Weihnachtssünden – wie der Körper mit Genuss, Überfluss und Ausnahmen umgeht
Hier findest du meine Mitschrift zum Vortrag „Weihnachtssünde – wie der Körper mit Genuss, Überfluss und Ausnahmen umgeht“.
In diesem Vortrag geht es darum, die sogenannten „Weihnachtssünden“ aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und besser zu verstehen, was üppiges Essen, Zucker, Alkohol und ungewohnte Essrhythmen wirklich im Körper auslösen, statt sie vorschnell zu bewerten oder mit Schuldgefühlen zu verknüpfen.
Der Vortrag wurde von Alessandro Rochira gehalten und basiert auf viel Erfahrung aus der Praxis. Der Text ist als Mitschrift entstanden und folgt bewusst dem gesprochenen Wort.
Bitte sieh mir Rechtschreibfehler oder inhaltliche Ungenauigkeiten nach – es handelt sich um eine Mitschrift, nicht um ein ausgearbeitetes Lehrskript.
Ich wünsche dir viel Freude beim Lesen, Genießen und entspannten Mitnehmen ✨🎄
Vortrag: Weihnachtssünden vom 25.01.2023
Wenn wir über „Weihnachtssünden“ sprechen, geht es nicht nur um ein paar Plätzchen zu viel. Es geht um etwas viel Grundsätzlicheres: darum, wie unser Organismus im Winterhalbjahr arbeitet – und warum wir ihm ausgerechnet dann oft das Leben schwer machen.
Sobald es draußen kalt wird, stellt der Körper nämlich um. Das Immunsystem fährt hoch, nicht runter. Es bereitet sich darauf vor, Infekte der Atemwege und des Verdauungstraktes abzuwehren. Dieser Hochfahrprozess kostet Energie, Nährstoffe und Aufmerksamkeit. Rund 80 % unserer Immunzellen sitzen im Darm – dort ist im Winter Hochbetrieb.
Und was machen wir? Genau in dieser Phase essen wir all das, was die Abwehr zusätzlich belastet: schwere Mahlzeiten, Zucker, Alkohol, Fettiges, Gebäck in allen Variationen. Die Advents- und Weihnachtszeit ist, biologisch betrachtet, ein kulinarisches Minenfeld.
Der Körper versucht dennoch, uns zu schützen. Er investiert Ressourcen, um die Kälte, die Infektanfälligkeit und die Belastungen der Jahreszeit auszugleichen. Doch wenn wir ihn gleichzeitig mit ungünstiger Ernährung überfordern, fehlt ihm Energie an anderer Stelle.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Frühjahrsmüdigkeit. Viele kennen sie – dieses merkwürdige Gefühl, dass man im Frühling, wenn die Natur explodiert, selbst schlapp wird. Das liegt daran, dass das Immunsystem im Frühjahr wieder herunterfährt und sich entspannt. Wenn es im Winter stark strapaziert wurde, fällt dieser Übergang umso deutlicher aus.
Darum lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln: Statt zu fragen, was wir im Winter „dürfen“, sollten wir fragen, was unser Körper in dieser Zeit wirklich braucht. Viel frisches oder fermentiertes Gemüse, Ballaststoffe, wenig Zucker – all das entlastet den Darm und damit die Abwehr. Denn alles, was wir essen, beeinflusst unseren Stoffwechsel und damit direkt die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems.
Schauen wir uns nun einen der zentralen Punkte unserer sogenannten Weihnachtssünden genauer an: den Zucker.
Chemisch betrachtet ist Zucker eine einfache Säure. Und genau so verhält er sich auch im Körper. Er durchdringt die Darmwand sehr leicht in Form von Glukose und steht unseren Zellen sofort als Energie zur Verfügung. Glukose ist zunächst nichts anderes als Treibstoff. Jede Zelle braucht sie – Nervenzellen, Muskelzellen, Organzellen, und ganz besonders auch unsere weißen Blutzellen.
Das Problem beginnt nicht beim Zucker an sich, sondern bei der Menge.
Wenn zu viel Zucker im System ist, reagiert der Körper pragmatisch. Er ist ein sparsames Wesen. Überschüssige Energie wird nicht verschwendet, sondern umgewandelt – in Fett. Diese Fettreserven landen an den bekannten Polstern, erhöhen das Körpergewicht und belasten Herz und Kreislauf. Gleichzeitig steigt die Blutdichte: Cholesterinwerte, Triglyceride und andere Blutfette nehmen zu.
Kommen zusätzlich noch fettreiche Speisen dazu – und das ist in der Winter- und Weihnachtszeit fast unvermeidlich – verstärkt sich dieser Effekt. Ein weiteres Beispiel ist der hohe Fleischkonsum. Fleisch bringt Harnsäure mit sich, und Harnsäure ist ein kritischer Faktor. Sie fördert entzündliche Prozesse, rheumatische Beschwerden und belastet Leber und Niere.
So entsteht eine Kombination aus Zucker, Fett und Harnsäure, die den Körper nicht unterstützt, sondern überfordert.
