Juni/September 2015
Straßburger Kathedrale Notre-Dame
Gruppenausstellung zum tausend Jährigen Bestehen des Straburgersmünsters zum Thema " Vater Unser" von 24 Künstlern
Zum Anlass des Jahrtausends der Gründung der Kathedrale Notre-Dame von Straßburg fand eine Ausstellung statt im Münster von Straßburg vom 20 Juni - 13 September 2015. Die Vernissage fand statt am 20 Juni 2015 um 10Uhr 30 in Anwesenheit des Erzbischofes von Straßburg Mgr Jean-Pierre Grallet. Vierundzwanzig Künstler wurden beauftragt über „Das Vater Unser“ eine Leinwand von 1,80*0,8 Meter zu malen. Die sechs verschiedenen Bitten des Vaterunsers wurden verlost und vier Künstler haben jeweils die selbe Bitte auf Ihre Weise auf der Leinwand interpretiert.
Ich habe die Bitte : „Unser tägliches Brot gibt uns heute“ bekommen.
TEXT ZUR AUSTELLUNG DES JAHRTAUSEND DES MÜNSTERS
Ich erwähne kurz was ich auf die Leinwand bringen wollte: für mich ist dieses "Lebensbrot", diese unentbehrliche geistige Nahrung, die der Mensch im tiefsten in sich braucht, im Verweis auf Johannes (6:51):
„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt“
Und im Echo zu diesem Satz:
„Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage“ (Matthäus 6:34)
Im Verweis auf Benedikt XVI, der Simone Weil 1 zitiert:
„In allem, das in uns das reine und authentische Gefühl der Schönheit verursacht, gibt es wirklich eine Gottesanwesenheit“
Durch mein Bild erhoffe ich mir „eine Art von Gottesverkörperung“ zu zeigen und spüren zu lassen „deren Schönheit das Zeichen ist“1. Der Mensch mit seinen fünf Sinnen, nimmt die Schönheit der Natur und die Liebe wahr, die ihm die gutwillige und schützende Gottesanwesenheit spüren lässt. Er ernährt sich davon, um sich vom Übel de Welt zu trösten und nicht daran zu verzweifeln. Er entdeckt die innere Betrachtung und lebt und fühlt in sich den gegenwärtigen Moment in seiner ganzen Tiefe und Fülle, ohne sich um den nächsten Tag zu kümmern oder sogar zu grämen.
1Simone Weil – La pesanteur et la Grâce (Die Last und die Gnade)
Um diese Frau, die im Zentrum des Gemäldes sich befindet kreist eine Vielzahl von Symbolen, die an ein Wandgemälde erinnert, dessen Bedeutungen vieldeutiger sind. Der Regenbogen, ist Ausdruck des göttlichen Bundes mit den Menschen, er entfaltet sich in all seiner Pracht und bewirkt etwas spirituelles innerhalb der Komposition, während die schützende Hand Gottes (inspiriert von Michelangelo), die Frau behütet. Auf der linken Seite der Leinwand befinden sich das Übel, das die Menschen quält. Die Wolken verdunkeln den Horizont und tragen den zornigen Blitz, der das Böse symbolisiert, das über die Menschen hereinbricht, sei es in Form von Naturkatastrophen, mit denen der Mensch kämpft, oder sei es die Grausamkeit der Menschen, das abscheulichste Übel, symbolisiert durch die Wachtürme der Konzentrationslager, wo die blutige Stacheldrähte bis zur Dornenkrone hinreichen und ein paar Tropfen Blut uns von Christi Leid am Kreuz berichten. Aus all diesem Leid entspringt ein Samenkorn, aus dem ein Halm Weizen emporwächst, der zum Himmel ragt, Symbol der Auferstehung. Der blaue Himmel ist gesprenkelt mit goldenen Hostien, die göttliche Nahrung für die Menschen. Das 'Brot des Lebens', überreicht von der göttlichen Hand, wird umwandelt um auch eine Nahrung für die Seele zu werden, symbolisiert durch die Blüte der Lotusblume, die Melodie der Lyra, das satte lila Leuchten der Iris, die Eleganz des Kolibris und das wunderbare Blau des Morphofalters. Jedes dieser Elemente ist ein poetisches Fragment die miteinander eine visuelle Symphonie komponieren, in der Spiritualität und Realität mit bezaubernder Anmut verschmelzen. Das gesamte rechte Teil der Leinwand zeigt, was die Seele nährt: durch unsere fünf Sinne wird uns Schönheit dargeboten, sei es durch das Sehen, die Iris, den Wind, der durch die Weizenähren weht, die immer harmonische pentatonische Lyra, die Lyra des Dichters, die Lotusblume in all ihrem pur strahlenden weiß, die über dem Sumpf schwebt, den blauen Morphofalter, der die Wiedergeburt e ankündigt, und den Kolibri/Taube, der die himmlische Nahrung uns bringt.
Es gibt noch ein weiteres Symbol, vielleicht sogar ein noch Wichtigeres.
Wirst Du es finden ?
8. Juni bis 15. Oktober 2016
St. Georgskirche in Sélestat
Kollektivausstellung von 26 Künstlern zum Thema 'Die Auferstehung' im Rahmen des 19. Heiligen Kunstwegs
Juni bis 1. Oktober 2019
St. Georgskirche in Haguenau
"Wege der heiligen Kunst im Elsass", 22. Ausgabe
"Die Natur, eine Quelle die uns belebt"