Geschichte

Es war im Februar 1991, als im Vereinsvorstand des FC St. Pauls die Frage auftauchte, wie man das „normale“ Fußballerfest im Sommer um eine besondere Attraktion bereichern könnte. Nicht mehr ein Glückstopf, das Flaschenfischen oder das „Gewichtetragen“ sollten für zusätzliches Geld in der Vereinskassa sorgen, sondern etwas anderes. Der damalige Vereinspräsident Ewald Pitschl traf sich mit einigen Spielern der Paulsner Kampfmannschaft, und schon bald wurde die Idee eines Kleinfeldturniers geboren. Unter der Leitung des damaligen Ausnahmestürmers Andreas Frötscher nahm die Freizeitmannschaft „Young Boys“ die Turnierplanungen in Angriff. Die Young Boys waren zu jener Zeit auf allen möglichen Kleinfeldturnierplätzen Südtirols während der Sommerpause sehr erfolgreich unterwegs. Ander Frötscher, Günther Debelyak, Joachim Zuchristian, Manfred Paller und Andreas Vieider erklären sich bereit, die Organisation des Turniers zu übernehmen. Sie sind auch heute noch immer am Ruder.

Am ersten August-Wochenende 1991 war es schließlich so weit. 25 Mannschaften aus ganz Südtirol nahmen am ersten Kleinfeldturnier am Paulsner „Morktplotz“ teil, erster Turniersieger wurden die Oschpialer aus Tramin, die sich gegen die Wikinger aus Unterinn/Ritten durchsetzten. Fünf Sponsoren waren dabei, darunter die Hauptsponsoren Malereibetrieb Walter Sparer und Franz Frei, Spezialist für sanitäre Anlagen.

1992 wurde nach der Vorrunde das K.o.-System eingeführt, um Spielabsprachen zu vermeiden. Erstmals wurde auch ein Torwandschießen durchgeführt. Teilnehmende Mannschaften: 29, Turniersieger wurden erneut die Oschpialer Tramin.

1995 gab es erstmals in der K.o.-Runde das Penaltyschießen. Dabei läuft jeder Spieler mit dem Ball am Fuß alleine auf den gegnerischen Tormann zu und versucht dabei, ein Tor zu schießen. Auf dem traditionell holprigen „Morktplotz“ keine einfache Sache.

1997 wird der Festplatz an der Paulsner Volksschule umgebaut bzw. vergrößert. Das heißt, dass der „Morktplotz“ auf die Maße 40x30 Meter verkleinert wird. Deswegen wird die Anzahl der Feldspieler von fünf auf vier reduziert. Trotzdem verlangt die Enge des Platzes den Spieler alles ab.

1998 gibt es erstmals Turnierleibelen für alle Spieler. Sie sind nur im ersten Jahr gelb-schwarz, seitdem gehören die von Roland Antholzer und seiner Jausenstation Bar Kleiner Montiggler See gesponserten Leibchen zum fixen Turnierinventar.

1999 kommt das OK erstmals in Terminnot. Mit 52 teilnehmenden Mannschaften wird ein bis dahin neuer Rekord aufgestellt. Das erste und einzige Mal erfolgt der Turnierbeginn am Dienstag, 13. Juli. Rekordsieger Ritten Selection feiert den ersten von insgesamt vier Titeln.

2000 wird erstmals der schönste Spieler prämiert. Premierensieger ist Florian Flocki Brugger von der Mannschaft Schuhe Brugger aus St. Georgen.

2004 nehmen das erste (und einzige) Mal 60 Mannschaften am Turnier teil. Damit ist das OK an seine Grenzen gelangt, weiteren fünf Mannschaften muss mangels Mitspielplatz abgesagt werden. Turniersieger werden „die Hoslocher“, Nachfolgeverein des zweimaligen Turniersiegers FC Haarausfall Haslach.

2008 wird entschieden, dass auch die meisten Tabellendritten einer jeden Vorrundengruppe in die Finalrunde am Sonntag aufsteigen dürfen.