Betrachtet man das nüchtern, ist die Winterzeit – insbesondere die Weihnachtszeit – ein regelrechtes metabolisches Minenfeld. Und es hört ja nicht bei Weihnachten auf. Ostern folgt, dann kommen weitere Feste, Grillabende, Feiern. Man fastet kurz, um „auszugleichen“, und steigt danach wieder voll ein. Das ist kein nachhaltiges Konzept.
Vernünftig wäre es, die Perspektive zu wechseln. Nicht ständig zu kompensieren, sondern vorzubereiten.
Wir brauchen im Winter Ballaststoffe, pflanzliche Kost, Vitamine und Spurenelemente – gerade weil der Verbrauch hoch ist. Je höher dieser Verbrauch, desto ausgeprägter ist später die Frühjahrsmüdigkeit. Das ist kein Zufall. Wer im Frühjahr stark müde oder allergisch reagiert, dessen Immunsystem wurde im Winter überstrapaziert und nicht vorbereitet.
In der therapeutischen Arbeit nutzen wir den Winter bewusst zur Vorbereitung. Nicht zum Nachlassen, sondern zum Stabilisieren. Wer das versäumt, zahlt im Frühjahr – und oft bis in den Sommer hinein.
Ein weiterer Aspekt ist der Stoffwechsel. Kalorienreiche Ernährung erhöht das Körpergewicht, verdickt das Blut, belastet Leber und Niere. Wenn die Niere Harnsäure nicht vollständig ausscheiden kann, lagert sie sich dort ab, wo wenig Durchblutung herrscht – in den Gelenken. Dort kristallisiert sie aus und wirkt wie mikroskopischer Scheuersand. Gelenkkapseln werden gereizt, Entzündungen entstehen, Arthrose, Gicht und rheumatische Beschwerden entwickeln sich.
Und was macht das Immunsystem? Es muss eingreifen. Es arbeitet an Entzündungen, die vermeidbar gewesen wären. Das kostet Energie, Ressourcen und weiße Blutzellen – Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen.
Leber und Niere werden zusätzlich belastet, denn auch körperliche Aktivität produziert Harnsäure. Kommt sie noch über die Nahrung hinzu, steigt die Gesamtlast weiter an. Das Prinzip ist immer dasselbe: Wir füllen den Körper mit Stoffen, die er später mühsam abbauen muss.
Die Herausforderung ist nun: Wie bringt man Menschen dazu, im Winter anders zu essen?
Gerade an Feiertagen möchte niemand einen kargen Teller präsentieren. Eine blanchierte Rübe mit Petersilienblatt wirkt wenig einladend. Aber ausgewogene, klug zusammengestellte Mahlzeiten sind möglich – ohne Übermaß, ohne Extreme.
Ein entscheidender Punkt ist auch die Ausgangslage: Mit welchem körperlichen Zustand gehen wir überhaupt ins Winterhalbjahr? Der Sommer ist oft geprägt von Grillfesten, Alkohol, reichlichem Essen. Die Belastung beginnt also nicht erst im Dezember. Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in der „Ja“ leichter fällt als „Nein“.
Und erst wenn etwas schmerzt oder nicht mehr funktioniert, merken wir: Da hätte man früher hinschauen müssen.
Wenn wir also von Weihnachtssünden sprechen und davon, wieder in Balance zu kommen, dann dürfen wir das nicht isoliert betrachten. Es geht nicht um ein paar Tage im Dezember – es geht um das ganze Jahr. Gesundheit entsteht nicht punktuell, sondern im Zusammenspiel von Ernährung, Bewegung, Regeneration und Lebensweise.
Der erste Schritt ist immer die Ernährung. Sie muss grundsätzlich funktionieren. Danach kann man überlegen, ob Bewegung, bewusste Pausen oder auch gezielte Fastenzeiten sinnvoll sind, um wieder Gleichgewicht herzustellen. Denn nicht jeder, der gesundheitliche Probleme hat, ist automatisch übergewichtig.
Ich erlebe immer wieder Menschen, die sagen: „Mein Gewicht passt doch.“ Und trotzdem zeigen die Blutwerte etwas anderes: erhöhte Cholesterinwerte, zu hohe Harnsäure, ein überlastetes Immunsystem, veränderte Blutzusammensetzung. Das Gewicht ist nur ein Aspekt – und manchmal der einzige, den der Körper noch halbwegs im Griff hat. Die inneren Prozesse laufen trotzdem aus dem Ruder.
Oft spielen mehrere Faktoren zusammen. Ernährung ist einer davon, aber nicht der einzige. Jeder weiß im Grunde selbst, wo die eigenen Schwachstellen liegen. Und genau dort sollte man ansetzen – nicht mit radikalen Vorsätzen zum Jahreswechsel, die nach einer Woche wieder verpuffen, sondern mit einem ehrlichen Körpergefühl.
Es geht nicht darum, asketisch zu leben. Niemand muss dauerhaft von gedünsteten Karotten mit einem Tropfen Öl leben. Aber es gibt Phasen, in denen es sinnvoll ist, bewusst zurückzufahren. Vier Wochen einfache, klare Kost können manchmal mehr bewirken als jede Diät. Nicht als Strafe, sondern als Entlastung.
