbe entfernt werden.

Das Deck kann Nachts beleuchtet werden.


Rumpf

Sehr dicker GFK-Rump, wird jährlich kontrolliert, ebenso wird jährlich das Antifouling erneuert.

Da die blaue Farbe nach 40 Jahren durch Sonne/UV ausgekreidet war, wurde 2019 das Überwasserschiff mit 2xEpoxy-Sperrgrund und 2x PU-2K-Lack versiegelt. Originalfarbton RAL Stahlblau nach Werftangabe.


Navigation, Sensoren

Externe GPS-Antenne als Input u.a. für das AIS (EasyAIS Weatherdock),

Raymarine-Bussystem Seatalk_NT, mit Plotter Axiom 9+ am Außensteuerstand und Autopilot (Hydraulikpumpe)

Partnerinstrument für Autopilot und Navi am Innensteuerstand,

Navionics-Karten,

Tiefenmesser Seafahrer, Tochteranzeige Heck

Ruderlageanzeige innen und außen

Radar Raymarine,

herkömmlicher Kompass am Innen- und am Außensteuerstand, jeweils rot beleuchtet


Kommunikation, Sicherheit,

Vorgeschriebene Beleuchtung, zusätzlicher markanter Suchscheinwerfer (hilfreich bei Nachtfahrten, Ankern, kleinen Häfen),

Decksbeleuchtung für nächtliche Arbeiten an Deck und zusätzliche Sichtbarkeit beim Ankern,

Funkgerät Garmin 200i mit DSC-Notruf und GPS-Verbindung, Antenne im Masttop

dazu: mobiles drahtloses Handteil für das Funkgerät, alle Funktionen sind fernsteuerbar

EPIRB-Boje,

Elektrisches Signalhorn,

Radarreflektor,

AIS Weatherdock EasyAIS

Plotter (Raymarine Axiom9+) mit Navionics-Karte, (wir fahren redundant mit Ipad), Plotter macht WLAN und ist überall an Bord steuerbar,

Automatik-Westen (Wartung nötig) dazu Einpick-Leinen

Feststoff-Westen für Besucher/Kinder,

Rettungsinsel (Wartung nötig), Bergekragen, Rettungsring (Hufeisenform),

elektrische autom. Bilgepumpe, eingebaute Bilge-Handpumpe

Feuerlöscher


Anker

1xStahlanker Typ Pflugschar 25kg am Bug mit 50m Ankerkette im Ankerkasten,

dazu elektrische Ankerwinde am Bug

zuätzlich in der Backskiste:

1xverzinkter Stahlanker 25kg Typ Danforth (?)

1xAluanker 5kg Typ Plattenanker/Fortress

dazu Ankerleine 25m zzgl. 10m Bleivorlauf


Segel

Großsegel in Lasyjack, dazu Genua und Arbeitsfock jew. mit Rollreffanlage, ..

Aufziehen der Segel am Mast, zwei kleinere Winschen dort. Bedienung der Segel vom Steuerstand am Heck.

Fall für Spinnaker vorhanden.

Segel wenig genutzt, Farbe rotbraun mit weißem UV-Schutzstreifen,

Vermutlich 15 Jahre alt, Anfertigung in Frankreich, keine Risse, defekte Nähte etc. erkennbar, leichte Ausbleichung

Faktischer Zustand müsste ein Segelmacher beurteilen

2 größere und 2 kleinere Winschen mit Kurbeln am Steuerstand


Elektrik

2017 Batterien neu 2x150 Ah (Starter, Verbraucher), plus 1x 50 Ah für Bugstrahlruder,

Landanschluss per blauer Standard-Buchse zzgl. Adapter und Verlängerungsleitungen,

FI-Sicherungsautomat,

Ladegerät Philippi neu 2018, mit Anzeige des Ladezustands der Verbraucherbatterie,

Lichter überwiegend LED

starker Suchscheinwerfer, von innen bedienbar

Sicherungen und Verteilung z.T. neu, Kabel z.T. alt

DC-AC-Wandler 1500W

einige USB-Ladestationen

220V an Steckdosen, wenn Landanschluss


Pantry

Gaskocher wurde gegen Elektro-Universal-Herd ausgetauscht (Grill, Mikrowelle, Dampfgarer) Landanschluss nötig

Zusätzlich mobiler Gas-Kocher mit Standard Einweg-Kartuschen vorhanden

Frischwassertank PE, ca 150l, el. Waserpumpe,

Doppel-Spülbecken, abdeckbar, schwenkbare Amatur

Kompressorkühlschrank 12V/220V autom. Umschaltung (Tür hat Delle)

Warmwasserboiler ist vorhanden, aber z.Zt. nicht angeschlossen


WC

zwei Toiletten (Bug, Heck) mit manuellen Pumpen,

kein Schwarzwassertank

dazu je zwei Waschbecken


Motor

Ford-Lehmann Diesel 4 Zxlinder, 75 PS (USA=zöllig), sehr zuverlässig.