2010, zum 20-jährigen Turnierjubiläum, wird erstmals ein Legendenturnier durchgeführt. Acht Mannschaften nehmen daran teil, der Turniersieg geht an den FC Klausen. Das Open-Turnier gewinnt Autoservice Egon nach einem unglaublich spannenden Finale gegen die Sondhosen Brixen mit 6:5. In der mehrmaligen Verlängerung stehen vor 700 begeisterten wie emotionsgeladenen Zuschauern am Ende nur mehr je ein Feldspieler auf dem Platz.

2011 gewinnt Franz Blümel, Gastspieler aus Vorarlberg, mit seiner Mannschaft Metzgerei Ebner das Paulsner Turnier, nachdem er in den 90-er-Jahren bereits mit Annis Bar zwei Mal erfolgreich war. Blümel ist genauso wie Martin Unterholzer, Tormann des AC Aichnerhof, der einzige Spieler, die bis dahin nur bei der ersten Auflage 1991 nicht mit dabei waren.

2012 wird die 1000-er-Marke der mitspielenden Mannschaften seit dem ersten Turnier 1991 geknackt.

2013 wird erstmals das Dorfturnier ausgetragen. Sieben Vereine aus dem Dorf und der näheren Umgebung nehmen am Turnier teilo. Erster Sieger wird der Bayern-Fanklub Hocheppan, der sich im Finale gegen die Bauernjugend durchsetzt.

2014 geht als kältestes Turnier in 24 Jahren Turniergeschichte ein. Am ersten Turniertag am 9. Juli steigt das Thermometer nicht über zehn Grad plus. Der Finaltag am 13. Juli ist von extremen Regenfällen geprägt, dennoch kann der Turniersieger Luislkeller Gröden in einem „normalen“ Endspiel ermittelt werden. Dass wegen der drohenden Unbespielbarkeit des Platzes „nur“ Siebenmeter geschossen werden können, ist gottseidank nicht der Fall.

2015 geht eine Ära zu Ende. Das OK-Team rund um Andreas Frötscher verabschiedet sich nach 25 Jahren Kleinfeldturnier in den Ruhestand. Gewonnen wurde die letzte Ausgabe der Morktplotz-Gründerväter von den Vinschgern Real Nivea Sunblocker 50+.

2016 und ein Sommer ohne Kleinfeldturnier? Das will sich beim besten Willen niemand vorstellen. Deshalb hat die junge Generation das legendäre Turnier auf dem Paulsner Morktplotz in die Hand genommen. Neo-Ok-Chef Markus Pircher, Philipp Stein, Simon Fabi, Hannes Ohnewein, Thomas Debelyak und Georg Sinn, durchwegs Spieler der ersten Mannschaft, haben das Spektakel im Paulsner Dorfzentrum übernommen. Der Premierensieger in der neuen Ära des Kleinfeldturniers war das „PSG des Kleinfeldturniers“, nämlich Lai Lax.

2017 werden Rekorde nur knapp verpasst. Der Ansturm auf das Kleinfeldturnier war riesig, insgesamt nahmen 57 Mannschaften teil – der Allzeit-Rekord von 2004, als sich sage und schreibe 60 Teams eingeschrieben haben, wurde nur knapp verpasst. Dafür wohnte dem Finale zwischen Ateltico Sobrepeso (eine Vinschger- Burggräfler-Truppe) und den Blauen Fußballzwergen über 600 (!) Zuschauer bei. Das dürfte es noch nicht so oft gegeben haben.

2018 der Wahnsinn geht weiter. Bereits einen Monat (!) vor Beginn waren bis auf wenige Restplätze das Teilnahmefeld voll. Als besonderes Highlight gab es bei der Spielplanvorstellung die Weltpremiere des Morktplotzsongs, präsentiert von Stefan Pfattner. Bereits ab den Achtelfinalspielen waren die Zuschauerränge um den legendären Morktplotz brechend voll. Wer zu spät den Weg ins Herzen von St. Pauls angetreten hatte, der konnte keinen Blick mehr auf den Ausnahmespieler der K.O. Spieler, Lorenz Sgarbi (Beretti SC Napoli), erhaschen. Zuschauer sowie Finalisten sprechen von Gänsehautatmosphäre.