Ein weiterer Punkt ist die Lebensweise. Manche treiben exzessiv Sport, andere gar keinen. Wieder andere suchen Ausgleich in Hobbys. All das kann sinnvoll sein – aber es ersetzt nicht die grundlegende Frage: Wo stehe ich gesundheitlich wirklich?
Neulich ein Patient: „Mir geht es gut.“ Gleichzeitig nahm er seit Jahren Blutdruckmedikamente, Cholesterinsenker und Schilddrüsentabletten. Irgendwann muss man ehrlich hinschauen. Entweder der Körper funktioniert ohne Unterstützung – oder er braucht Hilfe. Beides gleichzeitig zu behaupten, führt in die Irre.
Hinzu kommt unsere Umwelt. Niemand lebt heute unbelastet. Wir nehmen täglich Schadstoffe auf – über Nahrung, Luft und Wasser. Lebensmittel sind behandelt, konserviert, beschichtet. Obst glänzt im Supermarkt, weil es chemisch geschützt wurde, nicht weil es so am Baum wächst. Diese Stoffe verschwinden nicht einfach. Sie lagern sich ein – vor allem im Fettgewebe, im Bindegewebe, in Knorpeln und sogar in Nervenzellen. Man spricht von Biokumulation: Nicht ein einzelnes Lebensmittel macht krank, sondern die Summe über Jahre.
Auch die Luft, die wir atmen, trägt ihren Teil bei. Gerade im Winter bleiben Schadstoffe in Bodennähe hängen. Wir atmen sie ein, die Lunge reagiert, Entzündungen entstehen – und wieder ist das Immunsystem gefordert.
Wenn man all das zusammennimmt und dann noch die üppige Weihnachtszeit obendrauf legt, wird klar, warum der Körper irgendwann an seine Grenzen kommt. Deshalb braucht es nicht nur Zufuhr, sondern auch Entlastung.
Fastenzeiten können hier ein kraftvolles Werkzeug sein. Nicht als kurzfristige Maßnahme, sondern bewusst eingesetzt. Wenn man schon an Weihnachten nicht verzichten möchte – was für viele realistisch ist – dann sollte danach Raum für Regeneration geschaffen werden. Eine klare, einfache Ernährung, bewusstes Weglassen von Zucker und Alkohol, und Phasen, in denen der Körper auf seine Reserven zurückgreifen darf.
Denn jedes Mal, wenn Fettreserven abgebaut werden, werden auch eingelagerte Altlasten freigesetzt. Diese müssen verarbeitet und ausgeschieden werden. Das ist Arbeit – für Leber, Niere und Immunsystem. Und genau deshalb braucht dieser Prozess Struktur, Ruhe und Unterstützung.
Ein ganz wichtiger Punkt beim Fasten – und der wird oft unterschätzt – ist der Umgang mit Fetten. Sobald Fettreserven abgebaut werden, meldet sich der Körper. Er signalisiert Hunger, weil er das Gefühl hat, Ressourcen zu verlieren. Genau hier entsteht die Gefahr des Jo-Jo-Effekts.
Deshalb ist entscheidend: Nach einer Fastenphase darf man nicht abrupt wieder in alte Essgewohnheiten zurückfallen. Der Wiedereinstieg muss langsam erfolgen – über mindestens sechs Wochen. Idealerweise zieht sich diese Aufbauphase bis über Ostern hinaus. Wer das beherzigt, wird merken: Der Körper arbeitet plötzlich anders. Effizienter. Klarer.
Viele berichten, dass sie geistig wacher sind, sich besser konzentrieren können, ein stabileres Gedächtnis haben. Der Stoffwechsel stellt sich neu ein. Und wenn dann Blutwerte kontrolliert werden, staunen nicht selten auch die Ärztinnen und Ärzte: Cholesterin sinkt, Harnsäure geht zurück, die Nierenwerte verbessern sich. Entzündungsmarker fahren herunter – und das alles ohne Medikamente, allein durch Ernährung.
Besonders spannend ist der Effekt auf das Immunsystem. Es wird ruhiger, präziser, belastbarer. Wer zusätzlich Grunderkrankungen hat, kann diese Phase nutzen, um gezielt daran zu arbeiten. Man gewinnt Boden – nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig.
Ein klassisches Beispiel ist der Allergiker. Wer sich im Winter gut vorbereitet, erlebt im Frühjahr oft deutlich weniger Symptome. Allergien sind letztlich Fehlreaktionen des Immunsystems. Es interpretiert harmlose Stoffe – wie Pollen – als Gefahr. Ein stabiles, entlastetes Immunsystem macht diese Fehler seltener.
Auch Herzpatienten profitieren. Der Kreislauf reagiert im Frühjahr weniger heftig, der Blutdruck steigt nicht so abrupt. Viele kommen besser durch die Sommermonate, haben weniger Wassereinlagerungen, mehr Belastbarkeit und können sich wieder aktiver bewegen.
