Google Drive-Klient für Linux

Google Drive-Klient für Linux

Google hatte einen Klienten für Linux für Google Drive lange versprochen, doch gekommen ist ein solcher nie - so funktioniert es

Informationen

Google stellte zwar zu Beginn einen Klienten für Google Drive – also die Cloud von Google für Linux in Aussicht doch etwas daraus geworden ist nicht.

Hier musste wieder die Linux-Community selbst aktiv werden und etwas passendes zusammen schnitzen, auch kommerzielle Software gibt es. In diesem Beitrag werden wir so einiges kennen lernen.

KDE-Dolphin

Unter der Desktop-Umgebung KDE nutzt man am einfachsten den Dateimanager Dolphin – also den Standard-Dateimanager. Nun installiert man sich unter auf Debian basierenden Linux-Distributionen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter über die Paket-Verwaltung die Pakete “kaccounts-integration kaccounts-providers“.

Nach der Installation dieser Software-Pakete öffnen Sie die System-Einstellungen im Anwendungsmenü unter Einstellungen, alternativ nutzen Sie den Schnellstarter (Alt + F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

systemsettings
Google Drive-Klient für Linux – KDE

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Hier öffnen Sie den Eintrag “Online Zugänge“:

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Klicken Sie nun auf “Erstellen” und auf den Schalter für “Google“, warten Sie ein paar Sekunden bis sich der Dienst öffnet und melden sich dann an:

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Öffnen Sie nach der Anmeldung den Dateimanager Dolphin und klicken links in der Ordner-Liste auf den Eintrag “Netzwerk“:

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Hier finden Sie nun das neue Verzeichnis “Google Drive“, öffnen Sie dieses einfach per Klick:

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Google Drive-Klient für Linux – KDE

Dolphin verbindet sich nun mit Google Drive und synchronisiert das Verzeichnis, nach kurzer Zeit wird der Inhalt angezeigt. Dateien die Sie in dieses Verzeichnis verschieben werden automatisch auf Google Drive hoch geladen. Um einen schnelleren Zugang zu bekommen klicken Sie rechts in das Verzeichnis und wählen im Kontext-Menü den Eintrag “Zu Orte hinzufügen“, Sie finden den Eintrag nun in der Orte-Liste im Dateimanager.

GNOME / Ubuntu – Nautilus

Unter der Desktop-Umgebung GNOME und unter Ubuntu mit GNOME installieren Sie falls nicht installiert (ist aber normal der Fall) über die Paket-Verwaltung die Pakete “gnome-control-center gnome-online-accounts nautilus“.

Öffnen Sie nun die Einstellungen des Desktops und öffnen hier die “Online Accounts“, auch ein Start über das Terminal mit dem Befehl:

XDG_CURRENT_DESKTOP=GNOME gnome-control-center
Google Drive-Klient für Linux – GNOME

Google Drive-Klient für Linux – GNOME

Klicken Sie hier auf den Eintrag “Online Konten” und dann auf “Google” und melden sich nun an. Nun öffnen Sie den Dateimanager Nautilus den Sie auch mit dem Befehl:

nautilus

öffnen können:

Google Drive-Klient für Linux – GNOME

Google Drive-Klient für Linux – GNOME

In der Orte-Liste links finden Sie nun einen neuen Eintrag mit Ihrer E-Mail-Adresse, ein Klick darauf öffnet nun Google Drive direkt in Ihrem Dateimanager.

XFCE – Thunar

Unter der Desktop-Umgebung XFCE gehen Sie wie unter GNOME mit Nautilus vor, installieren Sie die selben Pakete und starten die Anmeldung mit dem angegebenen Terminal-Befehl. Ist dies geschehen öffnen Sie den XFCE-Dateimanager Thunar:

Google Drive-Klient für Linux – XFCE

Google Drive-Klient für Linux – XFCE

Klicken Sie nun auf den Eintrag mit Ihrer E-Mail-Adresse unten links in der Orte-Liste und der Dateimanager verbindet Sie mit Ihrem Account.

Cinnamon – Nemo, Mate – Caja, …

Gehen Sie vor wie bei GNOME und XFCE.