Instrumente für Drehzahl, Motorstunden, Ladestrom, Kühlwassertemperatur, Öldruck,

Edelstahl Dieseltank 2x250l, Vorfilter, 2 Feinfilter, Volvo-kompatibel,

Motor-Einwinterung trotz geheizter Halle, jährliche Motor-Wartung (Check und ggf Ersatz: Öl, Filter, Impeller, Keilriemen, Anode im Wärmetauscher),

Bekannte Reparaturen i.d. letzten 10 Jahren: gebrochene Ölleitung ersetzt, Hochdruck-Einspritzeinheit überholt.

Robustes Getriebe, Getriebeöl immer glasklar

Bugstrahler Vetus mit eigener Batterie professionell nachgerüstet


Wohnen, Deckssalon

4 Sitze am Esstisch in Küche, absenkbar für Schlafplatz, wurde nie zum Essen benutzt

4 Sitze im Deckssalon,

Variabler Tisch: höhenverstellbar, lösbar und zu befestigen (Wechsel Navi-Tisch, Esstisch)

Getönte PC-Scheiben (gute Sicht nach Außen, aber von außen nicht einsehbar, Sonnenschutz)

Polstersitze etwas durchgesessen

Große Schiebetüren rechts/links

Große Dach-Schiebeluke

Schleuderscheibe (nicht aktiv)


Aufteilung von Bug zum Heck:

Kabine im Bug: 2 Kojen, WC und Waschbecken.

Kleiderschrank

Küchenzeile mit el. Herd, Spülbecken, Schubladen, Unterschränken und Schapps.

gegenüberliegend Sitzecke (4 Pl.), Esstisch kann abgesenkt werden für 2 weitere Schlafplätze

Deckssalon mit mind. 4 Plätzen, Steuerstand, 2 Schiebetüren und Schiebeluke.

Unter dem Salon liegt der Motor, für den Zugang kann der Boden aufgeklappt werden.

Heckkabine 2 Kojen, WC, Waschbecken


Sonst

Fender, Haken,

Zodiak Beiboot, nie verwendet

Sonnenplane, nie im Einsatz

Fender, Fenderbrett, Bojenhaken,

Bugleiter Niro


Vorbesitzer

Erster Eigner: Verkauf aus Altersgründen (80+), Boot lag v.a. in Nordfrankreich/Normandie

Zweiter Eigner (ich): Hat nur die Ostsee befahren, Boot war von Beginn an immer zwischen Okt-Mai in der geheizten Halle.


Fazit

Das Schiff ist fahrbereit, sicher, funktionsfähig,

Alles Notwendige ist vorhanden bzw. wurde getan (außer Wartung der Insel und der Westen)

Auf Grund des begrenzten Zeitbudgets stand der Erhalt von Sicherheit und Funktion im Vordergrund, nicht besondere "Kosmetik".

Dies ist ein Boot, bei dem man noch alles selber machen kann (nicht muss).

Der Holzaufbau (evtl in Eigenleistung) sollte 1xpro Saison gepflegt werden (PU-1K-Lack). Erfahrungsgemäß ergeben sich insgesamt ca 2-4 Tage Pflegearbeiten am Holz pro Jahr, zzgl. weitere Reparaturen und Updates in Eigenleistung (wie bei jedem anderen Boot auch).
Der Motorser
vice wurde bisher von Profis gemacht. Eine Winterhalle ist zwar nicht zwingend, wird aber für die Holzarbeiten empfohlen. Der Sommerliegeplatz und der Hallenplatz können übernommen werden.

Einige Bilder auf der nächsten Seite.
Bitte melden, wenn Bilder erklärt werden sollen oder bestimmte zusätzliche Bilder gewünscht werden.
https://sites.google.com/view/nauticat33-oma-else/bildergalerie

Was in den nächsten Jahren anstehen könnte

  • Teakdeck: Fugen (evtl. in Eigenleistung) sanieren

  • Wartung der Westen und der Rettungsinsel

  • Segel beim Segelmacher durchsehen lassen

  • Stehendes Gut beobachten und ggf. checken lassen

Kontakt

gerhard.kalinka at gmail.com

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