Rheumatiker berichten von weniger Entzündungen, beweglicheren Gelenken, weniger Schmerzen. Der Darm – oft unterschätzt – bedankt sich ebenfalls. Er hat weniger Giftstoffe zu verarbeiten, das Blut wird „schlanker“, fließfähiger, leistungsfähiger.
Denn Blut ist kein simples Transportmedium. Es ist ein hochorganisiertes System aus Zellen, Flüssigkeit und gelösten Stoffen. Ist es entlastet, steigt die körperliche Leistungsfähigkeit spürbar.
Fasten ist dabei kein radikaler Akt, sondern eine Einladung an den Körper, wieder in sein Gleichgewicht zu finden. Es gibt verschiedene Formen – vom klassischen Fasten über kohlenhydratreduzierte Varianten bis hin zu Intervallfasten. Wichtig ist immer die individuelle Situation.
Menschen mit Übergewicht können durch Intervallfasten gut profitieren. Menschen ohne Übergewicht, aber mit auffälligen Blutwerten, sollten genauer hinschauen und Ursachen klären, bevor sie pauschal reduzieren. Fasten ist kein Schnellschuss.
Auch bei Medikamenteneinnahme ist Fasten möglich – aber angepasst. Der Bedarf an manchen Medikamenten sinkt während dieser Zeit. Blutdruck kann sich normalisieren, Stoffwechselmedikamente werden oft weniger benötigt. Wichtig ist Beobachtung, Anpassung und ein bewusster Umgang.
Fasten bedeutet nicht, in zwei Wochen massive Gewichtsverluste zu erzwingen. Nachhaltige Veränderung entsteht langsam, in Etappen. Der Körper muss lernen, ein neues Gleichgewicht als normal zu akzeptieren. Dann bleibt das Gewicht stabil – und die Gesundheit gewinnt.
Ein entscheidender Punkt, der oft übersehen wird, ist die Abstimmung zwischen dem, was wir essen, und dem, was unser Körper tatsächlich braucht. Es geht nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu verteufeln – sondern um Maß. Wer gerne Käse isst, darf Käse essen. Aber eben nicht ein halbes Kilo pro Tag. Mengen spielen eine zentrale Rolle.
Dabei hat das nichts mit Körpergröße zu tun. Auch jemand, der groß ist, braucht nicht automatisch mehr Nahrung. Entscheidend ist, was wir tun. Wer körperlich acht Stunden am Tag schwer arbeitet, verbraucht Energie – das ist nachvollziehbar. Aber die meisten von uns sitzen im Büro. Und selbst handwerkliche Arbeit ist kein Sport. Sport bedeutet, bewusst an Grenzen zu gehen. Arbeit tut das in der Regel nicht.
Auch Schrittzähler täuschen oft. Zehntausend Schritte am Tag klingen beeindruckend – sind es aber nicht, wenn sie ohne Belastung stattfinden. Zehntausend Schritte mit einem schweren Rucksack, bei denen man ins Schwitzen kommt, das wäre Training. Alles andere ist Bewegung, aber kein gezielter Reiz. Und genau hier betrügen wir uns häufig selbst.
Fasten braucht deshalb Begleitung – und zwar durch sanfte Bewegung. Spaziergänge, leichte körperliche Aktivität, alles, was den Kreislauf in Schwung bringt. Denn Fettverbrennung wird nicht durch Stillstand ausgelöst, sondern durch Herzarbeit. Das Herz fordert Energie an – und wenn keine Nahrung kommt, greift der Körper auf seine Reserven zurück.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Fasten ist nicht gleich Ausleiten. Viele moderne „Entgiftungskuren“ verwechseln diese beiden Dinge. Beim Ausleiten verliert der Körper nicht nur Belastendes, sondern oft auch Wertvolles. Beim Fasten hingegen lösen sich eingelagerte Stoffe – sie gelangen ins Blut und müssen verarbeitet werden.
Das Blut wird in zwei Organen gefiltert: Leber und Niere. Genau diese Organe sollten während des Fastens gezielt unterstützt werden. Das kann ganz einfach sein. Ein klassischer Lebertee reicht oft schon aus, um die Leberarbeit anzuregen.
Bei der Niere wird es differenzierter. Hier kommt es darauf an, was ausgeschieden werden soll. Bewährte Pflanzen sind zum Beispiel Goldrute oder Brennnessel. Frauen können zusätzlich Frauenmantel nutzen – Männer sollten darauf verzichten, da er hormonell wirkt. Wichtig ist, die Kräuter bewusst auszuwählen.
Viele Menschen bemerken während des Fastens Veränderungen im Wasserhaushalt. Manche lagern sogar Wasser ein – vor allem, wenn sie sich zu wenig bewegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Niere Unterstützung braucht.
Noch gezielter wird es, wenn man Teemischungen individuell anpasst. Ein Beispiel: Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen profitieren von einer Kombination aus Schafgarbe, Weißdorn, Weidenröschen und Kreuzkümmel. Diese Mischung unterstützt Herzfunktion, Blutdruckregulation, Gewebshormone und Nierenausscheidung – und fördert gezielt den Abbau von viszeralem Fett, also dem gefährlichen Fett rund um die Organe.