Alle Desktops und Dateimanager

Eine weitere Methode die jedoch etwas mehr Arbeit erfordert ist die Software Google-Drive-Ocamlfuse. Installieren Sie über die Paket-Verwaltung das Paket “opam“, nun starten Sie auf dem Terminal den Befehl:

opam init

Bestätigen Sie die erste Nachfrage mit der Eingabe-Taste und die zweite mit der Taste “y“. Die Initialisierung dauert etwas, nun aktualisieren Sie die Opam-Paket-Verwaltung mit dem Befehl:

opam update

Nun wird die Software installiert (alle Befehle als normaler Nutzer):

opam install depext
opam depext google-drive-ocamlfuse
opam install google-drive-ocamlfuse

Nun legt man sich in seinem Home-Verzeichnis ein neues Verzeichnis an, ich nenne es jetzt einfach einmal “GoogleDrive“. Ist dies geschehen starten wir den Befehl:

google-drive-ocamlfuse ~/GoogleDrive

Die Software startet den Webbrowser und öffnet die Anmeldung bei Google, erlauben Sie den Zugriff der Software auf Google Drive. Nun haben Sie in jedem beliebigen Dateimanager über das Verzeichnis “GoogleDrive” Zugriff auf die Cloud, alles was Sie darin ändern wird automatisch synchronisiert.

Um den Dienst wieder zu beenden (bei einer erneuten Anmeldung ist natürlich keine Aktivierung mehr nötig) nutzt man den Befehl:

fusermount -u ~/GoogleDrive

Um nicht jedes mal das Terminal öffnen zu müssen tragen Sie beide Befehle etwa als neuen Eintrag im Anwendungsmenü ein, hier setzen Sie jedoch den Befehl “sh” davor ein:

sh google-drive-ocamlfuse ~/GoogleDrive

Insync

Insync ist kommerzielle Software und kostet rund fünf Euro, lässt sich jedoch für drei Wochen kostenlos testen. Sie finden für alle möglichen Distributionen unter Insync Pakete zum Download sowie auch gleich passende Repositorys. Für auf Debian basierende Distributionen laden Sie natürlich das entsprechende DEB-Paket herunter und installieren dieses entweder per Klick oder als Administrator auf dem Terminal mit dem Befehl:

apt install /home/nutzername/Downloads/insync-version.deb
Google Drive-Klient für Linux – Insync

Google Drive-Klient für Linux – Insync

Melden Sie sich am Account an und schon bietet die Software an Ihr Google Drive-Verzeichnis zu synchronisieren:

Google Drive-Klient für Linux – Insync

Google Drive-Klient für Linux – Insync

Ein Icon der Software legt sich im Systray des Panels oder der Kontrollleiste fest. Ein Verzeichnis das automatisch synchronisiert wird wird automatisch angelegt, weitere Verzeichnisse legen Sie zur Synchronisation einfach per Rechtsklick fest:

Google Drive-Klient für Linux – Insync

Google Drive-Klient für Linux – Insync

Open Drive

Die bisher genannten Möglichkeiten bieten nur den Zugriff, nicht jedoch die automatische Synchronisation (außer Insync das jedoch Geld kostet). Open Drive (auch ODrive genannt) bietet genau diese automatische Synchronisation, Sie finden unter ODrive DEB-Pakete für Debian (auch Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint, ...), RPM-Pakete für Fedora, OpenSuSE, Mageia, ... Auch gibt es ein Appimage sowie Snap-Pakete.

Das Debian-Paket installieren Sie einfach über die Paket-Verwaltung per Klick auf die Datei oder auf dem Terminal als Administrator mit dem Befehl:

apt install /home/nutzername/Downloads/dateiname.deb

Das Appimage-Paket machen Sie per Rechstklick und der Wahl von "Eigenschaften / Berechtigungen" und einen Klick in die Checkbox vor "Ausführbar" ausführbar, per Klick auf die Datei starten Sie die Software, alternativ starten Sie die Software auf dem Terminal mit dem Befehl:

OpenDrive-version.Appimage

Besser natürlich lassen Sie die Software über die Einstellungen des Desktops mit dem Anmelden automatisch starten. Beim ersten Start geht es automatisch an die Einrichtung der Software:

Open Drive - Automatische Synchronisation unter Linux mit Google Drive

Open Drive - Automatische Synchronisation unter Linux mit Google Drive

Verbinden Sie sich nun mit Ihrem Google-Account und bestätigen das die Software auf Google zugreifen darf:

Open Drive - Automatische Synchronisation unter Linux mit Google Drive

Open Drive - Automatische Synchronisation unter Linux mit Google Drive

Nun legen Sie per Klick auf den Datei-Pfad ein Verzeichnis fest das mit Google synchronisiert werden soll, per Klick auf "Synchronize" beginnt die Software nun Ihr Google Drive mit dem angegebenen Verzeichnins zu synchronisieren. Dateien die Sie in dieses Verzeichnis ablegen werden automatisch synchronisiert. Per Rechtsklick auf das neue Icon der laufenden Software ist es möglich die Software automatisch mit dem System zu starten und an die Einstellungen zu kommen.