KVM / Qemu

KVM

Anders als unter VirtualBox ist KVM schon in den Linux-Kernel integriert, man erzeugt damit also virtuelle Maschinen. Virtuelle Maschinen sind so gesehen virtuelle Computer die sich die Hardware mit dem realen System teilen, sie bestehen aus normaler Software und bilden einen Rechner virtuell nach, man startet also etwa unter Linux diesen virtuellen Rechner und installiert darauf wieder Windows, Linux oder andere Betriebssysteme die man in einem Fenster das wiederum als Bildschirm dient bedient, auf diesen Systemen kann man wieder dafür geschaffene Software installieren und wie gewohnt damit arbeiten.

KVM hat gegenüber VirtualBox oder VM Ware den Vorteil das die Technik schon im Linux-Kernel integriert ist, dadurch läuft die virtuelle Maschine schneller und performanter. In diesem Beitrag der Linux Bibel werden wir KVM etwas näher kennen lernen.

KVM grafisch

Die Technik selbst - also KVM ist schon in den Linux-Kernel integriert, das was man noch dazu benötig ist Software mit der man virtuelle Maschinen aller Art erstellt und bedient. Unter auf Debian basierenden Systemen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter installiert man diese ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch die Pakete "qemu qemu-kvm virt-manager", dadurch erhält man die Möglichkeit normale virtuelle Maschinen in 32 und 64 Bit aller Arten zu erstellen, möchten Sie auch ARM-Maschinen erstellen installieren Sie zusätzlich das Paket "qemu-system-arm", weitere Pakete finden Sie am besten unter Synaptic mit dem Begriff "qemu". Unter Solus OS installieren Sie die Pakete "qemu virt-manager". Nach der Installation melden Sie sich einmal ab und wieder an.

In diesem ersten Teil rund um KVM werden wir Windows 10 unter KVM grafisch installieren, optimieren und nutzen - hierzu dient das oben schon genannte Paket "virt-manager". Nach der Installation finden Sie die Software im Anwendungsmenü im Bereich System, alternativ nutzen Sie den Schnellstarter (Alt + F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

virt-manager
KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren

Klicken Sie als erstes ganz links auf den Schalter "Neue virtuelle Maschine erstellen":

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Neues System erstellen

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Neues System erstellen

Sie haben hier nun die Möglichkeit anzugeben von wo her das Medium zur Installation kommt, im ehesten Fall ist die meist ein lokales Medium wie eine DVD, ein Stick oder eben eine ISO-Datei, unten können Sie noch dazu die Architektur angeben. Haben Sie diese Einstellungen getroffen klicken Sie auf den Schalter "Vor":

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Medium zur Installation wählen

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Medium zur Installation wählen

Wir geben nun das Medium zur Installation - also die CD, DVD oder die ISO-Datei an mit der wir das System installieren wollen, dazu klicken wir oben auf den Schalter "Durchsuchen", im sich öffnenden Fenster auf "Lokal durchsuchen" und wählen nun die CD/DVD oder die ISO-Datei:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - CPU und Hauptspeicher

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - CPU und Hauptspeicher

Nun können wir dem System den Hauptspeicher (nicht mehr als die Hälfte des realen Arbeitsspeichers) sowie die gewünschten CPU-Kerne (ebenfalls nicht mehr als die Hälfte) zuweisen:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Festplatte

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Festplatte

Weiter geht es mit der Größe der virtuellen Festplatte, dies ist so gesehen einfach eine Datei auf der dann das System installiert wird, für Windows 10 sollte diese nicht kleiner als 30 Gigabyte sein.

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Konfiguration abschließen

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Konfiguration abschließen

Damit wären wir nun am Ende vom erstellen der virtuellen Maschine, wir klicken auf den Schalter "Fertig":

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Erster Start

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Erster Start

Nach dem Klick auf "Fertig" startet die virtuelle Maschine automatisch, je nachdem ob es sich um ein Live-System oder ein Medium rein zur Installation wie hier bei Windows handelt startet nun das Live-System oder die Installation.

Die Installation selbst läuft wie unter Windows üblich ab, gehen Sie diese Schritt für Schritt durch, das System startet auch dem entsprechend oft neu, wurde die Installation durch geführt sitzen Sie vor einem voll funktionsfähigen Windows 10 unter Linux, dabei kann es sich natürlich auch um ein Windows XP, 7 oder 8 handeln:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Installiertes System

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Installiertes System

Nach der Installation von Windows gilt es dieses System ein wenig auf die virtuelle Maschine zu optimieren denn Windows findet die passenden Treiber nicht selbst. Laden Sie als erstes direkt im neu installierten Windows von Spice-Space die Windows-Binarys herunter - gleich der erste passende Link mit dem Eintrag "Spice-Guest-Tools" ist der passende, installieren Sie die Datei. Die restlichen Dateien benötigen Sie nicht - diese sind in der EXE schon drin. Mit der Installation der Spice-Tools lassen sich nun Inhalte der Zwischenablage zwischen Host und Gast (in diesem Fall Windows) teilen, außerdem lässt sich nun der Windows-Desktop über das Menü "Anzeigen / Skalieren / Immer" an die Größe des Fensters anpassen:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Windows-Desktop

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Windows-Desktop

Weiter schalten Sie über den Eintrag "Anzeigen / Vollbild" ins Vollbild:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Vollbild

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Vollbild

Über das Menü "Anzeigen / Details" kommen Sie nun an die Einstellungen über die man etwa die Hardware anpassen kann oder auch eventuelle CD's für Software und Treiber:

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Nachträgliche Einstellungen

KVM / Qemu - Professionell unter Linux virtualisieren - Nachträgliche Einstellungen

Stellen Sie vor allem unter der Festplatte (hier SATA Datenträger 1) unter den erweiterten Optionen auf den Eintrag "VirtIO" - das System läuft performanter, danach ist ein Neustart nötig, dazu schalten Sie über "Anzeige / Konsole" wieder zurück zu Windows.

Was wir nun noch brauchen sind weitere Treiber die Sie unter VirtIO finden, laden Sie die ISO-Datei mit der aktuellsten Version herunter, legen die ISO-Datei nun über "Anzeigen / Details / CDROM" ein und klicken auf "Anwenden". Windows erkennt die CD, öffnen Sie diese und wechseln in das Verzeichnis "qxldod/w10" - klicken Sie wie beim nächsten Treiber auch die INF-Datei rechts an und wählen "Installieren", ist dies geschehen öffnen Sie auf der CD das Verzeichnis "vioserial/w10", sowie "Balloon/" - optimiert den Hauptspeicher.

Windows läuft nun um einiges besser als unter VirtualBox, schneller, belastet die CPU und den Lüfter um einiges weniger, unter Linux-Systemen die Sie unter KVM installieren wird alles automatisch eingerichtet.