Beim Rheumatiker liegt der Fokus auf dem Säure- und Harnsäurehaushalt. Hier bewährt sich eine spezielle Kräutermischung (SL-Tee), die den Abbau unterstützt. In den ersten Tagen kann sich der Urin dunkler färben – ein Zeichen dafür, dass Belastendes ausgeschieden wird. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern Teil des Prozesses.
Menschen mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder bei Einnahme von Psychopharmaka sollten Fasten immer individuell begleiten lassen. Hier ist es wichtig, Werte zu kennen und Maßnahmen anzupassen. Richtig umgesetzt, zeigen sich oft nachhaltige Effekte: weniger Medikamente, stabilere Werte, mehr Wohlbefinden.
Viele berichten, dass sie solche Phasen ein- bis zweimal im Jahr durchführen – nicht als Zwang, sondern als bewusste Pflege des Körpers. Und genau darum geht es: nicht um Verzicht, sondern um langfristige Gesundheit.
Lassen wir das Fasten für einen Moment beiseite und schauen uns weitere Möglichkeiten an, wie wir unseren Körper unterstützen können – gerade dann, wenn wir nicht fasten möchten oder können.
Eine sehr wirkungsvolle Maßnahme ist das Saunieren – vorausgesetzt, der Kreislauf macht mit. Idealerweise nicht in überfüllten öffentlichen Saunen, sondern in ruhiger Umgebung, am besten zu Hause.
Was passiert in der Sauna? Sie ist eine klassische Reiztherapie für das Immunsystem. Die Körperkerntemperatur steigt leicht an – maximal um ein halbes Grad. Für die Abwehr ist das ein Geschenk. Sie wird aktiviert, ohne überfordert zu werden. Der Körper simuliert sozusagen ein mildes Fieber, und das Immunsystem reagiert mit erhöhter Aufmerksamkeit.
Schwitzen empfinden viele als unangenehm – dabei ist es ein hochintelligenter Mechanismus. Durch Verdunstung wird Wärme abgeführt, das Herz entlastet, der Kreislauf reguliert. Was dabei oft vergessen wird: Wir verlieren nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte – also Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid. Diese Stoffe sind lebenswichtig. Ohne sie funktioniert weder das Nervensystem noch das Herz.
Deshalb gilt: Was wir verlieren, müssen wir wieder zuführen. Nach dem Saunieren braucht der Körper Flüssigkeit – idealerweise mit Elektrolyten. Fruchtsäfte, verdünnt und gekühlt, sind hier sinnvoll. Alkohol hingegen konterkariert den Effekt vollständig.
Ein wichtiger Punkt: Über das Schwitzen verlieren wir keine tief sitzenden Giftstoffe aus dem Körperkern. Diese werden über Leber und Niere ausgeschieden – nicht über die Haut. Die Sauna wirkt indirekt: Sie regt Herz und Kreislauf an, mobilisiert Stoffwechselprozesse und unterstützt so die Entlastung über die Harnwege.
Wer nach dem Saunagang auf den Urin achtet, merkt oft: Er ist konzentrierter. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Niere arbeitet – und genau hier sollte man unterstützen. Ein schwach angesetzter Goldrutentee, dünn gezogen, kann die Ausscheidung sanft fördern, ohne den Körper zu belasten.
Sauna bedeutet übrigens nicht, sich bei 110 Grad zu rösten. Die Temperatur muss zum eigenen Kreislauf passen. Menschen mit hohem Blutdruck fahren besser mit niedrigeren Temperaturen, Menschen mit niedrigem Blutdruck ebenfalls. Wichtig ist, den Körper langsam abzukühlen – lauwarm statt eiskalt – und ihm Zeit zur Anpassung zu geben.
Drei Saunagänge hintereinander, einmal pro Woche, reichen völlig aus. Wer das regelmäßig macht, wird merken: Das Herz wird belastbarer, der Stoffwechsel effizienter, das Immunsystem dankt es.
Wer keine Sauna hat, kann ähnliche Effekte mit Wechselduschen oder Kneipp-Anwendungen erzielen. Wärme- und Kältereize setzen Impulse, die den Körper trainieren – sanft, aber wirkungsvoll. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Auch Bewegung spielt hier wieder eine Rolle. Nicht exzessiv, aber fordernd genug, um den Kreislauf zu aktivieren. Ein leichter Schwitzeffekt ist ausdrücklich erwünscht. Denn Hunger – im positiven Sinne – bringt den Körper dazu, auf eigene Reserven zurückzugreifen.
Infrarotkabinen können eine Alternative sein, ersetzen aber nicht vollständig die klassische Sauna. Die thermischen Bedingungen sind andere. Wer die Möglichkeit hat, profitiert langfristig mehr von einer trockenen, nordischen Sauna.
All diese Maßnahmen sind keine „Rosskuren“. Sie sind präventiv. Und genau darin liegt ihre Stärke. Wer sie regelmäßig einsetzt, investiert nachhaltig in seine Gesundheit – ohne Zwang, ohne Extreme.
