MariaDB - SQL-Datenbank

MariaDB

MariaDB ist eine professionelle Datenbank unter Linux

Informationen

Datenbanken dienen zum speichern großer Datenmengen und zum schnellen verfügbar machen solcher, meist werden solche in Verbindung mit Anwendungen genutzt die mit vielen Daten umgehen müssen wie etwa CMS-Systeme im Internet, in Firmen um Kundendaten und Lagerbestände zu verwalten, aber auch normale Nutzer können von Datenbanken profitieren - eben wieder bei Anwendungen die mit vielen Daten arbeiten. So etwa Bilder-Sammlungen und ähnliches, ein Beispiel wäre etwa Digikam.

MariaDB ist nun die unter auf Debian basierenden Systemen die meist genutzte Datenbank, früher war dies der MySQL-Server - diese Datenbank wird jedoch von der Firma Oracle entwickelt. Zwar ist der MySQL-Server freie Software doch Oracle lässt sich nur ungern ins Gewissen reden - man sieht dies am Beispiel OpenOffice das ebenfalls von Oracle übernommen und entwickelt wurde.

MariaDB installieren

Unter auf Debian basierenden Systemen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter installieren Sie diese Datenbank ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "mariadb-server".

MariaDB nutzen

Im großen und ganzen hat man mit der Datenbank recht wenig zu tun, man legt Nutzer an die daran arbeiten dürfen und richtet eine Datenbank etwa für Anwendungen ein die ihre Daten darin speichern können, den Rest erledigen dann diese. Dies kann man mittels grafischer Software oder auch auf dem Terminal tun, wir werden beide Varianten nutzen. Aber wir werden uns natürlich auch etwas näher mit der Datenbank befassen, etwa manuell Tabellen erstellen, Daten einfügen und diese verbinden, verfügbar machen - alles in allem eben einfach einen kleinen Rundgang durch diese Software machen.

Als erstes werden wir uns die Datenbank einmal auf dem Terminal ansehen und später mit grafischer Software wie etwa PhpMyAdmin, Kexi oder Emma diese verwalten.

Nach der Installation wird diese automatisch gestartet - nur der Administrator - also der Nutzer root hat darauf Zugriff. Wurde bei der Installation der Datenbank kein Passwort für die Datenbank abgefragt wie es etwa bei der Installation von KDE geschieht hat sowieso nur der Administrator Zugang.

Wir wollen uns nun also erst einmal mit einer root-Shell mit der Datenbank verbinden - wir melden uns also wie üblich mit dem Befehl:

su

als Administrator am Terminal an (unter Debian) und starten nun den Befehl:

mysql -u root

Will man sich ohne Administrator-Terminal einloggen muss man erst ein Passwort für den root-Nutzer der Datenbank setzen, man loggt sich also wie oben beschrieben ein und startet nun die Befehle:

update mysql.user set password=password('PASSWORT') where user='root';
flush privileges;

"PASSWORT" ersetzen Sie hier durch das gewünschte. Von nun an können Sie sich auch als normaler Nutzer mit:

mysql -u root -p

anmelden. Dies ist auch die Voraussetzung mittels grafischer Oberflächen mit der Datenbank zu arbeiten.

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Anmeldung als Administrator

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Anmeldung als Administrator

Wir finden uns also nun auf dem Terminal-Prompt der Datenbank wieder:

MariaDB [(none)]>

Gleich einmal zu Beginn - wir können uns wieder ausloggen, also auf das normale Terminal zurück kehren mit dem Befehl:

quit;

Besser und sicherer ist es nun für den Administrator der Datenbank einen eigenen Nutzer mit einem Passwort anzulegen, dies gelingt ebenfalls als Administrator des Systems auf dem Terminal durch den Befehl:

mysqladmin -u NUTZERNAME -p password PASSWORT

Um das Passwort des bestehenden root-Nutzers der Datenbank zu ändern loggen Sie sich wie üblich ein und starten die folgende Abfolge an Befehlen:

NUTZERNAME 'root'@'localhost'
IDENTIFIED WITH mysql_native_password BY 'NEUES_PASSWORT';
FLUSH privileges;
quit;

Nun wollen wir beispielsweise für die Software Digikam eine Datenbank anlegen, wir melden uns also wieder an, diese werde ich ganz einfach "digikam" nennen, der Nutzer für die Datenbank soll sich "digi" nennen und die Software soll nur Zugriff auf diese eine Datenbank haben, das Passwort des Nutzers soll "Passwort" sein - nicht sonderlich sicher aber eben nur ein Beispiel. Es gilt also als erstes einmal den Nutzer anzulegen:

create database if not exists digikam;

Nun legen wir den Nutzer für die Software und sein Passwort an:

create user 'digi'@'localhost' identified by 'Passwort';

Und jetzt vergeben wir für den Nutzer alle Rechte auf diese erstellte Datenbank:

grant usage on *.* to 'digi'@'localhost' identified by 'Digikam';
grant all privileges on digikam.* to 'digi'@'localhost';
flush privileges;

Damit wäre die Geschichte erledigt und wir können uns mit dem Befehl:

quit;

abmelden:

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Datenbank und Nutzer für Digikam anlegen

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Datenbank und Nutzer für Digikam anlegen

Nun brauchen wir der Software nur noch die Daten für den Zugang geben:

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Datenbank und Nutzer für Digikam anlegen

MariaDB - Professionelle Datenbank unter Linux - Datenbank und Nutzer für Digikam anlegen

Grafische Software zur Verwaltung

Natürlich muss man sich nicht wirklich auf der Shell mit der Datenbank beschäftigen, sobald man dem Nutzer "root" den Zugang erlaubt (wie oben beschrieben) kann man auch grafische Anwendungen installieren und nutzen.

Emma

Emma ist eine grafische Software mit der sich SQL-Datenbanken auch ohne entsprechenden Webserver grafisch verwalten lassen, sie wird wie unter auf Debian basierenden Systemen üblich ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "emma" installiert. Nach der Installation findet sich die Software im Anwendungsmenü im Bereich Entwicklung, alternativ nutzen Sie den Schnellstarter (Alt + F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

emma
Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Findet sich der Eintrag "localhost" nicht klicken wir rechts in den Bereich ganz links und wählt den Eintrag "New Connection":

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Man gibt die entsprechenden Daten für den Zugang ein, für eine Datenbank am lokalen Rechner gibt man als Host einfach den Eintrag "localhost" an. Ist der Eintrag "localhost" schon vorhanden klickt man diesen rechts an und wählt "Modify Connection". Nun klickt man auf den entsprechenden neu erstellten Eintrag und schon findet man sich in der Datenbank wieder:

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Die Software zeigt nun verschiedene Reiter, zu Beginn sieht man alle Prozesse der Datenbank und der aktuellen Auslastung, über die entsprechenden weiteren Reiter öffnen sich die darin enthaltenen Tabellen die man nun in der Liste links bearbeiten kann. Eine neue Datenbank legt man einfach über einen Rechtsklick in der Liste an:

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux

Emma - Grafische Software zur Verwaltung von SQL-Datenbanken unter Linux