Auch wenn man nicht sofort fastet, kann man den Körper gezielt darauf vorbereiten. Hildegard von Bingen hat das sehr klar formuliert: Bevor man mit dem Fasten beginnt, sollte man die Ernährung bereits einige Tage vorher umstellen. Fleisch, tierische Produkte, Alkohol – all das wird reduziert oder ganz weggelassen. Stattdessen kommen Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, viel Wasser und Ballaststoffe auf den Teller.
Der Darm soll sich entleeren, bevor das Fasten beginnt. Ein voller Darm ist keine gute Ausgangslage. Alkohol ist in dieser Phase ein absolutes No-Go – egal in welcher Form. Bier ist kein „Hopfentee“, sondern Alkohol. Und Alkohol blockiert genau die Prozesse, die wir eigentlich anstoßen wollen.
Bewegung bleibt auch hier wichtig – aber bitte nicht im Fitnessstudio. Diese Orte sind heute wahre Staub- und Chemiesammelbecken. Synthetische Kleidung, Abrieb, Duftstoffe, Deos – all das landet in der Luft und wird eingeatmet. Wer etwas für sich tun möchte, ist zu Hause besser aufgehoben: 20 Minuten Bewegung täglich reichen völlig aus, wenn sie bewusst und regelmäßig stattfinden.
Jetzt kommt ein zentraler Punkt ins Spiel: das Immunsystem. Wir reduzieren es oft auf seine Abwehrfunktion gegen Keime – dabei ist es an allen Prozessen beteiligt. Jede Regeneration, jede Gewebeerneuerung, jeder Abbau von Altlasten läuft unter Mitwirkung weißer Blutzellen. Sie sind die eigentlichen Entsorger unseres Körpers.
Vor rund 15 Jahren wurden sogenannte natürliche Antikörper entdeckt – katabolische Antikörper, deren Aufgabe es ist, Stoffe abzubauen und zu entsorgen. Das Immunsystem ist also nicht nur Schutzschild, sondern auch Müllabfuhr. Und genau deshalb muss es unterstützt werden, wenn wir Altlasten loswerden wollen.
Es gibt Pflanzen, die hier gezielt helfen können. Ein klassisches Beispiel aus der Hildegard-Lehre ist der sogenannte Wermutwein. Er wird über einen begrenzten Zeitraum eingenommen (1 Esslöffel morgens für 90 Tage), hebt die Leukozytenzahl, trainiert die Lymphozyten und stärkt die Abwehr spürbar. Kein Genussmittel – aber hochwirksam.
Auch Tees können das Immunsystem gezielt unterstützen – allerdings nur, wenn sie individuell abgestimmt sind. Ein Allergiker braucht andere Pflanzen als ein Rheumatiker. Bei Autoimmunreaktionen arbeitet man sanfter, weniger bitter, mit Kräutern wie Eisenkraut, Fenchel oder Minze. Beim Rheumatiker stehen säurelösende Pflanzen im Vordergrund, etwa Malve, Rosen- oder Lavendelblüten.
Ein besonders sensibles Thema ist die Brennnessel. Sie ist eine starke Pflanze – aber auch ein Starkzehrer. Sie nimmt alles aus dem Boden auf, was dort vorhanden ist. Das kann wertvoll sein – oder problematisch. Deshalb ist entscheidend, woher sie stammt. Brennnessel ist nicht gleich Brennnessel.
Wer sie aus kontrolliertem Anbau oder dem eigenen Garten kennt, kann sie gezielt einsetzen – etwa als Eisenquelle. Wer sie unkritisch aus unbekannten Quellen nutzt, riskiert, unerwünschte Stoffe mit aufzunehmen. Das gilt auch für andere starke Pflanzen wie Schachtelhalm.
Die Pflanzenwelt ist ein mächtiges Instrument – aber kein Spielzeug. Sie verlangt Wissen, Achtsamkeit und Respekt. Wer sich damit beschäftigt, Monographien liest und Herkunft berücksichtigt, kann enorm profitieren. Wer blind vertraut, riskiert das Gegenteil.
Auch über Tees lässt sich der Stoffwechsel gezielt unterstützen – besonders dann, wenn jemand fasten möchte oder sich in einer Übergangsphase befindet. Ein gutes Beispiel ist Zimt. Hochwertiger Ceylon-Zimt wirkt nicht nur blutzuckersenkend, sondern auch blutreinigend. Gerade Menschen mit erhöhten Zuckerwerten haben oft ein geschwächtes Immunsystem und eine hohe Belastung im Blut. Hier kann Zimt helfen, Ordnung zu schaffen.
An dieser Stelle ist mir eines wichtig: Der Begriff „grenzwertig“ ist trügerisch. Grenzwertige Zuckerwerte bedeuten nicht „noch gesund“. Sie bedeuten, dass bereits etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Entweder ein Stoffwechsel funktioniert – oder er tut es nicht. Eine Grauzone gibt es biologisch nicht. Wer hier zu lange toleriert, statt zu handeln, zahlt später einen hohen Preis.
Gerade nach der Weihnachtszeit, wenn Zuckerwerte durch Gebäck, Süßigkeiten und Alkohol nach oben geschossen sind, sollte man aufmerksam sein. Frühzeitiges Gegensteuern ist kein Alarmismus, sondern kluge Prävention.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Mariendistel. Hier muss man unterscheiden: Blätter und Blüten wirken mild leberunterstützend und eignen sich gut als Begleitpflanze in Teemischungen. Die Samen hingegen sind hochpotent. Sie können Gallenfluss stark anregen – was bei unentdecktem Gallengries zu schmerzhaften Koliken führen kann. Deshalb gilt: Wissen, welcher Pflanzenteil eingesetzt wird, ist entscheidend.
Das gilt für alle Heilpflanzen. Unterschiedliche Pflanzenteile enthalten unterschiedliche Wirkstoffe – und wirken entsprechend unterschiedlich. Pflanzen sind keine harmlosen Teebeutel, sondern hochkomplexe Wirkstoffträger.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Familie der Artemisia-Gewächse – Wermut, Beifuß, Estragon. Jede Art hat ihr eigenes Wirkprofil. Artemisia annua wurde für ihre antimalarische Wirkung ausgezeichnet. Andere Arten wirken auf Magen, Leber oder Herz. Aber: Nicht jede Pflanze kann alles. Und nicht alles, was ihr zugeschrieben wird, hält einer fachlichen Prüfung stand.
Gerade in den letzten Jahren wurde vielen Pflanzen Wirkungen angedichtet, die sie schlicht nicht haben. Das schadet nicht nur den Menschen, sondern auch der Pflanzenheilkunde selbst. Seriöse Anwendung bedeutet, die Grenzen einer Pflanze zu kennen.
Beifuß zum Beispiel ist ein hervorragendes Mittel bei Magenproblemen – vergleichbar mit einem Säureblocker. Bockshornklee hingegen wirkt eher auf das Herz, unterstützt dort die Enzymtätigkeit. Jede Pflanze hat ihren Platz – aber nur, wenn man ihn kennt.
Wer sich ernsthaft mit Pflanzenheilkunde beschäftigen möchte, kommt an den sogenannten Monographien nicht vorbei. Sie beschreiben Herkunft, Wirkstoffe, Wirkungen und Grenzen einer Pflanze. Sie sind die Grundlage für verantwortungsvolle Anwendung.
Auch bei Herzrhythmusstörungen gilt: Ursache erkennen, dann handeln. Es gibt nervlich bedingte, hormonelle und strukturelle Ursachen. Entsprechend unterschiedlich sind die Ansätze – von beruhigenden Kräutermischungen bis hin zu gezielten Extrakten. z.B. Corazon, Enzian (bei Schilddrüsenproblemen). Pauschallösungen führen hier nicht weiter.
Wir sind beim Thema Abwehr noch nicht ganz am Ende. Neben Fasten, Tees und Reiztherapien gibt es einen weiteren, sehr wirkungsvollen Ansatz: die gezielte Unterstützung des Immunsystems über die tägliche Ernährung.
Bestimmte Kräuter lassen sich hervorragend in die Küche integrieren – nicht als Tee, sondern direkt über das Essen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die Wirkstoffe kommen unmittelbar mit den Darmzotten in Kontakt. Und dort sitzt der Großteil unserer Immunabwehr. Die Nahrung wird so zum Transportmittel – ein regelrechtes „trojanisches Pferd“ für immunaktive Substanzen.
Ein Beispiel ist der Storchenschnabel, botanisch Pelargonium robertianum. Diese unscheinbare Pflanze wächst an Waldrändern, riecht etwas streng und wird oft übersehen. In pulverisierter Form, sparsam über Speisen gestreut, wirkt sie stark immunstimulierend. Wer regelmäßig solche Kräuter in die Küche einbaut, merkt schnell: Das Immunsystem reagiert.
Bei erhöhten Blutfettwerten kann man andere Pflanzen einsetzen, beim Immunsystem gezielt Pelargonienpulver. Menschen mit Allergien oder Autoimmunreaktionen profitieren von einer weiterentwickelten Mischung – etwa Eberwurzpulver –, das regulierend wirkt, nicht überstimulierend.
Auch Löwenzahn ist ein wertvolles Beispiel. Er wirkt leberreinigend, gallenanregend und enthält Polysaccharide, die den Darm reinigen und die Abwehr sanft reizen. Aber auch hier gilt: Herkunft ist entscheidend. Löwenzahn ist ein Starkzehrer. Was im Boden steckt, landet in der Pflanze. Deshalb nur dort sammeln oder beziehen, wo keine Belastung durch Dünger oder Gülle besteht.
Die Linde hingegen wirkt mild beruhigend und darmtonisierend. Sie ist kein starkes Heilmittel, aber ein guter Alltagstee bei Nervosität.
Ein wichtiger Punkt, den man verstehen muss: Der Kräuterhandel in Europa ist kaum reguliert. Es gibt keine verbindlichen Qualitätsnormen. Das bedeutet: Nicht jedes Kraut enthält auch wirksame Inhaltsstoffe. Teilweise wird schlicht „Stroh“ verkauft. Wer mit Pflanzen arbeitet, sollte wissen, woher sie stammen und ob sie geprüft wurden.
Deshalb empfehle ich bei klassischen europäischen Kräutern wie Brennnessel oder Löwenzahn: Wenn möglich selbst anbauen. So hat man Kontrolle über Boden, Qualität und Wirkung.
Auch beim Thema Blutverdünnung ist Vorsicht geboten. Medikamente wie Marcumar greifen tief in den Stoffwechsel ein und haben erhebliche Nebenwirkungen. Pflanzliche Alternativen können wirksam sein – aber nur, wenn man genau weiß, welche Blutkomponente betroffen ist. Blutverdünnung ist kein pauschaler Vorgang. Leber, Lymphe, Wasserhaushalt und Zellbestandteile spielen zusammen. Wer hier gezielt arbeitet, kann oft Medikamente reduzieren – aber niemals blind ersetzen.
Ein weiteres Beispiel ist Süßholz. Es wirkt entzündungshemmend und stimmungsaufhellend. Bei Kindern ist es hervorragend geeignet, um das Immunsystem zu trainieren. Bei Erwachsenen mit Bluthochdruck hingegen kann es problematisch sein, da es den Blutdruck steigern kann. In Kombination mit anderen Kräutern lässt sich dieser Effekt jedoch ausgleichen – Wissen ist hier der Schlüssel.
Sobald wir Pflanzen miteinander kombinieren, müssen wir davon ausgehen, dass sie miteinander reagieren. Die Wirkung einer Mischung ist nicht einfach die Summe der Einzelpflanzen – sie kann etwas völlig Neues ergeben.
Ein klassisches Beispiel ist die Weinraute. In südlichen Ländern wird sie als Küchengewürz verwendet, bei uns gilt sie als Giftpflanze. Kombiniert man sie jedoch mit Fenchelsamen, verändert sich ihre Wirkung grundlegend. In dieser Verbindung wirkt sie hormonregulierend – etwa bei Frauen in den Wechseljahren mit starken Hitzewallungen. Die Pflanze verliert ihre toxische Wirkung und wird zum Regulator.
Das zeigt sehr deutlich: Pflanzen sind keine isolierten Wirkstoffe. Sie sind reaktive Systeme. Und je mehr Kräuter man mischt, desto komplexer wird das Ganze. Deshalb gilt: Nicht einfach zusammenwürfeln – sondern verstehen, prüfen, gezielt einsetzen.
Auch bekannte Pflanzen wie die Weidenrinde zeigen diese Vielschichtigkeit. Sie enthält Salicylsäure – die Grundlage von Aspirin. Gleichzeitig liefert sie Pflanzenhormone, die in der Pflanzenzucht das Keimen fördern. Dieselbe Pflanze kann medizinisch, gärtnerisch und sogar technisch genutzt werden. Pflanzen sind wahre Multitalente – wenn man weiß, wie.
Ein weiteres Beispiel ist Schwarzkümmel. Als Öl wirkt er antiseptisch, als Pulver enzymstimulierend. Öl und Pulver sind nicht dasselbe – sie enthalten unterschiedliche Wirkstoffspektren. Das gilt für viele Pflanzen. Form, Zubereitung und Kombination entscheiden über die Wirkung.
Zurück zum eigentlichen Thema: Damit kommen wir zurück zum Immunsystem – unserem eigentlichen Entsorger, Regulator und Schutzorgan. Es arbeitet nicht allein. Es braucht Enzyme. Enzyme sind hochkomplexe Eiweiße, die Stoffe spalten, umbauen, steuern. Ohne sie funktioniert keine Verdauung, kein Stoffwechsel, keine Abwehr.
Unser Körper produziert Enzyme überall: im Darm, im Magen, im Herz, in der Lunge, im Gewebe. Das Immunsystem arbeitet in Synergie mit ihnen. Fehlt diese Enzymatik, kann die Abwehr ihre Aufgaben nicht erfüllen.
Hier kommen wieder Pflanzen ins Spiel – diesmal gekocht, nicht roh. Bestimmte Gewürze fördern gezielt die Enzymbildung: Bertramwurzel, Ysop, Quendel. In kleinen Prisen, regelmäßig eingesetzt, unterstützen sie Verdauung, Stoffwechsel und Abwehr. Sie geben dem Immunsystem Rückendeckung.
Und genau das ist der Kern dieses Vortrags: Gesundheit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen. Sie entsteht durch Verstehen, Bewusstsein und Regelmäßigkeit.
Die Weihnachtssünden sind nur ein Symbol. Entscheidend ist, wie wir das ganze Jahr über mit unserem Körper umgehen. Was wir essen. Wie wir uns bewegen. Wie wir regenerieren. Und ob wir bereit sind, hinzuschauen, bevor Probleme entstehen.
Pflanzenwissen ist dabei ein mächtiges Werkzeug. Wer es sich aneignet, kann viel selbst steuern – sanft, nachhaltig und wirksam.
Zum Schluss noch:
Wenn du Fragen hast, etwas vertiefen möchtest oder Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei mir.
Ich bin von Herzen gerne für dich da 💚
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